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Widerstand gegen Streichung des DiabetesMEB

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Ludwig Hartz IV

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Hallo liebe Hartz-IV-Diabetiker,
Der Deutesche Verein hat empfohlen, u.a. Diabetikern mit Hartz4 den Mehrbedarf zu streichen.(http://www.deutscher-verein.de/05-empfehlungen/empfehlungen2008/pdf/DV 25-08.pdf)

Diese neuen Empfehlungen des Deutschen Vereins sind sicher nicht der Weisheit letzter Schluss. Sie stützen sich auf eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung von 4/2008 (www.dge.de/pdf/ws/Lebensmittelkosten-vollwertige-Ernaehrung.pdf) und die hat eine Menge Fehler: Man kann also hoffen, dass sie bei einem Gericht nicht durchkommt. Ich habe jedenfalls gegen die Streichung der Krankenkostzulage geklagt.

Hier die einzelnen Punkte:

  1. Die DGE-Studie geht von 2200Kcal/pro Tag aus. Ein Diabetiker muss sich aber 3-4 Stunden /Woche richtig schweißtreibend bewegen. (Deutsche Diabetes Gesellschaft). Dazu braucht ein Mann 3050 Kcal (DGE).
  2. In der Studie finden sich am Ende Tabellen mit den empfohlenen Lebensmitteln, die vollkommen realitätsfern sind: so soll der Vollwert-Hartz4ler in der gleichen Woche frische Erdbeeren und frische Weintrauben zu den billigsten Preisen von 2003 essen. Das gab es nicht 2003 und 2012 schon gar nicht. Es war aber Aufgabe der Studie tatsächliche Kosten zu erfassen. Nimmt man die Tabellen aber ernst, stößt man auf weitere Ungereimtheiten:
  3. Preise haben etwas mit Qualität zu tun. Der Vollwert-Hartz4ler soll Schweineschnitzel zum Kotelettpreis kaufen, Walnussöl zum Pflanzenölpreis,Vollkornbrötchen zum Preis von Weißmehlteilchen.usw.
  4. Es gibt keinen Inflationsausgleich. Die Lebensmittelpreise sind aber seit 2003 um etwa 12 % gestiegen. Bei billigen Lebensmitteln war es sehr viel mehr.
  5. Besonders schlimm ist es bei Fisch: Damit man keine Nervenschäden und Herz-Kreislaufkrankheiten bekommt, sollte man mindestens einmal in der Woche Fisch essen. Hering, und Makrele gibt es aber nicht das ganze Jahr über, und alle anderen Fische sind seit 2003 richtig teuer geworden.
  6. Diese Liste ist überhaupt nicht auf die Realität eines armen 1-Personen-Haushalts angepasst. Zu viele verschiedene Produkte, zuviele Reste, die aufbewahrt und gekühlt werden müssten.
  7. Sie ist vielleicht vollwertig, aber für Diabetiker enthält sie zuviel freie Zucker: Frucht- und Gemüsesäfte, Weinrauben, Rosinen und Bananen, Honig und Marmelade sind ganz bestimmt nicht die ideale Diabetikerspeise. Und ordentliche Vollkornprodukte kriegt man für die Preise dort auch nicht.
All das ignoriert die Empfehlung des Deutschen Vereins.

Ich habe dies auch an Herrn Höft-Dzemski vom DV geschrieben, der mir daraufhin kleinlaut zurückschrieb, man habe die Studie nur auf Plausibilität geprüft und sich im Übrigen auf die DGE als Herausgeberin verlassen...
Jetzt stützen sie ihre Empfehlung auf 2 Punkte:

  1. Eine Diät solle sich deutlich von der für alle Menschen empfohlenen unterscheiden und zugleich
  2. deutlich teurer sein.
Weil heutige Diabetesdiät eigentlich jedem Menschen empfohlen werden sollte, trifft 1. nicht zu, also kein Geld.

Ich denke, es lohnt sich gegen die Streichung des MEB zu klagen.:icon_daumen:

Also:
auf dem Hartz4- Fragebogen MEB (Mehrbedarf) unter "sonstiges" "Diabetes II" eintragen, wenn sie nix zahlen, Widerspruch und dann Klage...

Viel Glück, ich brauch´s auch.

Ludwig
 
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