WG/Bedarfs oder Eheähnlich

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Mariechen01

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Hallo Ihr Lieben.
Ich habe ein grosses Problem und weiss nicht wo ich mich hinwenden soll. Ich bin Alleinerziehende Mama von einer 7 jährigen Tochter und beziehe ALG2. Meine jetzige Wohnung ist zu gross und zu teuer und wenn ich wieder einen Job habe kann ich mir diese nicht mehr leisten. Im Moment bekomme ich die Miete bezahlt muss aber 130 euro drauf zahlen.
Mein Bekannter hat ein Haus und hat mir angeboten da einzuziehen. Er zahlt genau so viel Miete für das Haus wie ich für die Wohnung. Und wenn wir halbe halbe machen wäre uns beiden geholfen. Ausserdem bin ich hier allein und habe niemanden für die Kleine falls es mir mal schlecht geht. Er würde sich auch darum mal kümmern. Aber wie sieht es aus. Es ist nur ein guter Freund mehr nicht. Ich würde mit der Kleinen in einem Zimmer schlafen aber den Rest würden wir gemeinsam nutzen. Was ist das jetzt? Eine WG? Eine Bedarfsgemeinschaft oder wird es als eheähnlich bezeichnet. Ich meine so schnell bekomme ich keinen Job ... wir würden in ein anderes Bundesland ziehen und meine Tochter müsste auch in eine andere Schule... leider. Aber er will uns einfach helfen ... da ich hier einfach nicht mehr weiter komm. Schon alleine wegen der Schulden von meinem Exmann die ich zahlen muss.
Ich weiss einfach nicht was ich machen soll oder was ich im AAmt sagen soll. Die glauben mir bestimmt nicht wenn ich sage da is nix zwischen uns ... er will uns einfach nur helfen das ich von den 130 euro runter komm die ich hier in der Wohnung drauf zahlen muss.
Wer kann mir Tips geben? Ich beantworte gerne alle Fragen.

LG Mariechen
 
E

ExitUser

Gast
Ihr seid eine WG, keine Bedarfsgemeinschaft, auch nicht eheähnlich und schon gar keine Haushaltsgemeinschaft, die auch keine Wirtschaftsgemeinschaft darstellt.

Das BSG hat jetzt entschieden, dass die Unterhaltsvermutung nach § 9 Abs. 5 SGB II nicht mal bei Verwandten gegeben ist. Wie dann bei euch?!

Der Sozialleistungsträger muss beweisen, dass bei euch zumindest eine Haushaltsgemeinschaft vorliegt.

Ergo: Kein gemeinsames Wirtschaften aus einem Topf; eben nicht füreinander einstehen.

Alles weitere hier:

ALG II: Keine Unterhaltsvermutung bei Wohngemeinschaft zwischen Verwandten

Arge muss gemeinsames Haushalten nachweisen

BSG, Az.: B 14 AS 6/08 R vom 27.01.2009
 

strümpfchen

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Ihr seid eine WG, keine Bedarfsgemeinschaft, auch nicht eheähnlich und schon gar keine Haushaltsgemeinschaft, die auch keine Wirtschaftsgemeinschaft darstellt.

Das BSG hat jetzt entschieden, dass die Unterhaltsvermutung nach § 9 Abs. 5 SGB II nicht mal bei Verwandten gegeben ist. Wie dann bei euch?!

Der Sozialleistungsträger muss beweisen, dass bei euch zumindest eine Haushaltsgemeinschaft vorliegt.

Ergo: Kein gemeinsames Wirtschaften aus einem Topf; eben nicht füreinander einstehen.
Wenn das mal so einfach wäre.... hing ich nicht mit der ARGe Köln seit April 2006 vor Gericht.

Insbesondere der Umzug in ein anderes Bundesland und der damit verbundene Schulwechsel des Kindes wird vom Leistungsträger als Indiz für ein Füreinander-Einstehen-Wollen gesehen werden. Daher rate ich neben dem Abschluss eines (Unter)Mietvertrages dringend dazu schon im Vorfeld alle Gründe für den Umzug festzuhalten. Ob die geminderte finanzielle Belastung als Argument ausreicht, bezweifele ich.

Die geplante Versorgung des Kindes im Krankheitsfall stellt einen Vermutenstatbestand gem. § 7 Abs. 3 Nr. 3 c SGB II dar, und sollte in jedem Fall überdacht werden.

LG
strümpfchen
 
E

ExitUser

Gast
Es soll ja auch nicht einfach sein, deshalb ist ja die Exclusionsmaschine ARGE da, damit es eben verkompliziert wird.

Natürlich kann sie nicht zum Sozialleistungsträger und sagen, hallo meine Unterkunftskosten sind nicht angemessen und deshalb ziehe ich in eine andere Stadt, in ein Haus zu einem Mann. Denn dann gibt es keine Zusicherung und keine Umzugskosten.

Nach diesem hier zitierten BSG-Urteil ist aber auch die Unterstellung einer "Einstandsgemeinschft" (hier eheähnlich) nicht mehr ganz so einfach.

Hier unter @Mambo lesen:

www.elo-forum.org

www.elo-forum.org

Folienvortrag ALG II / Stand: 10. Mai 2009 von Harald Thomè

Kostensenkungsmanagement: www.elo-forum.org

Und für dat kölsche Mädche:

www.die-keas.org

Die Linke. Köln - Metzerstr. 24, Mittwoch, 10:00 - 13:00 Uhr, offene Beratung

Projekt "Für soziale Gerechtigkeit: Jetzt aufstehen gegen Hartz IV!
 
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