Werkstatt für Behinderte...Fahrdienst...

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Anna B.

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Ich habe mal eine kurze Frage, vielleicht kennt sich jemand aus.

In einer Werkstatt für Behinderte, werden die behinderten Beschäftigten von zu Haus zur zur Werkstatt mit einem Bus der Behindertenwerkstatt gefahren.
Teilweise sind auch Rolltuhlfahrer in diesem Bus zu transportieren.

Als Busfahrer, als verantwortungsvolle Kraft, wird ein weiterer Mitarbeiter der Behindertenwerkstatt eingesetzt.
Also tatsächlich jemand, der aufgrund von Lernbehinderung, Lernschwäche und noch einigen anderen Diagnosen, nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein kann.

Er bekommt für diese Verantwortungsvolle Beschäftigung ca. 300 Euro im Monat, da er ja als Beschäftigter der Behindertenwerkstatt gilt.

Jeder andere Fahrer, der die gleiche Verantwortung hat, würde ja mindestens 2000 bis 2500 Euro brutto bekommen.

Jetzt meine Frage: ist es eigentlich vom versicherungsrechtlichen sTandpunkt aus gesehen, erlaubt, dass ein "zu Betreuender" als Busfahrer, andere zu "Betreuende" durch die Gegend kutschiert?
Es kam gerade vor kurzem zu einem Unfall...er hat vermutlich einen Rollstuhlfahrer nicht angeschnallt, so dass dieser während der FAhrt aus dem Rollstuhl gefallen ist und sich den Oberschenkel gebrochen hat.
Der Fahrer hat den Rollstuhlfahrer, der gleichzeitig geistig behindert ist, geschnappt, wieder in den Rollstuhl verfrachtet und zu Hause abgeliefert.
Erst als die geschädigte Person zu Hause nicht aufhörte zu weinen, wurde ein Arzt gerufen, der dann das Malheur feststellte.

Keiner will nun die Verantwortung übernehmen...
Anwalt sagt: Werkstatt darf den Fahrer, der Mitarbeiter der Werkstatt ist, diese Transportfahrten nicht durchführen lassen,


Der Vorgesetzte, Fachkraft für LKW-Spedition-usw., sagt..na klar geht das.

Jetzt gibt es aber weder einen Kläger noch einen Beklagten..

der behinderte Fahrer versteht nichts, der Verletzte hat keine Angehörigen, die sich kümmern könnten, er kann sich nicht äußern.
Der zuständige Einsatzleiter sagt ja: ein behinderter Fahrer ist kein PRoblem..

die BG weiß von nichts
die KK wird nur die Hälfte erfahren..
niemand wird wissen, wie der Unfall zu stande kam..

nun würde mich interessieren, wo gibt es die gängigen Vorschriften..und wie kann man dem Laden mal an die Karre...
 

Anna B.

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nein, muß er auch nicht haben, da gibt es eine Ausnahmegenehmigung..

das GEHALT für einen Fahrer, der eben nicht in der Werkstatt tätig ist, liegt aber definitiv weit über diesen 300 Euro.

ich habe die 2.000 Euro nur geschätzt.

Ich habe eine Bekannte hier in meinem Umfeld, die verdient bei 30 Stunden-Woche 1.200 Netto.
auch als Fahrerin
 
E

ExitUser

Gast
Mein Onkel hat Behinderte gefahren. Und zwar auf 450-Euro-Basis (genau wie die anderen Fahrer in den Unternehmen hier im Landkreis). Vergess nicht, dass das normalerweise keine Vollzeit-Jobs sind. Soviel mehr bekommen die "regulären" Fahrer also gar nicht. Wenn kein Personenbeförderungsschein vorhanden ist, fällt das Ganze unter die private (nicht gewerbliche) Personenbeförderung. Da wäre jetzt die Frage, wie das in dem Fall mit der Versicherung läuft. Aber davon habe ich leider keine Ahnung.
 

Anna B.

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Es geht mir darum, ob ein Betreuter....der ist also auch Betreuter durch die Werkstatt...
die anderen Betreuten, in dem Fall also Rollstuhlfahrer, offiziell, unter Versicherungsschutz der Berufsgenossenschaft..durch die Gegend kutschen darf.

An solche Fahrer werden doch besondere Anforderungen gestellt...sei es Sicherheitsmaßnahmen beim Beladen der Rollstühle, besondere Anschnalltechniken, Rampensicherheit usw. usw.
wie soll ein selbst behinderter Betreuter, denn das schaffen können?
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Wenn der behinderte Fahrer die entsprechenden Tätigkeiten, die für die Sicherheit der Beteiligten notwendig sind, ausführen kann, warum sollte er das grundsätzlich nicht dürfen?
Auch externe Fahrdienste bieten ja in der Regel kein pädagogisch oder pflegerisch geschultes Personal für die Fahrten an, bei diesen Fahrten werden halt Personen von A nach B befördert, eine Betreuung findet da nicht statt.

In diesem konkreten Fall kann man daran aber natürlich zweifeln (wobei Nichtanschnallen natürlich ein dummer Fehler ist, der aber theoretisch auch nicht behinderten Fahrern passieren könnte - gerade bei den Folgen natürlich sehr unschön, aber auch menschlich).

Ob und wen man da verklagen kann und sollte, würde ich erstmal der BG überlassen. Selbstverständlich handelt es sich bei dem Unfall um einen Wegeunfall, der gemeldet werden muss. Inwiefern die BG da Nachforschungen anstellt, wie es zu dem Unfall kommen konnte, oder ob die eher stillschweigend für die Kosten aufkommen (bei einem Wegeunfall erwartet man ja idR erstmal nicht, dass evtl. betriebliche Sicherheitslücken dahinterstecken wie bei Arbeitsunfällen) ist primär deren Sache. Damit wäre der Verunfallte aber erstmal abgesichert und eventuelle Folgekosten geklärt.

Wenn das erstmal in die Wege geleitet ist und man weiß, was die BG bzgl des Unfalls prüft und tut, kann man immer noch überlegen, welche Schritte man evtl. gegen den Fahrer oder den Betrieb, der einen ungeeigneten Fahrer einsetzt, in die Wege leiten kann. Wichtig ist aber erstmal die korrekte Meldung an die BG.
 

Couchhartzer

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Jetzt meine Frage: ist es eigentlich vom versicherungsrechtlichen sTandpunkt aus gesehen, erlaubt, dass ein "zu Betreuender" als Busfahrer, andere zu "Betreuende" durch die Gegend kutschiert?
Wenn er den entsprechenden Führerschein und einen Personenbeförderungsschein hat, dann ist es möglicherweise zulässig.
 

Anna B.

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Das "Unternehmen" hat wohl eine Ausnahmegenehmigung und es reicht der normale Führerschein.

aber der junge Mann ist bei Problemen völlig überfordert..nicht zum 1. mal..

dieses mal besonders schlimm, weil er die Person beim Verladen, an der Rampe, nicht gesichert hat, nicht angeschnallt hat, keine Hand am Rolli hatte und nach dem Sturz, so getan hat, als wenn nichts wäre und diese Person, mit einem Beckenbruch!!, einfach nach Hause gebracht hat.

Aber..wie gesagt, dieser Thread kann geschlossen werden..wo kein Kläger, da kein Richter...
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Es gibt Ausnahmen bzgl. des Personenbeförderungsscheins, wenn ich mich richtig erinnere, ist der im internen Werksverkehr, also wenn ein Mitarbeiter seine Kollegen z.B. vom Bauhof zur Baustelle oder zurück kutschiert, nicht notwendig.
Könnte also in diesem Fall tatsächlich sein, dass man sich hier auch auf eine entsprechende Regelung beruft (ob man das in diesem Fall darf oder nicht, keine Ahnung... möglich isses).

Aber unabhängig von der Notwendigkeit und dem Vorhandensein eines Personenbeförderungsscheins ist die Eignung des Fahrers in diesem Fall wirklich fraglich.

Der Betreuer der geschädigten Person sollte imho wirklich darauf hinwirken, zunächst mal eine korrekte Meldung an die BG zu machen. Zum einen zur Absicherung des Schützlings und zum andren, damit diese sich hoffentlich schonmal um die übrigen Fragen kümmert.
Es kann nicht sein, dass das einfach so untergeht, weil der Leiter der Werkstatt seiner Meldepflicht nicht nachkommt und der Geschädigte sich selbst nicht wehren kann.

Kannst du nicht wenigstens dem Betreuer diesbezüglich ins Gewissen reden, Anna?
Im Zweifel müssen die doch nur im Krankenhaus korrekt angeben, dass es sich um einen Wegeunfall handelte und die BG zuständig war, Fragebögen u.ä. schickt die BG doch dann selbst raus. Ist erstmal ja nichtmal Arbeit.
 

tungi

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Es geht mir darum, ob ein Betreuter....der ist also auch Betreuter durch die Werkstatt...
die anderen Betreuten, in dem Fall also Rollstuhlfahrer, offiziell, unter Versicherungsschutz der Berufsgenossenschaft..durch die Gegend kutschen darf.

Also das kann ich mir nicht vorstellen -auch wenn es keine Urteile dazu gibt. Die Betreuten würden ja nicht betreut wenn sie so fit wie Nicht-Betreute wären.
 

Anna B.

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Das ist ein Unternehmen, bei dem jeder, der nach Vorschriften arbeiten möchte, als Querulant abgetan wird.

Ein Bekannte ist dort Fahrerin...auf einem LKW...es dauerte ungefähr 2 Jahre bis man einen e-hub-wagen anschaffte, damit sie Paletten mit teilweise 500 kg Gewicht sicher beladen kann.

Sie hatte mehrfach fast tötliche Unfälle, da sie mit einem normalen Hub-Wagen diese Last nicht halten kann...bei einigen Ladestellen waren auch Rampen zu überwinden.

Sie hat das oft gemeldet, aber niemand nahm sie ernst. Sie solle sich nicht so haben..

da sie auf das Geld angewiesen ist (Alleinstehend) kam auch eine kÜndigung nicht infrage..
aber..das will die Firma..die will, dass sie kündigt.
Letztendlich war es so, dass zufällig jemand von der Gewerbeaufsicht auf dem Hof war und da nutzte sie die Gunst der Stunde und parkte den LKW so, dass dieser Gewerbeaufsichtsmensch zusehen mußte. Sie entlud dann mit der Hand diese 500kg Papierpakete..und da fragte er dann, ob es sicherheitsbestimmungen und eine Gefährdungsbeurteilung gäbe.
Da konnte sie ihm dann die Zustände schildern.

Und bei der Dame mit dem BEckenbruch ist es wohl so, dass es geheim gehalten wird..niemand weiß, wie sie sich diesen Beckenbruch zugezogen haben könnte.

Ich kenne das Unternehmen nicht persönlich, zum Glück auch..ich würde dort mal tabularasa machen und alle anzeigen.
 
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