Wie erkläre ich den Verkauf privater Wertgegenstände zur Aufstockung finanzieller Mittel?

anrawo

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Hallo in die Runde,

ich hätte da mal zwei Fragen zum Verkauf von privaten Wertgegenstände und Kontoauszügen allgemein.

Da seit Corona in der Gastronomie gar nichts mehr geht, sah ich mich veranlasst einen Teil meiner Uhren und Teile meiner doch recht umfangreichen Fotoausrüstung zu verkaufen. Alles in allem bin ich mit dem Verkauf auf eine doch recht stolze Summe gekommen, die teilweise über Paypal oder Überweisungen nachvollziehbar sind. Nun kommt es wie es kommen musste, der SB möchte Kontoauszüge von allen Konten einsehen.

Ich finde es, als recht bequem mit dem Smartphone über G Pay zu zahlen. Es ist mittlerweile so weit, dass ich wochenlang überhaupt kein Bargeld mehr nutze. Das Preisgeben meiner Einkaufsgewohnheiten an Google und Co. stellt für mich kein Problem dar. Aber einem Sachbearbeiter vom JC gegenüber irgendwie schon. Vor allem ist der Ausdruck der Paypal Auszüge der letzten Monate riesig. Alleine Paypal bis gestern Abend 184 Seiten, Bank1 = 39 Seiten und Bank2 = 62 Seiten für die letzten 4 Monate.

Mein Vorschlag an den SB war nun, die fast 300 Seiten als PDF per Mail oder mit Datenträger zur Verfügung zu stellen. Leider wäre das nicht möglich, er braucht die Kontoauszüge in Papierform und ich solle sie vorher ausdrucken sowie im JC abgeben oder per Post schicken. Ich hätte ja Zeit bis zum 17. August, den bis dahin sei er ja erstmal im Urlaub. Solange werde ich auch sicher brauchen, alle Ausgaben die mir Irrelevant erscheinen zu schwärzen.

Aber zurück zur eigentlichen Frage;
Wie wird der Verkauf von privaten Wertgegenstände unterhalb des Freibetrags gehandhabt?
Wie stelle ich dem JC die tatsächlichen Kosten für die Beschaffung der Kontoauszüge in Rechnung bzw. kann ich damit eine Firma beauftragen? Nicht falsch verstehen, aber in der heutigen digitalen Zeit auf Papier zu bestehen, sollte schon etwas "bestraft" werden. Und knapp 300 Seiten Ausdruck ist nicht gerade Haushaltsüblich.

Danke für evtl. Vorschläge
 

jaykay19

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Ist einfach eine Vermögensumwandlung, solange du die Sachen nicht mit Gewinn verkaufst. Die Kosten für die Kontoauszüge wirst du nicht erstattet bekommen. Die einzige Alternative wäre in der Tat PDF. Aber die alle über Outlook anzuschauen ist ne Qual. In die eAkte drucken ist in dem Fall ja nicht. Datenträger von Kunden dürfen nicht an Mitarbeiter PCs genutzt werden, daher die Ablehnung des SBs diesbezüglich.
 
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Gelöschtes Mitglied 70017

Gast
probier doch mal die Auszüge zu 4 oder zu 6 auf eine A4-Seite zu bringen. Das spart Papier, ggf. auch Porto. Hauptsache das Druckergebnis ist leserlich. :)
 
G

Gelöschtes Mitglied 63552

Gast
Nutzt du die Webseite der Arbeitsagentur ?
Da kann man auch PDFs hochladen die der Sachbearbeiter dann anschauen kann.

Und was den Verkauf von Privatsachen angeht, das ist wie andere auchschon erwähnt haben eine Vermögenswandlung. Das einzige worauf man dabei achten sollte ist dass man unter dem Freibetrag für angespartes Vermögen bleibt.
 

Matt45

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Bei deinen 300 PDF Seiten macht nur eine elektronische Übertragung Sinn.

Oder du bringst deinen Laptop mit ins JC zur Sichtung der Auszüge.

Seit wann bekommst du Unterstützung bzw. bist du seit März/April 2020 erst Kunde beim JC?

Hast du wirklich innerhalb von 3-4 Monaten 300 Seiten PDF Auszüge?

Rechne aber bei der Menge mit mehreren Nachfragen vom JC und überlege dir gute Antworten.

Bei einer "Rolex" wird es mit Sicherheit einige kritische Fragen geben.

Solange dein Freibetrag im "grünen" Bereich liegt ist alles ok, allerdings finde ich 300 Seiten wirklich viel.
>>> Wenn du 200 Uhren für jeweils "1,70 €" verkauft hast wird es verständlicher(die Menge an Auszügen) für mich.
 

ZynHH

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Wenn du 200 Uhren für jeweils "1,70 €" verkauft hast wird es verständlicher(die Menge an Auszügen) für mich.
Ist wohl eher so, das jedes Brötchen beim Bäcker mit der Armbanduhr/Handy bezahlt wird.

Ich würde die Dateien auf einen USB Stick ziehen und dann zu Staples o.ä. gehen und das dort beidseitig drucken lassen, wenn kein eigener Laserdrucker im Haus ist. Und das er das auf Papier haben will, hat er ja schon deutlich gemacht.

Ich würde halt für die ALG II-Zukunft weniger Buchungen produzieren....
 

Birt1959

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Datenträger von Kunden dürfen nicht an Mitarbeiter PCs genutzt werden, daher die Ablehnung des SBs diesbezüglich.

Die PDFs könnten zugemailt oder im Portal der Bundesagentur hochgeladen werden. Allerdings sehe ich bei beiden Versionen das Problem, dass 300 Seiten je nach Auflösung der Scans oder der Original-PDFs die zulässige Maximalgröße eines Uploads sprengen könnten. Bei einem Mailprogramm könnte es ähnliche Probleme mit der Größe geben. Das kann allerdings mit einem Komprimierprogramm eventuell behoben werden. Es gibt mehrere im Internet und meine Erfahrung ist, dass die gut komprimieren und das Komprimierte lesbar bleibt. Denn das ist auch wichtig - wenn der*die SB*in wegen der schlechten Lesbarkeit verärgert ist, kann sich das in der Bearbeitung wiederspiegeln.

https://tools.pdf24.org/en/compress-pdf

Und noch eins

Nutzt du die Webseite der Arbeitsagentur ?
Da kann man auch PDFs hochladen die der Sachbearbeiter dann anschauen kann.

Das wäre die einfachste Methode, wenn da keine niedrige Uploadgröße ist. In dem Fall ist eventuell Kreativität gefragt.

Bei deinen 300 PDF Seiten macht nur eine elektronische Übertragung Sinn.

Wenn der SB aus bestimmten Gründen das in Papierform haben will, sehe ich ein Problem. In Städten mit einer Hochschule gibt es allerdings Copy-Shops, die Abokarten oder so etwas anbieten. Da geht der Preis durch die Anzahl herunter.

Oder du bringst deinen Laptop mit ins JC zur Sichtung der Auszüge.

Erstens sollte mann*frau dem JC sowenig Einsicht in die Privatsphäre gewähren und zweitens hat kaum ein*e JC-Mitarbeiter*in während der Sprechzeit die Zeit, sich 300 Seiten genau anzugucken. Denn er*sie muss ja entscheiden, ob die Vermögensumwandlung die zulässige Freigrenze überschreitet...

Rechne aber bei der Menge mit mehreren Nachfragen vom JC und überlege dir gute Antworten.

Bei einer "Rolex" wird es mit Sicherheit einige kritische Fragen geben.

Solange dein Freibetrag im "grünen" Bereich liegt ist alles ok, allerdings finde ich 300 Seiten wirklich viel.
>>> Wenn du 200 Uhren für jeweils "1,70 €" verkauft hast wird es verständlicher(die Menge an Auszügen) für mich.

Na ja, wenn alles vom Brötchen, wie @ZynHH andeutete, bis zur Reparatur in der Wohnung oder am Auto kontaktlos, wie von der Politik momentan gewünscht, bezahlt wird, entsteht da schon ein Wust an Buchungen. Solange die als PDF auf irgendeinem PC schlummern, ist ja alles gut. Nur wird jetzt ein Ausdruck verlangt und dann entsteht das Problem.

Es gibt Behördenniederlassungen, in denen die Führungsetage noch die gute alte Papierform für die Geschäftsabläufe verlangt und in denen sich die SB*innen dieser Forderung kaum entziehen können.

Dem*der TE bleibt nur, @ZynHHs Vorschlag zu beherzigen, in Zukunft die Buchungsvorgänge auf seinen Konten zu minimieren. Und das bedeutet: Zahlungen erfolgen wie vor 50 Jahren - was per Bargeld bezahlt werden kann, wird so bezahlt. Also schafft sich der*die TE besser eine vernünftige und robuste Geldbörse an und lässt die Smartwatch daheim.
 
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anrawo

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Erstmal vielen Dank für die Antworten!

Tatsächlich habe ich im März für die zurückliegenden 6 Monate meine Auszüge abgegeben. Jetzt muss ich halt wieder zur Weiterbewilligung im September alle Auszüge vom März bis zur Antragsabgabe einreichen.

In der Tat bezahle ich alles mit G Pay. Sei es das Brot/Brötchen, den Kaffee unterwegs, den Lottoschein oder den Einkauf im Supermarkt, sogar an der Eisdiele geht das super.

Der lange geplante und jetzt auch genehmigte Urlaub steht vor der Tür und da braucht es schon ein paar Euro. Deshalb die Verkäufe. Und wirklich einfach mit dem ALG 2 über die Runden zu kommen ist es definitiv nicht. Dazu verdienen ist in der Gastronomie gerade auch sehr eingeschränkt. Zumal die, die jetzt normal auf Saison unterwegs wären auch zu Hause bleiben und hier Jobs suchen.

Die Kontoauszüge werde ich elektronisch übermitteln oder eben gar nicht. Ich habe in anderer Sache eine Anwältin für Arbeit und Sozialrecht, die meint, ich solle der Aufforderung widersprechen und mal abwarten. Wegen der Verkäufe muss ich mir auch keinen Kopf machen, da ist noch Luft genug mit dem Freibetrag.
 

Piiiter

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So einfach ist das nicht mit der Vermögensumwandlung.
Wenn diese Wertgegenstände nicht beim Erstantrag als Vermögen angegeben wurden, gibt es schon Probleme... Zum einen zu Beweisen, dass diese Wertsachen dir schon vor ALG2 gehörten, zum anderen gehören Wertgegenstände angeben...
Eine Vermögensumwandlung kann imho nur erfolgreich sein, wenn dieses Vermögen auch angegeben wurde.

Im Zweifel Ibäh Kleinanzeigen - Bar auf Kralle.
 

ZynHH

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ich solle der Aufforderung widersprechen
Ich würde nicht der Vorlage als solches widersprechen, sondern in Anbetracht der Menge an Papier, eine elektronische Vorlage anbieten oder eine Kostenzusage für den Ausdruck bei einem Copyshop, dafür schon mal Angebote anfordern.


Wenn ich diese Auszüge prüfen müsste, wäre mir die digitale Variante viel lieber, da ich viel weniger Arbeit hätte, da ich gezielt in ungeschwärzten Auszügen prüfen könnte.
 

Kerstin_K

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Wenn diese Wertgegenstände nicht beim Erstantrag als Vermögen angegeben wurden, gibt es schon Probleme...
Wobei der Übergang vom normalen Haushaltsgegenstand zum Wertgegenstand ja wohl auch fliessend ist.

Ich besitze zum Beispiel ziemlich viele Bücher. Wenn ich die jetzt für sagen wir Stück 1 EUR verkaufen würde, das meiste sind Taschenbücher, dann könnte, sofern sich Käufer finden, eine dreisellige Summe zustande kommen. Ich würde aber niemals auf die Idee komen, diese Bücher in irgend einem Antrag als Wertgegenstände anzugeben.
 

Piiiter

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Klar, Kerstin_K. Aber wir reden hier ja nicht über Bücher, sondern über wirkliche Wertsachen wie Uhren und Kamera.

Ich habe damals leider meine Fotoausrüstung auch nicht angegeben, obwohl ich noch 5000€ Freibetrag gehabt hätte... Ich vermute die könnte ich jetzt nur Bar verkaufen, wenn plötzlich 2000€ Eingang auf dem Konto sind, wäre das wohl nur schwer zu erklären - Besonders im Hinblick der Nichtangabe bei Antragstellung.
Könnte mir in den Popo beißen...
 
G

Gelöschtes Mitglied 63552

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Man darf ja auch nicht vergessen dass Gegenstände einem Wertverlust unterliegen. Nehmen wir z.b. mal eine Canon Eos Kamera. Die war ziemlich gut und ziemlich teuer als sie damals rauskam, also durchaus von Wert. Dann kamen die Nachfolgemodelle raus und aktuell machen Smartphones vermutlich schon gleich gute oder bessere Bilder.
Wenn also die Kamera vor Paar Jahren 5000 Euro gekostet hat, wird man das heute dafür nicht mehr bekommen sondern die meist nur mit großen Verlust weiterverkaufen können.
Da somit keine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt dürftest du auf der sicherern Seite sein solange du unter der Vermögensgrenze bleibst.
Auch würde ich mal Versuchen das Jobcenter davon zu überzeugen dass es sich bei den Foto- und Kamerasachen gar nicht um Vermögensgegenstände handelt sondern um ganz normale Alltagsgegenstände und du die deshalb auch nicht als Vermögen angegeben hast, da es ja kein Vermögen ist.

Bei den Uhren könnte es schwieriger werden, je nachdem was das für Uhren sind. Wenn das in Richtung Rolex und Co. geht sind es wirklich Vermögensgegenstände. Da könnte die Nichtangabe ein Problem darstellen.

Und generell ein Tip für die Zukunft, solange du mit dem Jobcenter zu tun hast, am besten nur noch in Bar zahlen so dass möglichst wenig Belege und Nachweise entstehen die im schlimmsten Fall gegen dich verwendet werden können.
 

anrawo

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Wenn ich diese Auszüge prüfen müsste, wäre mir die digitale Variante viel lieber, da ich viel weniger Arbeit hätte, da ich gezielt in ungeschwärzten Auszügen prüfen könnte.
Ich habe schon begonnen die Ausgaben zu schwärzen. Geht mit meinem PDF Programm recht gut und schnell. Geht ja keinen was an für was ich mein Geld ausgebe. Die Einnahmen werde ich so belassen und da meist eh der Verwendungszweck angegeben ist, sollte es klar sein das ich Privatbesitz verkaufe.

Klar, Kerstin_K. Aber wir reden hier ja nicht über Bücher, sondern über wirkliche Wertsachen wie Uhren und Kamera.

Ich habe damals leider meine Fotoausrüstung auch nicht angegeben, obwohl ich noch 5000€ Freibetrag gehabt hätte... Ich vermute die könnte ich jetzt nur Bar verkaufen, wenn plötzlich 2000€ Eingang auf dem Konto sind, wäre das wohl nur schwer zu erklären - Besonders im Hinblick der Nichtangabe bei Antragstellung.
Könnte mir in den Popo beißen...
Ich denke mal es ist völlig egal, ob man Bücher, Uhren, Küchengeräte oder Kameras hat. Kein Mensch denkt spontan an seine Vesuvius Kaffeemaschine oder an seine €40000,- Küche wen er nach Vermögen gefragt wird. 100 hochwertige Bücher zu einem Neupreis von €5000,- hat sicher auch keiner auf dem Schirm. Und eine Fotoausrüstung von €5000,- und mehr ist jetzt auch nicht so ungewöhnlich.

Ich habe in den letzten Jahren des Öfteren ALG2 in Anspruch genommen. Als Selbstständiger, gerade in diesen Zeiten war ich der Ansicht das erstmal ein gewisses "Vermögen" nicht zur Prüfung steht. Aber dies ist wie alle Versprechungen und angeblicher Hilfen auch nur eine Pressemitteilung wert gewesen.
 

TazD

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Die Kontoauszüge werde ich elektronisch übermitteln oder eben gar nicht. Ich habe in anderer Sache eine Anwältin für Arbeit und Sozialrecht, die meint, ich solle der Aufforderung widersprechen und mal abwarten.
Dein Problem und das der Anwältin ist aber, dass es keine rechtliche Grundlage und somit keinen rechtlichen Anspruch dafür gibt, dass du die Kontoauszüge elektronisch vorlegen darfst. Im Gegenzug kann der SB über § 60 SGB I, § 21 SGB X die Vorlage in Schriftform verlangen.
 

Helga40

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Die Anwältin meinte wirklich, dass du einer Aufforderung zur Mitwirkung widersprechen sollst? Das war wirklich eine Anwältin? Für Sozialrecht? Die meint, dass man gegen ein Schreiben, das kein Verwaltungsakt ist, in Widerspruch gehen kann?!

Mit Jobcenter. digital kann man übrigens auch Anlagen hochladen.
 
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