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Wie ermittle ich einen Schufa-Eintrag?

avalanche

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Moin in die Runde.

Gestern wollte ich mit meiner Ehefrau (geb. in Jugoslawien, abgeschl. Ausbildung als Finanzbuchhalterin) die Bank wechseln. Leider wurden wir abgewiesen, weil es einen Schufa-Eintrag über ca. 280€ von 12/2015 gab. Die Bankangestellte sagte, der Eintrag sei zwar bezahlt, müsse aber erst ganz verschwinden. Wir sollen eine Tilgung(?) beantragen, um danach ein neues Konto eröffnen zu können.

Hier im Forum sind wir dann auf Download zu §34 BDSG gestoßen. Die haben wir jetzt ausgefüllt, BPA (VS u. RS) kopiert und schicken das jetzt nach Bochum.

Meine Fragen sind jetzt:

(1) Dürfen bei der Schufa auch nicht-titulierte Forderungen eingetragen werden?

(2) Wie kann ich ermitteln, um welche Forderung es überhaupt geht und wer den Eintrag veranlasst hat?

(3) Wie kann die Forderung gelöscht werden?

Meine Frau beabsichtigt, zeitnah den Job zu wechseln und wird da mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine Schufa-Auskunft beibringen müssen. Begründete Rechnungen haben wir immer rechtzeitig und in der richtigen Höhe bezahlt, aber wir wollen auch nicht jedem, der die Hand aufhält, Geld hinterher schmeißen, am allerwenigsten in einer Stadt wie Hamburg.

Gruß an die Gemeinde,
ave
 

axellino

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Guten Tag,

(1) Dürfen bei der Schufa auch nicht-titulierte Forderungen eingetragen werden?
Durchaus möglich, wenn unbestritten und wie daraufhin hier auch, spätestens dann durch Zahlung anerkannt.
Geregelt ist das in § 28a BDSG

(2) Wie kann ich ermitteln, um welche Forderung es überhaupt geht und wer den Eintrag veranlasst hat?
Kostenlose "Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz " von der Schufa anfordern.

(3) Wie kann die Forderung gelöscht werden?
Dafür müsste man den Eintrag kennen, um dazu was sagen zukönnen.
Die Bankangestellte sagte euch ja, das aus der Schufa ersichtlich ist, das die Forderung bezahlt wurde und somit könnte man jetzt erstmal annehmen, das der Eintrag ein "Erledigungsvermerk" erhalten hat.
So ein Eintrag mit "Erledigungsvermerk" würde dann noch volle drei Jahre in der Schufa stehen, bis er gelöscht wird.

Ob ggfls. hier eine möglichkeit einer vorzeitigen Löschung bestehen könnte, müsste man prüfen.

Voraussetzungen für eine vorzeitige Löschung

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit solche Forderungen vorzeitig aus dem SCHUFA-Datenbestand gelöscht werden:

die Forderung wurde der SCHUFA erstmals nach dem 01.07.2012 mitgeteilt,
der Betrag der entsprechenden Forderung ist kleiner oder gleich 2.000 €,
die Forderung wurde innerhalb von 6 Wochen beglichen sowie vom Gläubiger der SCHUFA als beglichen mitgeteilt,
es darf sich nicht um eine titulierte Forderung, wie etwa einen Vollstreckungsbescheid, handeln.

Trifft eines dieser Kriterien nicht zu, bleibt die Forderung wie bisher als „Erledigt“ bis zum Ende der Speicherfrist (in der Regel drei Jahre) im SCHUFA-Datenbestand gespeichert.
Quelle
https://www.meineschufa.de/index.php?site=12_7

VG
axellino
 

avalanche

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Okay, vielen Dank schon mal, das bringt mich weiter.

Dann warte ich jetzt erst mal ab, was die Schufa antwortet. Hoffentlich dauert das nicht allzulange und ich hoffe, dass da auch steht, um was es geht.

Schönen Abend noch, ave
 

avalanche

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Gestern kam der Brief von der Schufa, darin heißt es:

Schufa vom 05.12.2016 schrieb:
(…)

Am tt.12.2015 hat LBB AG DBS-*m*z_n Kreditkarte unter der Nummer (XX) den Abschluss eines Kreditkartenvertrages mit einem vereinbarten Kreditrahmen von Y10,00 € gemeldet. Diese Information wird für drei Jahre nach Erledigung gespeichert. Gespeichert am (tt+05).12.2015. Am tt.01.2016 wurde mitgeteilt, dass die Vertragsbeziehung inzwischen beendet wurde oder die Forderung inzwischen ausgeglichen wurde. Es werden auch Angaben über erledigte Geschäftsbeziehungen gespeichert, da diese Informationen für eine neue Vertragsentscheidung von Bedeutung sein können.

Am tt.12.2015 hat LBB AG DBS eine Anfrage bei Beantragung einer Kreditkarte oder im Rahmen der regelmäßigen Bonitätsprüfung bei einem bestehenden Vertragsverhältnis gestellt.

(…)

Nach einer Bestellung beim online-Versandhandel wurde eine Zahlungsabwicklung per Kreditkarte aufdringlich angeboten. Als der zugehörige Kreditvertrag später mit Tagespost zugestellt wurde und wir die Vertragsbedingungen der LBB dezidiert sondiert hatten, haben wir die (vorher eingescannten) Unterlagen nicht unterschrieben zurückgeschickt.


Mit Landesbanken (sei es die LBB, HSH, BayernLB oder West LB) wollen wir nicht geschäftlich verbunden sein.


Für Rückfragen steht auf dem Schufa-Schreiben die Telefon-Nr. 0611 - 92780. Wenn ich da anrufe, wollen die erst eine Bankverbindung haben. Das kommt für uns nicht in Frage.


Wie sollen wir jetzt weiter vorgehen, um den Eintrag gelöscht zu bekommen?


Dank im voraus, ave
 

axellino

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Guten Abend :wink:

Am tt.12.2015 hat LBB AG DBS eine Anfrage bei Beantragung einer Kreditkarte oder im Rahmen der regelmäßigen Bonitätsprüfung bei einem bestehenden Vertragsverhältnis gestellt.
Der Eintrag wird an Vertragspartner der Schufa nicht mehr weiter gegeben und sollte mit Ablauf eines Jahres verschwunden sein.

Am tt.12.2015 hat LBB AG DBS-*m*z_n Kreditkarte unter der Nummer (XX) den Abschluss eines Kreditkartenvertrages mit einem vereinbarten Kreditrahmen von Y10,00 € gemeldet. Diese Information wird für drei Jahre nach Erledigung gespeichert. Gespeichert am (tt+05).12.2015. Am tt.01.2016 wurde mitgeteilt, dass die Vertragsbeziehung inzwischen beendet wurde oder die Forderung inzwischen ausgeglichen wurde. Es werden auch Angaben über erledigte Geschäftsbeziehungen gespeichert, da diese Informationen für eine neue Vertragsentscheidung von Bedeutung sein können.
Dieser Eintrag besagt nur, das es eine Vertragsbeziehung über einen Kreditrahmen von xxxx Euro gab, der ausgeglichen (und damit erledigt) wurde und die Geschäftsbeziehung beendet wurde. Es handelt sich dabei nicht um ein Negativmerkmal, sondern um einen Eintrag der die ordnungsgemäße Bedienung des Kreditvertrages bestätigt.

Daher ist das in der Historie nicht negativ, sondern sogar durchaus als positiv zu werten,
es wurde also ein früherer Kredit ordnungsgemäß ausgeglichen.

Die Bonität, damit auch die Konditionen bei künftigen Geschäften, ist natürlich generell besser, wenn man alles brav und pünktlich bedient hat. :wink:
Manche Institute tun sich sogar schwer Kredite an Leute zu vergeben, die gar keinen Eintrag haben, zu wenige Infos.

Daher kann ich diese Aussage absolut nicht nachvollziehen

Leider wurden wir abgewiesen, weil es einen Schufa-Eintrag über ca. 280€ von 12/2015 gab. Die Bankangestellte sagte, der Eintrag sei zwar bezahlt, müsse aber erst ganz verschwinden. Wir sollen eine Tilgung(?) beantragen, um danach ein neues Konto eröffnen zu können.
Ich denke mal, diese Aussage wurde gemacht, weil man deine Frau aus irgendwelchen anderen Gründen nicht als Vertragspartnerin haben wollte.

Nun gut, jetzt schreibst Du, das es betreffend des Eintrags, eigentlich keine Geschäftsbeziehung zustande gekommen ist.
Somit müsstet ihr, wenn das ebend zutreffend sein sollte und ihr den Eintrag aus der Schufa raus haben wollt, euch mit der Schufa und deren Vertragspartner (LBB) auseinander setzen, damit der umgehend gelöscht wird und das dann ebend schriftlich.

Aber wie geschrieben, dieser Eintrag ist in keinsterweise ein Negativmerkmal in der Auskunft.

VG
axellino
 

avalanche

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Hallo @axellino,

erstmal vielen Dank für deine Hilfe.

Im Dez. 2015 hat meine Frau beim Versandhandel A. bestellt und das Kreditkartenangebot bekommen.

Im Nov. 2016 wollte sie ein Girokonto eröffnen bei der S. Bank in HH. Dies wurde verweigert mit Blick auf den Score-Wert der Schufa. Beide Seiten habe ich unten angehängt.

In der oberen Tabelle in der 4. Spalte ist der Score-Wert eingetragen, mithin:
29.04.2016: 9596
29.05.2016: 193

Danach wird der Score-Wert immer schlechter.


Unsere Frage ist jetzt natürlich: Warum wird der Score Wert immer schlechter?


Vielen Dank im voraus, ave
 

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axellino

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Ich weiss jetzt nicht, ob ich Dir überhaupt weiterhelfen kann, schreibe aber trotzdem mal was dazu.

Im Nov. 2016 wollte sie ein Girokonto eröffnen bei der S. Bank in HH. Dies wurde verweigert mit Blick auf den Score-Wert der Schufa
Es gab dieses Jahr insgesamt vier vergebliche Anfragen, betreffend einer Kontoeröffnung bei dieser Bank, das drückt den Scorewert sicher auch, auch wenn die Schufa das nicht zugeben würde, wie sie auch ein grosses Geheimnis draus macht, welche Daten und Informationen genau in die Berechnung einfliessen und wie er somit zustande kommt.

Die Schufa verrät nur, welche Arten von Daten grundsätzlich in die Berechnung einfließen können: Bisherige Zahlungsstörungen, die Kreditaktivität im letzten Jahr (dazu gehören auch beantragte, aber nicht abgeschlossene Darlehen), die Kreditnutzung, die Dauer von Kreditbeziehungen (lang ist gut, das deutet auf Erfahrung hin) und allgemeine Daten wie Geburtsdatum und Geschlecht. Anschriftendaten verwendet die Schufa laut eigener Aussage in der Regel nur dann, wenn wenige personenbezogene Daten vorliegen. Dabei würden aber nur kreditrelevante Schufa-Daten aus der direkten Umgebung verwendet, keine zugekauften Informationen von sogenannten Geoscoring-Anbietern.

Aus der Auskunft ist ersichtlich, das es keine offene Negativmerkmale gibt und die Aktuellen Wahrscheinlichkeitswerte, betreffend "Bisherige Zahlungsstörungen" alle ein + + haben (deutlich unterdurchschnittliches Risiko) daran kann es also nicht liegen, das der Scorewert (Aktuelle Wahrscheinlichkeitswerte) so schlecht ist.

Die von Dir benannte Bank ist eine Direktbank und bekommt den Schufa Score für Sparkassen/Genossenschaftsbanken Version 1.0 übermittelt und dazu als sogenannter A-Vertragspartner der Schufa,

Was sind A-Vertragspartner?

A-Vertragspartner, das sind z.B. Banken und Sparkassen, sehen bankrelevante Positivinformationen (also ob Sie z.B. ein Girokonto oder eine Kreditkarte haben) und bankrelevante Negativinformationen (z.B. Kündigung eines Kredites). Sie sehen darüber hinaus Negativinformationen aus anderen Branchen z.B. aus dem Telekommunikationsumfeld oder dem Versandhandelsbereich (gemahnte und unbestrittene offene Rechnungen). Sie sehen aber grundsätzlich nicht, bei WELCHEM Unternehmen Sie Kunde sind.

Außerdem sehen die A-Vertragspartner, ob ein Unternehmen in den letzten 10 Tagen eine Auskunft zu Ihrer Person bei der SCHUFA eingeholt hat – wieder ohne zu wissen, um welches Unternehmen es sich handelt. Für Sie hingegen, weisen wir alle Anfragen zu Auskünften mit Angabe des Unternehmens 1 Jahr lang aus.
Info
https://www.meineschufa.de/site-15?type=2#28

Betrachtet man nun unter "Aktuelle Wahrscheinlichkeitswerte" vom 05.12.2016 den Punkt, Schufa Score für Sparkassen/Genossenschaftsbanken Version 1.0
dann steht dort ein grottenschlechter Scorewert von 106 von max. möglichen 999 Punkten.
Liest man in den "Risiko der Datenarten" dann ist ein wenig ersichtlich, was den Scorewert drückt, aufjedenfall sind es keine bisherigen Zahlungsstörungen.

Keine langen bestehende Vertragsbeziehungen, keine Kreditaktivität letztes Jahr, keine bis kaum Kreditnutzung, mangelnde Kredithistorie, die Kreditkarte und sehr kurze Geschäftsbeziehung mit der LBB, vier Anfragen betreffend Kontoeröffnung innerhalb von sechs Monaten usw.
Desweiteren lese ich auch nix von einen bestehenden oder bestandenen Kontoverbindung.

Das alles und sicher noch einiges und mag es ggfls. eine schlechte Wohngegend sein, wo man lebt, fliesst hier sicher in die Berechnung des Scorewert mit ein.

Scoring ist aus dem Kreditgeschäft nicht mehr wegzudenken: Die Schufa und andere Auskunfteien ermitteln anhand verschiedener Daten tagesaktuell, wie hoch das Kreditausfallrisiko für eine bestimmte Person ist. Die Basis dafür bilden überwiegend Informationen zum bisherigen Vertragsverhalten, so dass Scorewerte auch als eine Art standardisierte Selbstauskunft betrachtet werden können.

Es geht mich ja nix an, aber warum muss es ausgerechnet diese Bank sein und wenn es ebend unbedingt diese sein muss, dann sollte das Konto als Guthabenkonto eröffnet werden, dann sollte es eigentlich auch keine Ablehnung geben und wenn doch, dann woanders erstmal ein Guthabenkonto eröffnen, gibt genug andere Banken die euch nicht wegschicken würden.
 

axellino

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Nachdem ich noch ein wenig recherchiert habe, nehme ich nochmal kurz bezug auf dem Eintrag der LBB in 12/2015 u. 01/2016 stellung.

Dieser Eintrag ist kein Negativmerkmal, aber er nimmt Einfluss aufs Scoring und das nicht im positiven.
Versuche also den Eintrag zu löschen, so wie es die Bankangestellte geraten hatte.
Eine vorzeitige bzw. sofortige Löschung von Eintragungen ist möglich bei Giro- und Kreditkartenkonten, sofern diese vom Kunden selbst gekündigt bzw. bei der Bank aufgelöst werden.
Oder ebend, das die Eintragung unrichtig ist, vgl. § 35 Abs.1 Bundesdatenschutzgesetz, da kein Vertragsverhältnis zustande kam, nach deinen Darlegungen.

Gruss
axellino
 
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