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Widerspruch gegen Einstufung GdB 40 - rechts erblindet, div. andere Kleinigkeiten

Katzenstube

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#1
Hallo, liebe Fachleute,
das Versorgungsamt hat mir gestern einen Gdb von 40 mitgeteilt. Heute geht der formelle Widerspruch zur Fristwahrung mit späterer Begründung nach Akteneinsicht per Einschreiben weg.

Inhaltlich aus dem Schreiben des Versorgungsamtes:
Sehminderung (Blindheit rechts und mit Brille 70% links Sehfähigkeit, starke Gesichtsfeldausfälle - meine Info an Euch dazu)
Funktionsminderung beider Hüftgelenke, Adipositas permagna
Depressive Verstimmung

Die Begründung werde ich selber schreiben nach Sichtung (evtl. auch nach Rücksprache mit einigen behandelnden Fachärzten). Da ich aber demnächst von der DRV zu einer Arbeitserprobung eingeladen bin stellt sich mir die Frage, wie ich es am geschicktesten mache um keine Fristen zu versäumen. Die Termine werden ja recht kurzfristig bekannt gegeben. Eine Freundin wird den Briefkasten leeren und versuchen mir die Schriftstücke zuzusenden, ob die aber schnell genug bei dem BfW an mich weitergeleitet werden ist eine Frage für sich.

Nächste Frage: ich bin VDK-Mitglied. Ergibt es Sinn, denen meine Argumentation zukommen zu lassen, damit vom VDK das Schreiben erstellt wird. Ich kenne leider nicht den Ruf des VDK beim hiesigen Landeratsamt. Sind die juristisch fit, dann könnten die (um einen evtl. Prozess zu vermeiden) dem Widerspruch Recht geben. Sind es aber Luschen, dann wirkt das sicherlich nicht förderlich für meinen Widerspruch. Wenn ich aber alleine meine Papiere erstelle und einreiche, so gehen die davon aus, dass ich ein kleiner Doofi bin, der einfach sein Glück versucht.

Mit wäre es wichtig die 50% im Widerspruch zu erreichen und nicht erst nach einer eventuellen Verschlechterung. Lt. Listen (ohne Glaukomberücksichtigung und Gesichtsfeldausfällen) steht schon ein GdB von 35 - somit wurden Psyche und Hüfte gerade mal mit 5 gewertet.

Über jegliche Info wäre ich dankbar.

Lieben Gruß von Katzenstube
 

Kerstin_K

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#2
Wann ist deine Arbeitserprobung und wie lange?

Ich wuerde eventuell den Widerspruch erst kurz vorher oder gegen Ende der Frist abschicken. So gewinnst du zeit und die Unterlagen sind eventuell erst da, wenn du wieder da bist.

Fuer die Begründung im Widerspruchs erfahren gibt es keine gesetzliche Frist. Du könntest auch im fristwahrender Widerspruch schon schreiben, dass du die Begründung erst nach der Belastungserprobung erstellen kannst, oder wenn die Unterlagen schnell kommen und eine zuu kurze Frist gesetzt wird um Fristverlängerung bitten.
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Katzenstube

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#3
Hallo Kerstin,
danke für Deine Infos.

Der fristwahrende Widerspruch ist schon per Einschreiben/Rückschein unterwegs. Allerdings verbunden mit der Information, dass eine Belastungserprobung der DRV ansteht, nebst Einladungszettel.

Über die zweiwöchige Arbeitserprobung in internatsmässiger Unterkunft des BfW in Würzburg wurde ich vor ca. 2 Wochen informiert (ich hätte 4 Wochen Widerspruchsfrist). Ich würde vom BfW direkt über den Termiin informiert werden.

Ich überlege gerade hin und her, ob ich nicht auf einen Anwalt sparen soll. Im Widerspruch muss das Ergebnis stehen, bei Verschlechterungsanträgen wird es einem ja noch schwerer gemacht. Diese 10% können dann entscheiden (Blindheit und Arthrose werden im Regelfall nicht besser) ob und dass ich 2 Jahre früher in Rente kann.

Ich bin sehr glücklich, wie mir die Medizin und tolle Ärzte, die Menschen sind, helfen konnten. Aber ich schaffe das Arbeitspensum nicht, welches ich mit meinen eigenen Linsen und ohne Blindheit hatte. Alles ist schwer, umständlich und zeitraubend, was auch auf die Gesamtverfassung geht.

Wobei ich schon dankbar bin über Eure stetigen Aufrufe an mich den GdB zu beantragen und in eine Augenklinik zu gehen, was ja dann sehr schnell erfolgt ist. Der GdB 40 gibt mir zumindest mal die Gleichstellungsmöglichkeit. Diesen Antrag habe ich gestern beim Arbeitsamt angefordert.

Sollte es also dumm laufen und ich den Job verlieren, so kann ich zumindest mitsprechen, welche Tätigkeiten für mich dann zumutbar wären. Ein Antrag nach dem anderen, ein Widerspruch nach dem anderen, ein Formular der KK nach dem anderen ist nervaufreibend, aber die Bahnen sind schon mal eingeschlagen. Jetzt habe ich noch die Kraft und das eine Augenlicht zum schreiben, später vielleicht nicht mehr.

Lieben Dank von Katzenstube
 

Kerstin_K

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#4
Auch ohne Sehvermögen gibt es noch Wege: Screenreader, Punktschrift...
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Katzenstube

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#5
Genau das wird in Würzburg geprüft. Dennoch: einen Tag halte ich nicht durch - einfach weil es bei uns übel organisiert ist und ich teilweise vier Telefone zu bedienen habe in Kombination mit dem PC. Rund 15 Stunden pro Woche muss ich alleine das Büro schmeissen, in welchem sonst 4 Kräfte sind, da gehen die Augen ab und ich sehe nichts mehr. Ich habe nun aber auch nur zwei Ohren und einen Mund; leider auch nur ein Auge für den PC ;-) zum Arbeitsplatz komme ich mit eigenem PKW nicht mehr. Das aber denke ich, wird alles in Kombination in Würzburg geprüft. Schon die Ärzte der UniKlinik hielten Arbeiten für fragwürdig.
Ich möchte aber nicht komplett aus dem Arbeitsleben aussteigen. Denn da gibt es auch einen sozialen Hintergrund. Auch wenn mein Chef alles andere als pflegeleicht ist, so sind die Kollegen oftmals ganz toll und die Kunden auch oft eine Bereicherung. Aber alles das sind Diinge, die mir Fachleute aufzeigen können, welches Hilfsmittel wie Monitore, Arbeitsplatzbrillen ect. mir helfen können. Auch die Raumbeleuchtung ist bei uns unter aller Kanone.

Die Frage wird eher die der Finanzierung sein. Ich bin mir sicher, dass mein Chef nichts dazu gibt obwohl schon die Grundausstattung des Büros nicht normgerecht ist. Auch sind unsere Räume so niedrig, dass die BG untersagt hat, dort ganztags tätig zu sein. Was widerum meinen Chef nicht interessiert.

Aber wie gesagt: da können mir jetzt bald Fachleute helfen Licht ins Dunkel zu brinigen und den bestmöglichsten Weg zu gehen im Arbeitsleben zu bleiben.

Lieben Gruß von Katzenstube

p.s. guter Hinweis mit dem Screanreader - auch für zuhause. Muss mal sehen, wann und wie da die Krankenkasse eingebunden werden kann.
 

Kerstin_K

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#6
Unter Windows 10 kannst du dir ohne zusatzsoftware Mails aus dem aktuellen Outlook vorlesen lassen.
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Doppeloma

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#7
Hallo Katzenstube,

das Versorgungsamt hat mir gestern einen Gdb von 40 mitgeteilt. Heute geht der formelle Widerspruch zur Fristwahrung mit späterer Begründung nach Akteneinsicht per Einschreiben weg.
Hast du diese "Akteneinsicht" (insbesondere die Versorgungsärztliche Stellungnahme) auch gleich beim Versorgungsamt angefordert ???

Das brauchst du ja, um deren Entscheidungsgründe zu kennen, hast du deine Ärzte mal gefragt, ob sie angeschrieben wurden ?

Inhaltlich aus dem Schreiben des Versorgungsamtes:
Sehminderung (Blindheit rechts und mit Brille 70% links Sehfähigkeit, starke Gesichtsfeldausfälle - meine Info an Euch dazu)
Funktionsminderung beider Hüftgelenke, Adipositas permagna
Depressive Verstimmung
Da müsste ich erst in die versorgungsmedizinischen Grundsätze reinschauen um das genauer zu orten, wobei man (leider) feststellen muss, dass die Bewertungen oft unter dem "eigenen Gefühl" angesiedelt sind.

Hast du denn eine detaillierte Beschreibung deiner Einschränkungen im Alltag (bezogen auf die einzelnen Behinderungen) deinem Antrag beigefügt ?

Wenn nicht solltest du das unbedingt noch nachholen, für die Widerspruchsbegründung einen sogenannten "Jammerlappen" schreiben, also mit eigenen Worten schildern WANN und WIE du durch die (ärztlich belegten) Behinderungen in deinem (gesamten) Alltag eingeschränkt bist.

Die Begründung werde ich selber schreiben nach Sichtung (evtl. auch nach Rücksprache mit einigen behandelnden Fachärzten).
Diagnosen alleine reichen für den GdB NICHT aus, die bestätigen nur, was du als Behinderungen unbedingt selber näher erklären musst, jeder Mensch geht anders mit den gleichen Krankheiten / Diagnosen um, das ist ja auch von der konkreten Ausprägung im Einzelfall abhängig.

Dazu können auch Arztberichte und Atteste von Fachärzten nur begrenzt Auskunft geben, denn dein tägliches Leben damit wird darin auch nicht genau beschrieben. :icon_evil:

Ich denke mal Adipositas und depressive Verstimmungen werden aktuell gar keinen GdB bewirken, (Männe ist auch "viel zu schwer", dafür hat er nicht mal GdB 10), die Ausprägung / Auswirkungen deiner Hüftprobleme kann ich nicht beurteilen und da setzt z.B. der "Jammerlappen" an, denn das geht den SB beim Versorgungsamt wohl auch nicht anders ...

Deren ÄD sieht nur die Diagnosen aber was bei dir die tatsächlichen Probleme daraus sind musst du verständlich aufschreiben, denn daraus ergibt sich der GdB und NICHT aus der reinen Diagnose.

Da ich aber demnächst von der DRV zu einer Arbeitserprobung eingeladen bin stellt sich mir die Frage, wie ich es am geschicktesten mache um keine Fristen zu versäumen.
Dazu weiß ich leider NIX aber wenn der Widerspruch bereits fristwahrend eingelegt wurde gibt es ja zunächst keine Fristen mehr einzuhalten beim Versorgungsamt.
Für die Begründung setzen die zwar gerne mal eine eigene Frist aber die kann man verschieben lassen und eine eigene (großzügige) Frist setzen, bis wann man das fertig haben wird.

Die Termine werden ja recht kurzfristig bekannt gegeben. Eine Freundin wird den Briefkasten leeren und versuchen mir die Schriftstücke zuzusenden, ob die aber schnell genug bei dem BfW an mich weitergeleitet werden ist eine Frage für sich.
Welche Termine meinst du denn jetzt genau, das Versorgungsamt hat es so eilig nun meist auch wieder nicht, 2 - 3 Wochen müssen die auch einräumen, bis du wieder reagieren sollst, die Unterlagen (wenn du welche angefordert hast, sonst schicken die NICHTS) kommen da meist noch in Kopie.

Nächste Frage: ich bin VDK-Mitglied. Ergibt es Sinn, denen meine Argumentation zukommen zu lassen, damit vom VDK das Schreiben erstellt wird. Ich kenne leider nicht den Ruf des VDK beim hiesigen Landeratsamt.
Den "Ruf" deines VDK vor Ort kenne ich leider auch nicht, aber die können kaum einen brauchbaren "Jammerlappen" für dich schreiben, die kennen ja deinen Alltag auch nicht und das wird ein sehr wichtiger Aspekt sein, um Erfolg mit dem Widerspruch haben zu können.

Die Zeiten wo Behörden vor dem VDK (und deren Poststempel) "zittern" sind jedenfalls schon lange vorbei, da solltest du besser keine Illusionen haben. :icon_evil:

Sind die juristisch fit, dann könnten die (um einen evtl. Prozess zu vermeiden) dem Widerspruch Recht geben.
Es geht aber gerade beim GdB NICHT um rein juristische Entscheidungen sondern NUR um den Grad deiner persönlichen Einschränkungen im gesamten Alltagsleben, im Vergleich zu einem völlig gesunden Menschen in deinem Alter ...

Nur darauf ist das Schwerbehinderten-Recht (und die GdB-Richtlinien) ausgerichtet und den "gewissen" Einstufungs-Spielraum bestimmt das Amt und kein Jurist ... :icon_evil:

Wenn ich aber alleine meine Papiere erstelle und einreiche, so gehen die davon aus, dass ich ein kleiner Doofi bin, der einfach sein Glück versucht.
Das denke ich eher nicht, wir haben bisher ALLE Anträge und Widersprüche an das Versorgungsamt selber gemacht und meist hatten wir spätestens im Widerspruch auch Erfolg (oft war der gar nicht nötig), einen Prozess deswegen zu führen lohnt sich ohnehin nur ganz selten.

Da stellt man lieber mit besseren / neuen Argumenten bald (nach ca. 6 Monaten) wieder einen Verschlimmerungs-Antrag ... das "übt ungemein" und man weiß bald sehr gut, worauf es da wirklich ankommt.

Mit wäre es wichtig die 50% im Widerspruch zu erreichen und nicht erst nach einer eventuellen Verschlechterung. Lt. Listen (ohne Glaukomberücksichtigung und Gesichtsfeldausfällen) steht schon ein GdB von 35 - somit wurden Psyche und Hüfte gerade mal mit 5 gewertet.
Ich weiß nicht wo du da nachgesehen hast und du darfst nicht davon ausgehen, dass nun alles einfach "addiert" wird, 5-er Schritte gibt es beim GdB schon lange nicht mehr und "Prozente" sind das auch nicht ... es ist ein Grad der Behinderung.

Anerkannte Behinderungen mit GdB 10 werden zwar mit aufgezählt (im Bescheid) haben aber KEINE Auswirkungen auf den Gesamt-GdB, es ist meist ein Einzel-GdB von wenigstens 20 erforderlich, um eine Erhöhung des Gesamt-GdB zu bewirken.

Die Einzelbewertungen kannst du aus der Versorgungsmedizinischen Stellungnahme herauslesen.

ich denke eher, dass dein GdB aktuell aus den Problemen mit Augen und Hüften gebildet wurde, deine psychischen Probleme liegen bestimmt noch nicht im "Wertungsbereich", und ich weiß sehr gut warum ich dir das so schreibe.

Ich war fast 4 Jahre AU geschrieben wegen massiver psychischer Probleme und wurde letztlich deswegen EM-berentet, beim Versorgungsamt hat man das als "leichte psychische Störung" mit GdB 20 eingeordnet.

Schon vor dem EM-Rentenbescheid hatte ich auch Antrag auf Erhöhung (von GdB 40) gestellt, um den Ausweis zu bekommen, das reichte aber nicht aus teilte man mir mit und in diesem Falle müsse noch nicht der Gesamt-GdB "angehoben" werden.

Das sei in einigen Bereichen "Ermessens-Sache" und erst ab GdB 30 (Einzelwert) wirklich zwingend ... ich habe es dann aufgegeben weil ich dann bald den Bescheid zur EM-Rente bekommen habe, da war das sowieso nicht mehr wichtig für mich den Ausweis zu bekommen.

Mit GdB 40 kannst du dich von der AfA auch gleichstellen lassen, wenn es dir vorrangig um die Sicherung deines Arbeitsplatzes geht.
Psychische Probleme müssen schon ziemlich schwerwiegend sein umd darauf einen GdB zu bekommen, ich fürchte depressive Verstimmungen genügen da noch nicht.

Soweit mal meine Erfahrungswerte, mein GdB setzt sich auch aus verschiedenen Einschränkungen zusammen, darin ist die mechanische Herzklappe mit (mindestens) GdB 30 schon erfasst + Tinnitus und (noch moderate) Schwerhörigkeit ...

Zusätzlich anerkannt (mit je GdB 10 OHNE Wertung für den Gesamt-GdB) sind weitere Herz-/ Kreislaufeinschränkungen und Bluthochdruck ... du siehst schon, dass es nicht so einfach ist den Ausweis zu bekommen.

MfG Doppeloma
 

Katzenstube

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#8
Guten Morgen, liebe Doppeloma,
vielen Dank für Deine Mühen,

Ja, ich habe in meinem Widerspruch um Akteneinsicht gebeten.

Hausärztin, Psychiater und Psychotherapeut wurden befragt, beim Orthopäden weiss ich es nicht, ersehe das aber wohl nach Aktenlage.

Einen Jammerlappen hatte ich beigefügt, werde diesen aber noch ergänzen/erweitern und dann der Begründung des Widerspruchs beifügen.

Welche Termine meinst du denn jetzt genau, das Versorgungsamt hat es so eilig nun meist auch wieder nicht, 2 - 3 Wochen müssen die auch einräumen, bis du wieder reagieren sollst, die Unterlagen (wenn du welche angefordert hast, sonst schicken die NICHTS) kommen da meist noch in Kopie.

Genau das meinte ich: falls die Unterlagen erst kommen wenn ich in Würzburg bei der Arbeitserprobung bin kann ich relativ schlecht, zumindest nicht zeitnah innerhalb von zwei Wochen reagieren.

Laut gängigen Tabellen von Blindenverbänden und auch den Infos des VDK bedeutet rechts Auge blind und linkes mit Sehhilfe 70% beim GdB 35.
Ich weiß nicht wo du da nachgesehen hast und du darfst nicht davon ausgehen, dass nun alles einfach "addiert" wird, 5-er Schritte gibt es beim GdB schon lange nicht mehr und "Prozente" sind das auch nicht ... es ist ein Grad der Behinderung.

Die Einzelbewertungen kannst du aus der Versorgungsmedizinischen Stellungnahme herauslesen.
Und genau mit denen werde ich versuchen in der Begründung zu arbeiten.

Mit GdB 40 kannst du dich von der AfA auch gleichstellen lassen, wenn es dir vorrangig um die Sicherung deines Arbeitsplatzes geht.

Ich habe schon mit der AfA telefoniert, der Antrag geht mir zu.

Ach, liebe Doppeloma, mir war von vorneherein klar, dass es mehr als schwer wird. Und mir war klar, dass ein Widerspruchsweg gegangen werden wird (ist ja ähnlich einem türkischen Basar, ebenso mit dem Wohngeld oder meiner Krankenkasse).

Ein Teilziel die Gleichstellung für etwas mehr Schutz am Arbeitsplatz um im Notfall eine Basis gegen die tollen Vorschläge der Afa (sollte ich doch mal arbeitslos werden) wie Küchenhilfe in einem Asia-Restaurant dürften dann wohl hoffentlich vom Tisch sein. Hatte ich ja alles erlebt....

Weißt Du, liebe Doppeloma, mir ist klar, dass ich mich als Eichhörnchen im Behördenjungle mühsam ernähren muss. Nüsschen für Nüsschen versuchen zu knacken - und die, die sich nicht knacken lassen versuchen durch Nüsschen mit leichterer Schale zu ersetzen ;-)

Wichtig ist für mich: der Anfang ist gemacht. Die medizinsche Reha erfolgt ebenso. Alles Punkte, die über kurz oder lang gefordert werden, damit ich Teilmöglichkeiten angehen kann.

Lieben Dank für Deine Hilfe,
Gruß von Katzenstube
 

Maulwurf74

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#9
Ich war selbst im BFW Würzburg und muss auch auch im März nächstes Jahr wieder rein.
Ich würde an deiner Stelle wenn es die Fristen verlangen formlos Widerspruch einlgegen... und Würzburg abwarten.
Die kennen sich mit der Materie aus und wissen was in deinen Fall zu tun ist.
 

Katzenstube

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#10
Hallo Maulwurf74,
ich bin dort allerdings beim BFW. Und das ist ja der DRV angeschlossen und wird mir kaum helfen, vermute ich. Aber Du warst dort, hast das Gegenteil wohl erfahren und somit habe ich nun etwas Hoffnung gewonnen.

Widerspruch ist eingelegt, mit Wunsch auf Akteneinsicht. Eine Erklärung würde ich nach Durchsicht der Akten nachliefern. Ich habe auch auf die "Arbeitserprobung" im BfW Würzburg hingewiesen.

Sag, kannst Du mir was über Deine Zeit dort erzählen? Ich bin ja schon neugierig. Sag mal, hat Dein Nickname hier etwa mit Deinen Augen zu tun?

Meinen Antrag auf GdB hat mir das Uniklinikum Würzburg vorbereitet, wo ich auch auf beiden Augen operiert worden bin.
Eine Klinik, mit ganz tollen Ärzten, denen ich vermutlich sehr viel zu verdanken habe.

Deshalb war ich auch wirklich glücklich als ich hörte BFW Würzburg, da die augenmed. Untersuchungen von/durch die Uni absolviert werden. Sicherlich nicht durch meinen Operateur, dass ist mir schon klar, aber die Mediziner dort (egal, wie empatisch oder wenig empatisch ein jeder war, ich durfte bei jedem Arzt spüren, dass jeder so viel wie möglich erfolgreich an meinem Auge helfen wollte.

Danke fürs Mutmachen
Gruß von Katzenstube
 

Maulwurf74

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#11
Ich war selbst zu einer arbeitserprobung im bfw würzburg und das auch im rahmen einer drv lta.
da werden die verschiedensten möglichkeiten getestet wie deine leistungsfähigkeit der augen mit technischen hilfsmitteln verbessert werden könnte.
im bezug auf dem gdb können sie dir sagen wie sich deine erkrankung auswirkt und welchen gdb du bekommen müsstest.
du solltest aber gezielt beim gespräch danach fragen.
ich selbst war zwei wochen da, die meisten meiner gruppe wurden schon nach einer woche nach hause geschickt, da konnte man nicht mehr viel machen, bzw es wurden hilfsmittel gefunden die ihnen weiter geholfen haben.
über das bfw kann ich eigentlich nichts negatives sagen, zimmer sind ok, das essen war gut und die leute sehr nett.
es gibt einkaufsmöglichkeiten in der nähe ( zb. lidl ca 800m ) und auch einen kleinen kiosk im bfw der einmal täglich öffnet.
eine kneipe, wo man essen und sich abends treffen kann ist auch auf dem gelände ( war ich aber nicht, war abends froh meine augen etwas zuzumachen ).
ich würde es einfach auf mich zukommen lassen, es hilft dir auf jedenfall weiter und das nicht nur beruflich.

und ja der name hat was mit meinen augen zu tun...
mein eines auge zählt schon immer als blind, hat eine cnv die aber aufgrund der blindheit nicht behandelt wird.
und mein anderes auge ist extrem kurzsichtig, mit jährlicher verschlechterung.
ich hatte auf dem "besseren auge" eine netzhautspaltung im bereich der makula, diese hat sich gott sei dank zurück gebildet und habe einen bereich mit mehreren dünnen stellen in der makula, wo eine cnv zu erwarten ist.
das ganze hat meinen visus auf den noch sehenden auge auf 0,2 runter gebracht, deswegen hab ich einen gdb von 70 mit den merkzeichen G B RF
 
Zuletzt bearbeitet:

Katzenstube

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#12
Ach Maulwurf74,
dann hat es Dich ja arg gebeutelt. Wirst Du auch in der Uni-Klinik Würzburg behandelt? Die sind dort einfach super, auch was die menschliche Komponente betrifft.

Weißt Du, ich üherwar früher mal im Musikmanagement und meine engste Band, die Freunde waren, war eine Band bei der der Großteil blind oder sehbehindert war. Ich war auch oft in deren Einrichtung weil die Jungs früher mal eine Schülerband waren. Durch diese Jungs habe ich gelernt was es heißt mit dem Herzen sehen. Und ich sage Dir was: jeder einzelne von denen hatte mir - damals noch komplett sehend - ganz viel voraus. Trotz aller Benachteiligungen. Es ist schlimm, weil wir Lebensqualität neu und anders erlernen müssen. Aber sie ist immer noch da. Vielleicht können wir das jetzt sogar schätzen, was für andere (und für mich früher) normal erschien: auf beiden Augen sehen zu können.

Ich freue mich auf Würzburg - nach Deinen Infos doppelt. Denn mir war schon im Vorfeld durch deren VISION Zugehörigkeit sschon klar, dass da ganz viel an Wissen da ist, welches mir ein regionaler Augenarzt oder Optiker nicht geben kann.

Ich bereite neben meinen Unterlagen auch eine gezielte Frageliste auch für Optiker durch - bspw. Autofahrbrille ect. pp. Eventuell übergebe ich die GdB Liste einer Anwältin für Sozialrecht. Diese Ersteinstufung erscheint mir wichtig; zumal ich sehr daran arbeite, dass Hüfte und Augen nicht noch schlechter werden. Vielleicht muss ich keinen Verschlimmerungsantrag stellen (wohl wird mit dem Alter alles schlechter, aber auch ich kann dazu beitragen, dass es nicht so schlimm wie möglich wird). Saublöde (weibliche ;-) Frage, gibt es dort Waschmaschinen, die man/frau nutzen kann. Alleine meine Unterwäsche und Schlafklamotten haben schon die erste Reisetasche gesprengt. Laptop und Bücher und Klamotten sollen mit - und auch ich darf (wie Du) zwei Wochen dort bleiben.

Lebst Du in Ba-Wü oder in Bayern? Oder hast Du eine längere Reise vor Dir. Ich komme aus Ba-Wü und ein glücklicher Zufall (die Abwesenheit des regionalen Arztes) ermöglichte mich in Bayern als anderem Bundesland und Glaukomen-Fachklinik behandelt werden zu dürfen. Ich habe beim regionalen Augenarzt nach der OP 3 Menschen mit selbiger OP getroffen, es ging niemandem so gut wie mir und niemandens Gesicht war so wenig geschwollen wie meines..... Für mich war das in aller Schlimme eine wunderbare Fügung.

Dann pass auch Dich und Dein Herz (als Sehnerv :) auf und lass Dich nicht unterkriegen!!!!

Lieben Gruß von Katzenstube
 

Maulwurf74

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#13
also zum thema waschmaschine... glaube ich... da gabs welche... ist aber auch schon zwei jahre her das ich da war...
ich würde an deiner stelle mal anrufen... mach ich auch kurz vorher... dann kannst du alle fragen bezüglich der unterbringung klären
da war ja sogar ein friseur-salon im bfw, wo einmal die woche ein friseur vorbei kommt...

zum thema behandeln, bsiher wurde bei mir nicht viel behandelt...
weil man da eher die finger davon lässt... und wartet bis gar nichts mehr geht
beobachten tut mich in erster linie meine augenärztin... dann die uniklinik erlangen... wenn meine augenärztin sich absichern will... dann habe ich noch jemanden den ich privat kenne der auch nochmal über die oct`s schaut
in würzburg war ich erst einmal zur untersuchung... vom bfw aus... ärzte waren nett und kompetend... aber die zeit geht eigentlich gar nicht... von 8.00 bis fast 14.00
da ist erlangen organisierter und ist für mich auch näher... 20km... würzburg 80km
das topt nur noch heidelberg... da war zwecks eines gutachtens... von 10.00 morgens bis nach 17.00 abends...
die untersuchunge haben gerade mal gut 1,5 stunden gedauert... der rest war warten und das bei fast 3 stunden an und 3 stunden abreise
da erwartet man sich etwas mehr fingerspitzengefühl
 

Katzenstube

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#14
Da gebe ich Dir recht!
In Würzburg ambulant, da ist ein Tag Urlaub angesagt.

Bei mir war es so, dass ich als Notfall dorthin kam, gleich die Reisetasche dabei. Dann wurde gesagt eine OP (Regenbogenhaut lasern) und ich wollte gleich dort bleiben, war o.k. ich bekam auch gleich ein Zimmer.

Die Visite mit Prof und einer ganzen Menge Ärzte sagte dann "No" Regenbogenhaut zertrümmern bringt meinen Augendruck nicht runter, Katarakt OP - Austausch der Linsen. Schnelle Entscheidung - Panik vor kompletter Erblindung. Montag Aufnahme, Dienstag bis 12.00 Uhr Linsen ausgemessen ect. pp und dann Dienstag 14.00 Uhr neue Linse rein. Bis Freitag geblieben und blind wie ein Maulwurf entlassen, ich konnte nicht mal das Taxi alleine finden.... Aber wurde langsam besser und nach 6 Wochen konnte die neue Brille ran und da war es dann wieder besser.

Du, also vor den Dingen habe ich auch Panik - Gutachten bei weiter Fahrt. Fremde Bahnhöfe, Ausstieg-/Einstieg, das klappt ja alles bei mir überhaupt nicht. Aber nun gut, bei mir gibt es vielleicht noch die eine oder andere Chance.

Bei Dir finde ich es aber heftig - auch für die Psyche - wenn einfach abgewartet wird. Ist da nichts aufzuhalten oder zu mindern? Selbst wenn ich mir nur einbilde etwas gegenhalten zu können, dann gibt es mir doch "Hoffnung", den die stirbt bekanntlich zu letzt.

Was machen die dann im BFW mit Dir, neue Technik ausprobieren, die besser ist oder andere Brillen. Wenn ja nichts am Auge verändert wird, dann können die ja in Würzburg nur immer Quasi Deiner Verschlechterung nachhinken..... Au weia,
da brauchst Du gute Nerven und viel Kraft!!!

Lieben Gruß und viel Power wünscht
Katzenstube
 

Maulwurf74

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#15
auf die psyche geht das bei mir nicht
da bin anders als die meisten
dinge die ich nicht ändern kann jucken mich ehrlich gesagt wenig
ich passe mich an und mache das beste draus

machen kann man nichts... wenns akkut wird... wird man versuchen die sache aufzuhalten und je nach dem wie erfolgreich das dann ist... ist es dann das optimum

kurz gesagt der ist zustand ist bei mir immer der optimal zustand

was bei mir im bfw gemacht wird... ein rehavorbereitungslehrgang über 6 monate

ich wurde beim ersten mal unter drei stunden entlassen... und das bfw meinte man "könnte versuchen" die leistungsfähigkeit zu verbessern... nun gut da dürften eher wirtschaftliche interessen des bfw`s dahinter gesteckt haben...
aber richter...gutachter und die drv natürlich, schliessen sich dieser meinung an

und so werd ich halt diesen lehrgang mitmachen... und das beste draus machen... ich bin niemand der den schwanz einzieht und ich wäre froh wenn ich arbeiten könnte... die EMR ist auch nicht so prickelnd
also schau mer halt mal wie sie es verbessern wollen und ob es klappt
 

Katzenstube

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#16
Am Sonntag 14.10. soll ich mich auf die Reise zum BfW machen. Zwei Wochen sind genehmigt. Ich habe nun keinen Taxischein und telefoniere der DRV hinterher. Die haben wohl schon vor zwei Wochen meine Info erhalten, dass ich nicht über 3 1/2 Stunden in wechselnden Fahrunternehmen unterwegs sein kann. Aber seis drum, mal sehen, ob wir morgen mehr erfahren. Die Vorgesetzte, die dieses zu entscheiden hätte wäre nicht da heute.....

Mein Psychiater war geschockt über den GDB von 40 und die Bezeichnungen Sehstörung und depressive Phase. Er habe ausdrücklich darauf hingewiesen, es sei eine ausgewachsene Depression, die zeitweise sogar sehr schlimm (Fachausdruck konnte ich mir nicht merken) ausbrechen würde.

Nun ja, nun ist mein Rechtsanwaltstermin leider geplatzt. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben.

In diesem Sinne,
drückt mir die Daumen

Katzenstube
 

Muzel

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#17
Hast du eine ärztliche Verordnung für den Taxischein?
Hast du ein Merkzeichen H oder aG bzw einen Pflegegrad? Das vereinfacht die Kiste deutlich.
 

Katzenstube

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#18
Hey Muzel,

also die DRV übernimmt die Kosten - sprich: diese werden mir später erstattet. Ein entsprechendes Schreiben würde mir zugesandt werden.

Pflegegrad gibt es keinen - Merkzeichen wohl auch nicht.

Aber der Widerspruch zum GdB ist im Laufen.....

Sag ich doch, türkischer Basar (ohne etwas gegen Türken sagen zu wollen, die handeln vermutlich besser als ich ;-)

Also Akteneinsicht ist da:
es handelt sich eigentlich nur um die von mir eingereichten Unterlagen - meine Hausärztin wurde nicht befragt, zumindest ist von dieser kein Befundbogen dabei.

Befragt wurden Orthopäde, Psychotherapeut und Psychiater. Dabei wurde die schwerere Diagnose vom Psychiater obwohl Mediziner mit rezidivierende depressive Störung im Sinne einer reaktiven Depression by Dysthymia (F34.1) bestätigt hat. Mein Psychotherapeut eine leichtere Variante angegeben hatte: rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig Remittiert (F33.4). Daraus hat das Versorgungsamt eine "Depressive Verstimmung" gemacht.

Der Orthopäde bestätigt Iro-Impingement bei 20 Grad, Abduktion bei 30 Grad, kein Leistendruckschmerz. Deutliche Gelenkspaltverschmälerung links mehr als rechts bei Coaxarthrose beidseits.

Daraus resultiert beim Versorgungsamt letztendlich:
keine erhebliche Beeinträchtigung im Straßenverkehr (deshalb muss ich so oft halten)
keine Probleme in öffentlichen Verkehrsmitteln (deshalb stürze ich beim Ausstieg)
keine außergewöhnliche Gehbehinderung (klar, Schonhaltung, Schmerz und Blindheit verbessern Laufen und gehen ;-)

Eine Nachprüfung ist nicht erforderlich .... mein das Versorgungsamt ....

Nun, ich habe gemeint, dass es doch besser ist, den Vorgang einer recht tuffen Anwältin für Sozialrecht zu übergeben :)

Die Rechtsanwältin darf das dann beantworten, wenn ich ab Sonntag zum BFW fahre. Die Frist vom LRA, die mir gesetzt wurde beträgt vier Wochen. Sollten dann also noch Ergebnisse in Würzburg resultieren, mit denen es sich arbeiten lässt, dann schieben wir das (wenn das geht) nach....

Nun bin ich ja gespannt ...

Lieben Gruß von Katzenstube
 

Muzel

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#19
Ich musste 2016 zu einem Orthopäden, der vom "Versorgungsamt" als Gutachter bestellt wurde. Ich bin ohne Taxischein dahin gefahren (entgegengesetzter Stadtteil von Düsseldorf und quer durch die Stadt). Der Arzt hat mir die Notwendigkeit der Taxifahrt bestätigt und das Versorgungsamt hat gelöhnt. Ob mir das immer gelingen wird, steht in den Sternen.
Demnächst muss ich vielleicht zu einem Spezialisten in meiner Streitsache vor dem LSG nach Greifswald. Es gibt wenige spezialisierte Gutachter verteilt in Deutschland aber keine in Düsseldorf oder in der Nähe. Mal sehen, wie das mit den Fahrtkosten klappt. Mit meinen Schwerbehindertenausweis muss ich den Bummelzug benutzen, Mahlzeit.
 
E

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#20
Also Akteneinsicht ist da:
es handelt sich eigentlich nur um die von mir eingereichten Unterlagen - meine Hausärztin wurde nicht befragt, zumindest ist von dieser kein Befundbogen dabei.
Hallo Katzenstube,

wieviel Einzel-GDB hast Du denn auf Deine Augen bekommen? Das würde mich mal interessieren. Könntest Du mal alle Einzel-GDBs auflisten?

Gruß MaT
 

Katzenstube

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#23
Hallo MaT,
ich seh mal nach, denn ich meine auch das Du Recht hast. Ich hätte eigentlich rechts 0 und links 70.

Auf der Gutachterlichen Stellungnahme steht
Sehbehinderung 0.30
Funktionsbehinderung beider Hüftgelenke 020
Depressive Verstimmung 020
somit höchster Einzelwert - meine Meinung: 030 ohne Berücksichtugung der Einzeswirkung aufeinander.

Nicht berücksichtigt sehe ich Glaukom und Gesichtsfeldeinschränkungen, die lt. Uni-Ärzten nicht von schlechten Eltern sind. Wobei ich deren Ausdrucke leider nicht interpretieren kann.

Lieben Gruß von Katzenstube

Meine Kosten werden ja von der DRV übernommen. Ich habe mehrfach telefoniert und dann auch die Kostenübernahme deshalb wohl bekommen weil a) nicht nur die Augen schlecht sind, sondern ein mehrmaliges Umsteigen nötig wäre und die Fahrt um die 4 Stunden betragen würde. Der dortige ärztliche Dienst hat das geprüft und abgesegnet. Wäre auch bei Dir die Frage der Verbindung, Zeitdauer und Unzumutbarkeit.
 
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#24
Hallo MaT,
ich seh mal nach, denn ich meine auch das Du Recht hast. Ich hätte eigentlich rechts 0 und links 70.

Auf der Gutachterlichen Stellungnahme steht
Sehbehinderung 0.30

Depressive Verstimmung 020
Also 30 für die Sehbehinderung ist hart an der unteren Grenze, da ich mal davon ausgehe dass Dein Sehvermögen links mit 0.70 eventuell "aufgerundet" wurde das machen Ärzte mal gerne weil die sich nicht im klaren darüber sind das 0.62 schon ganz was anderes ausmachen könnte ;)

Bei der psychischen Sache bist Du mit 20 meiner Meinung jedoch gut "davon gekommen" denn mit F34.1 und F33.4 hat Dir der Arzt "keinen gefallen getan".

F34.1
Dysthymia
Info:
Hierbei handelt es sich um eine chronische, wenigstens mehrere Jahre andauernde depressive Verstimmung, die weder schwer noch hinsichtlich einzelner Episoden anhaltend genug ist, um die Kriterien einer schweren, mittelgradigen oder leichten rezidivierenden depressiven Störung (F33.-) zu erfüllen.
F33.4 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert


Adipoditas wird kaum berücksichtigt, nur eventuelle Folgeerkrankungen daraus. Will heißen, ich würde nochmal mehr Wert darauf legen was Du mit dem linken Augen überhaupt sehen kannst, ob es vielleicht doch eher nur 0.6 statt 0.7 sind. Und ob sich Deine Augenkrankheit auf Deine Psyche maßgeblich auswirkt und diese verschlechtert.

Meiner Meinung nach müsste für Deine Augen GDB 40 drin sein und ein Gesamt GDB von 50. Hinzu kommt bei Dir ja noch die Gesichtsfeldeinschränkung, hierzu folgendes:

Zitat aus Quelle: https://www.dbsv.org/broschueren.ht...onen/broschueren/DBSV-Ratgeber_Recht_2017.pdf

Blindheit kann aber auch bei einer besseren Sehschärfe,
eventuell sogar bei einer normalen Sehschärfe, vorliegen,
wenn zum Beispiel das Gesichtsfeld beeinträchtigt ist. Eine
der Herabsetzung der Sehschärfe auf 1/50 oder weniger
gleichzusetzende Sehschädigung liegt vor:
a) bei einer Einengung des Gesichtsfeldes, wenn bei einer
Sehschärfe von 0,033 (1/30) oder weniger die Grenze
des Restgesichtsfeldes in keiner Richtung mehr als 30
Grad vom Zentrum entfernt ist, wobei Gesichtsfeldreste
jenseits von 50 Grad unberücksichtigt bleiben,
b) bei einer Einengung des Gesichtsfeldes, wenn bei einer
Sehschärfe von 0,05 (1/20) oder weniger die Grenze des
Restgesichtsfeldes in keiner Richtung mehr als 15 Grad
vom Zentrum entfernt ist, wobei Gesichtsfeldreste jen
seits von 50 Grad unberücksichtigt bleiben,
c) bei einer Einengung des Gesichtsfeldes, wenn bei einer
Sehschärfe von 0,1 (1/10) oder weniger die Grenze des
Restgesichtsfeldes in keiner Richtung mehr als 7,5 Grad
30 vom Zentrum entfernt ist, wobei Gesichtsfeldreste jen
seits von 50 Grad unberücksichtigt bleiben,
d) bei einer Einengung des Gesichtsfeldes, auch bei norma
ler Sehschärfe, wenn die Grenze der Gesichtsfeldinsel in
keiner Richtung mehr als 5 Grad vom Zentrum entfernt
ist, wobei Gesichtsfeldreste jenseits von 50 Grad unbe
rücksichtigt bleiben,
e) bei großen Ausfällen im zentralen Gesichtsfeldbereich,
wenn die Sehschärfe nicht mehr als 0,1 (1/10) beträgt
und im 50-Grad-Gesichtsfeld unterhalb des horizontalen
Meridians mehr als die Hälfte ausgefallen ist,
f) bei einseitigen Gesichtsfeldausfällen mit Verlust des
zentralen Sehens beiderseits, wenn die Sehschärfe nicht
mehr als 0,1 (1/10) beträgt und das erhaltene Gesichts
feld in der Horizontalen nicht mehr als 30 Grad Durch
messer besitzt,
g) bei beiderseitigen Ausfällen mit Verlust des zentralen
Sehens beiderseits, wenn die Sehschärfe nicht mehr als
0,1 (1/10) beträgt und das erhaltene binokulare Ge
sichtsfeld in der Horizontalen nicht mehr als 30 Grad
Durchmesser besitzt.
Ich hab ähnliche Krankheiten wie Du, daher interessiert mich das bei Dir so sehr. Ich habe Psyche 30 und Auge 20 und Rücken 20 und Gesamt GDB 40. Ich will aber auch auf Gesamt GDB von 50.

Gruß MaT
 
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Katzenstube

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#25
Hallo MaT,

"F33.4 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert" kam vom Psychotherapeuten und hat mich etwas verärgert. Auf der anderen Seite ist es seine Einstufung und Bewertung und darauf hat er Recht und Verpflichtung. Der Psychiater sprach nicht von remittiert sondern hat alles noch etwas verschlechtert und begründet im Diagnosepapier. Psychiater ist ja "eigentlich" höherwertig weil auch Mediziner.

ich halt Dich selbstverständlich auf dem laufenden. Ich kann Dir dann auch den Schriftverkehr der RA für Sozialrecht zukommen lassen, damit Du deren Argumentation einsetzen kannst.

Ich denke auch, dass die 50 auf Grund der Wechselwirkung drin sein müssten. Schlecht laufen und sehen, dabei unsicher sein und Angst zu haben dürfte wohl logisch sein. Vor allen die laxe Art des Versorgungsamtes regt mich auf und bringt mich dazu mir zu überlegen, ob ich nicht sparen soll für einen Termin vor dem Sozialgericht (nur wird das teuer, ich habe keinen Anspruch auf Prozeßkostenhilfe und keine Rechtsschutzversicherung). Aber lässt man diese Menschen gewähren und bringt sie nicht in Bedrängnis, dann gewinnen sie immer.

Sie gewinnen schon oft genug. Wer kennt sich denn mit diesen Vorgängen aus. Hätte ich mich nicht über ein Jahr eingelesen, dann hätte auch ich verloren gehabt.

Wie auch immer, ich halte Dich auf dem Laufenden und wünsche Dir toi toi toi,

lieben Gruß von Katzenstube
 
E

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#26
Hallo Katzenstube,

Hallo MaT,

"F33.4 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig remittiert" kam vom Psychotherapeuten und hat mich etwas verärgert. Auf der anderen Seite ist es seine Einstufung und Bewertung und darauf hat er Recht und Verpflichtung. Der Psychiater sprach nicht von remittiert sondern hat alles noch etwas verschlechtert und begründet im Diagnosepapier. Psychiater ist ja "eigentlich" höherwertig weil auch Mediziner.
Die Aussage des Psychiaters ist auf jeden Fall höherwertiger, das stimmt!

ich halt Dich selbstverständlich auf dem laufenden. Ich kann Dir dann auch den Schriftverkehr der RA für Sozialrecht zukommen lassen, damit Du deren Argumentation einsetzen kannst.
Das wäre sehr interessant für mich! Ich schicke Dir auch mal meine Argumentation per PN.

Ich denke auch, dass die 50 auf Grund der Wechselwirkung drin sein müssten. Schlecht laufen und sehen, dabei unsicher sein und Angst zu haben dürfte wohl logisch sein. Vor allen die laxe Art des Versorgungsamtes regt mich auf und bringt mich dazu mir zu überlegen, ob ich nicht sparen soll für einen Termin vor dem Sozialgericht (nur wird das teuer, ich habe keinen Anspruch auf Prozeßkostenhilfe und keine Rechtsschutzversicherung). Aber lässt man diese Menschen gewähren und bringt sie nicht in Bedrängnis, dann gewinnen sie immer.
Also mein Arzt hat mir geraten "Besser sei es nicht mit dem Kopf durch die Wand. Das Gerichtsverfahren dauere ewig und mann nimmt sich damit die Möglichkeit auf Verschlechterung einzureichen."

Ich muss Ihm hier zustimmen, Widerspruch ok, aber vors Gericht würde ich zumindest vorerst damit noch nicht. Eher nach dem Motto "steter Tropfen höhlt den Stein" und immer wieder Verschlechterung einreichen, wird diese nicht genehmigt kannst Du noch immer klagen. Ich habe einige Gerichtsurteile durchgelesen, oft schlagen sich die Gerichte gerne auf die Seite des Versorgungsamtes.

Ich kann Deinen Kummer gut verstehen das Sehen wird beim Thema Behinderungen total vernachlässigt, als ob es nicht wichtig wäre gut sehen zu können.

und wünsche Dir toi toi toi,
Das wünsche ich Dir auch :)

Gruß MaT
 

Katzenstube

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#27
Ich hatte auch ursprünglich nicht vor vor Gericht zu gehen weil es viel zu lange dauert und der Gutachter eine Menge Geld verschlingt, die ich ja einbringen muss.

Mit dem Ergebnis hätte ich leben können/müssen - aber nicht mit der Art und weise. Nicht mal den Hausarzt zu befragen, nicht mal den aktiven Augenarzt sondern nur meine Entlassberichte zu nehmen, finde ich den Hammer.

Aber jetzt heisst es für mich ab morgen erst mal Würzburg BFW und die Anwältin kümmert sich um den GdB. In vier Wochen wissen wir vieeeel mehr.

Lieben Gruß von Katzenstube
 

Muzel

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#28
Hallo Katzenstube! Ich habe schon allerhand mit dem Versorgungsamt erlebt, aber dass es Ärzte nicht angeschrieben hätte nicht. Der VdK, den ich beauftragt hatte, einen Antrag zu stellen, hat vergessen den Namen meines Orthopäden dem Amt mitzuteilen. Das Amt hat mich dann gebeten den Namen mitzuteilen.
Dann musste ich erleben, dass meine Hautärztin fast ein Jahr brauchte um ihre Einschätzung dem Amt zu schicken. Einen Anwalt habe ich in der Angelegenheit nie beauftragt, Ich bin natürlich über deine Erfahrungsbericht gespannt.
Solltest du aus irgendeinen Grund den SBV brauchen, wäre es überdenkenswert einen privaten Gutachter einzuschalten. In meinem GdS Verfahren geht es um Geld und da denke ich schon darüber nach.

Mit einem Reha-Entlassungsbericht wird man totgeschlagen, deshalb und nicht nur deshalb bin ich nie in eine Reha gegangen.
 

Katzenstube

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#29
hallo Muzel,
ach mit dem Reha-Bericht soll mich der VDK aufklären. Auch ich bin da Mitglied - jedoch hält sich mein Vertrauen (derzeit) zu der dort amtierenden Juristin in engen Grenzen. Diesen Erstantrag stelle ich nur einmal und deshalb nehme ich lieber die Sparerei für eine gute Anwältin in Anspruch. Speziell hier, auf dem Lande wo es ganz eigenartige Rechtsauffassungen gibt ..... oder soll ich sagen Hintergrundwissen????

Wie auch immer, wir werden sehen ;-)

Gruß in den Sonntag von Katzenstube
 
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