Widerspruch bei Absage Pflegestufe III

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maisonette

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hallo Leute,
brauche dringend eure Hilfe.
Ich kenne ein Ehepaar, die Frau ist 80, der Mann 90. Er hat zur Zeit Pflegestufe II, die Frau hat vor 3 Monaten Antrag auf Erhöhung der Pflegestufe gestellt und hat vor kurzem eine Absage bekommen.:icon_neutral:
Jetzt möchte sie Widerspruch schreiben, weiss aber nicht, wie es geht und was sie da alles drin schreiben soll. Sie pflegt ihren Mann selber, hilft ihm bei allen Tätigkeiten. Er liegt im Bett, kann selber nicht aufstehen, nicht stehen, nicht laufen, nicht zurück ins Bett, aufs Clo, duschen, waschen....Außerdem hat er Katheter, der ständig ausgeleert werden soll (auch nachts 5 bis 6 mal). Essen kann er teilweise selber, teil muss sie ihm helfen. Nur Zähne putzt er selber und schaut Nachrichten. Er ist auch teils gelähmt und kann nur ein wenig mit rechter Hand selber was machen , aber auch nicht viel. rasieren tut sie ihn auch.Auch einkaufen kann sie ruhig nicht gehen, weil er nicht ruhig im Bett liegt und rausfallen oder sich verletzen kann. (trotz Gelände am Bettrand)
Wie soll sie jetzt am besten Widerspruch schreiben, damit es diesmal klappt?:confused:
Habe gescannte Absage hinzugefügt.ist zwar nix besonderes, aber...

Hoffe sehr auf eure Hilfe:icon_smile:
 

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Muzel

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Da fehlt die erforderliche Begründung!
 

Muzel

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Pflegetagebuch führen!
 

maisonette

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Ich habe bei denen was davon gehört, also sollte die Dame es auch geführt haben denke ich. Die Hausärztin hat im Attest nur geschrieben, dass es eine Erhöhung der Pflegestufe dringend erforderlich sei. Mehr nicht. Und die Dame weiss nicht, was sie schreiben soll, wie sie ihren Widerspruch erklären und begründen soll.:confused:
 
E

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1. Widerspruch einlegen und nach Möglichkeit gegen Empfangsbestätigung abgeben. Der Widerspruch braucht zunächst nicht näher begründet zu werden. Das hat im Moment - siehe nächsten Punkt - auch keinen Sinn.

2. Sehr wichtig: mit dem Widerspruch das Gutachten des Medizinischen Dienstes anfordern. Es muß auf Anforderung übersandt werden. Ohne Kenntnis dieses Gutachtens läßt sich ein Widerspruch kaum sinnvoll begründen.

3. Zur Begründung des Widerspruchs sollte man nach Möglichkeit fachliche Hilfe in Anspruch nehmen. Beispielsweise Sozialverbände, oder auch einen Pflegedienst. Selber machen kann hier Probleme bereiten, da es auf eine treffende Begründung ankommt. Es kommt darauf an, die notwendigen Zeiten für bestimmte Pflegetätigkeiten zusammenzuaddieren. Man kann hier sehr viel herausholen, wenn man weiß, wo die kritischen Punkte liegen und worauf es ankommt. Bitte nicht darauf vertrauen, daß es eine Gutachterin schon von selbst merken wird. Auch Ärzte sind übrigens keine Experten für Alten- und Krankenpflege.

4. Eventuelle Neubegutachtungen im Rahmen des Widerspruchsverfahrens nur in Gegenwart eines Beistandes, hier also pflegende Angehörige und ggf. Pflegedienst.

5. Wenn der Widerspruch sich lange hinzieht, eventuell auch an einen Neuantrag (parallel zum Widerspruch) denken. Der Neuantrag führt allerdings erst ab seinem Eingang zu Leistungen, falls er durchkommt.
 

maisonette

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Vielen Dank!

Gibt es irgendwelche Muster für so was oder darf es frei gestalteter Text sein?

Die Ehefrau macht ja alles selber. Früher kam 3mal die Woche jemand,um Verband für Katheter frisch zu machen, dann wurde dieser Dienst abgesagt und seitdem macht sie auch das selber. Es kommt nur noch eine Frau, die mit dem Mann 2mal die Woche Übungen für sein gelähmtes Bein macht. Ansonsten keine Pflegedienste. Sie kann ja nur auf die Uhr schauen und zusammenzählen, wie lange dies oder das gedauert hat...
 

oni71

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Sie ist wirklich als Pflegende eingetragen??? Nicht so sinnvoll , denn sie erhält ja keine Rente da dies nur bis 65 gezahlt wird .

Bin nicht mehr ganz so sicher , glaube aber das bei meinen Großeltern aufgrund ihres ALters ,also über 65 , sich meine Oma gar nicht als Pflegende eintragen lassen konnte.

Denn die Pflege muss ja auch gewährleistet sein .
Kann mich da aber auch irren , bin im Moment eher in Sachen Pflegestufe für Kinder fit und da sind es meistens die Eltern im entsprechend jüngeren Alter.

Aber mal realistisch ,objektiv betrachtet , glaub ich nicht nach dem was Du schreibst , das es zu Pflegestufe 3 reicht .

Der Katheter zb ist kaum anzurechnen , da kommt kaum Zeit zusammen im Gegensatz wenn er Pampers tragen würde oder zur Toilette geführt wird.
Da wird zb An und Ausziehen berechnet , usw...

Das der Katheter so oft gelehrt werden soll ist fachlich fast fahrlässig und völliger Unsinn:icon_neutral: (Kann ich als examinierte Krankenschwester nicht nachvollziehen)

Da er selber isst , ist auch hier nicht viel Zeit rauszuholen .

Somit denke ich unterm Strich , das sie mit PS 2 gut bedient ist!!

Aber trotzdem Tagebuch führen!!

Schau mal hier und lade dir die Pflegefiebel runter die ist Gold wert und nicht nur auf Kinder gemünzt auch wenn die erste Seite als Vorwort an die Elter von pflegebedürftigen Kindern gerichtet ist

Pflegefibel - Pflegegeld/Infos/Tagebuch :: REHAkids Das Forum für besondere Kinder :: Das Forum für behinderte Kinder.
 

maisonette

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Pampers trägt er wohl auch (da es manchmal bei ihm zu Blutungen wegen dem Katheter kommt oder für den Fall, wenn er bis zur Toilette nicht schafft) und muss auch auf die Toilette geführt oder im Rollstuhl gefahren werden (sowie auch irgwo anders, z.B. in die Küche). Selber kann er kaum stehen. er fällt sofort runter. Sein Beutel ist klein (den bekommt er vom Arzt verschrieben), nicht solcher wie im Krankenhaus, mit so einem würde er sich auch kaum so bewegen können wie er jetzt noch so bisschen kann. deswegen muss man ihn öfters leeren, auch bis 5-6 mal in der Nacht. Er isst wenig, trinkt aber viel (wegen Katheter)...

Bis Ende kann er selber nicht aufessen, sie muss ihn füttern wie ein Kind. Sie muss ihm auch alles in mundgerechte Stücke scheiden. Während er isst, soll sie neben ihm stehen, da er auch auf dem Stuhl krumm sitzt (wegen der Lähmung) und muss auf ihn aufpassen, damit er nicht runterfällt.

Die beide sind Ausländer und haben sowieso keine Rente, nur Hartz4. Das Geld bekommt er auf sein Name. Sie ist aber pflegende Person. Sie haben niemanden hier.
 
E

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@maisonette

Für den ersten fristwahrenden Widerspruch reicht ein einfaches Schreiben, etwa so:

Gegen Ihren Bescheid vom ..., Az. ..., lege ich hiermit Widerspruch ein. Ich bitte zunächst um Übersendung einer Kopie des Gutachtens des Medizinischen Dienstes, auf das Sie Ihre Ablehnung einer höheren Pflegestufe stützen. Nach Auswertung dieses Gutachtens werde ich meinen Widerspruch näher begründen.

Man braucht unbedingt dieses Gutachten, damit man erkennt, ob der MDK alles berücksichtigt hat und welche Zeiten er im einzelnen angesetzt hat.

Die eigentliche Begründung sollte ein Laie nur mit Hilfe einer Beratungsstelle oder vielleicht eines Pflegedienstes machen. Es kommt hier nicht auf die Schwere irgendwelcher Erkrankungen an, sondern auf den Zeitaufwand für bestimmte pflegerische Verrichtungen (deshalb ist auch ein ärztliches Attest allein nur bedingt hilfreich). Als Laie auf diesem Gebiet vergißt man oft viele Dinge, die man da berücksichtigen könnte. Beratungsstelle oder Pflegedienst werden auch sagen können, ob ein Widerspruch aufgrund des invidivuellen Zustandes erfolgversprechend ist oder nicht.

Aber mal ganz abgesehen davon: mit 80 Jahren sollte man sich dieses nicht alles antun, sondern wenigstens zum Teil einen Pflegedienst beauftragen (Kombinationsleistung, also teilweise Sachleistung durch den Pflegedienst, teilweise Auszahlung von Pflegegeld).
 

maisonette

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@gurkenaugust

Danke, wir versuchen es so machen, allerdings zuerst wahrscheinlich ohne zu erwähnen, dass wir Widerspruch einlegen wollen. erstmal nur zur Informierung über die Ergebnisse

Habe heute von einer Frau aus ihrer Erfahrung gehört, dass die hier bei uns gar nicht davon begeistert sind, Infos über Gutachten des MDK zu erteilen. es sei nur für den Sozialamt - und der Pflegebedürftige?darf er wohl die Ergebnisse nicht wissen und soll mit Worten "Es liegen keine med. Voraussetzungen vor" zufrieden sein?:icon_eek: was kann man dagegen tun?:icon_evil: Die fügen die Ergebnisse hinzu nur wenn die Sache schon beim Gericht landet....toll...:icon_klatsch:.Da hat man aber echt keine Chancen...Vor allem in dem Alter.....
Wie soll man dann Widerspruch begründen, wenn Sozamt bis Ende der dafür gegebenen Zeit keine Ergebnisse des MDK zuschickt?
 
E

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Widerspruch würde ich schon aus Fristgründen vorsorglich einlegen. Wenn man die Frist von einem Monat verpaßt, ist es für einen Widerspruch zu spät. Einen einmal eingelegten Widerspruch kann man dagegen problemlos mit einem lapidaren Einzeiler zurücknehmen.

Pflegekasse oder Sozialamt(?) müssen auf Anforderung das MDK-Gutachten zusenden oder die Einsichtnahme gestatten, siehe § 25 SGB X. Aus Datenschutzgründen darf allenfalls der Name des Gutachters unkenntlich gemacht werden.

Ohne das Gutachten kann ein Widerspruch kaum sinnvoll begründet werden. Man muß wissen, von was genau der Gutachter ausgegangen ist, wieviel Zeit für die einzelnen Tätigkeiten angesetzt wurde usw. Wenn Probleme bestehen und man sich nicht auskennt, vielleicht mal bei einem Sozialverband oder dergleichen um Hilfe bitten. Auch ein Pflegedienst kann gegen einen kleinen Betrag bei der Einstufung helfen - dann vielleicht durchblicken lassen, daß man erwäge, bei Erfolg diesen Dienst mit der Pflege zu beauftragen (verpflichtet aber zu nichts).
 

maisonette

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Es gibt noch 2,5 Wochen Zeit. Wenn das Gutachten in 2 Wochen nicht zugeschickt wird, wird dann Widerspruch doch rechtzeitig geschrieben. 3-4 Tage bleiben dann immer noch.
 

maisonette

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Kann Widerspruch auch im Namen des Pflegebedürftigen geschrieben sein oder darf es nur Pflegeperson machen?

Kann man im Widerspruch eine wiederholte Untersuchung vom MDK anfordert oder erfolgt es dann später als Ergebnis?
 

Muzel

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Du wirst wohl eine Vollmacht brauchen.
Eine erneute Begutachtung ist im Widerspruchsverfahren unüblich, weil die Behörde der Meinung ist, dass die Begutachtung in Anwesenheit der Pflegepersonen stattgefunden hat.
Du musst dir ein Pflegetagebuch von der Kasse schicken lassen und sorgfältig sämtliche Pflegeleistungen eintragen und damit behaupten, dass der Pflegebedarf nicht richtig ermittelt wurde.
 

ela1953

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hallo Leute,
brauche dringend eure Hilfe.
Ich kenne ein Ehepaar, die Frau ist 80, der Mann 90. Er hat zur Zeit Pflegestufe II, die Frau hat vor 3 Monaten Antrag auf Erhöhung der Pflegestufe gestellt und hat vor kurzem eine Absage bekommen.:icon_neutral:
Jetzt möchte sie Widerspruch schreiben, weiss aber nicht, wie es geht und was sie da alles drin schreiben soll. Sie pflegt ihren Mann selber, hilft ihm bei allen Tätigkeiten. Er liegt im Bett, kann selber nicht aufstehen, nicht stehen, nicht laufen, nicht zurück ins Bett, aufs Clo, duschen, waschen....Außerdem hat er Katheter, der ständig ausgeleert werden soll (auch nachts 5 bis 6 mal). Essen kann er teilweise selber, teil muss sie ihm helfen. Nur Zähne putzt er selber und schaut Nachrichten. Er ist auch teils gelähmt und kann nur ein wenig mit rechter Hand selber was machen , aber auch nicht viel. rasieren tut sie ihn auch.Auch einkaufen kann sie ruhig nicht gehen, weil er nicht ruhig im Bett liegt und rausfallen oder sich verletzen kann. (trotz Gelände am Bettrand)
Wie soll sie jetzt am besten Widerspruch schreiben, damit es diesmal klappt?:confused:
Habe gescannte Absage hinzugefügt.ist zwar nix besonderes, aber...

Hoffe sehr auf eure Hilfe:icon_smile:

In meinem Bekanntenkreis habe ich einen noch 99jährigen, 100 % Schwerbehindert mit Merkzeichen aG und Hilflos. Das schon seit Jahren.
Trotzdem reicht es nur zur Pflegestufe I. Der Antrag auf Pflegestufe II wurde kürzlich auch nicht genehmigt.

Allerdings lag diesem Bescheid, wie auch dem zu Einstufung in I, sofort die Auflistung bei, wie sich die erforderlichen Pflegeminuten zusammen setzen.

Hier ist es sogar so, dass heute, trotz Verschlimmerung des Zustandes, angeblich weniger Pflegeminuten erforderlich sind, wie vor Jahrn bei Pflegestufe I. Diese Begutachtungen fanden von der gleichen Person statt.

Dieser Mann wird schon 3x tägllich von einem Pflegedienst betreut. Da sich dieser Mann aber noch selber zur Toilette schleppt, gibt es dafür keine Pflegeminuten. Es ist für die Einstufung uninteressant, dass diese Person ca 30 Minuten braucht, um die Toilette zu erreichen.

Er schafft es ja noch alleine, also ist er nicht pflegebedürftig.

Für nachts wurde eine Urinflasche gekauft, diese benutzt er mittlerweile auch am Tag, sie steht auf dem Rollator.

Dieses Hilfsmittel dient ja auch dazu, dass er sich alleine fortbewegen kann.

Ich hatte ihm auch schon den Vorschlag gemacht, doch einfach im Bett liegen zu bleiben und Pampers zu benutzen. (zumindest für die Begutachtung).

Aber wenn ich so lese, das nicht mals das ausreichend ist, versteh ich das Pflegegesetz immer weniger.

Aber es führt auf das gleiche hinaus wie die Arbeitslosenversicherung.

Du musst jahrzehntelang einzahlen, aber wenn du die Versicherung in Anspruch nehmen musst, bekommst du nichts.

Armes Deutschland.
 

maisonette

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ja, hab ich auch gelesen und gespeichert. tolle Arbeit hat jemand gemacht! Danke!

@ Muzel
ich mache ja nichts im Namen des Pflegebedürftigen (zumindest noch nicht). ich bin da nur als "Hilfe"-Dolmetscherin, nicht verwandt o.ä. Ich werde nur beim Widerspruch helfen, unterschreiben tut ja seine Ehefrau-Pflegeperson.

Die erste Begutachtung war ja auch in der Anwesenheit der Pflegeperson. Da sie aber keine Ahnung von dem Ganzen hatte und dazu noch schlecht Deutsch versteht und dementsprechend auch erklärt---hat ihre Anwesenheit nicht viel gebracht. Ich war leider nicht dabei...Sie ist ja immer zu Hause, geht raus nur schnell Einkaufen


in dem Alter sollte man Leute schon ruhig leben lassen und existenz sichern. Nee, die wollen noch Haufen Nerven wegen 200€ mehr im Monat auszuzahlen.
 
E

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Gast
@ela1953

So, wie du das beschrieben hast, ist genau die merkwürdige Logik der Begutachtung. Bewertet wird die Hilfsbedürftigkeit bei bestimmten Verrichtungen. Wenn jemand etwas noch selber kann - wenn auch stark verlangsamt und mit großer Mühe oder unter Schmerzen - dann besteht ja offenbar auch keine Hilfsbedürftigkeit. Die einzig richtige Antwort lautet da: "ich kann das nicht mehr selber machen", und damit Schluß.

Bei älteren Leuten kommt ja auch noch hinzu, daß diese nicht wie die heutige jüngere Generation laut über ihre Probleme herumjammern (muß man auch mal deutlich sagen), sondern sich lieber zusammenreißen und ihre vielfältigen Beschwerden in Gegenwart anderer sogar noch herunterspielen ("das kann ich doch noch ganz gut selber"). So etwas ist bei einer Begutachtung natürlich fatal.

Die Einstufung nach Schwerbehindertenrecht hat nichts mit der Pflegestufe zu tun, da unterschiedliche Kriterien gelten. Genauso besagt auch die Schwere einer Erkrankung nichts über die Pflegebedürftigkeit.

@maisonette

Besorgt euch auf jeden Fall Beratung durch einen Pflegedienst, eine Sozialverband oder dergleichen. Es kommt hier, wie so oft, nicht auf die Gründe, sondern die Begründung an. Dazu muß man sich in den Begutachtungsrichtlinien genau auskennen.

Der MDK soll zwar im Widerspruchsverfahren eine Neubegutachtung vor Ort durch einen anderen Gutachter durchzuführen (Punkt C 2.8.3 der Richtlinien, siehe Link unten). Man kann das aber nicht erzwingen, wenn der MDK die Lage für ausreichend geklärt hält und eine Neubegutachtung zu Hause nicht für nötig hält. Oft kommt nur irgendein Bla-Bla als Aktenlagegutachten, und dann ergibt sich natürlich meist, daß das Erstgutachten doch völlig in Ordnung war. Eventuell kann es auch ratsam sein, auf (zunächst) eigene Kosten ein Pflegegutachten eines entsprechend qualifizierten Sachverständigen anfertigen zu lassen, um dem MDK-Gutachten etwas fachlich Versiertes entgegenstellen zu können.

Nebenbei noch: die amtlichen Begutachtungsrichtlinen kann man hier herunterladen - Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen bzw. direkt https://www.mds-ev.de/media/pdf/Begutachtungsrichtlinie_screen.pdf Man kann die Richtlinien dort auch in gedruckter Form gegen Portokostenerstattung anfordern.
 
E

ExitUser

Gast
Nur als Hinweis:

Ein med. Dienst der Krankenkasse stuft im übrigen auch in Kliniken und Krankenhäusern ein.

UND DORT geht es meist einfacher und reibungsloser, weil die Ärzte dementsprechend aussagekräftig den med. Dienst informieren. Eine Einstufung ist dort in der Regel leichter als zu Hause.


LG
 

oni71

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Hallo,
einen Pflegedienst muss Sie sowieso haben , selbst wenn der nicht tgl zur Pflege kommt , muss über einen Pflegedienst alle 3 Monate eine "Begutachtung" der Pflege durchgeführt werden. Die schauen im übrigen dann auch ob genügend Hilfsmittel da sind wie zb Toilettenstuhl usw.

Aber auch ich denke das egeal ob PS 2 oder 3 die Frau in Ihrem alter eine "ordentliche " (doofes Wort aber mir vielnix anderes ein) verrichten kann.

Deine Hilfe sollte darin bestehen , ihr anzuraten einen Pflegedienst zumindest für die morgentliche Grundversorgung anzunehmen.
Denn wenn ich so Dinge Dinge höre wie kleiner Katheter und sooft leeren (Gefahr von Harnwegsinfekten) oder das er fast runte fällt vom Stuhl oder schief sitzt ( Lagerung bei Schlachanfallpatienten sehr wichtig) denke ich das hier dringend fachliche Hilfe notwendig ist und nicht die Eigenbröselei.

Ebenso für die Frau , das kanns in dem Alter ja auch nicht sein.

Ach ja ein Pflegetagebuch muss man nicht von der Krankenkasse holen man kann das selber ganz einfach aufschreiben , 2-3 Tage höhstens eine Woche reichen da schon.

Aber ich finde es Klasse das Du da Hilfe leisten willst.
 

Muzel

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Für den Widerspruch ist eine gute Pflegedokumentation sehr wichtig. Auch die Dokumentation des Pflegedienstes sollte man als Kopie mit einreichen. Manchmal ist die Dokumentation des Pflegedienstes aber einfach eine Katastrophe.
 

maisonette

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Ich glaube,bis die Kopie des Gutachtens kommt,wird es wohl ewig lange dauern. ich schreibe es sowieso im Widerspruch,dass wir sie haben wollen. Können wir halt unser Tagebuch hinzufügen als Nachweis von dem ganzen was gemacht wird? wir haben gestern ungefähr gerechnet-es kommt sicher auf 5 Stunden zusammen wenn sogar nicht mehr
 

Kerstin_K

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Für Pflegetagebücher gibt es auch reichlich Vorlagen im Netz.

Ich würde hier auch zu einem Pflegedienst raten. Das sieht alles etwas abenteuerlich aus.

Gibt es in der Nähge einen Pflegestützpunkt? Die beraten auch. ANdere Möglichkeit: Sozialstation oder Gemeindeschwestern.

Manche Hausärzte wissen auch, welche Pfledienst was taugen.
 

oni71

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Ich glaube,bis die Kopie des Gutachtens kommt,wird es wohl ewig lange dauern. ich schreibe es sowieso im Widerspruch,dass wir sie haben wollen. Können wir halt unser Tagebuch hinzufügen als Nachweis von dem ganzen was gemacht wird? wir haben gestern ungefähr gerechnet-es kommt sicher auf 5 Stunden zusammen wenn sogar nicht mehr

Habt ihr das anhand der Pflegefiebel ausgerechnet???

Nochmals der Hinweis , sie sollten einen Pflegedienst nehmen , zum Wohle beider!!!!
 
E

ExitUser

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Eine bewilligte Pflegestufe (also das Pflegegeld dafür) gibts im übrigen rückwirkend, also ab Antragsdatum.:icon_idee:
 
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