Wie am besten zusammenziehen?

Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Grimnir

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
20 Juli 2007
Beiträge
15
Bewertungen
0
Ich hab hier ein Problem wo mir beim besten willen keine geeignete Vorgehensweise einfällt - vielleicht könnt Ihr mir ein paar Tips geben.
Kurze Zusammenfassung:

Ich bin alleierziehender Vater, beziehe Hartz IV und das übliche Kindergeld sowie Unterhaltsvorschuss. Ich lebe mit meiner Tochter in Berlin. Meine Freundin lebt in Dortmund und hat einen relativ gut bezahlten Job. Im März wollen wir uns verloben und - da das ständige hin und herpendeln zwecks besuchen sehr belastend ist und auch ins Geld geht - in den grossen Sommerferien (Juli/August) wollen wir eigentlich zusammenziehen. Aufgrund dessen brauchen wir natürlich eine größere Wohnung.

Nun meine Fragen:

- wie verpacke ich es der Arge das ich eine größere Wohnung brauch,
- wie wäre der richtige Ablauf der Anträge so das wir keine finanziellen Einbussen hinnehmen müssen,
- wäre es besser wenn sie die neue Wohnung anmietet und ich bei ihr einziehe,
- was muss ich überhaupt und wie beantragen?

Wie Ihr seht hab ich keine Ahnung davon. Vielleicht könnt Ihr mir helfen!

Gruss, Grimnir
 

Ralsom

Elo-User*in
Mitglied seit
6 September 2006
Beiträge
420
Bewertungen
12
lies dich doch erstmal durch die Beiträge zu den Themen Bedarfsgemeinschaft/Einstandsgemeinschaft und zum Thema Umzug. Dann werden die allgemeinen Fragen eigentlich schon beantwortet. Wenn du bei der Arge auch von Freundin und Verlobung sprichst, dann kannst du davon ausgehen, dass ihr eine Bedarfsgemeinschaft bildet. Du wirst ansonsten einen Grund für einen Umzug brauchen - vielleicht kannst du dich ja im Raum Dortmund bewerben? Ich weiß nicht, wie alt deine Tochter ist - aber scheinbar ja schon in der Schule? Vielleicht ist Teilzeitjob möglich? Und es wäre sicher ratsam, dass deine Freundin die Wohnung mietet und dir und deiner Tochter einen Untermietvertrag gibt. Aber als Verlobte?? Denke, dass es schwierig wird. Obwohl dir natürlich als freier Mensch zusteht, selber zu entscheiden, wo du wohnst.
 

Grimnir

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
20 Juli 2007
Beiträge
15
Bewertungen
0
Nunja, nicht ich ziehe nach Dortmund sondern sie zu mir. Hatte ich vergessen zu schreiben.
 

Arania

Elo-User*in
Mitglied seit
5 September 2005
Beiträge
17.179
Bewertungen
178
Gilt aber alles auch da, sie kann ja auch dann die Wohnung mieten, aber sobald Ihr Euch als Verlobte meldet seid Ihr eine BG und dann wird ihr Verdienst angerechnet
 

Ralsom

Elo-User*in
Mitglied seit
6 September 2006
Beiträge
420
Bewertungen
12
Wenn ihr aber sowieso eine Verlobung plant - und später Heirat? - dann seid ihr ja auch eine "Einstehensgemeinschaft", oder? Entweder ihr wohnt erstmal getrennt in Berlin oder ihr stellt euch auf BG ein - eine andere Möglichkeit seh ich da ehrlich gesagt nicht. Wenn deine Freundin von Dortmund nach Berlin zieht und ihr eine gemeinsame Wohnung anmietet, werden sie euch fragen "Warum?" und "der gemeinsame Willen zusammen zu wohnen" wird euch zu einer BG machen.
 

Grimnir

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
20 Juli 2007
Beiträge
15
Bewertungen
0
Wir wollen das ja auch alles offiziel machen. Meine Fragen sind ja hauptsächlich kann ich unter diesen Umständen eine grössere Wohnung beantragen? Verweigert mir die Arge das? Oder wäre es besser wenn sie die grössere Wohnung hier anmietet, ich bei ihr einziehe und die Arge vor vollendete Tatsachen stelle? Oder ist es besser wenn wir gemeinsam die Wohnung zusammen anmieten? Ich sehe da in der momentanen Gesetzeslage überhaupt nicht durch und auch die anderen Forenbeiträge helfen mir nicht weiter da sie hauptsächlich den gegenteiligen Fall behandeln.
 

Mario Nette

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
13 Dezember 2007
Beiträge
12.325
Bewertungen
847
Sie könnte in Berlin die größere Wohnung anmieten. Und jetzt fange an zu rechnen: Wie viel KdU leistet die ARGE an dich und dein Kind moment an insgesamt. Die Warmmiete der zukünftigen Wohnug teilst du durch drei und multiplizierst das Ergebnis dann mit zwei. Wenn dieses Produkt kleiner ist als die momentan von der ARGE für dich und Lütte übernommenen KdU, dann funktioniert es problemlos - die ARGE wird sich sogar ein Loch in den Hintern freuen, weil sie dann nämlich nicht nur KdU einspart, sondern durch Einberechnung des Lohns deiner Freundin später generell weniger zu leisten hat.

Willst du eine Zusicherung zum Umzug, musst du die ARGE vorher zwingend von deinem Wunsch in Kenntnis setzen. Erteilt man die Zustimmung, kannst du für dich und Lütte Umzugskosten beantragen. Erteilt man sie nicht, musst du dir angucken, was der Grund dafür ist.

Mario Nette
 

Ralsom

Elo-User*in
Mitglied seit
6 September 2006
Beiträge
420
Bewertungen
12
du mußt dabei allerdings berücksichtigen, dass deine Freundin dann auch zur BG gehört - trotz eigenem Einkommen - und den selben Verpflichtungen unterliegt - also auch Hartz IV.Empfängerin wird. Die Mietobergrenzen und ähnliches gelten dann auch für sie, auch wenn sie arbeitet. Also auch Sparguthaben usw. wird sie offen legen müssen. Hoffe, dass ihr das klar ist.
 

Mario Nette

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
13 Dezember 2007
Beiträge
12.325
Bewertungen
847
Richtig. Und dann sollte man, um nicht einige Monate später wieder umziehen zu müssen, sich doch schon an die Vorgaben der AV Wohnen (PDF) halten - also 542 € Warmmiete für Drei-Personen-Haushalte.

Mario Nette
 

HajoDF

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
19 Juli 2005
Beiträge
2.562
Bewertungen
1.548
Die entscheidende Frage ist doch wohl: wird die Freundin arbeitslos oder behält sie ihren "relativ" guten Job?
Wenn das so ist, dass sie ihren Job behält oder einen entsprechenden neuen in Berlin bekommt, dann kannst Du alles hier vergessen, wenn ihr zusammen zieht.
Ihr werdet zweifellos eine Einstands-BG, in der das Einkommen Deiner Freundin voll angerechnet wird auf den Gesamtbedarf der BG, mindestens bei der KdU und dem Regelsatz für Dich. Verlöbnis ist ein Eheversprechen und dokumentiert hinreichend die Absicht, für einander einzustehen!

Gern wird auch zusätzlich das Stiefkind sofort mit eingerechnet (was nicht rechtens ist) und das führt erfahrungsgemäß zu großen Problemen.
 

HajoDF

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
19 Juli 2005
Beiträge
2.562
Bewertungen
1.548
Auszug aus den Berliner Durchführungsanweisungen:

(6)
Grundsätzlich nicht erforderlich ist ein Umzug zum Beispiel
a) bis zur Vollendung des 25sten Lebensjahres (siehe aber Nummer 9.1 Abs. 4),
b) wegen schlechter Ausstattung einer Wohnung,

c) bei Wunsch nach anderer Wohnumgebung.

.. will heißen: die ARGE zahlt nichts!​

 

Ralsom

Elo-User*in
Mitglied seit
6 September 2006
Beiträge
420
Bewertungen
12
das heißt aber nicht, das das rechtmäßig ist und man nicht dagegen vorgehen kann. Innerhalb der Angemessenheit müssen sie zahlen - auch wenn seit Anfang Januar nun verschärfte Kriterien dafür gelten. Aber sie dürfen es nicht generell ausschließen - es gilt immer noch die Einzelfallprüfung.
 

Mario Nette

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
13 Dezember 2007
Beiträge
12.325
Bewertungen
847
@Hajo
Es geht doch aber in dem Fall um die Begründung einer - wenn auch: - (Patchwork-)Familie.

Mario Nette
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Oben Unten