Wie gehts weiter?- total nervlich am Ende

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meeresheldin

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Ich bin 29 und habe bis jetzt studiert und davor nur gejobbt. Nebenher pflege ich seit 5 Jahren meine Oma mit einer höheren Pflegestufe.
Ich bin gerade in der Abschlussphase meiner Abschlussarbeit und kann eigentlich nicht mehr.
Theoretisch bin ich im September fertig und müsste jetzt schon Bewerbungen schreiben. Praktisch sehe ich mich derzeit nicht in der Lage aufgrund der psychischen Probleme und der Überlastung überhaupt derzeit nach einer Arbeit zu suchen.
Ich bin eigentlich seit Jahren durch die Doppelbelastung Pflege und Studium ausgebrannt.
Hinzu kommen unschöne Erfahrungen aus der Vergangenheit mit Mobbing, Depressionen und Sozialphobie, die zeitweise hoch kommen.
Mein Umfeld (entfernte Verwandte) drängt mich regelrecht dazu, endlich mit der Bewerbungssuche anzufangen. Ich merke aber, dass ich an meinen Grenzen angekommen bin.
Selbst wenn ich etwas finden würde, könnte ich mit der Pflege eh nicht länger als 30 Stunden die Woche arbeiten. Momentan gehts mir auch psychisch sehr schlecht wegen den Auswirkungen der Doppelbelastung.

Nun habe ich viele Fragen:
Müsste ich mich jetzt schon arbeitslos melden für September? Was passiert, wenn ich das nicht tue? Bekomme ich eine Sperre?
Durch die Pflege könnte mich das Arbeitsamt doch theoretisch gar nicht irgendwo andershin versetzen? Also mich zwingen dort hin zu ziehen, wo Arbeit ist
?
Wie ist das mit der Pflegeversicherung? Ich bin ja die Pflegeperson der Oma. Meine KV endet mit dem 30. Lebensjahr. Könnte ich durch die Pflege bei der KV verminderte Beiträge erhalten?


Hinzu kommt erschwert: Ich habe damals ein soziales Fach gewählt. Mittlerweile kann ich mir nicht mehr vorstellen, in diesem Bereich zu arbeiten.
Damals mit 21 war ich voller Enthusiasmus. Mittlerweile kann ich keine sterbenden, alten, kranken Menschen in Notsituationen mehr sehen.
Vielleicht auch bedingt durch die Pflege. Ich mache die Pflege zu Hause gerne und auch gut, aber ich kann mir nicht noch vorstellen auch in der Arbeit noch mit Problemfällen behaftet zu werden.
Ich kann mir nicht vorstellen, je im sozialen Bereich zu arbeiten.

Mein Plan B wäre ein weiteres Studium, aber ich hätte keine Ahnung, wie ich mir das finanziere, denn Bafög gibt es nicht mehr.

Insgesamt ist mein Leben ein echter Scherbenhaufen.
Ich hab die letzten Jahre viel Zeit mit der Pflege meiner Omi verbracht, weil die mich eben von klein auf groß gezogen hat, aber dadurch ist alles auf der Strecke geblieben.
Um ehrlich zu sein, habe ich keine Ahnung, was ich machen würde, wenn das Amt von mir verlangt 40 Stunden zu arbeiten.
Einmal, weil ich kaum 40 Stunden durchhalte momentan.
Zum anderen: Die Situation mit meiner Oma und ihrem Haus gibt es ja gar nicht anders her. Meine Oma hat ein kleines Häuschen und wenn ich mich nicht um den Garten kümmere, fahre ich mit ihr zum einkaufen, zu Arztterminen, zur Krankengymnastik und zu anderen Therapien.
Nebenher habe ich meine Bachelorarbeit geschrieben und 2 Mal die Woche auf Honorarbasis gejobbt.
Mittlerweile frage ich mich, ob ich von Hartz 4 nicht besser leben würde, als nebenher zu jobben und mich dieses Stresses auszusetzen.
Das Arbeitsamt wird sich ja aber sicher nicht zufrieden geben. Die wollen mich ja vermitteln. Ich bin aber kräftemäßig am Ende.
 

apfelkuchen

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Wenn du gerade so dermaßen ausgebrannt bist, macht es keinen Sinn, Bewerbungen zu schreiben, weil du einen Job eh nicht durchhalten würdest.

Wenn du ALG2 bekommst, bist du darüber krankenversichert, also mach dir keine Sorgen deswegen.
Da du offenbar so wie du schilderst eh keinen Anspruch auf ALG1 hättest, musst du dir auch keine Sorgen um eine Sperre machen. Die bekommst du nicht.
Und nein, das JC kann dich auch nicht zwingen, wegzuziehen, wenn du deine Oma pflegst. Auch ein ALG2-Empfänger unterliegt der Freizügigkeit in D und kann sich seinen Wohnort aussuchen.

Hast du einen guten Arzt an der Hand, der dir auch wegen deiner Dinge aus der Vergangenheit evtl. weiterhelfen kann? Wenn du wirklich so ausgebrannt bist, wäre eine AU erst mal auch eine Möglichkeit, dich zu erholen und weiterzuschauen, ob du evtl. dir Unterstützung in Form einer Therapie oder ähnlichem holst.
 

meeresheldin

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Nein, leider ist mein Arzt eine Katastrophe. Abfertigung wie am Fließband und Therapeuten sind Mangelware und mit Monaten an Wartezeiten verbunden.
Ich bin gerade dabei mir einen neuen Arzt zu suchen, der meine Beschwerden ernst nimmt und mich nicht nach dem Motto behandelt: Ich sehe nichts, also haben Sie nichts..

Wie siehts in meinem Alter mit Umschulungen aus? Wenn ich wieder fit wäre, würde ich trotzdem auf keinen Fall in das Arbeitsfeld wollen.
Ich fand schon die Praktika grauenvoll, hab mich damals aber nicht getraut abzubrechen.

Mit der Pflege könnte ich wenn ich wieder fit wäre allerdings auch nicht 40 Stunden arbeiten. 30 Stunden vielleicht, aber da gibts ja kaum Jobs. Bliebe nur ein weiteres Studium oder eine Ausbildung in Teilzeit.
Die Unizeit konnte ich ganz gut mit der Pflege vereinbaren. Die Dozenten waren sehr hilfsbereit und rücksichtsvoll.
 
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apfelkuchen

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Dann ist ein neuer Arzt auf jeden Fall schon mal eine gute Idee. Viel Erfolg bei der Suche!

Es sieht ein bisschen danach aus, als müsstest du erst mal aus dem chronischen Überforderungszustand raus, denn in einer solchen Situation trifft man oft keine guten Entscheidungen.

Wie es mit Umschulungen aussieht weiß ich nicht, glaube aber eher nicht so gut. Dem JC ist Perspektive etwas egal, du hast eine Ausbildung, also Hauptsache du findest irgendwas was dich finanziert. Berufsschutz oder ähnliches gibts im ALG2 nicht. Ich glaube auch, dass man etwas länger arbeitslos sein muss, um eine Umschulung genehmigt zu bekommen, weiß es aber auch nicht genau.

Eventuell könnte die Pflegestufe deiner Oma erhöht werden? Dann wirst du vom JC weniger gestresst, aber dazu müssen andere was sagen, die sich besser auskennen.

Es gibt übrigens die Möglichkeit, ALG2 im Studium zu erhalten. Dazu muss man aber als Teilzeitstudentin immatrikuliert sein und natürlich erwartet das JC da auch, dass man sich immer weiter bewirbt.

Eine andere Frage die sich stellt ist dann aber auch die: wie lange hältst du die Pflege deiner Oma noch durch? Besser wird das ja bei alten Menschen eher nicht, und vergiss nicht, du hast auch ein Leben und eine Zukunft um die du dich kümmern solltest.
 

Allimente

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Mit der Pflege könnte ich wenn ich wieder fit wäre allerdings auch nicht 40 Stunden arbeiten. 30 Stunden vielleicht, aber da gibts ja kaum Jobs.

Zieh dir das mal in Ruhe rein und schau mal, was du für dich und deine Situation als pflegende Person in Frage kommt. Genau das habe ich mal zu meinem SB bei einem Termin mitgenommen und direkt klar gemacht, was geht und was nicht geht. https://harald-thome.de/fa/redakteur/BA_FH/FH_10-_30.03.2017.pdf
 

Birt1959

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Zieh dir das mal in Ruhe rein und schau mal, was du für dich und deine Situation als pflegende Person in Frage kommt. Genau das habe ich mal zu meinem SB bei einem Termin mitgenommen und direkt klar gemacht, was geht und was nicht geht. https://harald-thome.de/fa/redakteur/BA_FH/FH_10-_30.03.2017.pdf
Ein besseren Vorschlag kann man nicht machen. Selbst, wenn es sich um den JC einer Optionskommune handeln sollte. Denn obwohl die ja nicht an die Fachlichen Weisungen gebunden sind, halten sich die meisten daran. Einfach, weil die BA dann doch mehr Juristen in dem Bereich als eine Kommune beschäftigt, die die Weisungen erstellen und auf die Richtigkeit überprüfen.

Meeresheldin kann hier gucken, ob ihre Kommune dazugehört.

Das scheint die offizielle Liste zu sein, obwoh es eher eine Werbebrochüre ist. :icon_sad:
 

meeresheldin

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Ich möchte euch herzlich danken.
In dem Link steht, dass ich nicht länger als 30 Stunden arbeiten könnte und auch dass es unzumutbar ist, wenn ich psychisch krank einen belastenden Job ausübe.
Mein Job als Sozialarbeiterin ist belastend. Immerhin werde ich mit psychischen Problemen konfrontiert und bin selbst instabil.

Theoretisch würde das mit den 30 Stunden auch heißen, dass man mir keine lange Fahrtstrecke von 50 km entfernt vom Arbeitsort zumuten könnte, oder?
Ich habe keine Ahnung, wie ich es dann schaffen sollte, mich um meine Oma zu kümmern, wenn ich pro Strecke noch 50 km fahre.

Die alleinige Pflege meiner Oma habe ich immer sehr gut hinbekommen. Im Gegenteil. Ich fühle mich dadurch bestätigt und gehe darin richtig auf. Die Gartenarbeit macht mir auch großen Spaß.
Richtig die Doppelbelastung gemerkt habe ich seit meiner Abschlussarbeit, die ich durch die Pflege auch sehr in die Länge ziehen musste.
Mit Druck von außen (der nie von meiner Oma ausgeht), kann ich nicht umgehen. Ich habe mich deshalb auch sehr isoliert, halte mich größtenteils im Haus auf oder eben mal bei Ärzten, wenn ich meine Oma bringe und dann mit ihr warte und dort bin. Zwei Mal die Woche habe ich auch meinen Honorardozentenjob durchgezogen.
Ansonsten igle ich mich ein. Nur niemanden sehen, der mich auf meine Situation ansprechen könnte. Ich habe Angst, durch Menschen wieder verletzt zu werden.

Mit meinen 29 kommen eben immer wieder Fragen nach meinem Job und wie ich irgendwie sage, dass ich Pflege und noch studiere und Menschen mitbekommen, dass ich das schon seit 9 Jahren mache, wird mir Faulheit unterstellt oder es kommt Druck. Willst du nicht mal an dich denken? Bist du faul oder was? Solche Fragen. Wie es in mir aussieht, interessiert keinen.

Vielleicht schütze ich mich auch ganz instinktiv selbst vor weiteren Angriffen. Ich habe über Jahre in der Schule schlimmes Mobbing erlebt und weiß, dass mich das empfänglich macht das gleiche wieder zu erleben. Ich habe Verluste erlebt. Mein Vater hat sich nie um mich gekümmert und mich als Kleinkind wie Dreck behandelt. Ich habe viele Menschen durch Tod verloren. Meine Oma hat mich immer aufgefangen. Ohne sie hätte ich nie studiert.
Meine psychische Problematik zeigt sich durch depressive Episoden und Selbstverletzung. Wenn der Druck zu krass wird, dann lasse ich das an mir aus und schneide mich.
Danach gehts mir besser.
Drucksituationen kommen meistens von außen. Verwandte, die alle 3 Monate kommen und mich bedrängen, Bekannte, die nachfragen.

Das ist meine Situation. Mein aktuelles Leben.

Ich danke euch sehr für die Links
. Ihr seid wirklich lieb und hilfsbereit.
 

Kerstin_K

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Für mich ist eiens ganz klar: Du brauchst Hilfe. Du musst erstmal an dich selber denken, denn sonnst klappst du irgendwann zusammen und damit ist deiner Oma auch nicht geholfen.

Such dir einen vernünftigen Arzt, der dich auch kramk schreibt, wenn es nötif ist und versuche auch eine Therapiemögkichkeit für dich zu finden. Ich weiss, dass ist nicht so einfach, aber wenn du es nicht angehst, wird das immer schlimmer.

Und wenn sic das mit der Pflege deiner Oma nicht vereinabren lässt, dan gibt es Pflegedienste, die dich entlasten können oder du nimmst dir mal eine Auszeit über Kurzzeit- und Verhinderungspflege. Das hat nichts mut abschieben zu tun, sonder damit, dass eder Mensch Möglichkeiten zum Auftanken braucht, wenn er leistungsfähig bleiben will.
 

meeresheldin

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Mein erster Schritt ist jetzt einen vernünftigen Hausarzt zu finden, der meine Probleme ernst nimmt und sie nicht herunter spielt.
Ich hab meinen aktuellen Arzt so satt. Der hat mich schon zu Schulzeiten noch zur Schule geschickt und parallel Antibiotika verschrieben, obwohl ich da einfach mal zu Hause hätte bleiben müssen.
 

Onkel Tom

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:welcome:

Weiter wäre es besser, wenn das "Willst Du langsam nicht mal arbeiten gehen ?!"
bei dir auf taube Ohren stoßen würde.. Solch diffamierendes Blabla ist meistens
zu kurz gedacht wie z.B. der Pflegeaufwant deiner Omi anbei völlig ignoriert.
 
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apfelkuchen

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Zu der dummen Frage "Willst du langsam nicht mal arbeiten gehen?!" noch ein Denkanstoß: Du ARBEITEST, du pflegst nämlich deine Oma und wie du merkst, ist das eine schwere Aufgabe. Dass du kein Geld dafür bekommst, steht auf einem anderen Blatt, aber lass dir nicht sagen, dass du nicht arbeiten würdest.

Care-Arbeit ist in unserer Gesellschaft viel zu wenig anerkannt, weil sie oft von (weiblichen) Familienangehörigen kostenfrei erledigt wird. Das solltest du dir bewusst machen, was du da leistest. Das ist viel und harte Arbeit.

Der Hausarzt scheint ein schlechter Vertreter seines Standes zu sein, nach dem, was du von ihm berichtest. Hoffe für dich, du findest bald jemand besseren.
 

ZynHH

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Verwandte, die alle 3 Monate kommen und mich bedrängen,

Schlag denen doch mal vor, für Ihre Verwandte häufiger dazu sein, um dich zu entlasten, damit du dich auch mal um dich kümmern kannst.
Ohne dich müssten sich ja andere Verwandte kümmern, die jetzt genau nichts tun.
 

meeresheldin

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Danke für eure lieben Beiträge.

Auf den Vorschlag, dass ich seit 11 Jahren gern mal einmal im Oktober für 5 Tage weg fahren würde kam prompt: Das geht nicht, da haben wir schon gebucht. Die kümmern sich einen exkrement um meine Omi. Und ich schreibe es ehrlich: Es ist meine Oma. Nicht meine Mutter. Es ist nicht so, dass sie nicht auch noch Kinder hat.

Ich mache es aber gerne und ich schätze die Zeit, die ich mit ihr verbringen kann (meine Oma ist 86). Aber sich dann noch anzuhören, man würde nicht arbeiten wollen ist echt der Gipfel der Frechheit.
Die sollen das mal eine Woche machen. Ich bin ja tagsüber und nachts gute 9 Stunden mit der Pflege beschäftigt.
Morgens: Anziehen, Frühstück machen, waschen, füttern, weil sie Arthrose hat, Arztbesuche, Therapie, dann noch nebenbei der riesige Garten, Einkäufe, Mittags Kochen, dann macht sie Mittagsschlf, nachmittags will sie beschäftigt werden, hat oft Ergo oder Physio, abends Abendessen und sie ins Bett bringen und nachts geistert sie herum.
Ich habe bereits mehrmals das Gespräch gesucht. Es endete im Streit und das meine Oma fast einen Herzinfarkt bekommen hat, weil sie sich so sehr aufregte.
Die Leittragende ist am Ende meine Oma, die das alles auszubaden hat.

Die liebe Familie kommt einmal in 3 Monaten und macht zwischenzeitlich auf schönes Leben. Fährt in den Urlaub, lässt es sich gut gehen, geht ins Fitnessstudio.
Ich stehe alleine da und darf mir am Ende noch sagen lassen, wenn ich kaputt bin, ich wäre faul und arbeitsscheu.
Ich hab es satt.
 

apfelkuchen

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Du brauchst definitiv Unterstützung. Hast du mal dran gedacht, eine Sozialberatungsstelle aufzusuchen?

Und ich sag jetzt was, was vermutlich einigen sauer aufstoßen wird, aber das ist noch was: du arbeitest dich krumm und kaputt für deine Oma. Sie hat Kinder? Was ist, wenn sie irgendwann nicht mehr ist? Kommen dann die Kinder und raffen sich das Erbe? Eventuell macht es auch Sinn, mal über ein Testament nachzudenken, denn so wie das aussieht, nutzt dich der Rest deiner Familie gnadenlos aus. Und wenn deine Oma schon 86 Jahre alt ist und ein Häuschen hat, dann kannst du dir sicher sein, was passiert, wenn sie stirbt. Du wirst aus dem Haus gekickt und kriegst vermutlich nicht mal ein Danke. Gesetzlich erben dann übrigens die Kinder alles und du bekommst nichts, wenn es kein Testament gibt. Überleg mal, ob du das auch mal ggf. bei deiner Oma ansprichst. Sie sollte, auch wenn sie alt ist, ja mitbekommen, was da abläuft und kann dafür Sorge tragen, dass nach ihrem Tod wenigstens die was bekommen, die sich zu Lebzeiten um sie gekümmert haben.
 
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meeresheldin

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Dass das so kommen wird, weiß ich.
Ich sehe es aber irgendwo trotzdem als meine Pflicht mich um sie zu kümmern, denn sie hat mich groß gezogen. Ohne sie hätte ich als Kind ins Heim gemusst. Ich gebe ein Stück weit das zurück, was ich bekommen habe.

So wie es mir aktuell geht oder auch generell könnte ich keine 40 Stunden arbeiten. Ich bin nicht sehr belastbar, aufgrund der psychischen Probleme.
Wenn ich zurück denke, war ich schon als Kind immer wieder tief traurig und sehr verschlossen und schon zu Schulzeiten oft krank und habe kaum eine Sache lange durchgehalten.
Auch wenn das später so kommt, profitiere ich aktuell dadurch, dass ich vom Amt nicht gedrängt werde 40 Stunden zu schuften und meine Omi hat jemanden der sich um sie kümmert und kann in ihren 4 Wänden alt werden, ohne in irgendeinem Zimmer im Altersheim fixiert zu werden und vor sich hin zu siechen. Ich weiß doch, wie es da läuft. Ich hab mit 16 ein Praktikum im Heimbereich gemacht. Das will man einem lieben Menschen nicht antun.

Ich kenne mich und ich weiß, dass ich 40 Stunden niemals durchhalten würde. Von der anderen Seite ist es für uns beide auch eine win-win Situation.

Du weisst aber schon, das dir Verhinderungspflege zusteht?

Das weiß ich. Ich würde es aber nur schwer übers Herz bringen, meine Oma auch wenn es überschaubar wäre fremd betreuen zu lassen. Wenn nur von Verwandten, die gut zu ihr sind.
Meine nächsten Schritte sind ein Hausarzt und eine Therapie. Die kann man ja auch ambulant machen.
 

Kerstin_K

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Es gibt auch gute Pflegedienste, die die Betreuung zu Hause übernehmen, wenn du mal eine Woche Urlaub brauchst.

Ihr müsst doch einen Pflegedienst haben, der die vorgeschriebenen Überprüfungen macht. Von denen kannst du dich auch beraten lassen oder im Pflegestuetzpunkt.

Es gibt viele Möglichkeiten, dich zu entlasten, du musst das aber auch zulassen.
 

apfelkuchen

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Was denkt denn deine Oma zu der ganzen Sache? Hast du mal alleine mit ihr darüber gesprochen, wie es in dir aussieht? Auch wenn sie pflegebedürftig ist, hat sie eine Verantwortung, wem sie was aufbürdet und sollte wissen, was das mit dir macht und wie du darunter leidest.

Deine Oma hat auch ihre Kinder aufgezogen. Was geben die zurück von dem, was sie bekommen haben? Die stehen deiner Oma gegenüber genauso in der Bringschuld und moralischen Verpflichtung (wenn man denn schon so argumentieren möchte) wie du. Was kommt von da? Warum sollten die am Ende nur profitieren auf deine Kosten? In der Gesamtsituation ist es kein Wunder, dass du depressiv wirst und dein restliches Leben den Bach runtergeht, so wie du da ausgebeutet wirst und dich selber auch ausbeutest (und dann nicht mal guckst, dass du was von dem, was es da an positivem zu verteilen gäbe, abbekommst).

Der Schutz vor dem Amt ist überhaupt nur notwendig, weil du durch die alleinige Pflege so am Rand deiner Kräfte bist. Verwechsel da mal nicht Ursache und Wirkung. Das "Win" für dich ist nur notwendig, weil jemand anderes, nämlich die Kinder deiner Oma, deine Tanten und Onkel, NICHTS von ihrem Teil erfüllt. In Summe hast du grade kein Win, deine Tanten/Onkel ein ganz kräftiges. Dein Pflichtgefühl ehrt dich, aber du solltest auch lernen, dich um dich zu kümmern und deine Bedürfnisse gegenüber der Welt durchzusetzen.

Nicht jede Fremdbetreuung ist schlecht und nicht jeder Verwandte automatisch eine gute Betreuung.
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Ganz ehrlich, Verhinderungspflege und womöglich sogar den Entlastungsbetrag nicht in Anspruch nehmen ist dumm.

Deiner Oma bringt es nichts, wenn du vollkommen ausgebrannt bist.

Über den Entlastungsbetrag könntest du für ein oder zwei Stunden die Woche eine Betreuung für deine Oma organisieren, vielleicht tut es ihr ja auch gut, mal mit jemand anderem spazieren zu gehen/fahren, einen anderen Kontakt zu haben.
Oder du besorgst euch eine Haushaltshilfe darüber, damit du nicht auch noch saugen/wischen/bügeln usw. musst.

Die Verhinderungspflege kannst du auch stundenweise nutzen und auch für Privatpersonen. Du könntest also z.B. auch, wenn du abends mal unterwegs bist, die Nachbarn bitten, der Oma ins Bett zu helfen oder tagsüber einfach mal nach ihr zu schauen und sie dafür - steuerfrei natürlich - entlohnen.

Wenn du ganz weg fährst, wirst du um einen Pflegedienst wohl nicht herum kommen, evtl. in Verbindung mit einer Tagespflegeeinrichtung.
Manche alte Menschen sind da schwierig und wollen das nicht, aber ich finde, da muss man als pflegender Angehöriger auch Grenzen setzen, wenn man mit Vernunft nichts erreicht. Aber wenn man der Oma klarmacht, dass man gerade die besten Jahre des eigenen Lebens dafür aufwendet, sie zu pflegen, müsste sie schon sehr stur oder sehr unangenehm sein, um das nicht einzusehen.
 

Allimente

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Am wichtigsten ist aber, dass Du jetzt selber tätig wirst um die Situation für dich und deine Oma erträglicher zu machen. Von selber wird da nichs passieren. Ist nicht böse von mir gemeint, aber Selbstmitleid wird dich da kein Stück weiter bringen. Also Ärmel hochkrempeln und los gehts... Viel Erfolg!
 

atasteofbunny

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Ich möchte dir an dieser Stelle ein bisschen Mut machen: Die letzte Phase des Studiums mit Abschlussarbeit und Jobsuche ist furchtbar, aber sie geht vorbei! Habe das auch hinter mir. Allein dieser Druck: Wenn ich diese Arbeit versemmel, war das ganze Studium umsonst ... und wo soll ich mich bloß bewerben ... hatte ständig Magenschmerzen und konnte nicht schlafen. Aber ab dem Tag, an dem ich die fertige Arbeit abgegeben hatte, spürte ich eine riesengroße Erleichterung und es ging mir sofort besser.

Parallel zur Abschlussarbeit noch Pflege ist ja noch mal eine andere Hausnummer ... wie machst du das eigentlich? (wenn ich fragen darf). Ich habe täglich 7 bis 8 Stunden an der Arbeit gesessen und hätte es nie geschafft, noch jemanden zu pflegen ...
 
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