Wie geht ihr mit einer ständigen Befristung des Arbeitsverhältnis um?

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meeresheldin

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Ich bin im Moment noch arbeitssuchend und Pflege jemanden.
Alle meine Freunde, die das gleiche wie ich studiert haben, befinden sich in befristeten Arbeitsverhältnissen.
Da ich zusätzlich unter Depressionen leide, ist das natürlich alles andere als gut.
Ich meine, ganz ehrlich, wie soll man sein Leben bitte planen, wenn man immer nur 1 Jahresverträge bekommt?
Wie soll man da leben?
Ich sehe darin keine Zukunft für mich und plane mein Zweitstudium.
Unabhängig davon würde ich gern wissen, wie diejenigen von euch, die befristet beschäftigt sind, es schaffen nicht total in Trübsal zu versinken, wenn sie wissen, sie sitzen in einem Jahr vielleicht wieder auf der Straße. Das ist doch kein Leben.
 

Sowhat

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Ach du bist noch jung und Akademikerin, das habe ich im anderen Thread gar nicht rausgelesen.
Ich drück dir die Daumen, dass du noch was passendes, unbefristetes findest.(y)
Ich bin ja schon 57. Aber etwas depressiv bin ich auch und auch deswegen in Behandlung. Zu alt und krank zum Arbeiten und zu jung für die Rente.
 

meeresheldin

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Danke für die Aufmunterung. Na, ja jung. Ich bin auch bald 30.
Ich hab da manchmal nicht mehr so die Hoffnung. Befristung scheint in gewissen Bereichen ja echt angesagt zu sein.
Ich will zum Glück keine Kinder, aber für Frauen mit Kinderwunsch muss das schrecklich sein.
Mein Ziel ist es gerade mir noch ein zweites Standbein aufzurichten und nebenbei im Erstjob irgendwie eine geringfügige Stelle zu finden.

Übrigens scheint Arbeitslosigkeit unter Akademikerinnen kein neuartiges Phänomen zu sein.
 

Seepferdchen 2010

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Hallo meeresheldin

hier in diesem Thread habe ich und auch schon Curt The Cat im Post 15 auf die Forenregel 11 hingewiesen,
daher ändere ich letzmalig deine leider nicht aussagekräftige Überschrift noch in eine aussagekräftige Überschrift ab, bitte lies den Hinweis
warum das so wichtig ist!


 

SusaHa

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Ich kann dir meinen Werdegang anreißen,
- mit 18 ausgezogen um eine Ausbildung zu absolvieren
- mit 21 Ausbildung beendet und befristeten Vertrag für 2 Jahre erhalten
- mit 21 schwanger geworden und Kind bekommen, Papa hat Elternzeit genommen und ich bin nach 3 Monaten wieder arbeiten gegangen
- mit 23 Stelle gewechselt, wieder befristet, schwanger und Kind 2 bekommen, wie beim ersten Kind Papa Elternzeit, ich nach 3 Monaten arbeiten gegangen
- mit 25 weitere Befristung auf gleiche Stelle
- mit 26 unbefristeter Vertrag, wieder schwanger ;) Kind 3, Trennung vom Papa der Kinder, 6 Monate Elternzeit
- mit ca. 28 wieder arbeiten (30h), schwer erkrankt, zu meiner Familie gezogen, OP, Klinikaufenthalte, Kur (ich war in der Zeit im Sonderurlaub, ungekündigt)
- mit ca. 30 alten sehr sicheren, gut bezahlten Job gekündigt und nach Sinnkrise neue Betätigung gesucht
- wieder mal mit Befristung eingestiegen, es war von Anfang an klar, die Stelle wird nicht verlängert
- durch die sehr gute Arbeit in den 1 1/2 Jahren gutes Angebot für neuen Job erhalten (Empfehlungen)
- als erste Person für neuen Fachbereich eingestellt, erst mal wieder befristet um zu sehen ob Fachbereich sich etablieren kann
- jetzt mit Ende 33 ist mein Vertrag entfristet, ich durfte Personal einstellen und auch jetzt wieder neue Stellen ausschreiben

Bis auf eine Krankheitsphase war ich immer berufstätig und bin jetzt mit 33 Jahren eigentlich erst angekommen.
Ich bin der Meinung, schließt sich eine Tür öffnet sich eine andere und alles was ich erlebt habe trägt dazu bei, dass ich heute so bin wie ich bin.
Seit einem Jahr ca. habe ich ein Fernstudium begonnen, der Verdienst ist für das was ich tue nicht umwerfend aber ich kann nur aus dieser Position heraus das bewegen was mich wirklich reizt und was mich antreibt.
 

meeresheldin

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Damit kann ich nicht mithalten. Jobbe seit Jahren nur und pflege nebenher meine Oma.
 

SusaHa

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Damit kann ich nicht mithalten. Jobbe seit Jahren nur und pflege nebenher meine Oma.
Ich kenne das, ich habe meine Oma gepflegt bis sie zu Hause gestorben ist. Meine Mama konnte es nicht. Es war eine große Belastung und es ging mir auch psychisch nicht gut. Damit meine ich nicht, meine Oma war eine Belastung.
Einfach die Arbeit, die Kinder, die Pflege. Auch wenn tagsüber ein Pflegedienst im Haus war und am Nachmittag eine private Pflegerin, Nachts war ich alleine. Meine Oma hatte tausend Krankheiten, u.a. Diabetes, Parkinson, Herzinsuffizienz usw. Sie war leider erblindet und unterschenkel amputiert. Dadurch war sie auf ein Pflegebett angewiesen und konnte Tag und Nacht nicht mehr auseinander halten.
Psychisch hat mir das eine ziemliche Macke verpasst, insgesamt die Hilflosigkeit.
Pflege ist sehr hart und ich habe größten Respekt vor jedem, der das leistet. Mich belastet das noch heute sehr (aber wie gesagt, nicht meine Oma, die habe ich wirklich sehr geliebt und sie konnte für diese Situation nichts.)
 

Gaestin

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SusaHa hat, wie sie uns gesagt hat, (in einem anderen Thread) Nettoeinkommen von ca 80 000 Euro,
der Verdienst ist aber, wie sie oben sagt, ja nicht umwerfend.
 

SusaHa

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SusaHa hat, wie sie uns gesagt hat, (in einem anderen Thread) Nettoeinkommen von ca 80 000 Euro,
der Verdienst ist aber, wie sie oben sagt, ja nicht umwerfend.
Für das was ich tue ist er nicht umwerfend. Nein.
Aber gut, dass du meinen Job besser kennst als ich.
 

SusaHa

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Wir sind in einem Forum, wo viele mit großen finanziellen Problemen zu kämpfen haben. ELO-FORUM und nicht
jeder strebt diese Gehälter an, sie sind hier weniger relevant.
Kann ja sein ich vertue mich gerade aber habe ich damit angefangen oder du?

Das Thema handelt von befristeten Verträgen und ich wollte ihr einfach Mut machen, dass ich bis ich 33 Jahre alt war selbst nicht wusste wo die Reise bei mir hingeht und mich von Befristung zu Befristung gehangelt habe.
Das du das Thema mit Neid oder sonst was zerstückelst ist unangebracht.
 
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Gaestin

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wir sind zwar keine Kleinkinder, aber ich kann beschwören, niemals ein eigenes Einkommen erwähnt zu haben, ja.
Also bitte zurück zur Sache, möglichst viele konkrete Hilfe und möglichst viele Lösungen der vorgetragenen Probleme
anzubieten. Ziel des Forums, vermute ich.
 

HermineL

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Bitte wieder zurück zum Thema und die Offtopic Debatte könnt ihr an anderer Stelle weiterführen aber nicht in dem Hilfethema des TE.
 

Karl Schmidt

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Ich persönlich bin glücklich mit befristeten Verträgen. Meine Verträge laufen zwischen ein bis zwei Jahren. Dazwischen gibt es Arbeitslosenzeiten von ca. einem Jahr. Das genau zu erklären, warum das so ist, ist schwierig, aber es liegt mit daran, daß ich Einzelgänger bin. Ich bin gerne in Teams dabei, aber ich bringe mich nicht recht ein. Deswegen bin ich froh, wenn ich wieder gehen kann. Dies steht meiner weiteren Lebensplanung nicht im Weg, da ich nicht mehr blutjung bin.
 

Lucky Luke

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Ich persönlich finde diesen heutigen "Befristungswahn" absolut (denkt euch hier bitte ein schlimmes Wort aus der Fäkalsprache selbst...).

Wie sollen junge Menschen heutzutage ihr Leben planen? Sich von Befristung zu Befristung hangeln? Nix mit Familienplanung, Häuslebauen etc.....

Gab (und gibt es) bei meiner Firma nur in sehr begrenzten Rahmen im gewerblichen Bereich, 6 oder 12 Monate, dann, wenn es gut lief, unbefristeter AV.

Leider sind diese AG's heute selten geworden.

Und in der Forschung hangelte sich eine Nichte von mir auch von Jahr zu Jahr, von Uni zu Uni, von Institut zu Institut - und das als Dr. der Molekularbiologie - jetzt ist sie in der Privatwirtschaft...

Unsäglich.
 
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atasteofbunny

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Ich hatte mehrere befristete Verträge und dazwischen immer einige Monate Arbeitslosigkeit. Das waren alles Aushilfstätigkeiten ohne Zukunftsperspektive. Ich denke, man sollte da schon unterscheiden: Einige Betriebe machen einen befristeten Vertrag, um den Mitarbeiter "auszuprobieren", der Bedarf ist aber langfristig und wenn man gut arbeitet, bekommt man auch eine Entfristung. Andererseits gibt es diese klassischen Aushilfsjobs, wenn z. B. das Unternehmen in der Umstrukturierung ist oder der Unternehmenszweig, in dem man beschäftigt ist, keine hohe Priorität beim Chef hat. Und eben Elternzeit- oder Krankenvertretungen. Oder Saisonarbeit. Da muss man leider damit rechnen, dass der Vertrag ohne Verlängerung ausläuft.

Mir ging es damit gar nicht gut. Auch, weil ich es nicht ändern konnte. Klar habe ich versucht, während des befristeten Arbeitsverhältnisses weiter Bewerbungen zu schreiben und so vielleicht an eine bessere Stelle kommen. Erfolg hatte ich damit aber keinen.

@Karl Schmidt: Das finde ich krass, dass dir die Befristungen gar nichts ausmachen. Und mit der Lebensplanung - die möchte man doch auch als älterer Mensch - gerade als älterer - machen, oder nicht?
 

Karl Schmidt

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Zu der Liste von Gründen, warum Firmen befristen, kann man noch hinzufügen, daß manche Unternehmen ganze Abteilungen mit durchaus qualifizierter Arbeit mit befristeten Kräften führen, nur um sich niemanden ans Bein binden zu müssen. Die klassische Ausrede ist immer, daß man ja nicht wisse, wie viel Personal in Zukunft gebraucht würde. Dabei ist es überhaupt kein Geheimnis, daß diese Firmen schon seit x Jahren so verfahren und sich in Zukunft nichts daran ändern wird.

Das finde ich krass, dass dir die Befristungen gar nichts ausmachen. Und mit der Lebensplanung - die möchte man doch auch als älterer Mensch - gerade als älterer - machen, oder nicht?

Wahrscheinlich bin ich einfach genügsam geworden mit den Jahren befristeter Verträge. Ich bin altersmäßig noch nicht kurz vor Rente, aber alt genug, daß sich jobmäßig nicht mehr viel ergeben wird.
 

Badener

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Hallo,
verstehe das gut!
Es gibt einfach Firmen die können (und machen es eben auch) "immer" befristen.
Leider liegt das an unseren 1. Gesetzen 2. auch an den Arbeitnehmern ... wenn "keiner" mehr dort arbeiten würde ... müssten die Firmen das überdenken.
LG
 
G

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Gast
Work-Live-Blending : weniger Mitarbeiter einstellen, sich genüsslich den freien Marktkräften hingeben und freie Kapazitäten gewinnmaximierend im freien Flow zu tagesaktuellen Tiefpreisen agil einkaufen - Zitat aus Work-Life-Blending Autor Prof. Christian Scholz Wiley Verlag

Ein Arbeitsmodell, welches den Befristungswahn noch schlägt. Das Arbeitsmodell bedingt noch größere Lebensunsicherheit für den Arbeitnehmer.
 

Heidschnucke

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Auch ich finde den Befristungswahn echt sch…e? Und wenn ich es mal richtig sehe gibt es für mich kein Grund für Befristete Beschäftigung und weil wir dabei sind auch nicht für Leiharbeit!

Für mich hat das nur einen Hintergrund und zwar den Mitarbeiter noch mehr auszuquetschen wie man es jetzt schon macht, und sich vor vielen Zusatzleistungen zu drücken, die erst nach einer gewissen Betriebszugehörigkeit zum tragen kommt. Und vor allen wird ein Teil des Unternehmerischen Risiko auf die Mitarbeiter abgewälzt.

Die Nachteile für den Mitarbeiter liegen auf der Hand, immer auf Arbeitssuche; immer mal wieder Arbeitslos; „gebrochener Lebenslauf!“ schwer z.B. eine Wohnung zu bekommen oder einen Kredit; kaum möglich Rücklagen aufzubauen oder gar Wohneigentum zu schaffen; von einer Familien oder Zukunftsplanung ganz zu schweigen. Und nicht zum Schluss bleibt auch so was wie Fort- Aus- und Weiterbildung auf der Stecke. Ich sehe das so, das dieser Befristungswahn eigentlich nur langfristig schädlich für die Wirtschaft ist, die ersten Auswirkungen sehen wir ja heute schon.

Wie gehe ich damit um? Ich habe in einigen Firmen mit befristen Verträgen gearbeitet, und immer hat man mir in Aussicht gestellt mich Fest angestellt zu übernehmen, und jedes Mal hat man mich verarscht. Nach dem zweiten mal habe ich mich darauf eingestellt und hab die erzählen lassen, sie halten sich sowieso nicht dran, ich habe „Dienst nach Vorschrift“ gemacht; habe Pünktlich angefangen und Pünktlich Feierabend gemacht, habe mich darauf eingestellt, das ich keine Zusatzleistungen erhalte, also können sie auch keine von mir erwarten. Ansonsten wie sagt man so schön flexibel wie eine Brechstange. Und ansonsten, habe ich mir mein leben so eingerichtet das ich über die Runden komme mal mehr mal weniger gut, wenn ich mir was Leisten konnte habe ich es wenn nicht eben nicht, ich habe und konnte kein Vermögen, oder Rücklagen aufbauen warum auch damit es mir vom Amt weggenommen wird.

Sicher ist es nicht immer das was ich mir vorgestellt habe, aber hier hatte ich die Wahl zwischen Pest und Cholera. Und wenn Sie es nicht anders wollen, bitte.
 
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