Werden bei einem ALG2 Neuantrag die Kosten oberhalb der Obergrenzen für eine zu große Wohnung erst einmal übernommen? (1 Betrachter)

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Billieboy

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Ich poste mal hier, weil ich offensichtlich keine Berechtigung habe, unter KDU zu posten.

Mal angenommen, ich falle nächstes Jahr in ALG2.

Meine Wohnung ist mit "ca. 65m" angegeben, genaue Zahlen gibt es nicht, die Gesamtkosten dürften den zulässigen Maximalbetrag deutlich übersteigen.

Ich stelle also einen ALG2 Antrag.
Wird das Amt dann einstweilen meine zu große Wohnung bezahlen, wie funktioniert das in der Praxis?
nach dem was ich so gelesen habe kriegt man dann eine Aufforderung zur Senkung der KDU und ab den 7. Monat wird nur noch der "angemessene" Betrag gezahlt.

D. H. zumindestens die ersten 6 Monate würde ich noch über die Runden kommen - kann ich damit rechnen?
Oder gibt es da noch irgendwelche "Haken", die ich übersehe?



PS:
Angenommen, das läuft +6 Monate und so ein Senkungsverfahren ist am Laufen.
Senkung ginge bei mir dann wohl nur über
a) Umzug
b) Untervermietung

Zu a)
angenommen, man findet keine brauchbare Wohnung, man findet eine aber bekommt sie nicht, "Vermietung nur an Berufstätige" usw.
Wie funktioniert das in der Praxis, ich weise nach wo ich mich überall auf ne Wohnung beworben habe oder wie?

Zu b)
Wie liefe das in der Praxis?
Bekomme ich eine Aufforderung eine Untervermietung anzubieten?
Was ist, wenn ich die anbiete aber sie dennoch nicht zu Stande kommt/keiner mit mir zusammen wohnen will, was bei meinen speziellen Eigenarten sehr unwahrscheinlich wäre...?
 
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ZynHH

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ich weise nach wo ich mich überall auf ne Wohnung beworben habe oder wie?
So ist es. Möglichst detailliert dokumentieren, wenn du nix findest auch mal ne kostenlose Annonce aufgeben.
Wird das Amt dann einstweilen meine zu große Wohnung bezahlen,
Ja, zumindest die 6 Monate.

Wenn du nachweisen kannst, das es keine passenden Wohnungen gibt, kann das JC das auch aktzeptieren und dich auffordern länger zu suchen und es zahlt voll weiter und prüft deine weiteren Bemühungen.

Vergiss die Untervermietung. Du bekommst eine Kostensenkungsaufforderung, aber keine Vorschrift wie du das erreichst.

Es könnte sein, das man dir bei Antragsabgabe ein Formular zur Unterschrift vorlegt, um sich vor der Weiterzahlung zu drücken.
Das würde ich nicht unterschreiben.

Hier kannst du dir die bei dir zulässige Miethöhe etc raussuchen.
 
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Billieboy

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Danke für die Antworten.

Ich habe gerade mal die Suchmaschiene angeschmissen, was ich seit über 3 jahren nicht mehr getan habe - WTF?
Es gibt einige wenige <50m Wohnungen, die sind aber zu 90% teurer wie meine 65m²:eek::eek:

Wenn ich mir die Wohngeldtabelle im Landkreis angucke würde ich sagen, das man dafür keine Wohnung bekommen wird.
Und in die hinterste Pampa ziehen - da ist der Wert in der Tabelle dann allerdings noch niedriger ;)
Problem ist ja auch die Verkehrsanbindung - hier bin ich in 10min am Bahnhof, in 90% aller Fälle dürfte sich das z.T. dramatisch verschlechtern - für Nichtautobesitzer ein ziemliches Vermittlungshemmnis.

Ich hoffe ja das mich der Kram nicht so bald betrifft... Aber die Luft am Arbeitmarkt ist hier echt schon merklich dünner geworden...
 

avrschmitz

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Wird das Amt dann einstweilen meine zu große Wohnung bezahlen, wie funktioniert das in der Praxis?
Die ersten 6 Monate müssen die weiterzahlen. @ZynHH hat es schon angedeutet, wie Du Deine Wohnung auch nach den 6 Monaten weiter bezahlt bekommst. Über die Suchfunktion hier im Forum bekommst Du weitere Hinweise.
 

Atze Knorke

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Hallo Billieboy,

Wenn ich mir die Wohngeldtabelle im Landkreis angucke würde ich sagen, das man dafür keine Wohnung bekommen wird.
... ein klein wenig bitte die Begrifflichkeiten auseinanderhalten - Wohngeldtabelle --> eher Wohngeld(bezug)

Zur Ergänzung:
Das SGB II beinhaltet die 'Bedarfe für Kosten der Unterkunft' und da sieht es unter Umständen sehr prekär aus.
Die kommunalen Richtwerte hinken der Wohnungsnot oder dem angespannten Wohnungsmarkt ganz
deutlich hinterher.

SGB II-Angemessenheit (bundesuneinheitlich):
Die JC-Kostenübernahme hängt von den Kosten der Wohnung ab. Das ist in erster Linie die Bruttokaltmiete,
die sich aus Nettokaltmiete und Betriebskosten zugrunde gelegt wird. Heizkosten und die Wassererwärmung
müssen ebenfalls angemessen sein.

Bestehende Mietverträge sind meist günstiger. Neue Mietverträge ein monetäres Loch ohne Boden.

Die meisten Leistungsberechtigten zahlen dann aus dem Regelsatz die anteiligen KdU, um nicht noch
Mietschulden beim Vermieter aufzubauen und im sozialen Umfeld verbleiben zu können.
Nach 2 Monaten (schon bei 1 Monat z. B. Modell Berliner Räumung ist dann Schicht im Schacht)
ergeht die Kündigung des Vermieters (Mietrecht/BGB) falls der nicht eine 'soziale Ader' hat.

Kostensenkungsaufforderung:

Bei der Aufforderung zur Kostensenkung handelt es sich lediglich um ein JC-Informationsschreiben mit
Aufklärungs- und Warnfunktion und nicht um einen Verwaltungsakt.

Sozialrechtliches erklärt und aufbereitet im 'Einzelfallbedarf' u. a. hier:
Rechsmittel gegen KSA?
KdU-Kostensenkung
 
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