"wichtiger Grund für einen Umzug?" (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Chris83

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Hallo zusammen

Erstmal, klasse Forum, hat mir schon bei so mancher frage/problem geholfen.

Nun mein Problem.

Ich bin 29 und wohne zurzeit im Haus meines Vaters, dort habe ich meine eigenen 2 Zimmer (schlaf und wohnraum) aber keine eigenes Bad oder Küche.

Ich habe meinen Sachbearbeiter gefragt ob es mir zusteht eine eigene wohung zu besitzten. Dieser hat es mit Ja beantwortet und hat mir gleich einen "Arbeitspacket Umzug" mitgegeben.

Ich habe mir eine Passende wohung gesucht über eine Wohnungsbaugesellschafft.

Nach einem Telefonat mit meinem Sachbearbeiter, wo ich ihm aufgeklärt habe über Größe und Gesamtmiete, gab er seine OK für die Wohung. Ich sollte mich dann mit ausgefüllten Antrag und Angebot der Gesellschafft, bei der Anmeldung des Jobcenter´s melden.

Gesagt getan, der zuständige in der Anmeldung sah sich den antrag an und meinte, das der Grund bei:
"Gibt es einen Anderen Wichtigen Grund für einen Umzug"
nicht ausreichend wäre. Ich habe dort als Grund "Auszug aus dem Elternhaus bzw Eigenständigkeit" angegeben.

Da ich absolut kein "beamtendeutsch" kann bzw ich nicht die richtigen worte finde, um meinen grund zum ausdruck bringen kann, bitte ich euch um Hilfe, wie ich das Jobcenter überzeugen kann.
 
E

ExitUser

Gast
Steht man im Arbeitslosengeld II Bezug und möchte umziehen, müssen wichtige Gründe vorliegen. Zu den wichtigen Gründen laut SGB II gehören:

  • Schimmelbefall in der Wohnung (der Vermieter wird trotz Anmahnung nicht tätig)
  • gesundheitliche Einschränkungen (Treppensteigen nicht mehr möglich)
  • Arbeitsaufnahme in einer anderen Stadt

Der Leistungsträger braucht immer einen überzeugenden Nachweis. Das können Fotos, Briefe eines Anwalts, ärztliche Atteste oder ein Arbeitsvertrag sein.Die Behörde benötigt diese Nachweise bei jedem Hartz4 Umzug. Der Hintergrund für diese strenge Regelung sind wie so oft die Kosten, die mit einem Umzug verbunden sind. Empfänger von Hartz4 können diese in der Regel nicht selbst tragen.

Hartz4 Umzug - was wird wie unterstützt? | Hartz 4 - Tipps und Auswege
 

Chris83

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mit anderen worten, ich habe keine chance?
Was die Kosten des Umzuges betrifft, die hätte ich selber tragen können.

Danke für deinen Beitrag
 
G

gast_

Gast
Eigenbedarf deines Vaters wäre ein wichtiger Grund

mit anderen worten, ich habe keine chance?
Gibst du immer so schnell auf?

Hast du deinen Antrag auf Zustimmung schriftlich gegen Empfangsbestätigung abgegeben, und mit Fristsetzung einen schriftlichen Bescheid verlangt?
Hast du auf einem Termin bei dem SB bestanden, der dir gesagt hat, daß du umziehen darfst?

Natürlich darfst du umziehen - das darf dir niemand verbieten.
Es ist nur besser die Zustimmung zu haben, daß die neue Wohnung angemessen ist.
 
E

ExitUser

Gast
mit anderen worten, ich habe keine chance?
Was die Kosten des Umzuges betrifft, die hätte ich selber tragen können.

Danke für deinen Beitrag
Wie du sicher selbst weißt, sind Theorie und Praxis zwei verschiedene Paar Schuhe. Ich an deiner Stelle würde es trotzdem versuchen. Was hast du zu verlieren?
 

gila

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Steht man im Arbeitslosengeld II Bezug und möchte umziehen, müssen wichtige Gründe vorliegen. Zu den wichtigen Gründen laut SGB II gehören:

  • Schimmelbefall in der Wohnung (der Vermieter wird trotz Anmahnung nicht tätig)
  • gesundheitliche Einschränkungen (Treppensteigen nicht mehr möglich)
  • Arbeitsaufnahme in einer anderen Stadt

Der Leistungsträger braucht immer einen überzeugenden Nachweis. Das können Fotos, Briefe eines Anwalts, ärztliche Atteste oder ein Arbeitsvertrag sein.Die Behörde benötigt diese Nachweise bei jedem Hartz4 Umzug. Der Hintergrund für diese strenge Regelung sind wie so oft die Kosten, die mit einem Umzug verbunden sind. Empfänger von Hartz4 können diese in der Regel nicht selbst tragen.

Hartz4 Umzug - was wird wie unterstützt? | Hartz 4 - Tipps und Auswege

SCHMARRN!
Man sollte nicht aus den (abgespeckten) Umzugs-Werbeseiten seine Infos beziehen. Hier muss man schon differenzieren!

Die "wichtigen Gründe" sind erforderlich, wenn du in einer (angemessenen) Wohnung wohnst, in eine andere (angemessene) Wohnung umziehen willst UND dafür auch die Kosten für den Umzug beantragen willst. HIERFÜR müssen natürlich "wichtige Gründe" gegeben sein. Logisch.

Selbstverständlich kannst du als "ü25" einfach umziehen bzw. aus dem Elternhaus ausziehen.
Dazu bedarf es keiner dieser Gründe.

Der Umzug ist in § 22 SGBII geregelt (i.V.m. 42a, wenn Kaution als Darlehen erforderlich - hierzu gibt es aber noch andere Grundlagen, da Kaution eigentlich zum Bedarf Wohnraum gehört ...).
Wichtig ist die Zusage des SB - und die hast du ja!
 

gila

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Hierzu noch:

Ob ein Umzug erforderlich ist, bestimmt sich danach, ob für ihn ein plausibler, nachvollziehbarer und verständlicher Grund vorliegt, von dem sich auch ein Nichthilfeempfänger leiten lassen würde (SG Lüneburg 19.8.2005 - S 24 AS 472/05 ER; OVG HB 24.11.2008 - S2 B 558/08; LSG Hamburg, Az.: L 5 B 18/08 PKH AS (S 31 AS 152/07); LSG BE-BB L 32 AS 612/09 B ER; Berlit in LPK-SGB II, 3. Auflage 2009, § 22 Rn. 84; vgl. ebenso Hessisches LSG, Beschluss vom 19. März 2009 - L 7 AS 53/09 B ER - Rdnr. 19 unter Bezugnahme auf die Beispiele in der amtlichen Begründung der Neuregelung des § 22 Abs. 1 Satz 2 SGB II = BT Drs. 16/1410 Seite 23 zu Nr. 21).


Dies ist in Fallkonstellationen der Fall (s.a. Frank in GK-SGB II § 22 Rn 58), in denen der Umzug durch den Wunsch nach einer eigenen Wohnung veranlasst ist, von dem sich auch ein Nichthilfeempfänger leiten lassen würde (z.B. Umzug aus einem Studentenwohnheim in eine eigene Wohnung [LSG BE-BB 30.11.2007 - 32 B 1912/07 AS ER - ZFSH/SGB 2008, 93] oder Erreichen des 25. Lebensjahres, mit dem ohne besondere zusätzliche Gründe der Wunsch anzuerkennen ist, aus dem Elternhaus auszuziehen [LSG MV 22.7.2008 - L 10 B 203/08])

Berlit in Münder SGB II 4. Aufl. (Quellenangabe von Martin Behrsing)
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Auch Umzugshilfe beantragen und Erstausstattung.
Keinen Schmarrn auf dem Amt erzählen lassen!
So weit, dass man bis zur Pension bei seinen Eltern leben MUSS, sind wir gottseidank NOCH nicht!
 

Paolo_Pinkel

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Naja. Ich finde es nur fair, wenn man VOLLZITATE aus dem Münder auch als solche deklariert! Das gebietet schon die Fairness und der Respekt gegenüber dem geistigen Urheber und dem Verlag.

So könnte es aussehen. Verblüffende Ähnlichkeit, oder? Auch was die Formatierung des Textes betrifft.
==> https://www.elo-forum.org/25/67497-...ungnahme.html?highlight=Nichthilfeempf%E4nger

==> https://www.elo-forum.org/25/76963-hilfestellung-auszug.html?highlight=Nichthilfeempf%E4nger

==> https://www.elo-forum.org/alg-ii/78...gs-hg-wg.html?highlight=Nichthilfeempf%E4nger
 

gila

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? steht doch drunter: Berlit in Münder SGB II 4. Aufl. (Quellenangabe von Martin Behrsing)
 

gila

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Jetzt steht es da, nachdem Martin es hingeschrieben hat. Daran solltest du aber selber denken, wenn du dich auf Vollzitate berufst!
Ach so ?? Hatte ich nicht bemerkt, ich dachte, ICH hätte diese Zeile selber mit einkopiert aus einem Post von Martin.
Sorry!
 

KarmaChameleon

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Unter 25 Jahren bedarf es dieser "wichtigen Gründe" für den Auszug aus dem Elternhaus, aber über 25 Jahren braucht man doch keine Gründe mehr anzugeben?!! :icon_eek:

Aber ich glaub das hängt leider auch wirklich viel davon ab, wen man da vor sich sitzen hat beim Jobcenter. Der eine sagt Ja, der andere Nein. Wichtig ist, denke ich, dass man seine Rechte selbst kennt und diese verteidigt. Sonst kann man sich da einem Pferd erzählen lassen. In diese Falle bin ich leider auch schon getappt.

Aber ich bin übrigens mit 19 von zuhause ausgezogen und mit 23 nochmals umgezogen und ich hatte nie große Probleme. Das war aber auch eher zum teil pures "Glück", weil ich damals noch einen spitzen SB hatte. War aber scheinbar ne riesen Ausnahme.
Klar musste ich damals Gründe für meinen Aus- und Umzug angeben, aber ich habe sie ohne weiteres durchbekommen. Ich war ja aber auch UNTER 25.

In dem Fall hier, versteh ich den ganzen Trubel ehrlich nicht.
 
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