Wie gehen die Jobcenter mit Erwerbslosen um, die arbeitsunfähig aus der Reha entlassen werden ?

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Optimist63

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Hallo zusammen!

Bin nach 5 Wochen REHA die Tage wieder nach Hause gekommen, allerdings als arbeitsunfähig! Jetzt bin ich erst einmal für 3 Wochen krank geschrieben worden. Ich sollte mich nach Aussage der Ärztin in der Reha-Klinik zu Hause umgehend krank schreiben lassen!

Heute war ich bei meinem Psychiater und ich soll danach wiederkommen, damit er mich weiterhin krank schreiben kann! Ich frage mich wie lange das Spielchen so weitergehen soll. Machen die bei der Arge nicht irgendwann mal Theater ?

Ich leide an Dystymie, Hypertonie und noch anderen Sachen laut Ärztin, stimmt, ich habe seit fast 35 Jahren Depressionen! In der Klinik hat man uns erklärt, dass sich ein event. Genesungsprozess sehr sehr lange hinziehen würde, falls das mit Ende 50 überhaupt nochmal was werden sollte!?

Ich frage mich ernsthaft wie das mit mir weitergehen soll und wie die Arge darauf reagiert. In einer derartigen Situation war ich zuvor noch nie!

Hat jemand gleiche oder ähnliche Erfahrungen damit ?

Danke schonmal
Pessi
 
Vom Fragesteller als beste Lösung gewählt.
Ich bekomme komplettes Krankengeld, habe gerade mit meiner Krankenversicherung telefoniert. Ganz ehrlich, mit solchen Dingen bin ich echt überfordert. Scheinbar hat das bei mir auch nichts mit Lohnfortzahlung zu tun, weil weil weil... auch weil es bei einer Reha wohl eine Ausnahmeregelung gibt.
Na gut... Wenn Du noch (Rest)Anspruch auf KG hast, dann ist das ja vorerst geklärt.
Sie sagte mir auch, dass die AfA einen Tag vor Reha-Antritt die Zahlung einstellen KANN, was die natürlich auch sofort gemacht haben.
Was ja auch "Richtig" war, da Du Übergangsgeld von der RV bekommen hast. Sonst hättest Du ja quasi doppelte Leistungen bekommen
Ja, und die Rehazeit fließt automatisch in die 78 Wochen des Krankengeldbezug...

Ruhrpottmensch

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Hallo

Die "Reha" war im Leistungszeitraum von ALG1 ? Träger war die KK oder die RV?

Wenn das alle im aktuellen Leistungszeitraum passiert ist, dann hat man natürlich nur für 6 Wochen Anspruch auf die s.g. "Leistungsfortzahlung" und würde -sofern man noch AU ist- an die Krankenkasse "weitergereicht" und dort Krankengeld bekommen. Ist der Krankengeldanspruch schon "aufgebraucht", müsste man für die Zeit der AU ALG2 beantragen.

Würde man erst jetzt NACH der Reha ins ALG1 "rutschen", könnte man (versuchen) die s.g. "Nahtlosigkeitsregelung" nach §145 SGB III in Anspruch zu nehmen. Das hängt aber davon ab, inwieweit der Ärztliche Dienst der BA den Kunden als "Leistungsfähig auf dem allgemeinen" Arbeitsmarkt einstuft. Ist man nicht mehr "genug" Leistungsfähig, würde die BA auffordern "vorrangige Leistungen" (EMR) zu beantragen, in der Zeit bis zur Entscheidung der RV aber weiterhin ALG nach §145 SGB III zahlen. Wird man als "voll Leistungsfähig" begutachtet, so wird "ganz normal" ALG1 gezahlt, allerdings dann mit o.g. "Einschränkung" der max. 6 Wochen Leistungsfortzahlung.

Unabhängig ob man jetzt ALG1 oder ALG2 bekommt, so wird sowohl die AfA als auch das JC natürlich irgendwann den Gesundheitszustand (bzw. die Leistungsfähigkeit) über den ÄD überprüfen lassen und dann eben auffordern, vorrangige Leistungen zu beantragen (Wenn man Anspruch hat -> EMR, hat man kein Anspruch auf EMR, dann ggf. "Sozialhilfe" - Wenn man so gar nicht mehr "Leistungsfähig" ist).
 

Optimist63

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Kostenträger war die DRV . Übrigens habe ich heute endlich mein Übergangsgeld überwiesen bekommen.
Ich bekomme auf den Monat genau noch 1 Jahr ALG I .
Muss mal schauen wie es weitergeht. Wenn nötig lasse ich alles über mich ergehen, Angst habe ich jedenfalls keine! Bin ja schonmal froh, dass das bisher so gelaufen ist, bin halt etwas neugierig. Auf ALG II bin ich auch schon gefasst, so genügsam wie ich lebe...
Danke Dir auf jeden Fall für die Infos!
 

Ruhrpottmensch

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Kostenträger war die DRV . Übrigens habe ich heute endlich mein Übergangsgeld überwiesen bekommen.
Ich bekomme auf den Monat genau noch 1 Jahr ALG I .
Oh jau... Stimmt ja. Die "älteren" Semester bekommen ja ein bisschen länger ALG1 ... ;)
(ALG1 wird nach §138SGB III gezahlt? Oder tatsächlich nach §145 SGB III?)

Wenn die Reha schon über die RV lief, dann wird wahrscheinlich -bei noch länger vorliegender AU - als bald die Aufforderung zum Antrag EMR kommen.
 

franzi

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Ich würde nicht erst warten, bis die Aufforderung zur Beantragung der EMR kommt, sondern selber schon tätig werden, um das Prozedere zu verkürzen, wenn du prioritär die Rente anstrebst. Ich würde hier nicht unnötig lang vor mich hin leiden wollen.

Außerdem ist später ohnehin nur das relevant, was die DRV -Gutachter festgestellt haben. Der Zirkus mit dem ÄD der Bundesagentur ist dann uninteressant. Die ermitteln oft, dass man "vollschichtig einsetzbar" sei. Da geschehen Wunderheilungen auf dem Papier.
In meinem Fall war es so, als ich - nachträglich - mitgeteilt hatte, dass mein EM-Antrag schon läuft, wurde ich vom ÄD gar nicht mehr begutachtet. (Ich hätte zwar zum ÄD gemusst, aber die haben das irgendwie versemmelt und wohl auf Zeit gespielt, sodass es dazu gar nicht mehr kam.)

Bei mir hat es sich als klug erwiesen, dass ich erst über meinen EM-Antrag Bescheid gesagt habe, als der sich schon in Bearbeitung befand. Ich habe das innerhalb von 2 Wochen gemeldet. Dann bemühen sich die mit dem ÄD oft gar nicht mehr so, weil sie ohnehin wissen, dass die DRV an dem Fall schon "dran" ist.

Wenn alles gut läuft, hast du dann innerhalb eines Jahres die Rentenbewilligung. Da du ja schon auf REHA warst, und diese keine wesentliche Verbesserung gebracht hat, ist es wahrscheinlich, dass man der Rente zustimmen wird (insbesondere bei psychischen Diagnosen erhöht sich diese Wahrscheinlichkeit).
Das könnte sich zeitlich so günstig ausgehen, dass du parallel dazu ja noch im ALG I Bezug bist.
Je nachdem, wie hoch die Rente dann ausfällt, entscheidet sich, ob du noch mit ALG II aufstocken musst oder nicht.
 
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Ruhrpottmensch

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Das würde ich hier nicht tun @franzi
Ich lese da noch keine konkrete Planung auf eine EMR raus... 😉

Gerade dann nicht, wenn "normal" ALG1 gezahlt wird und die AfA sich dahingehend noch nicht gerührt hat. Warum unnötig Anspruch auf ALG "verspielen" (Grad auch bei dem langen Leistungsanspruch für Ältere)?
 

franzi

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Natürlich gibt es auch die andere Variante, dass man alles seinen Lauf nehmen lässt. Zieht sich dann über Monate hin. Man könnte auch die EM-Rente kurz vor Ablauf des ALG I beantragen. (Falls sich in der Zwischenzeit nicht schon Afa oder DRV gemeldet haben.)

Zumindest könnte der TE jetzt schon seine Kontenklärung erledigen.
 

Allimente

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Als meine Frau damals nach der Reha arbeitsunfähig entlassen wurde, haben wir gar nichts gemacht. Es hat dann noch ca. 6 Monate gedauert, bis wir die Aufforderung bekommen haben die EU-Rente zu beantragen. Dies haben wir dann auch getan. Das JC hat dann von sich aus gleich alle nötigen Schritte unternommen, dass meine Frau den Rest vom Sozialamt aufgestockt bekommt. Das SA hat sich dann ebenfalls bei uns gemeldet. Im Grunde ist alles korrekt Hand in Hand gelaufen, komplett ohne Probleme oder Verzögerungen. Da kann ich nicht meckern.
 

Optimist63

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Jetzt wird es erstmal richtig interessant! 1 Tag vor Antritt der Reha habe ich bei der AfA angerufen, da mir bis zu diesem Tag noch immer nicht der dringend benötigte Aufhebungsbescheid für die 5 Wochen der Reha zugestellt wurde.
Man hat mir bei der AfA -Hotline gesagt, dass dieser noch immer in Bearbeitung sei und ich mich nach der Reha NICHT erneut dort (AfA ) melden muss! Alles würde danach wie gehabt weiterlaufen.
Die Dame bei der AfA sagte vorhin auch zu mir, dass man mich vor der Reha entsprechend aufgeklärt hätte. Das stimmt aber absolut nicht!

In der Klinik sagte mir die Ärztin, ich solle mich sofort am nächsten Tag krank schreiben lassen, was ich auch getan habe.

Jetzt habe ich gerade wieder bei der AfA angerufen, und die sagten mir, dass ich nun abgemeldet bin und diese Krankschreibung denen bereits vorliegt. Ich würde daher kein ALG I bekommen, erst wenn ich wieder gesund bin. Ich würde bis dahin schließlich Krankengeld bekommen, aber sicherlich nicht in den ersten 6 Wochen!?

In der gleichen Situation war ich schon einmal vor genau 1 Jahr. Ich bekomme weder Krankengeld, noch bekomme ich ALG I .
Die Krankenkasse verweist mich an die AfA und die AfA wiederum an meine Krankenkasse. Das geht jetzt wieder hin und her!
Der Kostenträger für die Reha war übrigens die Rentenversicherung und NICHT die Krankenkasse!

Und ganz ehrlich, ich habe absolut kein gutes Gefühl! Scheinbar werde ich den Monat April mal wieder leer ausgehen!?
Wenn man mir in der Klinik sagt, dass ich mich umgehend krank schreiben lassen soll, da ich arbeitsunfähig entlassen bin dann mache ich das auch, logisch.

Vor allen Dingen müssten die das bei der AfA ja sehr genau wissen, da sie im Zuge des schriftlichen Reha-Antrags und dem dazugehörigen Schreiben der Rentenversicherung genau wissen, dass ich ab dem 25.03.2021 wieder zu Hause und weiter erwerbslos bin. Problem ist halt wieder dieser erneute Krankenschein, genau wie schon vor einem Jahr. Niemand wird zahlen und ich kann nichts dagegen tun.
 

Ruhrpottmensch

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Ruhig bleiben... 😉
Wir gucken mal, was man eventuell tun könnte...

Verzeih mir, wenn ich nochmals frage...
Hast Du VOR der Reha ALG1 nach §145 SGB III oder nach §138 SGB III bekommen? Ist die Leistungsfähigkeit schon durch den ÄD der BA festgestellt worden?

Zur aktuellen Problematik:
Ja, es ist richtig dass man im Grunde keinen Neuantrag stellen muss, wenn der Anspruch auf ALG1 für höchsten 6 Wochen ruht (Hatte ich auch bei einem Monat Restanspruch KG). Womit hat denn der MB bei der AfA die Abmeldung begründet? Weil Du angeblich über die 6 Wochen Leistungsfortzahlung kommst? Was ja quatsch ist, da Du während der Reha Übergangsgeld von der RV bekommen hast.

Man könnte jetzt natürlich - trotz AU - einen Neuantrag stellen und dann warten was für ein Bescheid (und eventuell Ablehnung) darauf kommt. Aber tatsächlich würde ich noch mal bei der AfA anfragen, mit welcher Rechtsgrundlage sie Dir jetzt den (Rest)Anspruch verwehren!
 

Optimist63

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Vielen Dank für Eure Unterstützung an dieser Stelle!

Ich bekomme komplettes Krankengeld, habe gerade mit meiner Krankenversicherung telefoniert. Ganz ehrlich, mit solchen Dingen bin ich echt überfordert. Scheinbar hat das bei mir auch nichts mit Lohnfortzahlung zu tun, weil weil weil... auch weil es bei einer Reha wohl eine Ausnahmeregelung gibt.
Hat die Dame mir genau erklärt, was es da alles für Klauseln gibt... ich blicke da nicht mehr durch :rolleyes:

Muss jetzt nur noch eben den Kurzbericht der Klinik zur Krankenkasse schicken und dann läuft das, soll mir keinen Kopf machen sagt sie! Nun gut...

Ach ja, ALG I bekam ich schon einige Monate VOR der Reha, weiß jetzt aber nicht nach welchem § Beim ÄD war ich auch noch nie zuvor.

Sie sagte mir auch, dass die AfA einen Tag vor Reha-Antritt die Zahlung einstellen KANN, was die natürlich auch sofort gemacht haben (Kassen sind ja leer). Ja, und die Rehazeit fließt automatisch in die 78 Wochen des Krankengeldbezug mit ein.
 
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Ruhrpottmensch

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Ich bekomme komplettes Krankengeld, habe gerade mit meiner Krankenversicherung telefoniert. Ganz ehrlich, mit solchen Dingen bin ich echt überfordert. Scheinbar hat das bei mir auch nichts mit Lohnfortzahlung zu tun, weil weil weil... auch weil es bei einer Reha wohl eine Ausnahmeregelung gibt.
Na gut... Wenn Du noch (Rest)Anspruch auf KG hast, dann ist das ja vorerst geklärt.
Sie sagte mir auch, dass die AfA einen Tag vor Reha-Antritt die Zahlung einstellen KANN, was die natürlich auch sofort gemacht haben.
Was ja auch "Richtig" war, da Du Übergangsgeld von der RV bekommen hast. Sonst hättest Du ja quasi doppelte Leistungen bekommen
Ja, und die Rehazeit fließt automatisch in die 78 Wochen des Krankengeldbezug mit ein.
Ja, das ist (leider) richtig. Auch wenn für den Zeitraum ÜG von der RV gezahlt worden ist, die Zeit an sich wird von den 78 Wochen "abgezogen".
Ach ja, ALG I bekam ich schon einige Monate VOR der Reha, weiß jetzt aber nicht nach welchem § Beim ÄD war ich auch noch nie zuvor.
Vielleicht machst Du Dir ja auch schon mal Gedanken, wie der weitere (auch finanzielle) Weg verlaufen soll.
Gerade, wenn das alles rund um AfA , Krankengeld, Krankenkasse und die verschiedenen Zuständigkeiten ein solche "böhmisches Dorf" für Dich ist. Ich denke, wenn man in gewisser Weise vorbereitet ist, dann fällt es einem auch etwas leichter damit umzugehen wenn denn dann mal der Fall eintritt das man sich mit auseinandersetzen muss...
 
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