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Wie bei einem Ausstieg aus der Arbeitswelt vorgehen, ohne Sperrzeit zu kassieren?

Paolo_Pinkel

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#1
Ein (nich) HE, der in der Pflege tätig ist, leidet an einem massiven Burnout und beabsichtigt wegen noch anderer gesundheitlicher Einschränkungen auf absehbare Zeit zu kündigen, will auch in diesem Bereich nicht mehr arbeiten. Zunächst hätte man Anspruch auf ALG I. Ich habe der Person abgeraten, selber zu kündigen, weil ansonsten Sperrzeit droht. Bin mir da aber selber auch nicht mehr so sicher, weil es hier um ALG I geht - ist schon etwas länger her:icon_mrgreen:. Was könnte man der betroffenen Person raten, um heil und ohne Sperrzeit den Job aufzugeben? Diverse Fachärzte sind eingebunden und würden auch sicherlich mit Bescheinigungen winken.
 

Lilastern

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#2
Ein (nich) HE, der in der Pflege tätig ist, leidet an einem massiven Burnout und beabsichtigt wegen noch anderer gesundheitlicher Einschränkungen auf absehbare Zeit zu kündigen, will auch in diesem Bereich nicht mehr arbeiten. Zunächst hätte man Anspruch auf ALG I. Ich habe der Person abgeraten, selber zu kündigen, weil ansonsten Sperrzeit droht. Bin mir da aber selber auch nicht mehr so sicher, weil es hier um ALG I geht - ist schon etwas länger her:icon_mrgreen:. Was könnte man der betroffenen Person raten, um heil und ohne Sperrzeit den Job aufzugeben? Diverse Fachärzte sind eingebunden und würden auch sicherlich mit Bescheinigungen winken.
Vom behandelnden Arzt ein Attest ausstellen lassen, dass er in dieser Firma aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann.

Bei der AFA soll er sich das entsprechende Formular besorgen, das muss der Arzt auch ausfüllen.

Somit kann man eine Sperrzeit bei ALG 1 umgehen.
 

Texter50

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#4
Aufhebungsvertrag aus gesundheitlichen Gründen.
Da wär ich vorsichtig und würde das mit den gesundheitlichen Gründen erst mal absichern lassen. Aufhabungsvertrag ist gerne ein Grund für Sperrzeiten, wenn das nicht 100% abgedichtet ist. :icon_cry:
Aber: kann man bei Bournout nicht einen lang andauernden Krankenschein haben?
 

HartzVerdient

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#5
Vom behandelnden Arzt ein Attest ausstellen lassen, dass er in dieser Firma aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann.
Ich habe es auch so gemacht! Allerdings etwas trickreicher.

Erst einmal 8 Wochen krank geschrieben. Das sind 2 Monate wo du noch volle Kohle bekommst, ohne zur Arbeit zu müssen.

Danach habe ich im Gespräch mit dem Arzt gebeten, mir diesen Attest für ALG1 auszufüllen. Zwischenzeitlich bin ich noch zur Mobbingberatung und habe dort noch eine Story erzählt (was in meinem Fall aber zutraf) und mit dem Zahlungsattest und dem Attest vom Arzt bin ich zum Amt und habe ALG1 beantragt.

Zwischenzeitlich habe ich meine Kündigung beim AG eingereicht und wurde 3 Monate freigestellt. Es folgte keine Sperrung.

Also! Das Unternehmen ausnehmen bis zum letzten Tag (krankmachen), dann kündigen, den Resturlaub nehmen und dann freistellen lassen. Soll der AG doch bluten.
 

silka

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#8
um heil und ohne Sperrzeit den Job aufzugeben? Diverse Fachärzte sind eingebunden und würden auch sicherlich mit Bescheinigungen winken.
Kommt sicher auf den Arbeitgeber an.
Es gibt welche, die versuchen, den AN in andere Bereiche mit weniger Belastung zu versetzen.
Es gibt welche, die bieten von sich aus einen Wechsel an, wenn sie mitkriegen, was mit dem AN los ist.
Pflege und Pflege kann ganz viel unterschiedliches sein.
Wer zunächst mal -au- ist und dann mit Therapie wieder arbeitsfähig wird, kann evtl. verkürzt arbeiten.
wer lange -au- ist, wird sicher irgendwann gekündigt.
Dann hat sich das kleine Problem der Sperrzeit wohl erledigt.
Bis dahin ist man krank mit Lohnfortzahlung und dann Krankengeld.

Heutzutage kündigt man nicht selbst.
Erst recht nicht, wenn massive gesundheitliche Probleme vorhanden sind. Da geht man mit allen diesen Problemen zum Arzt/zu Ärzten.
Dann ist erstmal Zeit, zumindest das Burnout-Syndrom in den Griff zu kriegen.
 

HartzVerdient

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#9
Kommt sicher auf den Arbeitgeber an.
Ich erzähl dir wie mein Arbeitgeber vorgegangen ist, nachdem ich kaputt ging. Nach meinem Krankenhausaufenthalt kam ein "Rückkehrgespräch". Dort wollte man mich bearbeiten, der Betriebsrat ist vollkommen ausgeflippt.

Danach hat mich mein Geldgeiler Business Unit Manager sukzessive kaputt gemacht. Immer wieder hat er seinen Lakaien angewiesen mich Stück für Stück zu zerlegen. Auch dem konnte ich noch standhalten.

Als das nicht ganz für ihn klappte, setzte er Abmahnungen ein und ich wurde für Lappalien abgemahnt, wo andere sich vieleicht die Ast abgelacht hätten. Als dies auch nicht klappte, gingen die Stichelein immer weiter.

Dieses Spiel zog sich von 2008 - 2010 hin, bis ich letztendlich 8 Wochen krank wurde und dann meinen Hut nahm. Heute gehts mir viel besser und ich sehe wieder gesund aus.

Warum das Ganze ? Er hatte keine Arbeit für mich und setzte mich fachfremder Tätigkeiten aus, die mich kaputt machten. Hausgemachte Probleme auf Grund massiver Inkompetenz von Schwachköpfen, die einst jahrzehntelang bei der Bundeswehr dienten.

Ich bin dem Betriebsrat mehr böse als dem Schwachkopf von Business Unit Manager, da die ihrer Arbeit nicht nachkamen. Heute ist mir bekannt, das der Betriebsrat den Schwachkopf nebst seinem Sales Direktor abgesägt hat.

Es sind nach mir noch etliche andere Mitarbeiter gegangen.

Also ja! Man kündigt und ich würde jederzeit wieder kündigen. Meine Gesundheit ist mir mehr Wert, als die Hackfresse vom Roten (so nenne ich den BU Manager) jeden Tag sehen zu müssen.

Das war ein internationaler Großkonzern mit etlichen Standorten und Aufgaben. Es wäre ein leichtes, mich umzusetzen. Aber es passte nicht in seinen Kram, weil er Schwanzmessen wollte.
 

gila

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#10
Erst einmal Arbeitsunfähigkeit, ausgiebige Behandlungen, Ruhe, ggf. begleitend Therapie, bei massivem Burnout eine AKUTEINWEISUNG durch die Krankenkasse in eine psychosomatische Klinik anstreben.
Das geht schneller als über die DRV - kann nicht als "irgendwas mit Rente" ausgelegt werden - Einweisung schreibt jeder Arzt.
Die Klinik kann man sich weitgehend selbst aussuchen und sich in mehreren vormerken lassen.
Hat man Glück, ist man in 2-4 Wochen wech ...

Pflege-Burnout ist MEIST mit "Helferpersönlichkeit" plus "Coabhängigkeit" gepaart :biggrin: - sollte man noch eine "etwas andere" therapeutische Herangehensweise andenken.
(Gerne auf PN Kliniktipps...)
Diese Akuteinweisung sollte man unbedingt - wenn man irgendwann wieder einmal "lebensfähig" sein möchte, auf 2-3 MONATE in einer entspr. Klinik ausdehnen!!!

In der Klinik gibt es immer Sozialberatungen - wenn man raus kommt, ist man eh noch lange nciht arbeitsfähig.
Ich war insgesamt die ganzen 78 Wochen AU.
Erst dann trat der AG auf mich zu, weil durch Firmenverkauf betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen wurden.
KEIN Aufhebungsvertrag - ER hat mich dann gekündigt. Mündliches OK.
Gab auch Abfindung wegen der langen Betriebszugehörigkeit!!!
Dann erfolgte Meldung ALGI - problemlos.

Eine derartige Vorgehensweise ist mit etwas "Selbsterkenntnis" in so einem Fall sicher das beste - verschafft Zeit für Genesung und neues Planen.

Dies alles mitbedenken!
 

HartzVerdient

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#11
auf 2-3 MONATE in einer entspr. Klinik ausdehnen
Das macht keine Krankenkasse mit. Mein behandelnder Arzt hatte Hassbriefe von meiner Krankenkasse (HKK) bekommen. Die wurden wirklich laut und unfreundlich. Durfte den Brief unter der Hand lesen. Ich war da ganz schön Baff. Leider musste der Aufenthalt, trotz Bedenken meines Arztes, massiv gekürzt werden.

Ich war insgesamt die ganzen 78 Wochen AU.
Ich überleg, ob das ein Schreibfehler von dir ist. Lese ich richtig ? 78 Wochen ?
 

gila

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#12
Das macht keine Krankenkasse mit. Mein behandelnder Arzt hatte Hassbriefe von meiner Krankenkasse (HKK) bekommen. Die wurden wirklich laut und unfreundlich. Durfte den Brief unter der Hand lesen. Ich war da ganz schön Baff. Leider musste der Aufenthalt, trotz Bedenken meines Arztes, massiv gekürzt werden.

Ich überleg, ob das ein Schreibfehler von dir ist. Lese ich richtig ? 78 Wochen ?
... kläre ich dich gern auf:

Selbstverständlich zahlt - gerade bei so einem Krankheitsbild - die Krankenkasse je nach Indikation auch einen soooo langen Aufenthalt.
Ich selbst war 9 Wochen "wech" - angepeilt waren erstmal 3-5 ... in so einer Klinik stellt sich während des Aufenthaltes sehr oft ein weiterer Bedarf heraus und die Klinik beantragt dann eine Verlängerung.
Ich pers. wollte nicht mal 1 Tag in eine Klinik - heute betrachtet war es die wertvollste Zeit meines Lebens.
In dem Bereich gab/gibt es durchaus Patienten (massiver Burnout, Depressionen, auch Süchte, psych. Störungen etc.), die 3 oder 4 Monate am Stück da sind, oder auch zur "Intervallbehandlung" wiederkommen.
Heisst: 1-2 x im Jahr für längere Zeit.
Wat mutt, dat mutt ... die entsprechenden Fachärzte sowie die Klinik müssen schon dahinter stehen.

Und 78 Wochen AU = die normale Zeit, die man bis zur sog. "Aussteuerung" arbeitsunfähig sein kann.
Während einer AU-Zeit sammelt man wiederneuen Anspruch auf ALGI.
Ab 1 Jahr = 6 Monate neu.
 

Paolo_Pinkel

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#13
Danke für die zahlreichen Rückmeldungen:icon_daumen:. Werde das entsprechend so weitergeben. Mich würde es allerdings noch freuen, wenn ihr auf dieses vom Arzt auszufüllende Formular verlinken könntet, damit das im Fall der Fälle greifbar ist.
 

silka

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#14
Es wäre ein leichtes, mich umzusetzen.
Ja, ich schrieb doch, kommt sicher auf den AG an.
Deiner wollte partout NICHT, obwohl er gekonnt hätte.
Ich ergänze mal (ganz allgemein): kommt sicher auch auf den AN an.
es gibt kein allg.-gültiges Schema, sondern jeweils die jeweilige Konstellation.

Bei mir wars auch anders---allerdings aus anderen Gründen.
Meinem AG war es einfach nicht zumutbar, mich weiter zu beschäftigen. So formulieren die AG das;-(
Dieses Unternehmen ist auch ein großes, mit x Standorten im In-und Ausland.
Es war für den AG auch kein *Abstellgleis* im hinterletzen Standort und hinterletztem Arbeitsplatz für mich zumutbar. Kategorisch NET, NADA, NITSCHEWO!
Es ist eben ein Kraftakt und nicht immer gehts für den AN gut aus.

Aber es gibt auch positive Beispiele und an denen sollte sich der Fragesteller orientieren.
 

Paolo_Pinkel

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#15
Wollte nochmal auf das angesprochene Formular zurück kommen, dass der (Fach)Arzt ausfüllen müsste. Wo finde ich dieses Formular?
 
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