Wie errechnet sich die ALG1-Leistung bei einer 75 Prozent Stelle? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Aras

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Hi,

ich habe es erklärt bekommen, hänge aber trotzdem noch:

Ich arbeite 75 %. Von meinem daraus resultierendem Einkommen wird das ALG1 berechnet.

Wenn ich auch in Zukunft 75% arbeiten will, bekomme ich dann vom oben bemessenen Geld nur 75%, weil ich ja dem Arbeitsmarkt nicht voll zur Verfügung stehen will - oder bekomme ich alles wie berechnet, weil ich ja vorher 75% und in Zukunft auch 75% arbeiten war bzw. will. Sich meine Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt ja nicht verändert hat...

Meine Frage ist, dass das ja quasi eine Bestrafung wäre, weil der Wert der Arbeitszeit ja sowieso nur 75% ist.

Versteht jemand den Knoten in meinem Kopf?

Danke vg Aras
 

Babbel1

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In dem Fall gibt es Alg1 wie berechnet, siehe § 151 Abs. 5 SGB III.
(5) Ist die oder der Arbeitslose nicht mehr bereit oder in der Lage, die im Bemessungszeitraum durchschnittlich auf die Woche entfallende Zahl von Arbeitsstunden zu leisten, vermindert sich das Bemessungsentgelt für die Zeit der Einschränkung entsprechend dem Verhältnis der Zahl der durchschnittlichen regelmäßigen wöchentlichen Arbeitsstunden, die die oder der Arbeitslose künftig leisten will oder kann, zu der Zahl der durchschnittlich auf die Woche entfallenden Arbeitsstunden im Bemessungszeitraum.
 

Kerstin_K

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- oder bekomme ich alles wie berechnet, weil ich ja vorher 75% und in Zukunft auch 75% arbeiten war bzw. will. Sich meine Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt ja nicht verändert hat...
Genau so. Wenn du vorher nur 75 % gearbeitet hast, hast du auch nur 75 % eingezahlt. Deshalb kannst du auch br für 75 % ALGI bekommen, musst aber auch nur für 75 % zur Verfügung stehen.
 

Curt The Cat

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Moinsen Aras ...!
Ich war mal so frei und hab den Titel Deines Fadens etwas abgerundet. Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage ist immer nett und - soviel Zeit sollte sein. Ergänzend verweise ich auch auf die Forenregel #11
11. Themen/Threads erstellen
Beim Erstellen neuer Themen/Threads ist darauf zu achten, eine aussagekräftige Überschrift zu wählen.Themen mit nichtssagenden, allgemeinen Überschriften, oder wie z.B. Alle Reinschauen!!! oder Hilfeee!!! oder Verständnisfrage Höhe ALG1, sowie Topics mit irreführenden Angaben werden von den Moderatoren i.d.R ohne Ankündigung entfernt!
Unser TechAdmin hat sich die Mühe gemacht und den Editor für die Überschrift auf ausreichend Zeichen erweitert und zudem einen deutlichen Hinweis im Texteingabefeld hinterlassen. Da passt deutlich mehr als vier Worte rein ...

Erhellendes zum Thema findet man auch hier ... ->klick

Ich wünsche Dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt hier im Forum.


:icon_wink:
 

Aras

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Danke, also tatsächlich doppelte Strafe. Ich hab nicht zu knapp in die Alo Versicherung eingezahlt :mad:
 

Kerstin_K

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Wieso doppelte Strafe? Du bekommst das ALG I ganz normal nach deinem letzten Gehalt. für mehr hast Du nicht eingezahlt. Du kannst nicht erwarten, 75 % einzuzahlen und 100 % rauszubekommen.
 

Aras

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Vielleicht habe ich es doch nicht richtig verstanden?

Anhand des bisherigen Gehaltes aus einer 75% STelle ergibt sich ein ALG 1 von beispielsweise 800€

Bekommt man jetzt die 800, wenn man weiterhin 75% arbeiten will oder dann nur 75% von den 800 (also 600€)?
 

Aras

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Ok.

Vor ein paar Jahren hatte ich über eine 100 % Stelle eingezahlt, nachdem ich aber gesagt habe, dass ich nur TZ arbeiten kann, wurde es gekürzt. Das ist halt die Logik, die ich nicht verstehe.
 

Kerstin_K

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Das passierte dann, weil du dem Arbeitsmarkt weniger als vorher zur Verfügung gestanden hast.
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Ok.

Vor ein paar Jahren hatte ich über eine 100 % Stelle eingezahlt, nachdem ich aber gesagt habe, dass ich nur TZ arbeiten kann, wurde es gekürzt. Das ist halt die Logik, die ich nicht verstehe.
Och, daß ist im Prinzip ganz einfaches Prozentrechnen.

100% Stelle -> arbeitslos -> Wunsch 75% Stelle = 75% des Anspruches von 100%
75% Stelle -> arbeitslos -> Wunsch 75% Stelle = 100% des Anspruches von 75%
 

algfranz

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Das kann man so nicht sagen, denn wenn das Gehalt der 75%-Stelle über der Bemessungsgrundlage liegt, dann bekommt man das maximale ALG1, denn
es hängt von den Beiträgen ab, nicht von der Arbeitszeit.
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Das kann man so nicht sagen, denn wenn das Gehalt der 75%-Stelle über der Bemessungsgrundlage liegt, dann bekommt man das maximale ALG1, denn
es hängt von den Beiträgen ab, nicht von der Arbeitszeit.
75% Stelle oberhalb BBG-> arbeitslos -> Wunsch 50% Stelle

Bitte lösen sie auf und berechnen die Höhe des Alg1- Anspruch.
Zeigen sie den Rechenweg auf am Beispiel eines Alleinstehenden mit Steuerklasse 1.
 

algfranz

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75 % von was denn ? Wo steht denn geschrieben dass x Stunden 100% entspricht und und y Stunden 75% entsprechen.
Wenn ich mit 30 Stunden über der BBG liege, dann erhalte ich den Höchstsatz und wenn jemand mit 40 Stunden unter dem BBG liegt erhält er nicht den Höchstsatz.
Alles andere wäre unsinnig.
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Lies dir doch mal durch, was von der TE als Fakten vorgegeben sind. So in #1 und #9.

Dann wirst du sehr schnell merken, daß die BBG in dem Thread hier soweit weg ist wie die Erde vom Mond und somit der ALG 1 Höchstsatz absolut irrelevant ist.

Aber schön das du dich auskennst. Ich freu mich für dich!
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
75 % von was denn ? Wo steht denn geschrieben dass x Stunden 100% entspricht und und y Stunden 75% entsprechen.
„(5) Ist die oder der Arbeitslose nicht mehr bereit oder in der Lage, die im Bemessungszeitraum durchschnittlich auf die Woche entfallende Zahl von Arbeitsstunden zu leisten, vermindert sich das Bemessungsentgelt für die Zeit der Einschränkung entsprechend dem Verhältnis der Zahl der durchschnittlichen regelmäßigen wöchentlichen Arbeitsstunden, die die oder der Arbeitslose künftig leisten will oder kann, zu der Zahl der durchschnittlich auf die Woche entfallenden Arbeitsstunden im Bemessungszeitraum.“

_____

Auflösung meiner Aufgabe:

Alg1 Lediger bei 6.500€ Brutto (BBG)
= 2.034€ pro Monat Netto

;-) Dreisatz: 6.500€ / 75 x 50 = 4.333€

Alg 1 Anspruch bei 4.333€ Brutto = 1.529€ Netto pro Monat
 

Kerstin_K

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Dein <nettogehlt ist aber arg niedrig. haut de Steuerprogression da derart rein?
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Das ist ja das Arbeitslosengeld, also 60% als Lediger ohne Kinder in Kl.1.
>>2018, da die letzten 12 Monate Verdienst zählen.<<

2019 wäre die BBG bei 6.700€ und das Alg1 entsprechend 2.133€



Bei 6.500€ Brutto hat ein Lediger ohne Kinder (2018) aber auch nur 3.515€ Netto Gehalt monatlich.

Dass gerade diese Klientel mit gutem Verdienst an der BBG die Melkkühe sind, die den ganzen Laden hier am Laufen halten, hatte ich ja schon öfters argumentiert.

Aber lassen wir das, das sind dann hier für manche „Reiche“.
Soll auch hier nicht Thema sein. ;-)
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Die 2.043 netto verwirren mich.
2.034€ laut dem Rechner der Afa.

Ich würde es als bittere Realität betrachten, da ich auch ein wenig gestutzt habe.

Andere Rechner und meine Selbstberechnung mit SV Pauschale etc. ergaben aber nur Unterschiede im 5€ -Bereich.

Btw: Ich hatte ja in 2017 für 1 Tag mein Stammrecht gesichert, da kam im Bescheid auch nur 2.217€ raus, bei Steuerklasse 3 und ebenfalls >BBG.

Weniger als die Rente, von daher stimmt der Grundsatz mit dem höheren Alg1 statt EMR nicht immer. ;-)
Im Kern ist das gerade für Gutverdiener keine adäquate Absicherung des Lebensstandard, auch beim Krankengeld nicht.

Mir ist klar, dass es aber um Lebensstandard und nicht Existenzsicherung geht.
Obwohl man natürlich entsprechend dem Einkommen in der Regel auch andere Wohnung etc. hat.

Da hilft nur Vorsorge, Vorsorge, Vorsorge .....
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Vorsorge, Vorsorge, Vorsorge .....
Da hast du 100% recht!

Es gibt da nur, abgesehen von der Finanzierbarkeit, ein ganz gewaltiges Problem. Wenn du bereits mit einer nicht gerade geringfügigen chronischen Krankheit auf die Welt kommst, dann kannst du dich soviel privat ( zusatz) versichern wollen wie du willst, die Versicherung die dich nimmt wirst du kaum finden.

Ich, 1969 geboren, hatte nie auch nur den Hauch einer Chance ne BUZ Versicherung abzuschliessen. Das einzige was ich damals bekommen habe, da hat die Versicherung wohl gepennt, war ne Krankentagegeldversicherung. Mit 23 abgeschlossen, 65 Euro Jahresbeitrag, 35 Euro KTG. Die haben sich allerdings, Verhältnis Beitrag -> Leistung, dumm und dusselig gezahlt.
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Ja, ich kenne das Problem im Bereich Krankenzusatzversicherung bei AU.
Meine liebe Versicherung, wo ich alle Verträge seit Jahrzenten hatte, hat nur abgewunken.

BU und EMR hatte ich zum Glück in jungen Jahren und Privat und beim AG (Rahmenvertrag) abgeschlossen.
Bei AU war ich zum Glück wenigstens über den AG 6 Monate abgesichert, aber eben keine 18 Monate.

Der „Einkommensverlust„ vom 6.-18. Monat Krank war dann immens.
Der Dank für jahrzentelange Solidarität mit Höchstbeiträgen in der GKV.

Aber nicht falsch verstehen, ich habe auch nur bis zur BBG Beiträge gezahlt.
Nur ist das halt schon höher als jede Vollabsicherung in der PKV.

Die KVDR bringt mir auch nichts bei den Zusatzversorgungen, da zahle ich doppelte Beiträge.
In der PKV wären das 0€.

Will mich aber nicht sonderlich beschweren, da ich relativ gut dastehe.
Allerdings wäre ich viel lieber gesund und Arbeiten.
Bisserl weniger Hamsterrad dann bitte. ;-)
 

grün_fink

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Es ist ja wohl die Frage, wer alles den Laden am laufen hält, und wer welchen Schaden hat.
Das ist alles Definitionssache.
Ob man einen Standard sichern muss, oder wegen Krankheit sogar schon in jungen Jahren Gefahr läuft, bis ans Lebensende überschuldet zu bleiben, trotz bester Ausbildung.
Bei mir reicht dazu der Verdienst gerade so. Die Kur musste ich dann auch aus finanziellen Gründen abbrechen, denn Übergangsgeld und Krankengeld reichten so schon gerade so, waren knapp über Sozialhilfeniveau.
Der Preis war sehr hoch, bis heute: biografisch, finanziell, gesundheitlich, beruflich.
Aber was solls, man sagte ja, dass erst die dritte Generation es irgendwie schaffen würde, diese konnte nicht einmal mehr empfangen werden.
 
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