Werden die Kosten für Strom bei der Kombi-Gastherme vom Jobcenter übernommen und gibt es dazu ein Musterschreiben? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Dekorativ

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Hallo zusammen,

wollte nicht extra ein neues Thema öffnen und versuche mein Anliegen hier mal zu erläutern.
Meine Kombi Gastherme hat eine Heizpumpe mit 90W die ständig läuft.
Würde gern die durch die Pumpe enstehenden Kosten vom Job Center übernommen bekommen.
Hätte jemand eine Idee oder ein Muster fürs Schreiben um es ans Job Center zu schicken?
Bin sehr schlecht in solchen Sachen.
 

Seepferdchen 2010

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Hallo Dekorativ

Da es wenig zielführend bzw. unhöflich ist, den Faden eines anderen Nutzers mit eigenen Fragen zu kapern, habe ich mir erlaubt mit Deinem Beitrag ein eigenes Thema zu starten ...

Ich wünsche dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt im Forum.
 

Seepferdchen 2010

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Dekorativ

zum Thema Mehrbedarf kannst du auch mal hier nach lesen Rz.: 21.45 Seite 14 der PDF -Datei


und auch hier § 21 SGB II Satz 7

(7) 1Bei Leistungsberechtigten wird ein Mehrbedarf anerkannt, soweit Warmwasser durch in der Unterkunft installierte Vorrichtungen erzeugt wird (dezentrale Warmwassererzeugung) und deshalb keine Bedarfe für zentral bereitgestelltes Warmwasser nach § 22 anerkannt werden. 2Der Mehrbedarf beträgt für jede im Haushalt lebende leistungsberechtigte Person jeweils
Von wann ist dein letzter Bewilligungsbescheid?
 

Dekorativ

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@Seepferdchen

Entschuldige, ich wollte wirklich nicht unhöfflich rüber kommen.
Mein letzter Bewilligungsbescheid ist vom Anfang des Jahres und gilt für das gesamte Jahr.
 

Regensburg

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Hi :)

ich erlaube mir die Tabelle 2.5 nachzuschieben:

2.5 Mehrbedarf für dezentrale Warmwasserversorgung (§ 21 Absatz 7 SGB II) Regelbedarf ab 01.01.2019 ab 01.01.2018
Regelbedarf Alleinstehende - 2,3 Prozent9,759,57
Regelbedarf volljährige Partner - 2,3 Prozent8,798,60
Regelbedarf Volljährige (18 - 24 Jahre) - 2,3 Prozent7,807,64
Regelbedarf Kinder (14 - 17 Jahre) - 1,4 Prozent4,514,42
Regelbedarf Kinder (6 - 13 Jahre) - 1,2 Prozent3,623,55
Regelbedarf Kinder (0 - 5 Jahre) - 0,8 Prozent1,961,92

Prozentangaben beziehen sich auf den maßgebenden Regelbedarf (§ 21 Absatz 7 SGB II).

Quelle: siehe Anhang
 

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BoomBoom

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@Regensburg
Ist damit jetzt allein der notwendige Mehrbedarf an Gas zur Warmwasserzeugung berücksichtigt oder auch der dazu notwendige Strom der Umwälzpumpe?
 

Seepferdchen 2010

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BoomBoom

lies bitte oben in dem Link Post 3 und der angegebenen Rz.: 21.45 Seite 14 der PDF -Datei, hier mal ein Zitat daraus:

Die Haushaltsenergie ist zwar grundsätzlich mit dem Regelbedarf abgedeckt. Nicht berücksichtigt ist jedoch ein erhöhter Energiever-brauch, wie er durch die dezentrale Warmwassererzeugung mit Strom oder Gas entsteht. Zum Ausgleich dieses Mehraufwands ist bei betroffenen Leistungsberechtigten ein in der Regel pauschalier-ter Mehrbedarf nach § 21 Absatz 7 anzuerkennen.
 

RA16

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Laut BSG ( B 4 AS 47/14 R - Urteil vom 03.12.2015 ) sind die Stromkosten für die Heizungsanlage zusätzlich zu übernehmen als Kosten der Unterkunft und Heizung. Der Verbrauch an Strom ( und damit die vom JC zu übernehmenden Kosten ) können nach 2 Methoden geschätzt werden:

a) 4 -10 % der Brennstoffkosten (laut Betriebskostenabrechnung)
oder
b) oder nach dem geschätzten Stromverbrauch der Heizungsanlage während der ebenfalls geschätzten durchschnittlichen Betriebsstunden ihrer wesentlichen elektrischen Vorrichtungen.

Für den Antrag an das JC ist keine besondere Form notwendig, Hauptsache schriftlich und nachweislich abgeben.
Bsp: Hiermit beantrage ich die Übernahme von Stromkosten für meine Heizungspumpe von je 15 Euro für je 6 Monate pro Jahr (die Heizungsperiode) für die Jahre 2015 - 2018, insgesamt 360 €. Ich bitte um einen schriftlichen Bescheid.
Bearbeitungsfrist: 6 Monate, danach Untätigkeitsklage.
Kommt die Ablehnung, Widerspruch einlegen. Als Begründung genügt der Verweis auf BSG B 4 AS 47/14 R.
Wird der Widerspruch auch abgelehnt, bleibt nur die Klage.
Da es um Leistungen von mehr als einem Jahr geht, ist eine ablehnende Entscheidung des Sozialgerichts auch berufungsfähig. Viel Erfolg.
 
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