Wie ist mein duales Studium in Bezug auf meinen Kindergeldanspruch zu bewerten? (1 Betrachter)

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Skabe

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Hallo Zusammen,

ich befinde mich zurzeit in einem Studium und arbeite nebenher mehr als 20 Stunden wöchentlich. Laut aktueller Gesetzeslage ist es so, dass nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung und eine weitere Ausbildung / Studium als Zweitausbildung zu werten ist und somit jede Erwerbstätigkeit von wöchentlich über 20 Stunden als schädlich angesehen wird für den Kindergeldanspruch.

Jedoch existiert ein Urteil des Bundesfinanzgerichthofes, wonach hervorgeht, dass die es enger ausgelegt werden kann, ob eine Zweit- oder Erstausbildung vorliegt. Zum Beispiel urteilte man, dass eine Erstausbildung immer vorlege, wenn man ein Duales Studium durchführen würde, davon unabhängig von der Ausbildungsteil vor dem Abschluss des akademischen Grades erreicht wird und man danach sein Studium fortführe.

Ich habe mir das Urteil angeschaut und so wie ich es interpretiere, liege ich aufgrund meines Werdeganges nach wie vor in der Erstausbildung, auch wenn damals mit meinem Ausbildungsbetrieb und der Hochschule kein Vertrag abgeschlossen habe, wonach ein Duales Studium hervorgeht.

In meinem Fall, habe ich die Ausbildung in einem öffentlich-rechtlich anerkannten Ausbildungsberuf mit Prüfung erfolgreich abgeschlossen, jedoch ist hier zu betonen, dass die Ausbildung nicht mein Berufsziel ist, sondern eher als praktischen Ausbildungsteil für meine Laufbahn zu werten ist. Unmittelbar danach, habe ich die Berufsoberschule besucht um ein Fachabitur zu absolviere. Durch die Ausbildung hatte ich bereits den praktischen Teil, welcher für das Fachabitur erforderlich ist erreicht und konnte innerhalb eines Jahres mein Fachabitur nachholen. Direkt danach habe ich mich für ein Bachelorstudiengang eingeschrieben, um dort im Rahmen der wissenschaftlicher Arbeit mehr Kenntnisse zu erreichen und mein Berufsziel als Bachelor zu erreichen. Das Studium als auch die Ausbildung stehen im engen zeitlichen als auch sachlichen Zusammenhang.miteinander.
Hier das entsprechende Urteil: https://openjur.de/u/751600.html


Ich denke, auch ohne Vertrag eines Dualen Studiums ich hier einzustufen wäre. Hier ein Zitat aus dem Urteil:

"Die systematische Stellung des § 32 Abs. 4 Satz 2 EStG und der Sinn und Zweck der Norm sprechen indes dafür, mehraktige Ausbildungsmaßnahmen dann als Teil einer einheitlichen Erstausbildung zu qualifizieren, wenn sie zeitlich und inhaltlich so aufeinander abgestimmt sind, dass die Ausbildung nach Erreichen des ersten Abschlusses fortgesetzt werden soll und das angestrebte Berufsziel erst über den weiterführenden Abschluss erreicht werden kann (in diesem Sinne auch Seiler in Kirchhof, EStG, 13. Aufl., § 32 Rz 17)"

Damit dürfte es meiner Ansicht nach, entscheidend sein, ob ein Vertrag eines Dualen Studiums vorlege oder nicht.

Ich würde mich über Rückmeldung freuen von Usern, welche vielleicht Erfahrung haben in diesre Angelegenheit oder ansonsten konstruktive Beiträge liefern können und eventuell meiner Ansicht sind oder einer anderer.

Danke!
 
P

Pichilemu

Gast
Es sieht in meinen Augen sehr schlecht aus.

Du müsstest darlegen, wieso die erste Berufsausbildung nicht berufsqualifizierend sein soll. Das dürfte sehr schwer sein, wenn es ein anerkannter Ausbildungsberuf ist.

Im verlinkten Urteil ging es ja um einen anderen Fall, da war die Familienkasse der Ansicht, dass die Ausbildung mit dem Abschluss des praktischen Teils des dualen Studiums beendet sei und der theoretische Teil, also der Bachelor, bereits eine Zweitausbildung sein soll. Diese Argumentation kassierte das Gericht ein, denn nur mit dem praktischen Teil eines dualen Studiums kommt man in der Regel nicht weit auf dem Arbeitsmarkt.

Wieso bei dir die erste Berufsausbildung nicht reichen soll, da müsstest du sehr gute Argumente haben.
 

Skabe

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Natürlich befähigt die Berufsausbildung ein Beruf auszuüben, aber wenn ich das Urteil richtig lese, soll es doch das Ziel sein, sein Berufsziel zu erreichen, also in die Berufe im Arbeitsarbeitsmarkt reinzukommen, welche mich entsprechend qualifizieren und das ist denke ich nur mit der einen Ausbildung nicht getan. Gerade der Bereich in der Informatik ist sehr breitflächend und wenn man die Ausbildung als solche anerkennen würde, dann würde mich das vielleicht zum PC-Schupser qualifizieren aber nicht zu einer qualifizierten Führungskraft in größe Consultingunternehmen, um da ein Beispiel zu nennen. Deshalb bin ich der Ansicht, dass es noch als Erstausbildung gilt.

Seht ihr Chancen oder gibt es andere Fälle, wo man meinen Werdegang als Erstausbildung werten könnte.
 

Flodder

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Du hast eine abgeschlossene Erstausbildung, daher kein Anspruch mehr auf Kindergeld.
Höhere Qualifizierungen zur Erreichung deines persönlichen "Berufziels/Traumberuf" sind alleine dein Bier.

Meine Meinung.
 

Skabe

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Klar, das ist die allgemeine Regelung des Estg. Aber durch das Urteil, ist es so, dass man direkt unmittelbar nach der Ausbildung sich weiterbildet, dass es nicht als Verbrauch einer Erstausbildung anzusehen ist.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Wenn die erste Ausbildung eine zwingende Voraussetzung für die zweite wäre, wäre das vermutlich machbar. Z.B. bei der Kombination Sozialassistent/Erzieher (je nach Bundesland gibt es wirklich keinen anderen Weg in die Erzieherausbildung, teils geht es auch anders, aber der Sozialassi wäre immer der direkteste Weg) oder Schiffsmechaniker/Nautikstudium (man kann die Voraussetzung auch hier anders bekommen, den Schiffsmechaniker vornweg zu machen ist aber der übliche Weg).

Wenn das nicht gegeben ist, wirds schwierig, der Kindergeldkasse gegenüber zu argumentieren - aber nicht zwingend unmöglich. Es ist ja z.B. auch möglich, in einer Zweitausbildung Kindergeld zu beziehen, wenn man nachweisen kann, dass man zur ersten Ausbildung von den Eltern gezwungen wurde und diese nicht den eigenen Neigungen entspricht.
Wird denk ich aber n fieser Krampf, das umzusetzen.
 

Skabe

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Bin schon in Kontakt...die wollen einen Vertrag des Dualen Studiums, denn ich logischerweise nicht vorlegen kann.
 

Skabe

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Das ist doch längst Geschehen....aber ich kann kein Vertrag des Dualen Studiums herzaubern, da ich keinen hierzu habe. Ich bin schon längst in Klärung und versuche gerade meine entsprechende Rückantwort zu formulieren zu der gegeben Frist. Jedoch muss diese Bedacht sein, damit eventuell eine positive Entscheidung dabei fällt.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Ich muss zugeben... ich hab offenbar von der Kindergeldreform weit weniger mitbekommen, als gedacht. Kindergeld in Zweitausbildungen ist lang nicht mehr so problematisch, nur dass in diesen (im Gegensatz zur Erstausbildung) wieder Verdienstgrenzen gelten. Ich bin gleichzeitig fasziniert, erstaunt und auch ziemlich verwundert, dass es da abgesehen von Begrenzung durch Einkunftsart bzw. Arbeitszeit im Nebenjob offenbar gar keine Einschränkungen mehr gibt.

Solang man also nicht versucht, das Studium als Erstausbildung zu deklarieren (oder als duales Studium, was es ja offenbar eh nicht ist), sollte das mit dem Kindergeld ohne Schwierigkeiten klappen.
 

helgy

Neu hier...
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Würde auch eher behaupten dass es schlecht aussieht, der Sohn einer bekannten war in der selben Situation und da hat es nicht gereicht, obwohl sie ewig versucht haben das ganze bei der Kindergeldkasse noch durchzubekommen... Trotzdem toitoitoi!
 

Skabe

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Was heißt ewig? - kann man nach dem Rechtsbhelf nochmal Einspruch einlegen?
 
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