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Wie als U25, Schwerbehindert mit abgeschlossener Ausbildung - ALG II bekommen?

Marienkäfer96

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Hallo liebe Gemeinde,

ich hoffe auf etwas Hilfe für meine Situation. Ich bin aktuell 22 und lebe bei meinen Eltern, die beide Berufstätig sind und "zu viel" verdienen.
Seit meiner Geburt leide ich an einer schweren körperlichen Erkrankung und habe einen GdB von 70 mit Merkzeichen G.
Trotz dessen habe ich ein Abitur und eine überbetriebliche Ausbildung abgeschlossen.

Seit Februar beziehe ich ALG1 (circa. 170€ im Monat) und kann laut einem Gutachten der Argentur für Arbeit nur 3-6 Stunden täglich arbeiten. Ich werde Ende September 2019, 5 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben.

Aktuell "finanzieren" mich meine Eltern. Ich bekomme Essen und darf Zuhause wohnen.
Ich würde jedoch meine Eltern gerne finanziell entlasten und von "eigenem" Geld leben. Beruflich sieht es leider schwierig aus. Selbst mein Sachbearbeiter bei der Argentur für Arbeit gibt dies zu.

Ich würde gerne wissen ob es möglich ist ALG 2 zu beantragen. Mir wurde schon gesagt, dass meine Eltern es beantragen müssten, da ich mit Ihnen eine Bedarfsgemeinschaft bilde aufgrund von U25.

Ich hatte schon überlegt mich im September Erwerbslos "schreiben zu lassen" um dann wenigstens ein wenig Rente zu beziehen und diese dann mit Sozialhilfe aufzustocken, damit ich ab Februar 2020 Krankenversichert bin und meine medizinische Versorgung nicht in Gefahr ist, da ich auf Medikamente zum leben angewiesen bin.

Jedoch würde ich diese Weg gerne vermeiden, da ich Hoffnung habe irgendwann arbeiten zu gehen.

Ich würde mich über einen guten Rat freuen!

Liebe Grüße
 

Kerstin_K

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Man kann sich nicht einfach erwerbsunfaehig schreiben lassen, dazu müsste erstmal die DRV feststellen, dass du erwerbsunfaehig bist.
 

Cha

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Mir wurde schon gesagt, dass meine Eltern es beantragen müssten, da ich mit Ihnen eine Bedarfsgemeinschaft bilde aufgrund von U25.
Die Auskunft ist teils richtig, teils falsch.

Richtig:
Solange du das 25. Lebensjahr noch nicht vollendest hast, und deine Eltern dich "finanzieren", gehörst du mit den Eltern in eine sog. Bedarfsgemeinschaft (§ 7 SGB II).

Falsch:
Du hast das 15. Lebensjahr vollendet und kannst selbst Sozialleistungen beantragen, das müssen nicht deine Eltern machen (§ 36 SGB II).

Das Konstrukt der Bedarfsgemeinschaft bleibt jedoch bestehen, egal welches Mitglied dieser Gemeinschaft die Leistungen beantragt.

Viele Grüße

Cha
 

gila

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Hallo Marienkäfer!

ZUnächst fällt mir mal ein, ob du noch KINDERGELD bekommst?
Bzw. am besten über deine Eltern (sonst würde es bei ALG II abgezwickt als Einkommen)

Info erstmal hier: Kindergeld bei Behinderung - Anspruch für behinderte Kinder

Wenn deine Eltern "zuviel" haben, muss man gut überlegen, ob man wirklich will, dass ALLE zu "Bedürftigen" werden, um allein etwas an Geld für Dich zu "gewinnen".

Weiter könnte geprüft werden, ob die eine Erwerbsminderungsrente für eine Teil-Erwerbsunfähigkeit zusteht - nachdem es ja jetzt heißt 3-6 Stunden.
Solange du kein Einkommen/Job hast, könnten Kindergeld und EM-Rente ein Einkommen für dich darstellen.
 

Caye

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Die Teil-EM-Rente würde Sinn machen, sobald du die 3-in-5-Regelung "voll" hast.
Eine volle EM wäre auch jetzt schon möglich (sofern diese denn vorliegt und die DRV sie feststellt). Dafür gibt es für Menschen nach bzw sogar in der ersten Berufsausbildung eine Sonderregelung: Man muss nur 12 Monate in den letzten 2 Jahren RV-Beiträge geleistet haben. (Für die Teil-EM gilt das jedoch blödsinnigerweise nicht.)

Kindergeld wurde ja schon genannt.

Wie siehst du denn deine Arbeitsfähigkeit? Wenn die in Teilzeit durchaus vorhanden ist, besteht nicht ne Chance, durchaus einen Job zu finden, den du machen kannst? Da würd ich evtl. die Flinte nicht so schnell ins Korn werfen. Mit Teilzeitjob und Teil-Rente dürfte es sich ja ganz gut auskommen.
 

Marienkäfer96

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Vielen lieben Dank für die Antworten.

Die Auskunft ist teils richtig, teils falsch.

Richtig:
Solange du das 25. Lebensjahr noch nicht vollendest hast, und deine Eltern dich "finanzieren", gehörst du mit den Eltern in eine sog. Bedarfsgemeinschaft (§ 7 SGB II).

Falsch:
Du hast das 15. Lebensjahr vollendet und kannst selbst Sozialleistungen beantragen, das müssen nicht deine Eltern machen (§ 36 SGB II).

Das Konstrukt der Bedarfsgemeinschaft bleibt jedoch bestehen, egal welches Mitglied dieser Gemeinschaft die Leistungen beantragt.

Viele Grüße

Cha
Was würdest du mir denn empfehlen wenn im Januar 2020 mein ALG1 anspruch erlischt?

Ich frag nicht nach ALG2, weil ich geil auf Geld vom Staat bin oder irgendwie den Staat betrügen möchte, aber ich würde mich wirklich schämen wenn meine Eltern mir auch noch die Krankenversicherung aus eigener Tasche bezahlen müssen. Als junge
Frau möchte man schließlich nicht ein Leben lang bei den Eltern auf der Tasche liegen.


Hallo Marienkäfer!

ZUnächst fällt mir mal ein, ob du noch KINDERGELD bekommst?
Bzw. am besten über deine Eltern (sonst würde es bei ALG II abgezwickt als Einkommen)

Info erstmal hier: Kindergeld bei Behinderung - Anspruch für behinderte Kinder

Wenn deine Eltern "zuviel" haben, muss man gut überlegen, ob man wirklich will, dass ALLE zu "Bedürftigen" werden, um allein etwas an Geld für Dich zu "gewinnen".

Weiter könnte geprüft werden, ob die eine Erwerbsminderungsrente für eine Teil-Erwerbsunfähigkeit zusteht - nachdem es ja jetzt heißt 3-6 Stunden.
Solange du kein Einkommen/Job hast, könnten Kindergeld und EM-Rente ein Einkommen für dich darstellen.
Danke für den Hinweis mit dem Kindergeld. Ich habe vergessen zu erwähnen, dass Kindergeld bezogen wird, aber ich überlasse es komplett meinen Eltern. Ist meiner Meinung nach auch richtig so, da ich nichts zur Haushaltskasse beitrage.

Mit zuviel Einkommen sind knapp über 3000€ Netto gemeint wenn man beide Einkommen zusammen rechnet. Mein Vater ist der Hauptverdiener und meine Mutter arbeitet in Teilzeit.

Mit der Arbeit ist es leider schwierig. Ich habe aufgrund meiner Erkrankung keine Möglichkeit zuverlässig und Regelmäßig zur Arbeit zu erscheinen, da kleinste Infektionen schon für mein Immunsystem belastend sind und ich ziemlich oft Krank bin. Ich habe auch meine Ausbildung nur aufgrund meiner akademischen Leistungen geschafft, obwohl ich mit Sicherheit über 50% der Ausbildungszeit Krankgeschrieben war hat mich die Kammer aufgrund meiner guten Noten zugelassen.

Ich würde gerne arbeiten. Ich hoffe immer auf das beste aber plane für das schlechteste und meine Erkrankung ist leider unheilbar und wird mit der Zeit nur noch schlechter

Man kann sich nicht einfach erwerbsunfaehig schreiben lassen, dazu müsste erstmal die DRV feststellen, dass du erwerbsunfaehig bist.
Der Amtsarzt von der Argentur für Arbeit wollte mich Erwerbslos also unter 3 Stunden Arbeitsfähig schreiben. Ich habe ihn aber gebeten es bitte nicht zu tun. Ich dachte der Arzt der ARGE hätte ähnliche Befugnisse.
 

Kerstin_K

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Der Amtsarzt von der Argentur für Arbeit wollte mich Erwerbslos also unter 3 Stunden Arbeitsfähig schreiben. Ich habe ihn aber gebeten es bitte nicht zu tun. Ich dachte der Arzt der ARGE hätte ähnliche Befugnisse.
Nein, der aerztliche Dienst kann dich nur fuer begrenzte Zeit aus der Vermittlung nehmen. Ueber Deine Erwerbsfähigkeit hat nur die DRV zu entscheiden und das ist dann fuer alle anderen Leistungstraeger bindend.
 

gila

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Danke für den Hinweis mit dem Kindergeld. Ich habe vergessen zu erwähnen, dass Kindergeld bezogen wird, aber ich überlasse es komplett meinen Eltern. Ist meiner Meinung nach auch richtig so, da ich nichts zur Haushaltskasse beitrage.
Na damit leistest du ja auch schon einen Beitrag. Frage noch: ist es das Kindergeld aus Ausbildung noch (was dann spätestens mit 25 endet) - oder ist es EXPLIZIT beantragt, weil es sich bei Dir um ein erwachsenes "Kind" mit Behinderungen, handelt, die vor dem 25. Lebensjahr aufgetreten sind UND wonach du "nicht in der Lage bist, für deinen Lebensunterhalt aufzukommen"

Das ist ein himmelweiter Unterschied - denn letzteres ist dann dauerhaft so lange, wie du unter einer gewissen Einkommensgrenze liegst/nicht für deinen Lebensunterhalt selbst aufkommen kannst.

Bitte hier noch INFO! Dann müsste man entsprechend noch Weichen stellen, dass es so beantragt wird und AUCH DANN zu deinen Eltern fließt - hier gibt es entsprechende Argumentationen, die ich hier auch irgendwo im Forum gepostet habe, da ich mit einer meiner Töchter eine ähnliche Situation habe.
Sollte sich mal der Fall von ALG II oder SGB X ergeben, würde es bei dir voll angerechnet - und dann hat man NICHTS davon!

Wie das genau mit deinem ALG I Anspruch geschickterweise gemacht werden sollte, dass Ansprüche noch verbleiben, kann ich leider nicht sagen - nicht unbedingt mein "Spezialgebiet". Vielleicht meldet sich da noch wer - ansonsten solltet Ihr mal auf eine ordentliche Beratung bei der Arbeitsagentur bestehen!

Es wäre wirklich zu überlegen, ob du nicht doch in die volle Erwerbsminderung gehst - eine Rente beantragst - sicher derzeit kein großer Betrag - aber du könntest da auch jeder Zeit wieder raus, sobald du einen Job beginnen möchtest, oder einen "Arbeitsversuch".

Bei uns isses so: Kind war u25 und danach erst in ALG II (Jobcenter) - gesundheitlich ging nichts - also Antrag Sozialamt und Grundsicherung. Hier Pflicht zur Prüfung, ob eine Rente zusteht. Trotz kaum Arbeit und Ausbildung kamen überraschenderweise um 300 Euro heraus - zunächst befristete Rente.
Wird bei Grundsicherung angerechnet. Kindergeld fließt zu mir - damit werden andere Ausgaben gedeckt, die notwendig sind.
Nebenbei haben wir seit einigen Jahren das "Persönliche Budget" beantragt - das auch dir sicher zustehen würde. Hier fließt ein monatlicher Betrag, der sich aus dem Unterstützungsbedarf ergibt, den sie benötigt, da sie in einer eigenen Wohnung selbstständig lebt.
Beispiel: Teilnahme an Sport, Schwimmen, Sauna, Hilfen bei den wöchentlichen Einkäufen durch Bekannte und Freunde (die sie von dem Betrag "entlohnt" für ihre Hilfen und Fahrten nach Stundenaufwand), monatlich mal Fahrtkosten zu uns Eltern für Besuch, Begleitung bei Veranstaltungen, insbesondere mal abends - eventuelle Kurse, die sie besuchen mag, auch mal Taxikosten für Heimfahrten, wenn sie im Dunkeln nicht alleine und öffentlich kann ...

So ein Bedarf für eine "TEILHABE am Leben in der Gesellschaft" wird mithilfe einer Betreuung (Sozialpädagogin, in einer unabhängigen Organisation selbst ausgesucht) regelmäßig alle 2 Jahre mit einem Hilfeplangespräch erörtert und festgelegt und ein Betrag ausgehandelt, über den sie dann entsprechend eines erarbeiteten "Vertrages" frei für die angestrebten Ziele und Zwecke verfügen kann. Ihre kleine Struktur von Freunden leisten entsprechende Hilfen und Gänge - und bekommen dafür auch einen kleinen Lohn, was natürlich auch die Struktur und die Bereitschaft stützt!

So etwas müsste auch bei dir zu installieren sein - deine Eltern sind nicht verpflichtet, SÄMTLICHE Hilfeleistungen für dich selbst zu erbringen und du hast auch ein RECHT auf eine eigene Entwicklung und Teilhabe in eigener Struktur. Sich da mit dieser Thematik mal beschäftigen, wäre doch sicherlich sinnvoll - du hast doch Zeit jetzt - und könnte dir Perspektiven eröffnen, die du noch nicht kennst.





Das Budget ist einkommensunabhängig - deine Eltern werden hier nicht herangezogen.

Versuche doch mal über deine örtliche Caritas (oder ggf. Anruf beim Bundesministerium, Beratungstelefon) - herauszufinden, WER bei dir vor Ort beraten kann und bei der Beantragung unterstützt! Schreibe nieder, was du dir vorstellen kannst, OHNE die Hilfe der Eltern gern machen möchtest - Freizeit, mehr Eigenständigkeit, eigene Wohnung, Hilfe bei beruflichen Perspektiven etc.

Auch mal den Übergang - zumindest zeitweise - ins SGB X durchgehen - Grundsicherung über das Sozialamt -
dazu hier mehr Info: INTAKT Grundsicherung

Da hast du auch bei deinen Eltern wohnend einen ganz EIGENEN ANSPRUCH, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind!

Beim Jobcenter in SGB II werdet ihr zu einer "Bedarfsgemeinschaft", alles muss offen gelegt werden, Einkommen, Vermögen - und das auf bloße angenommene "Erwerbsfähigkeit" hin ... mal im Ernst: WAS hat da ein Jobcenter für dich schon zu bieten?

Wir haben sehr lange und hart gerungen und gekämpft, bis die Strukturen für meine Tochter standen! Nun läuft dies schon seit einigen Jahren - sie erhält von ihrer Betreuerin 1 x in der Woche einen Besuch und bespricht alles, was notwendig ist, was bedrückt, zu erledigen ist, Schwierigkeiten und Probleme mit ihr und wird auch bei Gängen zu Behörden von ihr mit unterstützt. Sie kann durch das Budget TEILHABEN und ihre eigenen Interessen wahren und ausprägen - das hat viel Stabilität im Alltag gebracht und letztlich auch ein Stück "Genesungsweg". Nun schaut sie sich sogar nach einem Minijob um - von dem sie zwar kaum ein Mehr an Einkommen hat, weil fast alles angerechnet wird - aber was ihr einen gewaltigen Schub nach vorne geben könnte für mehr Struktur im Alltag und Sinn! Sie spricht sogar schon davon, sollte es ihr gelingen, einen kleinen Job zu finden, egal was, vielleicht auch einen "Arbeitsversuch" zu wagen - angemeldet dann bei Bezirk und Rentenversicherung - um noch mehr Unabhängigkeit zu erlangen.
Dank dieser Strukturen ist das alles möglich, sogar ein SCHEITERN - denn dieses Netz bleibt ja dann erstmal bestehen, und wenn ihr das nicht gelingt, hat sie es wenigstens versucht.

Ich bin sicher, wenn du dich mit dem Thema wie vorgeschlagen in allen Punkten etwas "strategisch" befasst, wirst du nicht nur Perspektiven entwickeln können, die dir das "blöde Gefühl" wegnehmen, deinen Eltern eine "Last" zu sein (was sicher aber nur du so empfindest ;-)) - sondern darüber hinaus wirkliche Zukunftsperspektiven!

Also:

- SGB II - BLOSS NICHT dran denken jetzt! Bringt dir nichts und macht Euch zu "Bedürftigen" - evtl. kommt auch nix bei raus ... früher oder später verlieren die die Geduld, wenn sie dich nicht vermitteln können und drängen dann eh auf Grundsicherung und Rente!!!

- ALGI - Beratung verlangen, was deine Rechte sind, Pflichten, wie lange der Anspruch bewahrt werden kann
- Über ein neues Gutachten erkundigen, was dir eine Erwerbsfähigkeit UNTER 3 Stunden bescheinigt
- mit der Rentenversicherung kontakten - eine RENTENAUSKUNFT beantragen (geht auch über die DRV Webseite) und eine RENTENINFORMATION (sofern alles vorhanden ist) - darin ist dann eine Prognose, was dir wann und wieviel zusteht.
- vielleicht bei einem Sozialverband wie VDK Mitglied werden - dort Beratung über deine Schwerbehinderung, GdB (alles schon aktuell?), die schauen auch deine Rentenansprüche an ... evtl. wissen sie auch was übers Persönliche Budget
- Kindergeld: ist es schon das für behinderte erw. Kinder? Ggf. so beantragen!
- Bundesministerium anrufen: Haben die eine Liste, wer bei dir vor Ort Träger ist für das persönliche Budget? (In Bayern ist es der Bezirk Oberbayern - in Zusammenarbeit mit den Sozialämtern
- Caritas etc. löchern, ob sie unterstützen oder eine Liste haben mit UNABHÄNGIGEN Betreuern (keine "gesetzlichen" Betreuer) - Sozialarbeiter, die Menschen mit Behinderungen begleiten innerhalb des Pers. Budgets (darin bekommen sie auch einen Betrag errechnet für erforderliche Unterstützungsleistungen)

1. Du bist ein schlaues Köpfchen ;-) - dann gibt es jetzt erstmal einiges zu tun!
2. Du schaffst das! (y)
 

Marienkäfer96

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Hallo Gila,
vielen lieben Dank erstmal.

Ich habe mir einiges zum persönlichen Budget durchgelesen.

Leider wusste ich nicht welcher Leistungsträger für mich zuständig ist und habe ich wie empfohlen das Bundesministerium für Arbeit und Soziales angerufen.

Als ich nach dem zuständigen Träger für meine Region fragte, wurde ich gefragt wofür ich das persönliche Budget beantragen wollen würde. Ich sagte zum Beispiel zur Teilhabe am sozialen Leben in der Gemeinschaft.
Daraufhin wurde ich gefragt, ob ich einen Betreuer benötigen würde um am Leben teilzunehmen. Mir wurde gesagt das Budget wäre NUR für die finanzierung eines Betreuers und nicht für "den Einkauf einer Kinokarte".


Diese Info ist meiner Meinung nach Falsch, aber sie wollte nicht diskutieren und somit beendeten wir unser Gespräch.

Ich werde als nächstes mal bei der örtlichen Caritas versuchen informationen zu erhalten.

Liebe Grüße
 

gila

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Lass dich durch so einen Mist nicht entmutigen, allenfalls sollte es ermutigen sich über eine derartige platte Auskunft gegenüber einem behinderten Menschen, der auf der Suche nach Teilhabemöglichkeiten ist, am Telefon sowas entgegen zu schleudern, zu beschweren.

Auch die Frage nach einem Betreuer stellt sich überhaupt nicht, das kann allenfalls wie gesagt nur einer sein den du dir selber aussuchst... Sozialpädagoge... und der hat mit einem gesetzlichen Betreuer, der wie ein Vormund agieren würde, überhaupt nichts gemeinsam.

Hast du noch den Namen der Personen vom Telefon? Sonst rufe ich die gleich mal an und mach die zur Sau!

Kann ich nicht nachvollziehen, immer wenn ich mal eine Auskunft von dort gebraucht habe, auch weil ich vor knapp drei Jahren mit dem Bezirk Oberbayern einen heftigen Kampf wegen dem Budget hatte, waren die immer sehr zuvorkommend und hilfsbereit. So was geht überhaupt nicht!


Welche Nummer hast du angerufen? Ich werde da umgehend nachfragen und die ankacken, dass DAFÜR ein Bürgertelefon nicht gedacht ist,
und wenn da Leute ohne Fingerspitzengefühl sitzen, haben die da nichts verloren! Mann - sowas macht mich ungemein sauer! :mad:
Und wieviel UHR war es? Irgendwelche Teile eines Namens verstanden?

Notiere dir bei Telefonaten IMMER DIE NAMEN!
 

Marienkäfer96

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Lass dich durch so einen Mist nicht entmutigen, allenfalls sollte es ermutigen sich über eine derartige Platte Auskunft gegenüber einem behinderten Menschen der auf der Suche nach Teilhabemöglichkeiten ist am Telefon sowas entgegen zu schleudern, zu beschweren.

Auch die Frage nach einem Betreuer stellt sich überhaupt nicht, das kann allenfalls wie gesagt nur einer sein den du dir selber aussuchst... Sozialpädagoge... und der hat mit einem gesetzlichen Betreuer, der wie ein Vormund agieren würde, überhaupt nichts gemeinsam.

Hast du noch den Namen der Personen vom Telefon? Sonst rufe ich die gleich mal an und mach die zur Sau!

Kann ich nicht nachvollziehen, immer wenn ich mal eine Auskunft von dort gebraucht habe, auch weil ich vor knapp drei Jahren mit dem Bezirk Oberbayern einen heftigen Kampf wegen dem Budget hatte, waren die immer sehr zuvorkommend und hilfsbereit. So was geht überhaupt nicht
Ja ich fands auch schade und ich habe jetzt auch schon einen Termin für eine Beratung bei der Caritas gemacht. Den Namen habe ich mir leider nicht gemerkt.

Ich schaue was am Donnerstag die Caritas sagt. Ich bleibe aufjedenfall am Ball und werde mich nicht unterkriegen lassen. Ich kenne das vom Ämtern nur zu gut, dass die einem Leistungen irgendwie verweigern wollen. Ich musste damals schon um die KFZ-Hilfe kämpfen.

Liebe Grüße

Edit:

Es war diese Nummer vom Bürgertelefon des BMAS (Thema Behinderung: 030 221 911 006 )

Es war genau um 13:08 und nicht wundern, ich werde oft mit einem jungen Mann verwechselt, da meine Stimme etwas tiefer ist und ich mich nur mit Hausnamen gemeldet habe.
 

gila

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hier gibt es auch noch einige Anregungen: Selbstbestimmt leben mit dem Persönlichen Budget

Es kommt ja auch auf deine Einschränkungen an - was da an Hilfen unterstützt werden kann - sicher gibt es Dinge, die man als Pflichten deinen Eltern als Family zuschreibt - aber das soll ja auch in mehr Selbstständigkeit und Unabhängigkeit führen - also muss kräftig daran gearbeitet werden einen BEDARF auszuarbeiten, der dann Grundlage für weiteres ist.
 

gila

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Also ich habe nun selbst dort angerufen und gesagt, ich würde seit vielen Jahren in Foren für Erwerbslose ratgebend tätig sein und hätte einer jungen Frau mit einer Behinderung den Tipp gegeben unter anderem zum PB - und unter DIESER Nummer hätte man ihr folgendes vor den Latz geknallt ... (was du beschrieben hast) und das SOWAS einfach ein NO GO ist für ein Bundesministerium.

Die Dame war sehr entsetzt, konnte sich das nicht vorstellen .... leider hatten wir keinen Namen.

Sie hat mir nun weitere Infos gegeben - das PB ist ja sehr vielschichtig und KANN durchaus auch verschiedene TRÄGER haben - je nach deiner Situation und Behinderung, die ich ja nicht kenne.
Es kann sein, dass die CARITAS hier beraten KANN - ob VOLLSTÄNDIGES WISSEN vorhanden ist, kann ich nicht sagen.
Du wirst es merken!

Aber es gibt auch sog. ERGÄNZENDE UNABHÄNGIGE TEILHABEBERATUNGEN - EUTB - siehe hier: Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) | www.teilhabeberatung.de

wo du mal schauen kannst, ob bei dir in der Nähe etwas ist!

TRÄGER: kann sein das Sozialamt (über deine Grundsicherung), das Jugendamt (Hilfe für junge Erwachsene), oder auch die Krankenkasse (wenn z.B. jemand eine Assistenz braucht (Rollstuhl) oder eine medizinische Leistung, die regelmäßig erbracht werden muss, aber ansonsten von den Kassen nicht geleistet wird (z.B. Pferdegestützte Therapie für Kinder) - diese TRÄGER müssen dann aus einer Liste über den unterschiedlichen BEDARF, die du UMFASSEND erarbeiten solltest (!) - von der beantragenden Stelle ERMITTELT werden.

Nennt sich dann "trägerübergreifendes PB", sollten mehrere Träger beteiligt sein.

Ich kann dir auch gern ab und an über PN (pers. Nachricht hier) oder email was "unterm Radar" mitgeben, damit du nicht in ein offenes Messer läufst, wenn du wieder mal so einen "engagierten" Menschen vor dir hast, der dir da was ausreden will ;-)
 

Marienkäfer96

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Vielen lieben Dank für dein Engagement! Ich nehme dein Angebot gerne an und schreibe dir eine Nachricht :)

Edit: Ich sehe grade mir fehlt die Berechtigung um dir eine private Nachricht zu senden.
 

gila

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Edit: Ich sehe grade mir fehlt die Berechtigung um dir eine private Nachricht zu senden.
Dazu muss man ein paar mehr Beiträge haben - ist eine kleine "Hürde" deswegen, dass man nicht von Hinz und Kunz auch außerhalb
des Forums totgemailt wird. Wie viele weiß ich grad nicht...
 

Marienkäfer96

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Hallo meine lieben,

aufgrund einer akuten Verschlechterung bin ich aktuell im Krankenhaus. Ich werde wahrscheinlich nächste Woche entlassen. Ich konnte bis jetzt keine Beratung wahrnehmen.
 
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