Wie geht Ihr mit der diffusen, jedoch ständig präsenten Angst vor neuen Schikanen um?

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BiancaBerlin

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Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, denn die Ausgangssituationen und Lebensumstände eines jeden einzelnen sind ja völlig unterschiedlich, aber eines ist ja doch sehr ähnlich:

Alle hier haben in irgendeiner Form mit dem JC oder der BA zu tun und das oft nicht nur in Form von "Friede, Freude, Eierkuchen", sondern ganz im Gegenteil. Die Konfrontationen in welcher Art auch immer und deren Konsequenzen ziehen sich ja oft über Monate oder sogar Jahre hin.

Meine Frage ist nun: Wie schafft Ihr es, von den diversen Ängsten (vor dem nächsten Gang zum Briefkasten, vor dem nächsten Meldetermin, vor diversen Schikanen etc.) nicht Euren Alltag bestimmen zu lassen? :icon_question:

Ich für mich (Klageverfahren wegen dem inakzeptablen EGV-VA, Maßnahmeandrohungen seit einem halben Jahr, zwei Sanktionanhörungen in der Schwebe, zwei unbearbeitete abschließende EKS, deren abschließenden Bewlligungsbescheide höchstwahrscheinlich wieder widersprochen werden muß) merke immer mehr, daß mir diese ganzen unerledigten Angelegenheiten psychisch immer mehr zu schaffen machen und Angst vor der Zukunft schüren. :icon_sad:

Wie schafft Ihr es, Euer Leben nicht völlig von diesen ganzen Attacken bestimmen zu lassen? :icon_laber: :icon_razz:
 

deepsleeper

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AW: Wie geht Ihr mit der diffusen, jedoch ständig präsenten Angst vor neuen Schikanen

Einfach ist es nicht.
Aber:
-immer zu kämpfen bereit sein
-nie aufgeben
-sich gründlichst informieren
-Selbstbewußtsein erhalten/entwickeln (auch durch Bewegung/ Sport)
-durch Erfolge (gegen die JC-Schergen, die niemals deine Freunde sind/ dir Gutes tun wollen etc.) Selbstvertrauen gewinnen
-zu sich selbst und seinen Überzeugungen stehen, und wenn es noch so einsam um einen wird ( liberale Dummschwätzer sind zahlreich)
- nicht rumhängen(auch wenn alles immer mit Geld ausgeben zu tun hat: mal joggen gehen kostet nichts)
-möglichst keinen Alkohol, auch nicht zuviel fernsehen
-sich Ballaststoffreich ernähren......
-sich nicht selbst bemitleiden
- wenn alles gegen dich zu sein scheint: Hatered for all, an sich selbst glauben, auch wenn einem andere was anderes erzählen...

usw., und so fort
 

Eagle

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AW: Wie geht Ihr mit der diffusen, jedoch ständig präsenten Angst vor neuen Schikanen

Ich lese Mich viel ein, möchte behaupten das ich eigentlich auf den aktuellen Stand bin bezüglich ALG2. Es ist für Mich nichts neues das ich aktueller im SGB2 bin wie das JC / SB.
Ich glaube in meiner Akte steht auch groß Problemkunde. Bisher habe ich Mich gegen jede Schikane aufgelehnt und, nach meinen Empfinden, erfolgreich gewehrt. Denn nach jeder Beschwerde war Sachbearbeiter urplötzlich Krank und ich bekam einen Neuen. Man schickt Mir auch gerne irgend ein Schriftkram mit der bitte um Antwort, wo ich der bitte einfach nicht nachkomme da es nichts von Wichtigkeit ist. Eigentlich kommt danach Nie wieder ein Schreiben, und wenn Doch gibts von Mir eins!
Solche Erfolge stärken einen, das der Kampf nicht Umsonst ist.
Aufgrund dessen habe ich eigentlich keine Probleme mit dem Gang zum JC. Ich lasse es aber auch nicht an Mich heran. Irgend ein Mittel gibt es eigentlich immer. Ich sage immer: Ich bewege Mich nur im gesetzlichen Rahmen. Natürlich bedarf es hierzu sicherlich eine gewisse Stärke.
Kommt ein Termin mache ich mich nicht vorher verrückt. Erst Mal anhören was man von Mir möchte und dann kann ich reagieren.
 

BiancaBerlin

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AW: Wie geht Ihr mit der diffusen, jedoch ständig präsenten Angst vor neuen Schikanen

zu sich selbst und seinen Überzeugungen stehen, und wenn es noch so einsam um einen wird (liberale Dummschwätzer sind zahlreich)
[...]

Ja, das stimmt. Bisher habe ich in dieser Hinsicht mit meinem sozialen Umfeld Glück gehabt. :icon_daumen:

an sich selbst glauben, auch wenn einem andere was anderes erzählen...

Ja, durch diesen permanenten Druck, den das JC indirekt auch durch die diffuse Existenzangst (-> Sanktionen) schürt, muß man aufpassen, daß man nicht anfängst, an seiner Art zu leben zu zweifeln. Ständig hat man das Gefühl sich unkorrekt zu verhalten, wenn man sich dem Druck nicht beugt und z. B. Sinnlos-Maßnahmen mitmacht.
 

BiancaBerlin

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AW: Wie geht Ihr mit der diffusen, jedoch ständig präsenten Angst vor neuen Schikanen

Bisher habe ich Mich gegen jede Schikane aufgelehnt und, nach meinen Empfinden, erfolgreich gewehrt. Denn nach jeder Beschwerde war Sachbearbeiter urplötzlich Krank und ich bekam einen Neuen.

Wie hast Du es geschafft, Dich bisher gegen diese widerlichen, sinnlosen Maßnahmen zu wehren? :icon_frown: Aktuell habe ich das Gefühl, man ist dem fast völlig ausgeliefert, sofern man beim ersten Beratungstermin nicht gerade krank ist (dann wird eben ein neuer angesetzt) oder darauf hoffen möchte, daß der MT von einem ablässt, wenn man nicht bereit ist, den Maßnahmevertrag zu unterschreiben.
 

deepsleeper

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AW: Wie geht Ihr mit der diffusen, jedoch ständig präsenten Angst vor neuen Schikanen

Ich bin zwar nicht Eagle, aber eins hatte ich noch nicht erwähnt:

-der oder die SB kriegt bei JEDEM erzwungenem Besuch per "Einladung" derart negatives Input von mir (und meiner Begleitung)übermittelt, daß die froh sind, uns von hinten zu sehen. Dazu braucht man nicht groß reden, schick ihnen die "negativ Vibrations", die sie bei dir verursachen, auf subtile Weise zurück.
Immer bedenken: das sind nicht deine Freunde, sondern Leute, die ein übles Spiel treiben. Für mich machen die eben nicht "nur ihre Arbeit".
Also reiß ihnen (selbstverständlich nur in Gedanken) den Kopf ab und scheixx ihnen in den Hals :icon_knutsch:
 

ALiL

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AW: Wie geht Ihr mit der diffusen, jedoch ständig präsenten Angst vor neuen Schikanen

Bei mir in der Nähe gibt es einen Verein, da findet wöchentlich ein Kaffetrinken mit Keksen/Kuchen statt und es wird über alles mögliche geredet. Auf Anmeldung auch Beratung in ALG2-Angelenheiten. Vielleicht gibt es Ähnliches auch in Deiner Nähe?
 

Trixi2011

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AW: Wie geht Ihr mit der diffusen, jedoch ständig präsenten Angst vor neuen Schikanen

Ich für mich (Klageverfahren wegen dem inakzeptablen EGV-VA, Maßnahmeandrohungen seit einem halben Jahr, zwei Sanktionanhörungen in der Schwebe, zwei unbearbeitete abschließende EKS, deren abschließenden Bewlligungsbescheide höchstwahrscheinlich wieder widersprochen werden muß) merke immer mehr, daß mir diese ganzen unerledigten Angelegenheiten psychisch immer mehr zu schaffen machen und Angst vor der Zukunft schüren. :icon_sad:

DAS ist es doch womit man dich klein bekommen will! Die merken, dass du aufmuckst und das Spiel nicht mitspielen willst. Du wehrst dich sogar noch mit gesetzlichen Mitteln, also hauen die dich so dermaßen mit Sachen voll, gegen die du dich dann auch wieder wehren musst, bis du schließlich irgendwann am Ende bist und klein bei gibst.

Ich selber bin einen ganz krassen Weg gegangen, den wohl kaum jemand freiwillig gehen würde um mich diesem JC Wahnsinn zu entziehen.
 
S

Steamhammer

Gast
AW: Wie geht Ihr mit der diffusen, jedoch ständig präsenten Angst vor neuen Schikanen

DAS ist es doch womit man dich klein bekommen will! Die merken, dass du aufmuckst und das Spiel nicht mitspielen willst. Du wehrst dich sogar noch mit gesetzlichen Mitteln, also hauen die dich so dermaßen mit Sachen voll, gegen die du dich dann auch wieder wehren musst, bis du schließlich irgendwann am Ende bist und klein bei gibst.

Ich selber bin einen ganz krassen Weg gegangen, den wohl kaum jemand freiwillig gehen würde um mich diesem JC Wahnsinn zu entziehen.
Schreib! Du machst uns gespannt.
 

BiancaBerlin

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AW: Wie geht Ihr mit der diffusen, jedoch ständig präsenten Angst vor neuen Schikanen

der oder die SB kriegt bei JEDEM erzwungenem Besuch per "Einladung" derart negatives Input von mir (und meiner Begleitung) übermittelt, daß die froh sind, uns von hinten zu sehen. Dazu braucht man nicht groß reden, schick ihnen die "negativ Vibrations", die sie bei dir verursachen, auf subtile Weise zurück.

Meine SB scheint so etwas in der Art zu befürchten, denn seit dem "Kriegszustand", der vor einem halben Jahr begann, habe ich von ihr keine Einladung mehr bekommen, sondern nur vom MT, vermutlich, um mich erst einmal wieder "auf Linie" zu bringen. Vorher wollte sie mich mindestens einmal im Monat sehen (-> BJO), und da liefen die Termine einigermaßen zivil ab, also so in der Art "läßt Du mich in Ruhe, lasse ich Dich auch in Ruhe".

Also haben wir seitdem alles schriftlich ausgetragen, aber ich denke, nächsten Monat, wenn meine vor Gericht anhängige EGV-VA ausläuft, werde ich Gelegenheit bekommen, "ihr den Kopf abzureißen". :icon_twisted:

Immer bedenken: das sind nicht deine Freunde, sondern Leute, die ein übles Spiel treiben. Für mich machen die eben nicht "nur ihre Arbeit.

Du meinst, ein prima Jobangebot, um seine versteckten sadistischen Neigungen auszuleben? :icon_rolleyes:
 

Hansiklein3

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AW: Wie geht Ihr mit der diffusen, jedoch ständig präsenten Angst vor neuen Schikanen

Das Jobcenter hat nur die Macht und kann Druck erzeugen weil die über den " Sanktionsapparat " verfügen. Ich habe mal etwas von " Vermittlung auf Augenhöhe " gelesen. Ob das jemals sein wird halte ich eher für äußerst unwahrscheinlich. Sanktionen müssen sein, denn sonst würden sich viele nicht mehr an die Regeln halten. Aber dennoch muß das ganze Sanktionssystem
deutlich zu Gunsten der Hilfebedürftigen überarbeitet werden.
Ich habe dazu einige Fragen bei abgeordnetenwatch.de eingestellt.

Vermutlich sagen die meißten Kunden -ja mache ich sehr gerne- wenn das Jobcenter ihnen sinnlose Maßnahmen usw aufzwingt,
um nur jede mögliche Sanktion im voraus zu vermeiden.
 

BiancaBerlin

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AW: Wie geht Ihr mit der diffusen, jedoch ständig präsenten Angst vor neuen Schikanen

Bei mir in der Nähe gibt es einen Verein, da findet wöchentlich ein Kaffetrinken mit Keksen/Kuchen statt und es wird über alles mögliche geredet. Auf Anmeldung auch Beratung in ALG2-Angelenheiten. Vielleicht gibt es Ähnliches auch in Deiner Nähe?

Ja, die Userin Karpfen hatte mich mal auf etwas auferksam gemacht. Das ist zwar leider am anderen Ende von Berlin, aber gut, von so etwas zu wissen! :icon_daumen:
 

schuldenjenny

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AW: Wie geht Ihr mit der diffusen, jedoch ständig präsenten Angst vor neuen Schikanen

hallo bianca,

ich dreh den spieß um, denn der SB ist für mich da, ich bin der KUNDE und was der "verkäufer" mir andrehen will is mir wurscht... ICH entscheide!

ich habe festgestellt wenn man ganz selbstbewusst auftritt, sich mit dem gröbsten auskennt dann gehen die ganz anders mit einem um, viele gehen schon ängstlich in diese situation u. der SB riecht diese angst, das macht ihn stark u. so kann er dir dinge aufquatschen, die du nicht willst u. die sinnlos sind.

ich gehe immer recht emotionslos zu den terminen - logo mit beistand - ich weiss, ich unterschreib da eh nix u. wenn der hammer kommen sollte, nehm ichs mit und stelle es hier ein, notfalls gehe ich zum anwalt, that´s all!

man muss aus der bittstellerrolle rauskommen u. für seine recht einstehen.

lg
 

Hansiklein3

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AW: Wie geht Ihr mit der diffusen, jedoch ständig präsenten Angst vor neuen Schikanen

hallo bianca,

ich dreh den spieß um, denn der SB ist für mich da, ich bin der KUNDE und was der "verkäufer" mir andrehen will is mir wurscht... ICH entscheide!

ich habe festgestellt wenn man ganz selbstbewusst auftritt, sich mit dem gröbsten auskennt dann gehen die ganz anders mit einem um, viele gehen schon ängstlich in diese situation u. der SB riecht diese angst, das macht ihn stark u. so kann er dir dinge aufquatschen, die du nicht willst u. die sinnlos sind.

ich gehe immer recht emotionslos zu den terminen - logo mit beistand - ich weiss, ich unterschreib da eh nix u. wenn der hammer kommen sollte, nehm ichs mit und stelle es hier ein, notfalls gehe ich zum anwalt, that´s all!

man muss aus der bittstellerrolle rauskommen u. für seine recht einstehen.

lg


drohen dir die SB nicht mit Sanktionen wenn du eine Maßnahme oder einen Vermittlungsvorschlag einfach nur mit den Worten - nein danke, das möchte ich nicht - vermeiden willst ? Denn für die SB ist erstmal alles zumutbar, sofern du keine Beweise hast das dies nicht der Fall ist.
 

Sprotte

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AW: Wie geht Ihr mit der diffusen, jedoch ständig präsenten Angst vor neuen Schikanen

Sanktionen müssen sein, denn sonst würden sich viele nicht mehr an die Regeln halten.

Nein !
Bestrafungen gehören in's StGB,je nach Schwere vor ein ordentliches Gericht, aber ganz sicher nicht in den Aufgabenkreis eines Arbeitsamtes.

Die Schikanen des 31iger suggerieren praktisch,das Erwerbslosigkeit ein Verbrechen ist,das mit aller Härte von auch noch berufsfremden geahndet werden darf.
Ich nenne das politisch verordnete Amtsanmassung.
 

Hamburgeryn1

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AW: Wie geht Ihr mit der diffusen, jedoch ständig präsenten Angst vor neuen Schikanen

Die Schikanen des 31iger suggerieren praktisch,das Erwerbslosigkeit ein Verbrechen ist,das mit aller Härte von auch noch berufsfremden geahndet werden darf.
Bei den Übertretungen im SGB II handelt es sich ja nicht einmal um Ordnungswidrigkeiten oder Vergehen im Sinne des StGB,
doch werden Erwerbslose härter bestraft als Kapitalverbrecher.

Keinem rechtsgültig verurteilten Schwerverbrecher darf das Recht auf körperliche Unversehrtheit genommen werden.

Jedem Strafgefangenen stehen im humanen Strafvollzug vier vollwertige Mahlzeiten zu,
die auch seinen religiösen, persönlichen oder medizinischen Bedürfnissen angepasst sein müssen.

Er hat Anspruch auf ärztliche Behandlung, auf Bildung und rechtliche Unterstützung.

Auch das "Dach über seinem Kopf", seine Zelle, muss den menschlichen Erfordernissen entsprechen.

Wer allerdings nach dem SGB II abgestraft wird, hat deutlich schlechtere Karten gesund mit Leib und Leben davon zu kommen.

Schwerste Leibesstrafen, wie Hunger, seelische Pein und drohende Obdachlosigkeit, die an die dunklesten Zeit der "Schwarzen Pädagogik" erinnern,
drohen dem Deliquenten der sich eines geringfügigen Verstoßes gegen den Inhalt einer EGV schuldig machte oder einen Meldetermin versäumte.

Dabei reicht es den Verursachern dieses grauenhaften, inhumanen Sozialexperiments nicht einmal, die Betroffenen für den jeweiligen Verstoß abzustrafen.
Wer innerhalb eines Jahres ein weiteres Mal gegen die unübersehbare Gesetzes -und Vorschriftenflut des SGB II verstößt, der wird doppelt abgestraft.
"Kummulieren", nennen die Erfinder des Sozialdesasters diese besondere Form des sozialen Strafvollzugs.

Dabei wird nicht einfach der gegenwärtige Verstoß sanktioniert, nein, auch der vorherige muss ein zweites mal abgesessen werden.
Ein absolutes Novum in der Rechtsgeschichte der Bundesrepublik

Im StGB hat jeder Angeklagte einen Anspruch auf rechtliches Gehör und mildernde Umstände.
Ihm wird ein Rechtsbeistand zur Seite gestellt, und der Richter ist angehalten jeden Aspekt,
der ein milderndes Licht auf den Angeklagten wirft, in seine Urteilsfindung einzubeziehen.

Bei Geldstrafen hat er darauf zu achten, dass dem Angeklagten das Existenzminimum bleibt.
Ist es nicht möglich, so muss die Strafe je nach Schwere der Schuld abgearbeitet oder abgesessen werden.

Im SGB II ist ein profaner Verwaltungsangestellter Ankläger, Richter und Vollzugsbeamter in Personalunion.
Oft ohne jegliche Rechtskenntnisse und bar jeder menschlichen Empathie.

Sein oberstes Ziel besteht darin, Geld einzusparen, um seinen Vorgesetzten zufriedenzustellen und sich selbst den Job zu sichern.

Das ist in erster Linie nur über Sanktionen zu leisten, wie der Jubelmeldungen der regierungstreuen Schmutzblätter über rund eine Million Sanktionen in den vergangenen Wochen bestätigen.

Sanktionen gehören abgeschafft.
Sie sind mit menschlichen, ethischen und moralischen Vorstellungen in einer sich human nennenden Gesellschaft unvereinbar.
 

Trixi2011

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AW: Wie geht Ihr mit der diffusen, jedoch ständig präsenten Angst vor neuen Schikanen

Ich gehe in eine Behindertenwerkstatt!

Mit der Arbeit dort gelte ich als erwerbsunfähig und bin raus aus SGB II / JobCenter.

Keine Maßnahmen, keine Schikanen, keine EGV`s...
 

Eagle

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AW: Wie geht Ihr mit der diffusen, jedoch ständig präsenten Angst vor neuen Schikanen

Wie hast Du es geschafft, Dich bisher gegen diese widerlichen, sinnlosen Maßnahmen zu wehren?

Ich beschwere Mich wenn etwas nicht rechtens ist. Und das hat dann bisher immer die folge gehabt das SB urplötzlich erkrankt ist. Meistens ist der neue SB dann etwas vorsichtiger bis auch Er mal ein Fehler macht.

Das Jobcenter hat nur die Macht und kann Druck erzeugen weil die über den " Sanktionsapparat " verfügen.

So ist es.
Ich halte Mich nur an das Gesetz und die SBs biegen das gerne mal so wie Sie es gerade brauchen. Ich lasse aber nichts verbiegen. Bisher gab es nie einen Grund für eine Sanktion da ich Mich im rahmen befinde, nur halt nicht wie, wohl fast jeder, Kunde zu allem Ja und Amen sagt wenn SBchen Mir die Story erzählt "sonst gibts weniger Geld". Ich weiß was Ich darf und was nicht, und das wissen nutze ich einfach.
 

brunner

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AW: Wie geht Ihr mit der diffusen, jedoch ständig präsenten Angst vor neuen Schikanen

Mut,Kraft hol ich mir hier...lese viel.... und hab hier gelernt das man sich nicht ständig alles gefallen lassen muß,dass man sich wehren muß ,nicht nur kann.

Früher hat ich vor allem und jeden Angst... und darunter hat mein Selbstbewußtsein ganz schön gelitten,heute hol ich mir hier Mut.. zu lesen das man nicht alleine ist.... holt mich oft wieder aus meinen Depressionen.
 

BiancaBerlin

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der SB ist für mich da, ich bin der KUNDE und was der "verkäufer" mir andrehen will is mir wurscht... ICH entscheide!

Ja, vor allem über meine Lebenszeit, die ich nach dem Willen meiner SB monatelang in Sinnlos-Maßnahmen absitzen soll. Danke, aber da arbeite ich lieber produktiv in einem Beruf, den ich mir selbst ausgesucht habe und mit dem ich eigenes Geld verdienen kann, wenn auch nur aufstockend wie zur Zeit. Dieses (Grund-)recht werde ich mir wohl jedoch gerichtlich erstreiten müssen, was wahsinnig viel Nerven und (Lebens-)zeit kostet! :icon_dampf:

ich habe festgestellt wenn man ganz selbstbewusst auftritt, sich mit dem gröbsten auskennt dann gehen die ganz anders mit einem um

Mein Auftreten bei meinem bisher letzten Termin im August scheint ja schon ganz angemessen gewesen zu sein, denn von einigen Forderungen damals (Wegeunfähigkeitsbescheinigung, Offenlegung von geschäftlichen Daten, für die es keine Gesetzesgrundlage gibt etc.) habe ich nie wieder etwas gehört! :biggrin:

ich gehe immer recht emotionslos zu den terminen - [...] man muss aus der bittstellerrolle rauskommen u. für seine recht einstehen.

Ja, da muß ich noch hinkommen, zumindest was den emotionalen Aspekt angeht. Für mein Recht einstehen tue ich schon, denn bisher bin ich auf keine Forderungen eingegangen, die nicht gesetzlich verankert gewesen wären. Bei allem anderen habe ich mich hier und anwaltlich beraten lassen, widersprochen und ggf. vor Gericht geklagt.
 

BiancaBerlin

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Vermutlich sagen die meißten Kunden - ja mache ich sehr gerne - wenn das Jobcenter ihnen sinnlose Maßnahmen usw aufzwingt, um nur jede mögliche Sanktion im voraus zu vermeiden.

Von einem Bekannten weiß ich sogar, daß er mit einer Sinnlos-Maßnahme auch deswegen kein Problem hatte, weil ihm zuhause die Decke auf den Kopf fiel und er wieder mehr unter Leute kommen wollte. Hm, ob es da nicht befriedigendere Möglichkeiten gibt?
 
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