Aktualisiert Wie am Besten vorgehen bei ALG I nach langer Krankheit und nahe an der regulären Altersrente ??? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

mrwoy

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Hallo liebe Forenmitglieder,

alle Beiträge sind sehr interessant, und ich bewundere das Engagement der Fachleute.
Leider gibt es immer wieder neue Fragen und wie hier mein Fall:

Status:

Bin 63 J., akad. techn. Beruf, infolge psych. Überlastung bei Arbeitsstelle ab 2018 krank, Wiedereingliederung u. Kündigung durch AG,
danach AU ab 3/2019 u. bis heute Krankengeldbezug. KK hat versucht mit MDK Zahlungen einzustellen. Mein Widerspruch und Klage
beim Sozialgericht hatten Erfolg. Jetzt soll MDK noch einmal untersuchen.

Szenarien für nächste 2 Jahre:

1) Krankengeld solange es geht beziehen. Gesundheit ist besser, aber nicht stabil.Arzt versteht das und schreibt AU.

2) Ab Mai 2020 keine Aussteuerung. ALG I und Nahtlosigkeit ist mir zu unsicher.

3) Ab Feb 2020 (bin dann 64 J.) ohne AU (gesund) zur Agentur und ALG I beziehen. Max. 24 Monate möglich. Dez. 2021 Regelrente

4) Wenn MDK und KK Reha es fordern, 10 Wochenfrist und wie in 3) verfahren.

Fragen: Welche möglichen Risiken gibt es beim "Finale" mit der Agentur? Bewerbungen sind klar, aber zwecklos.
Können die meinen Gesundheitszustand erneut in Frage stellen? Wie sind Eure Erfahrungen.


Ich freue mich auf Euer Feedback. Schon jetzt vielen Dank.

mrwoy
 

Kerstin_K

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Was ist an der Nahtlosigkeitsregelung unsicher?

Warum Reha um jeden Preis vermeiden?
 

mrwoy

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Reha: Im Falle einer Reha kann es vorübergehend gesundheitlich:icon_sad: helfen, aber dann kommt viel Stress. :icon_stop: Es drohen Frühverrentung mit Abschlägen usw.
Viel bürokratischer Aufwand mit vielen §§§§§§ Fallen und Hindernissen 🌩🌨💨💥. Ich möchte gerne dabei auf ein Jurastudium verzichten.👨‍🎓 Man sieht es ja im Forum.
Nahtlosigkeit: Ebenso🤲
ALG I: Man schreibt seine Bewerbungen und geht regelmäßig zur Agentur und dann Ende 2021 in Rente. Ganz objektiv, oder?🔭️‍👴
 

Kerstin_K

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ALso eine Reha ist nicht viel bürokratischer Aufwand. Einmal den Antrag stellen, sich dabei selber eine passende Rehaklinik aussuchen und fertig. Das ein Rehaantrag in eine Rentenantrag umgewandelt wird, kommt nicht so oft vor. Dann muss es dir schon sejr schlecht gehen. Und das wiederspricht dem, was du vorhast in Sachen ALG I.

Und in dem Moment, woe dem SB bei der AfA irgendwelche gesundheitlichen Einschränkunden belkannt werden, muss er dich zum äD schicken. Da kannst Du das auch gleich erledigen, wenn du nämlich nach der Aussteuerung zur AfA gehst, passiert das ganz automatisch.

Ansonsten isz es nämlich so, dass bei der Vermittlung auch keine gesundheitlichen Einschränkungen berücksichtigt werden. Bist Du sicher, dasss du alles machen kannst?
 

saurbier

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Hallo mrwoy,

nun ja es trennt uns zwar ein jährchen, aber das macht den Kohl kaum fett.

Also ich hab mich jetzt nach gut 20 Jahren BU-Verrentung und davon dann die letzten 7 Jahre mit voller EMR auch bei der AfA arbeitslos melden dürfen, weil die DRV doch tatsächlich meint bei mir liegt eine wundersame Heilung hinsichtlich der zuletzt vollen EMR vor - hura.

Jetzt sitze ich da und die lieben SchwerB SB´s ihres gleichen zwei durfte ich bereits kennen lernen und beide schüttelten nur noch den Kopf. Ü60 und dazu seit 20 Jahren SchwerB - inzwischen schon mit GDB 100 - da gibt es keine Arbeitsstellen mehr, ja warum wohl war ich die letzten 7 Jahre denn voll EMR, war deren Antwort.

Ich kann deshalb auch nur Kerstin_K voll zustimmen.

Der bürokratische Aufwand wird nicht weniger, als er wäre, wenn du jetzt einen Reha-Antrag stellen würdest.

Ich würde da eher die Strategie fahren, das KG so lange wie möglich auszunutzen um dann am besten kurz vor der Aussteuerung (falls die KK das ihrerseits mitzumachen bereit ist) einen Reha-Antrag zu stellen. Danach machst du eine Reha in deiner Wunschklinik über die DRV mit und schaust, wie das Ergebnis ausfällt.

Nach Ablauf des KG-Anspruches mit entsprechender Aussteuerung meldest du dich dann kurz davor 1-2 Wochen bei der AfA arbeitslos gemäß § 145 SGB III - hier dann aufgrund dener Aussteuerung bei der KK aus dem KG -.

Damit ist die AfA verpflichtet dich dem äD-Gutachter vorzustellen, um zu prüfen ob dir ALG-I nach § 145 SGB III zusteht oder eben nicht. Sollte dich der äD-Gutachter dann nicht für mehr als 6 Monate unter 15 Wochenstunden leistungsfähig einstufen, dann würdest du mit deinem Restleistungsvermögen in die reguläre Vermittlung fallen - allerdings unter Berücksichtigung auf die vom äD-Gutachter fesgestellten gesundheitlichen Einschränkungen welche ggf. eine Vermittlung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zusätzlich erschweren würden.

Hier kämen dann neben deinem Alter, deine gesundheitlichen Einschränkungen aber auch anfänglich wiederum § 140 SGB III (zumutbare Beschäftigung) zum tragen.

Auf diese Weise könntest du das ganze versuchen so weit wie möglich nach hinten zu verschieben, zumal ja KG als auch ALG-I Bezugszeiten sich positiv auf deine Rente auswirken, da du hier ja die Anrechnungszeiten für entsprechende Lohnersatzzeiten erhälst. Hierbei gibt es dann ja auch noch in Erwägung zu ziehen, daß wenn die Blockfrist (3 Jahre ab dem Tag der ersten AUB für die ausgesteuerte Erkrankung) für deine jetzige AU mal abgelaufen ist, du ja aus der anschließenden max. 2 jährigen ALG-I Bezugsdauer heraus wieder einen neuen Anspruch auf KG hättest und damit dann erneut nochmals max. 78 Wochen AU sein könntest und damit dann sicherlich in der Regelaltersrente angekommen wärst.

Ob dir DRV dir tatsächlich in deinem Alter noch eine EMR bewilligt, nun ja das steht eh auf einem ganz anderen Blatt, denn mir scheint es eher so das hier die Voraussetzungen immer weiter verschärft würden.

Die Bürokratie ist inzwischen überall vertreten und erfordert unendliche Formulare von uns, ganz gleich wo man einen Antrag stellt. Da gilt es doch eher noch das optimale für sich selbst vor der Altersverrentung für sich persönlich heraus zu holen.

Oder gehst du davon aus, daß du seitens der AfA kurzfristig einen neuen Arbeitsplatz erhalten könntest, vielleicht weil die Nachfrage in deinem bisherigen beruflichen Umfeld auch für Personen in deinem Alter noch so hoch ist. Über all das sollte man dann vielleicht einmal genauer nachdenken.


Grüße saurbier
 

mrwoy

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Vielen Dank erst einmal für eure Antworten. Euer Schwerpunkt liegt deutlich auf der zukünftigen AU und ggf. sogar einer Verschlechterung und den Verfahren wie Reha, Gutachten usw.

Ich gehe eher von einem Erholungsprozess aus, der ähnlich wie ein Sabbatical, eine neue positive Sicht der Dinge erleben kann, und mich mit 64 an die Tür der Agentur führt. Man braucht hier nicht von Wunderheilung sprechen, wie sie z. B. der MDK vom Schreibtisch aus durchführt. - Es ist einfach so, man wird sich gesund fühlen. Wie lange, das weiss ich und die anderen nicht.

So, jetzt gibt es 24 Monate ALG I. Welches Unternehmen stellt dann einen 64-Jährigen noch ein? Was will der SB dann noch vermitteln? Z. B. im Hochlohnsektor wie BMW, Airbus usw. Diese Leute sind schon 3-5 Jahre zuhause. Selbst die eine oder andere Schikane bei der Agentur kann man sportlich nehmen. Die sind gesetzlich verpflichtet bis zum Rentenalter zu zahlen, sonst bin ich gleich wieder beim Sozialgericht. Da kenn ich mich aus. Da kann ich selber steuern. Im AU-Fall bestimmen andere, was geschehen wird, Ärzte, SB's Gutachter usw. Eine Gleichung mit vielen Unbekannten! Richtig ist auch, dass ich noch einige Rentenpunkte mit dem ALG I erwerben möchte. Da hast du recht.
Gibt es da noch ein Haken, den ich übersehen habe? 🤔📈📉🎯❓

Alles Gute für Euch und Danke

mrwoy
 

Doppeloma

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Hallo mrwoy, :welcome:

alle Beiträge sind sehr interessant, und ich bewundere das Engagement der Fachleute.
Leider gibt es immer wieder neue Fragen und wie hier mein Fall:
Habe deine Anfrage mal in einen besseren Bereich verlegt, dort hast du dir ja offenbar auch schon ein paar Informationen angelesen ...
Hier engagieren sich vorwiegend Laien und berichten von ihren eigenen Erfahrungen, "bewundern" lassen wir uns natürlich auch gerne mal ... :icon_daumen:

Status:
Bin 63 J., akad. techn. Beruf, infolge psych. Überlastung bei Arbeitsstelle ab 2018 krank, Wiedereingliederung u. Kündigung durch AG,
danach AU ab 3/2019 u. bis heute Krankengeldbezug. KK hat versucht mit MDK Zahlungen einzustellen. Mein Widerspruch und Klage
beim Sozialgericht hatten Erfolg. Jetzt soll MDK noch einmal untersuchen.
Schon tauchen bei mir die ersten Nachfragen auf ... ich nehme mal an diese erste Entscheidung des MDK erfolgte nach "Aktenlage" ...
das ist gesetzlich nicht zulässig, wird aber trotzdem immer wieder versucht.
Seit WANN bist du denn nun (mit ärztlicher Bescheinigung) AU-krank, seit XX / 2018 (Monat ?) oder erst seit 03/2019 und wann endete dein Arbeitsverhältnis ???
Dass die KK dann gerne das Krankengeld beenden möchte ist ja nicht so ungewöhnlich, immerhin wird aktuell noch nach deinem letzten Verdienst berechnet gezahlt.

Gelingt es jedoch dich (nach "Gesund-Erklärung" durch den MDK) kurz mal an die AfA abzudrängen (weil du ja nun arbeitslos geworden bist, tut sicher Vermittlung in neue Arbeit gut), dann bekommst du bei erneuter AU nur noch Krankengeld in Höhe des ALGI-Betrages und der liegt in der Regel deutlich UNTER dem Krankengeld, was davor von der KK gezahlt werden musste.

Dass es nun gelungen ist aktuell die Einstellung zu verhindern und eine persönliche MDK-Begutachtung durchgesetzt zu haben, bedeutet noch nicht, dass diese "Kuh wirklich vom Eis ist" ... :icon_evil:
Die KK hat sich eben nicht an ihre Vorgaben gehalten und dich noch nicht dem MDK zur Untersuchung vorgestellt ... um dort prüfen zu lassen, ob du nicht doch schon gesund genug bist, um (möglichst schnell) wieder in Arbeit vermittelt zu werden.

1) Krankengeld solange es geht beziehen. Gesundheit ist besser, aber nicht stabil.Arzt versteht das und schreibt AU.
Wie lange du aktuell noch Krankengeld beziehen kannst wird also von dieser "Begutachtung" beim MDK abhängig sein ... was dein Arzt so "versteht", ist dem MDK dabei ziemlich egal fürchte ich ...
Er kann dich wirksam für den Bezug von Krankengeld nur so lange AU schreiben, wie der MDK das noch für erforderlich halten möchte.

Dieses Untersuchungs-Ergebnis (des MDK) wird also darüber entscheiden, ob dein Krankengeld nicht doch (nun dieses Mal ganz rechtmäßig) eingestellt werden darf ... weil es dir schon deutlich besser geht ... und man die Arbeitsvermittlung nun besser zügig angehen sollte.

2) Ab Mai 2020 keine Aussteuerung. ALG I und Nahtlosigkeit ist mir zu unsicher.
Wie kommst du jetzt darauf, du kannst dir nicht aussuchen, ob du gerne irgendwann "ausgesteuert werden möchtest", das erfolgt (gesetzlich vorgesehen) wenn dir Krankengeld bis zu 78 Wochen gezahlt wurde.
Nach Ablauf des Anspruches auf Krankengeld greift gesetzlich die Sonderregelung des § 145 SGB III (sogenannte "Nahtlosigkeit"), damit dir überhaupt noch was gezahlt werden muss.

3) Ab Feb 2020 (bin dann 64 J.) ohne AU (gesund) zur Agentur und ALG I beziehen. Max. 24 Monate möglich.
Hast du schon mal einen Antrag auf ALGI ausgefüllt ???
Da wird genau erfragt was du zuletzt so (von / bis) gemacht hast, in deinem Alter für die letzten 5 Jahre rückwirkend, weil davon die Leistungs-Dauer (bis zu 24 Monaten ab 58 Jahren) abhängig ist ...
Auch wenn du dich als angeblich "gesund" bei der AfA meldest wird man dich (auch ohne Aussteuerung) sehr wahrscheinlich vom ÄD "begutachten" lassen nach rund 1 Jahr AU ... um deine (gesundheitliche) Leistungsfähigkeit für die Arbeitsvermittlung einschätzen zu können.

Und warum willst du ausgerechnet das höhere Krankengeld zu früh (freiwillig) aufgeben und dich bei der AfA (vorzeitig) mit weniger zufrieden geben ... sofern bis dahin (auch nach dem jetzt geplanten MDK-Gutachten) ungestört weiter Krankengeld gezahlt wird (in der bisherigen Höhe) ???

Dez. 2021 Regelrente
Wie Viele Versicherungsjahre hast du bereits, ist dir bekannt, dass du mit (mindestens) 45 Versicherungsjahren (bei der DRV) bereits früher in Altersrente gehen kannst (OHNE Abschläge) ???
Dazu darf dich natürlich Niemand zwingen aber es ist bei deiner Planung auch keine wesentliche Steigerung deiner Altersbezüge mehr zu erwarten.
Krankengeld und ALGI führen nicht zu besonders hohen Beiträgen für die Rentenkasse. :icon_evil:

4) Wenn MDK und KK Reha es fordern, 10 Wochenfrist und wie in 3) verfahren.
Die KK kann dich nur dann zum Reha-Antrag auffordern (gemäß § 51 SGB V) wenn der MDK dafür eine "Notwendigkeit" (Gefährdung deiner Erwerbsfähigkeit) medizinisch festgestellt haben will (es muss also ein weiteres Gutachten dazu geben, es sei denn diese "Reha-Empfehlung" wird jetzt schon der KK übermittelt nach deiner Untersuchung) ... ansonsten steht es der KK selbst gar nicht zu solche Entscheidungen zu treffen.

Die Frist von 10 Wochen ergibt sich daraus automatisch und was hast du gegen eine Reha, betrachte das als "Urlaub" und genieße diese Wochen als willkommene Abwechslung, sofern die DRV überhaupt noch gewillt ist die Kosten dafür zu übernehmen, dich wieder fitter für den Arbeitsmarkt zu machen. :icon_hihi:

Ein Antrag ist ja noch keine Bewilligung und wenn die DRV das ablehnt, weil sie das nicht mehr für nötig halten möchte kann die KK dagegen auch NICHTS mehr machen.
Ansonsten nutze dein Klinik-Wahlrecht (schon bei der Antragstellung angeben wo du gerne hin willst) und such dir eine schöne Gegend aus.
Während so einer Reha wird das Krankengeld eingestellt und die DRV zahlt dir "Übergangsgeld" ...

Was kann passieren, man entlässt dich aus der Reha (sehr wahrscheinlich) als "gesund und voll Erwerbsfähig" und die AfA muss das dann auch so akzeptieren ...
Die KK zahlt dann anschließend natürlich nicht mehr weiter (man würde eine neue AU von deinem Arzt in diesem Falle direkt wieder vom MDK überprüfen lassen) aber wenn du dann sowieso nach deinem "Verfahren 3" vorgehen möchtest ist das doch kein Problem.

Fragen: Welche möglichen Risiken gibt es beim "Finale" mit der Agentur? Bewerbungen sind klar, aber zwecklos.
Wenn dir klar ist, dass man Bewerbungen noch verlangen wird (auch bei ALGI nach der Aussteuerung ist das so) dann sehe ich überhaupt keine "Risiken", sei immer schön "vermittlungsbereit und fordere die Beratung ein, für die dort die SB bezahlt werden ... dann wird man dich bald von selber "in Ruhe" lassen ...
Denen ist die Sinnlosigkeit nämlich auch bewusst und ALLE Vermittlungs-Vorschläge haben der Zumutbarkeit nach § 140 SGB III zu entsprechen, das scheitert meist schon am angebotenen Verdienst.

Mit den genannten Rechtsgrundlagen solltst du dich durchaus mal intensiver befassen, denn die SB werden das für sich behalten und hoffen, dass du "nicht Jura studiert" oder wenigstens NICHTS zu deinen Rechten im SGB III nachgelesen hast.

Können die meinen Gesundheitszustand erneut in Frage stellen? Wie sind Eure Erfahrungen.
Deinen Gesundheits-Zustand kann man bei der AfA (nach längerer AU) durchaus in Frage stellen, die Gründe habe ich dir oben schon genannt ...
In der Regel beschränkt man sich auf "Begutachtungen" nach Aktenlage (die du dann entsprechend / passend selbst und DIREKT beim ÄD der AfA abliefern solltest) oder übernimmt auch gerne die Feststellungen einer DRV-Reha wenn gerade eine abgelaufen war.

Dort wird man in der Regel NICHT als Erwerbsgemindert entlassen sondern meist VOLL Erwerbsfähig (6 und mehr Stunden lt. Rentenrecht) zumindest noch für den "allgemeinen Arbeitsmarkt" ...
Die DRV will ja möglichst NIE eine EM-Rente zahlen müssen (schon gar nicht mehr für Leute kurz VOR der regulären Altersrente) ... das sollte also KEIN Problem mehr werden für dich, die kennen doch dein Renten-Konto.

Ich war Ende 50 bei der Antragstellung auf EM-Rente (Aufforderung der AfA nach der Aussteuerung aus dem Krankengeld), musste trotzdem noch bis zum Sozialgericht, das dauerte insgesamt fast 3 Jahre bis zum EM-Rentenbescheid ...
Wie ich oben schon geschrieben habe ist ein Antrag noch lange KEINE Bewilligung ...

Einen "Plan B" bis zur baldigen Altersrente konnte ich da noch nicht nutzen ...

Ich gehe eher von einem Erholungsprozess aus, der ähnlich wie ein Sabbatical, eine neue positive Sicht der Dinge erleben kann, und mich mit 64 an die Tür der Agentur führt. Man braucht hier nicht von Wunderheilung sprechen, wie sie z. B. der MDK vom Schreibtisch aus durchführt. - Es ist einfach so, man wird sich gesund fühlen. Wie lange, das weiss ich und die anderen nicht.
... das klingt jedenfalls NICHT danach, dass du schwere (EM-rentenrelevante) Gesundheitsprobleme hast ...

Aber ich stimme dir gerne zu, dass die endgültige Rentner -Ruhe dann den Stress langsam abfallen lässt und man viele gesundheitliche Probleme zumindest leichter akzeptieren kann wenn Niemand mehr ständig Druck ausübt, unbedingt wieder arbeiten zu müssen. :icon_daumen:

Welches Unternehmen stellt dann einen 64-Jährigen noch ein? Was will der SB dann noch vermitteln? Z. B. im Hochlohnsektor wie BMW, Airbus usw. Diese Leute sind schon 3-5 Jahre zuhause. Selbst die eine oder andere Schikane bei der Agentur kann man sportlich nehmen. Die sind gesetzlich verpflichtet bis zum Rentenalter zu zahlen, sonst bin ich gleich wieder beim Sozialgericht.
Das brauchst du mit den Vermittlern der AfA alles gar nicht versuchen zu diskutieren, das WISSEN die ALLES selber sehr genau und haben trotzdem ihre Aufgabe zu erfüllen und wenigstes so zu tun "als ob" man auch dich noch wieder in Arbeit bekommen wird, wenn DU nur fleißig genug was dafür tust ...
Wehre dich nicht sondern fordere die Vermittlung ein an einen "zumutbaren" Arbeitsplatz ... dann wird man dich am ehesten bald in Ruhe lassen ... der "Vergleich" mit anderen (die schon zu Hause sind) bringt dich da nicht weiter ...
Das interessiert die SB NICHT, DU willst noch Geld von der AfA haben bis du regulär in Rente gehen kannst und es gibt keinen Anspruch auf Verschonung für Ü 60 bei der AfA ...

Es gibt hier Fälle wo noch einen Monat vor der Rente Bewerbungen gefordert wurden ... unter Androhung (wegen mangelnder Bewerbungsbemühungen) sonst die Leistungen zu entziehen ... dazu kannst du dich gerne mal mit § 159 SGB III näher befassen.

Da kenn ich mich aus. Da kann ich selber steuern.
... wenn du dich da mal nicht irrst ... zweifelt man bei der AfA deine "Verfügbarkeit" (Arbeitsbereitschaft / Vermittlungsinteresse) an, ist ALGI schneller eingestellt / aufgehoben als du dir vorstellen möchtest ...

Gibt es da noch ein Haken, den ich übersehen habe? 🤔📈📉🎯❓
Es gibt also aktuell noch ne Menge "Haken" die du übersehen hast ...

MfG Doppeloma
 

HermineL

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Ich würde da eher die Strategie fahren, das KG so lange wie möglich auszunutzen um dann am besten kurz vor der Aussteuerung (falls die KK das ihrerseits mitzumachen bereit ist) einen Reha-Antrag zu stellen. Danach machst du eine Reha in deiner Wunschklinik über die DRV mit und schaust, wie das Ergebnis ausfällt.

Nach Ablauf des KG-Anspruches mit entsprechender Aussteuerung meldest du dich dann kurz davor 1-2 Wochen bei der AfA arbeitslos gemäß § 145 SGB III - hier dann aufgrund dener Aussteuerung bei der KK aus dem KG -.

Damit ist die AfA verpflichtet dich dem äD-Gutachter vorzustellen, um zu prüfen ob dir ALG-I nach § 145 SGB III zusteht oder eben nicht. Sollte dich der äD-Gutachter dann nicht für mehr als 6 Monate unter 15 Wochenstunden leistungsfähig einstufen, dann würdest du mit deinem Restleistungsvermögen in die reguläre Vermittlung fallen - allerdings unter Berücksichtigung auf die vom äD-Gutachter fesgestellten gesundheitlichen Einschränkungen welche ggf. eine Vermittlung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zusätzlich erschweren würden.
Lieber @saurbier hier vertust du dich ein wenig.
Es macht keinen Sinn kurz vor der Aussteuerung einen Reha-Antrag zu stellen und sich nach der Reha bei der AFA zu melden. Sinn macht es nach der Aussteuerung sich bei der AFA zu melden und einen Antrag nach § 145 SGB III zu stellen. Dann folgt die Begutachtung durch den ÄD und je nachdem wie dies ausfällt kommt die Aufforderung innerhalb eines Monats einen Reha-Antrag zu stellen.
Bei deiner Vorgehensweise ist die AFA nicht mehr gezwungen den ÄD einzuschalten weil es dann schon bei ALG 1 Beantragung einen Reha-Entlassungsbericht gibt den sie stattdessen nutzen kann.
Ziel ist es aber das alles so weit wie möglich nach hinten zu schieben. Ergo würde ich deine Reihenfolge nicht wählen sondern erst Aussteuerung dann Antrag ALG 1 mit der folgenden Begutachtung und der Aufforderung einen Reha-Antrag zu stellen und dann zu guter Letzt die Reha absolvieren.
 

Doppeloma

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Hallo saurbier,

ergänzend zu meiner Vorschreiberin noch einige zusätzliche Anmerkungen ... ehe der TE vielleicht in die falsche Richtung gelenkt wird.

Ich würde da eher die Strategie fahren, das KG so lange wie möglich auszunutzen um dann am besten kurz vor der Aussteuerung (falls die KK das ihrerseits mitzumachen bereit ist) einen Reha-Antrag zu stellen. Danach machst du eine Reha in deiner Wunschklinik über die DRV mit und schaust, wie das Ergebnis ausfällt.
Die KK wird ganz sicher NICHT darauf verzichten schon (vermutlich sehr bald) während der AU-Zeit eine Reha zu fordern, immerhin hegen die ja zunächst mal noch die Hoffnung gar nicht bis zur Aussteuerung (ca. Mai 2020 schreibt der TE oben) zahlen zu müssen.
Wenigstens aber nicht den aktuell noch höheren Betrag nach dem letzten Einkommen ... um das (ganz legal) zu ändern, ist ein (wenigstens kurzer) "Zwischenstopp" bei der AfA erforderlich und der ergibt sich am wahrscheinlichsten aus einem "positiven" Reha-Bericht (mit AF-Entlassung) ... wenn schon eine EM-Berentung danach als sehr unwahrscheinlich anzusehen ist.

EM-Rente wäre der KK ja auch Recht als Ergebnis einer Reha und möglichst dann rückwirkend (zum Beginn der AU oder wenigstens als "Umdeutung" des Reha-Antrages), um noch möglichst viel vom Krankengeld (aus einer Renten-Nachzahlung) erstattet zu bekommen ... ist aber in diesem Falle eher nicht zu erwarten.
So großzügig wird die DRV auch nicht in rentennahen Jahrgängen ... da möchte man eigentlich auch schon häufig die Reha-Bewilligung (und Bezahlung) lieber sparen können.

Unbedingt "reißen" muss sich der TE also freiwillig auch nicht um eine Reha (zur "Stärkung seiner Erwerbsfähigkeit" kurz vor dem Renteneintritt :icon_hihi:) ... es wäre nur kein besonderes Drama wenn er doch eine machen könnte (nach Aufforderung durch die KK ODER auch durch die AfA später einen Antrag darauf zu stellen), weil die DRV das bewilligt und bezahlt ...
Ablehnen darf er dann ja auch nicht mehr (Dispositionsrecht liegt bei der KK oder der AfA) ohne sein Krankengeld / ALGI zu gefährden ...

Nach Ablauf des KG-Anspruches mit entsprechender Aussteuerung meldest du dich dann kurz davor 1-2 Wochen bei der AfA arbeitslos gemäß § 145 SGB III - hier dann aufgrund dener Aussteuerung bei der KK aus dem KG -.
Das gilt ja generell sofern er bis dahin erst mal relativ "ungeschoren" kommen wird, dafür braucht man keine Reha selber zu beantragen, wenn man (eigentlich) keine machen möchte ...

Damit ist die AfA verpflichtet dich dem äD-Gutachter vorzustellen, um zu prüfen ob dir ALG-I nach § 145 SGB III zusteht oder eben nicht. Sollte dich der äD-Gutachter dann nicht für mehr als 6 Monate unter 15 Wochenstunden leistungsfähig einstufen, dann würdest du mit deinem Restleistungsvermögen in die reguläre Vermittlung fallen - allerdings unter Berücksichtigung auf die vom äD-Gutachter fesgestellten gesundheitlichen Einschränkungen welche ggf. eine Vermittlung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zusätzlich erschweren würden.
Das passt nicht mehr wenn gerade eine Reha abgeschlossen wurde, dann übernimmt die AfA das Ergebnis und es wird höchstens noch für ein "ÄD-Aktenlage -Gutachten" daraus abgeschrieben, da stehen ja schon die beruflichen Leistungseinschränkungen drin (gemäß Rentenrecht) und daran sind ALLE anderen Leistungsträger schon gesetzlich "gebunden" ...
Wurde noch keine Reha absolviert bis dahin wird wohl dann die AfA eine einfordern ...

In die reguläre Vermittlung kommt man dann nur wenn man mehr als 15 Wochenstunden leistungsfähig ist, darunter gilt der "Verdacht" einer Erwerbsminderung ... aber der ist ja dann schon (bei deiner Planung) in der Reha geklärt worden ...
Es bleibt aber IMMER die Tatsache bestehen, dass man wegen der Aussteuerung (also nach § 145 SGB III) ALGI in Anspruch nimmt und das weiß auch die KK noch 2 Jahre später ... o_O

Hierbei gibt es dann ja auch noch in Erwägung zu ziehen, daß wenn die Blockfrist (3 Jahre ab dem Tag der ersten AUB für die ausgesteuerte Erkrankung) für deine jetzige AU mal abgelaufen ist, du ja aus der anschließenden max. 2 jährigen ALG-I Bezugsdauer heraus wieder einen neuen Anspruch auf KG hättest und damit dann erneut nochmals max. 78 Wochen AU sein könntest und damit dann sicherlich in der Regelaltersrente angekommen wärst.
Es ist also NICHT zu erwarten, dass die KK dann erneut (für die ausgesteuerte Krankheit) zahlen wird nur weil eine neue Blockfrist inzwischen begonnen hat ... davor hat der Gesetzgeber noch weitere Hürden gestellt und die wird man bei der KK dann auch zu nutzen und zu prüfen wissen (mindestens 6 Monate versicherungspflichtige Tätigkeit OHNE AU darauf in der Zeit).

ALGI-Bezug nach der Aussteuerung aus dem Krankengeld bewirkt für sich genommen KEINEN neuen Anspruch an die KK nach Ablauf einer Blockfrist ... es ist eben (gesetzlich gesehen) die Aussteuerung der Hintergrund dafür und NICHT die Arbeitslosigkeit ... dass man es bei der AfA immer wieder anders sehen (und erzählen) möchte ändert NICHTS daran. :icon_evil:

Abgesehen davon braucht der TE so viel "Luft" vor seiner regulären Altersrente auch gar nicht mehr (spätestens Ende 2021 nach seiner Information endet sein "Erwerbsleben" offiziell) ... mit Erreichen dieser Altersgrenze entfallen sowieso komplett ALLE Ansprüche auf die regulären Lohnersatzleistungen (Krankengeld / ALGI werden gesetzlich abgesichert sofort eingestellt) ...

Ich denke mal fundierte Informationen (und Erfahrungswerte) gab es nun schon reichlich für den TE (zu seinem theoretischen "Plan A" oben im Eingangs-Beitrag), warten wir mal ab, wie er sich dazu mal äußern wird ...

MfG Doppleoma
 

mrwoy

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Hallo Ihr Lieben, Doppeloma, Saurbier, Kerstin_K u. a.,

je mehr ich von Euch lese, um so mehr klarer wird es mir, dass die Verschachtelung der Sozialträger doch sehr komplex ist. Vielen Dank für die chirurgische Analyse meines Falls. Ich bin sehr beeindruckt, und die Ahnungen, die ich spürte, finde ich bewahrheitet. Als Strukturplaner habe ich nun Eure Erklärungen in ein Schaubild verwandelt, in dem Ihr die möglichen Entscheidungsprozesse wiederfinden könnt. Siehe Anhang!

Mir ist dabei aufgefallen, dass die Nahtlosigkeit den Zufluss von ALG I nicht bis zur Regelrente sicherstellt. Täusche ich mich da? Ich möchte aber ALG I bis zur Regelrente durchziehen und auch keine Rente mit Abschlägen beziehen! Bitte schaut Euch einmal mein Schaubild an. Vielleicht habe ich da noch Missverständnisse drin. Ich freue mich auf Euer Feedback.

Danke

mfrwoy
 

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Doppeloma

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Hallo mrwoy,

Als Strukturplaner habe ich nun Eure Erklärungen in ein Schaubild verwandelt, in dem Ihr die möglichen Entscheidungsprozesse wiederfinden könnt. Siehe Anhang!
Dein "Schaubild" geht aber an der Realität vorbei, dass du weder die weitere Vorgehensweise deiner KK noch die zukünftige der AfA wirklich einschätzen kannst ... es enthält also sehr viele noch völlig "unbekannte Variable".
Letztlich kannst du immer erst reagieren wenn sich da der nächste "Nebel gelichtet" hat (z. B. das MDK-Gutachten erstellt wurde) und du weißt was man von dir erwartet, um dein Einkommen weiterhin zu sichern.

Das KANNST du heute noch gar nicht bis zum Renten-Eintritt alles vorausplanen ...
Leider hast du die wichtige Frage nach dem ursprünglichen Beginn deiner AU-Bescheinigung (mit der aktuellen Diagnose) NICHT beantwortet, denn da beginnt dein gesetzlicher Anspruch auf 78 Wochen Krankengeld bereits und nicht erst wenn die KK tatsächlich die Zahlungen aufnehmen muss.

Lohnfortzahlung und eine (eventuelle) DRV-Reha während dieser 78 Wochen werden also bereits in Abzug gebracht ...

Mir ist dabei aufgefallen, dass die Nahtlosigkeit den Zufluss von ALG I nicht bis zur Regelrente sicherstellt. Täusche ich mich da?
Da täuschst du dich (ganz allgemein betrachtet) nicht, es wird IMMER nur der (persönliche) Höchst-Anspruch von der AfA gezahlt und dann ist Schluss, egal ob mit oder ohne "Nahtlosigkeit" ...
Die Sonderregelung nach § 145 SGB III soll ja sowieso nur eine Zeit "überbrücken" bis die DRV mal zur Erwerbsfähigkeit entschieden haben könnte ... das "Ziel" ist also gar nicht die Absicherung bis zur Regel-Altersrente ... sondern die (vorerst) "Nahtlose" Leistungserbringung der AfA nach einer Aussteuerung aus dem Krankengeld.

Die erfolgt ja oft schon deutlich früher im Leben (wegen langer Krankheit) als in deinem Falle ... ALGI ist vorrangig als Lohnersatzleistung bei eintretender Arbeitslosigkeit gedacht und nur ausnahmsweise bekommt man das dann auch, weil man nun mal (meist) viele Jahre Beiträge dafür gezahlt hat aus seinem Erwerbseinkommen.

Ein Anspruch (im höheren Lebensalter) bis zur Altersrente versorgt zu werden besteht dabei allerdings NICHT ... :icon_evil:

Ich möchte aber ALG I bis zur Regelrente durchziehen und auch keine Rente mit Abschlägen beziehen! Bitte schaut Euch einmal mein Schaubild an. Vielleicht habe ich da noch Missverständnisse drin.
Was du gerne "möchtest" interessiert dabei keine dieser Behörden auch wenn wir das hier durchaus nachvollziehen können ...
Trotzdem verstehe ich deine Sorge wegen einer finanziellen "Leistungslücke" vor der Altersrente (im November 2021) nicht wirklich ... kann es sein, dass du mathematische Schwächen hast ???

Dafür braucht Niemand dein "Schaubild" anzusehen, um da schon rein rechnerisch drauf zu kommen ... dass (noch vorhandener) Krankengeld-Anspruch (nach deiner bisherigen Rechnung bis 05/2020, eventuell etwas weniger) und (anschließend) ALGI-Anspruch (für 24 Monate) zusammen "dicke" reichen werden, dieses persönliche Fernziel (gerechnet ab JETZT) zu erreichen. 🤩

Selbst wenn dich die KK noch zwischendurch mal (als gesund, also OHNE AU musst du dich dort dann melden und den Antrag stellen) an die AfA "abschieben" könnte, darfst du dort nach Erhalt deines Leistungsbescheides sehr bald auch (leider) wieder AU-bescheinigt krank werden ... :icon_cry:
Dann leistet die AfA noch 6 Wochen weiter (Leistungsfortzahlung nach § 146 SGB III) und gibt dich zur Zahlung von Krankengeld (in Höhe des ALGI) wieder an die KK zurück ...

Der restliche Anspruch bei der AfA bleibt dir erhalten für den Zeitpunkt der Aussteuerung oder einen nächsten "kläglichen Versuch" der KK dich los zu werden.
Aber meist sind die dann schon "zufrieden" mit dem geringeren Krankengeld-Betrag.

Die Aufforderungen zu einer Reha können jederzeit kommen, vorerst von der KK und später (nach einer Aussteuerung) auch von der AfA ... dort werden übrigens Reha-Zeiten NICHT vom Anspruch "abgezogen", das ALGI "ruht" nur, bis eine Reha beendet wäre und der Ablauf verschiebt sich entsprechend "nach hinten" ...

Das kann also noch turbulent werden aber deine Finanzen sollten (in schwankender Höhe) bis zur deiner regulären Altersrente gesichert bleiben ...
Abzugsfreie Altersrente ist auch nur ein "Trugschluss", denn es fehlen dir ja die regulären Beiträge aus deinem Arbeitseinkommen ...

Diese Prognosen von der Renten-Versicherung beruhen aber IMMER auf der Grundlage (das wird auch erwähnt in den Renten-Informationen), dass auch in der Zukunft wenigstens die Beiträge in gleicher Höhe, wie in den letzten 5 Jahren fließen werden ... das ist ja schon seit Beginn deiner AU gar nicht mehr der Fall.
Der Betrag dürfte also in jedem Falle etwas geringer ausfallen als du dir das bisher vorgestellt hast ... und Abschläge (pro Monat früher = 0,3 %) von wenigen € sind dann manchmal doch überlegenswert wenn man endlich seine RUHE haben will ...

Niemand weiß vorher wie lange er seine Altersrente noch genießen kann ... und ich weiß was ich dir da schreibe und kenne genug Fälle aus meinem Umfeld, wo das (leider) schneller als geahnt vorbei war ...

MfG Doppeloma
 

saurbier

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Ich kann mich da nur Doppeloma anschließen, nichts läßt sich bei der KK, AfA oder DRV irgendwie planen, solange man auf deren Leistung angewiesen ist.

Mein aktueller Fall zeigt das mal wieder allzu deutlich.

Ich war leider auch davon überzeugt das mich die DRV nun bis zur Regelaltersrente in Ruhe läßt, nur leider habe ich da die Rechnung ohne die eine oder andere Unbekannte in der Rechnung gemacht. Nun sitze ich bei der AfA als SchwerB und darf auf meinen Leistungsbescheid warten.


Grüße saurbier
 

mrwoy

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Hallo zusammen,

ich glaube Ihr habt mit dem "Schaubild" etwas missverstanden! Es ist kein starrer Plan, sondern wie eine Straßenkarte, in dem alle möglichen Wege und Ziele 🛣🧭🛤🚦🚧aufgezeichnet sind! Dies war möglich, Dank Eurer Hilfe! Ich ziehe daraus jedoch meine eigenen Schlussfolgerungen. Da gibt es keine Rezepte. Im Sinne des Datenschutzes habe ich versucht, auch nur die wichtigen Daten beispielhaft zur Verfügung zu stellen. Zahlen, die nicht erwähnt wurden, kann ich mir selbst ausrechnen. Das ganze ist eine Strukturanalyse - mehr nicht!

Wenn ich also auf dem Weg bin (in den nächsten 2 Jahren), dann weiß ich zwar nicht, wo eine Straße möglicherweise gesperrt ist, aber ich kenne die "Rechtswege", die ich gehen kann.

Wenn ich von A nach B "möchte", oder "will",
dann entspricht das der freien Entscheidung eines Menschen, ja sogar dem "(Über -) Lebenswillen" gesund und leistungsfähig zu sein oder zu bleiben, wenn man hinfällt, wieder aufzustehen, und nicht liegenzubleiben, oder wenn es nicht mehr geht, gern Hilfe anzunehmen. So war das bei meinen Eltern und Großeltern nach den Weltkriegen!
Dieser Gedanke ist auch im ganzen SGB vorhanden - natürlich auch beim ALG. Wenn es sein soll, bin ich dann gerne bereit auch wieder an einer qualifizierten Arbeitsstelle unter humanen, altersbedingten Voraussetzungen mein akad. Wissen zur Verfügung zu stellen. Ich lasse mich jedenfalls nicht von einer Ecke in die andere schieben und glaube auch nicht - so wie hier stellenweise erwähnt - nur an Behördenwillkur.

Ich habe der Agentur und meinen Kollegen bei zahlreichen Arbeitsstellen in den letzten 20 Jahren gezeigt, dass ich mich immer wieder neu erfunden und gute Stellen in grossen internationalen Firmen erhalten habe, habe meine Fremdsprachen- und IT-Kenntnisse verbessert, habe Bewerbungen geschrieben und immer wieder Erfolg gehabt. Wenn mir dann einer ohne Plan, Karte oder Navigation, quasi polemisch, daher gekommen ist, dann haben wir uns erst einmal über die Fakten und Strukturen unterhalten. Das war und ist immer wieder sehr interessant! 🧐

So ist das, liebe Leute, ja, es scheint Nebel zu geben, (Lebens-) baustellen, Höhen und Tiefen, aber es gibt auch Navigation.

Vielleicht haben mir diese Forenbeiträge wieder geholfen mich zu zentrieren. Ich fühle mich jedenfalls gut. 🤗

Für die Bibelkenner schließe ich mit folgendem Zitat:

"Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege" Psalm 119,105

Liebe Grüße 👐

mrwoy
 
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