Wie genau läuft das mit der Miete bei Eltern und dem Finanzamt?

HorstX

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Hallo!
Folgendes Szenario:

Meine Eltern (Vater) wollen Miete von mir haben und das Jobcenter zahlt Miete und Heizkosten.

Miete: 230€ + Heizkosten: 60€
Höhe der Rente des Vaters: 1600€

Wie genau läuft das mit dem Finanzamt? Muss man ja eh angeben, Jobcenter machts ja auch.
Gibts da irgendwelche Freibeträge für Rentner? Und was genau wird dann abgezogen von der Miete / Heizkosten? Und was genau sind Werbungskosten?
Reparaturen die man nachweisen soll? Und wenn man keine Reparaturen am Haus hat?
Hab ja schon geguckt bei google, aber steig da gar nicht mehr durch! Mein Vater auch nicht, weil hat sich nie mit sowas beschäftigt und überlegt schon ob's für mich nicht viell. besser wäre auszuziehen. Will ja auch nicht das die dann Ärger bekommen weil irgendwas nicht angegeben wurde.
 

dagobert1

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Miete: 230€ + Heizkosten: 60€
Höhe der Rente des Vaters: 1600€
Steuerlich relevant ist die Kaltmiete, Heizkosten werden ja nur umgelegt.
Und was genau sind Werbungskosten?
Grob vereinfacht: Alles was für den Erhalt des vermieteten Wohnraums erforderlich ist (z.B. Reparaturen). Ob "erforderlich" im herkömmlichen Sinne identisch ist mit "erforderlich" im steuerlichen Sinne kann ich nicht beschwören.
Kann man auch als Pauschale geltend machen, genaue Höhe weiß ich allerdings nicht.
---> Mal im Einkommensteuergesetz nachschauen: Vermietung und Verpachtung.
Bei offenen Detailfragen kann dein Vater auch beim Finanzamt nachfragen, die sind bei Einzelfragen zur Auskunft verpflichtet. Vollumfassende Aufklärung gibt's dort allerdings nicht, wenn er gar nicht durchsteigt muss er zum Steuerberater.

Hab ja schon geguckt bei google, aber steig da gar nicht mehr durch! Mein Vater auch nicht, weil hat sich nie mit sowas beschäftigt und überlegt schon ob's für mich nicht viell. besser wäre auszuziehen.
Soll er doch auf die Miete verzichten, dann wird's einfacher. :icon_hihi:
Dein Problem ist das eigentlich nicht.
 

Flodder

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Versteuern müsste er nur einen evtl Gewinn aus der Miete. Wenn die Miete gerade die Unkosten deckt, gibt es auch nichts zu versteuern.
 

KristinaMN

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Für JC und FA ist es wichtig, dass der Mietvertrag wie unter Nichtverwandten vereinbart wurde, insbesondere die Miethöhe.

Da nicht ersichtlich ist, was genau vermietet ist, kann dies nicht beurteilt werden.

Gute Orientierung ist die Mietobergrenze Deines Wohnortes.

Dein Vater kann aber die Gelegenheit nutzen und Deinen Mietbereich renovieren / sanieren und mit Deiner Miete beim FA verrechnen.

Bezüglich der Versteuerung gibt es viele Faktoren, auch wie die Rente von Euro 1.600 bereits wird, Art der Rente, Alter des Vaters, etc.. Hier hilft wirklich nur eine schriftliche Auskunft beim FA.
 

Fraggle

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Nicht nur die Heizkosten sind umgelegt, sondern auch die Nebenkosten (d.h. Steuern, Abgaben. Gebühren). Für vermieter gibt es da glaube ich sogar einen Betrag, der jährlich von den Mieteinnahmen für Verwaltung u.ä. abgesetzt wird. Vermieterbund ist da eine gute Informationsquelle.
 

HorstX

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danke für die Antworten, muss ich mich mal schlau machen!
lees da halt nur ständig immer was von 50% Steuern im Höchstfall und da fragt man sich ob sich das überhaupt für Ihn lohnen würde, im Gegensatz zu den ganzen Papierkram.
Saniert müsste hier eigentlich nichts werden und Reparaturen werden immer in Eigenregie durchgeführt. Also die Werbungskosten allgemein wären ziemlich gering am ende.

Na muss mal gucken...
 

heutehier

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danke für die Antworten, muss ich mich mal schlau machen!
lees da halt nur ständig immer was von 50% Steuern im Höchstfall und da fragt man sich ob sich das überhaupt für Ihn lohnen würde, im Gegensatz zu den ganzen Papierkram.
Saniert müsste hier eigentlich nichts werden und Reparaturen werden immer in Eigenregie durchgeführt. Also die Werbungskosten allgemein wären ziemlich gering am ende.

Na muss mal gucken...
Naja so viel Papierkram ist es nicht und ja es lohnt sich. Es sind ja 2760 € pro Jahr und 50 % Steuern werden nicht fällig.
Er muss "nur" alle Ausgaben für deinen Mietanteil auflisten undn als Ausgaben eintrage
 

biddy

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und überlegt schon ob's für mich nicht viell. besser wäre auszuziehen.
Handelt es sich hier denn überhaupt um eine abgeschlossene Wohnung im Haus Deines Vaters?
Wenn nein, dann gibt's hier ein BFH-Urteil: BFH, Beschluss vom 16. 1. 2003 ? IX B 172/02

Auszug:
In der Rechtsprechung ist geklärt, dass Verträge unter Angehörigen zwar der Besteuerung zugrunde zu legen sind, wenn sie bürgerlich-rechtlich wirksam geschlossen sind und das Vereinbarte nach Inhalt und Art der Durchführung dem zwischen Fremden Üblichen entspricht, dass aber andererseits Tätigkeiten oder Nutzungsüberlassungen, die sich im Rahmen der familiären Haushaltsgemeinschaft vollziehen, grundsätzlich steuerrechtlich der nicht steuerbaren Privatsphäre zuzuordnen sind (§ 12 des Einkommensteuergesetzes - EStG -) und auch nicht durch schuldrechtliche Verträge in den Bereich der Einkünfteerzielung (§ 2 EStG) verlagert werden
 

HorstX

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nee, also abgeschlossene Wohnung nicht, 2 abgeschlossene Räume im Obergeschoss gibts und eigene Küche unten die aber auch noch als Durchgang zum Badezimmer und zu einem anderen Raum des Vermieters dient, alles voll komisch verbaut hier!
ähm...also das heisst ist jetzt in der Form nicht steuerbar?
Oder les ich da was falsch?
 

Fraggle

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Es geht da um eine Haushaltsgemeinschaft, die ihr nicht seid. Ihr bildet eine Wohngemeinschaft, da jeder Teil für sich wirtschaftet.
 
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ExitUser

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danke für die Antworten, muss ich mich mal schlau machen!
lees da halt nur ständig immer was von 50% Steuern im Höchstfall
Sicher, so ab 250.000 Jahreseinkommen:

https://www.nachdenkseiten.de/upload/bilder/110628_einkommensteuertarife.jpg

Das betrifft aber nicht das gesamte Einkommen, das ist nur der Grenzsteuersatz.

Hab ja schon geguckt bei google, aber steig da gar nicht mehr durch! Mein Vater auch nicht, weil hat sich nie mit sowas beschäftigt und überlegt schon ob's für mich nicht viell. besser wäre auszuziehen.
Das mußt Du wissen, ob Du da unbedingt raus willst. Der Umzug dürfte etwas teurer werden, als einem Lohnsteuerhilfeverein für die nächsten zwanzig Jahre Beiträge in den Rachen zu werfen, wenn man denn meint, daß das das Finanzamt etwas anginge. Und mühseliger noch dazu, falls Du denn überhaupt eine Wohnung findest.
 
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ExitUser

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ähm...also das heisst ist jetzt in der Form nicht steuerbar?
Oder les ich da was falsch?
Du ersetzt Deinem Vater die Kosten, die Du da verursachst, richtig? Das heißt, wenn er einkaufen geht und Dir ein Weizenbrötchen mitbringt, gibst Du ihm die 0,13 Euro, die der Lidl dafür aufgerufen hat. Schreibt man das am Jahresende in die Steuererklärung?

Wenn Dein Vater Dir aber die zwei Räume oben vermietet wie an fremde Studenten, und also von Dir 0,30 verlangt für die Semmel, für die er nur 0,13 bezahlt hat, dann ist das etwas anderes. Schließlich ist irgendwo die Grenze zwischen einer familiären Kostenteilung und dem Betrieb einer Bäckerfiliale.
 
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