Werde eine Zuweisung zu einer Massnahme erhalten, wie soll ich mich im Vorfeld verhalten? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

GüntherKop

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Guten Tag,
ich habe am Mittwoch einen Termin bei meiner Sachbearbeiterin mit Betreff "Über eine berufliche Weiterbildung reden"
Ich bin mir ziemlich sicher dass ich zu einer Massnahme zugewiesen werde da die Letzte nun doch schon fast ein Jahr her ist.
Da mir die letzte Massnahme beruflich gar nicht weitergeholfen hat und im Prinzip nahezu vollständig Zeitverschwendung war, möchte ich nicht erneut in solche eine sinnfreie Massnahme.

Ich werde mich dann am Mittwoch Mittag natürlich hier mit dem genauen Zuweisungstext melden.

Aber gibt es bereits jetzt schon Dinge, die ich im Gespräch mit meinem SB tun oder sagen müsste?
Nicht damit ich, unwissend wie ich bin, im Gespräch mit dem SB bereits kritische Fehler begehe.

Gibt es hier bereits Dinge vor Erhalt der Massnahmezuweisung zu beachten?
 

Spiegelsaal

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Ruhig bleiben und nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen, konstruierte Gespräche machen meistens keinen Sinn, da es wie Lotterie ist. Ansonsten alles anhören, was passieren wird und Gegenvorschläge unterbreiten. Maßnahmen erhöhen deine Hilfebedürftigkeit drastisch und stehen konträr zum verringern dieser. Außerdem funktionieren 99% von diesen Sachen nur mit deiner freiwilligen Unterschrift. Bleib selbstbestimmt, argumentativ präsent und freundlich, damit kommt man oftmals sehr weit.
 
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Gelöschtes Mitglied 67452

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Hallo @GüntherKop und :welcome:

Zu deinem Anliegen und den meisten anderen wichtigen Dingen, die mit dem JC zu tun haben, hat unser geschätzter Mod @Zeitkind einen Leitfaden entwickelt, der die Antworten auf die meist gestellten Fragen beinhaltet. ;)

 

GüntherKop

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Hallo @GüntherKop und :welcome:

Zu deinem Anliegen und den meisten anderen wichtigen Dingen, die mit dem JC zu tun haben, hat unser geschätzter Mod @Zeitkind einen Leitfaden entwickelt, der die Antworten auf die meist gestellten Fragen beinhaltet. ;)

Vielen Dank.
Ich habe noch bei Weitem nicht Alles gelesen aber unter welches Stichwort in dem Beitrag würden die üblichen Massnahmen fallen, denen man zugewiesen wird und wo man (vogeblich, auch wenn die Realität anders aussieht) bewerbungstraining und Dergleichen macht?

Also diese üblichen 8-wöchigen Massnahmen, die Einem den Tagesablauf eines Arbeitenden wieder näher bringen soll?
 
G

Gelöschtes Mitglied 67452

Gast
...unter welches Stichwort in dem Beitrag würden die üblichen Massnahmen fallen, denen man zugewiesen wird und wo man (vogeblich, auch wenn die Realität anders aussieht) bewerbungstraining und Dergleichen macht?
Das findest du unter: Beispiel Maßnahmeabwehr nach gesonderter Zuweisung durch einen VA
Im Inhaltsverzeichnis unter: Begründete Abwehr nicht bedarfsgerechter Förderung
 

GüntherKop

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Das findest du unter: Beispiel Maßnahmeabwehr nach gesonderter Zuweisung durch einen VA
Im Inhaltsverzeichnis unter: Begründete Abwehr nicht bedarfsgerechter Förderung
Ich bin nur gerade etwas verwirrt weil hier dauernd von Massnahmen nach AVGs steht.
Als ich damals zur Massnahme zwangszugeteilt wurde im Zuge der unterschriebenen EGV, wüsste ich nicht dass ich da einen Gutschein zur Massnahmeauswahl in die Hand bekommen hätte.
Oder verwechsle ich da möglicherweise etwas?
 
G

Gelöschtes Mitglied 67452

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...einen Gutschein zur Massnahmeauswahl in die Hand bekommen...
Mir persönlich ist ein solcher Gutschein noch nicht untergekommen. Meist gibt es ja eine (Zwangs-) Zuweisung in irgendeine Maßnahme, die der SB für den Elo ausgesucht hat. Und um diese "Zwangsmaßnahmen" geht es eigentlich im Leitfaden von @Zeitkind .
Es gibt auch Bildungsgutscheine vom JC, die werden aber idR nicht dem Elo für irgendwelche Maßnahmen in die Hand gegeben.
Zumindest weiß ich von solch einem Szenario nichts und ist mir entsprechend auch noch nie so untergekommen.

Wenn eine Maßnahme entsprechend in einer unterzeichneten EGV vereinbart wurde, ist diese eigentlich auch verbindlich.
 

Anami

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Es gibt Maßnahmen und Maßnahmen. War die vom letzten Jahr auch eine Maßnahme zur "beruflichen Weiterbildung"? Darunter verstehe ich nämlich eine Maßnahme, die dich qualifiziert und die du dir auch aussuchen kannst. Die sind meist freiwillig und nicht unbedingt schlecht.

Eigentlich müsstest du am Mittwoch hingehen und dir erstmal anschauen, was die SB für eine Maßnahme für dich vorgesehen hat. Vielleicht ist es sogar etwas, was du tatsächlich gebrauchen kannst.

Leider ist es so, dass du eher etwas erwarten musst, das du nicht gebrauchen kannst. Dann ist deine Geschicklichkeit beim Gespräch gefragt, denn am besten weist du die Maßnahme ab, indem du die SB durch gute Argumente umstimmst und dir die gesamten nachfolgenden Umstände erspart bleiben (VA, Widerspruch, etc.).

Dazu müsste man wissen, was die SB dir jetzt vorschlagen wird.

- Wenn es eine Maßnahme ist, die einen ähnlichen Inhalt hat wie die vom letzten Jahr, dann kannst du ihr sagen, dass du schon vieles im letzten Jahr gelernt hast und diese Maßnahme des letzten Jahres als "gescheitert" betrachtest, denn sie brachte dich nicht in Arbeit; sie brachte dich nicht einmal einen Schritt weiter, denn die erlernten Dinge hat kein Arbeitgeber beim Einstellungsgespräch gefordert.

- Du solltest immer wissen was DU willst. Vielleicht kannst du die SB für eine Maßnahme überzeugen, die DIR auch etwas bringt. So z.B. eine Maßnahme, die deine beruflichen Kenntnisse erweitern, damit sich deine Einstellungschancen erhöhen, so z.B. ein Englischkurs, wenn du im kaufmännischen Bereich arbeitest, oder ein Buchhaltungskurs, einen bestimmten Computer-Kurs, etc. Auch mit einem Führerschein kann man es probieren, oder zumindest die SB damit von ihrem Vorhaben abzulenken. Dann müsstest du ihr genau vor Augen führen, wo du mit diesen weiteren Kenntnissen überall eine Arbeit bekommen kannst und ihr erklären, dass das mit ihrer Maßnahme niemals der Fall sein wird.

- Auf der ziemlich sicheren Seite bist du nur, wenn du die Maßnahme aus medizinischen Gründen ablehnen kannst (eine Einschränkung, Allergie, etc.) Kannst es mit einem ärztlichen Attest belegen. Evtl. schickt die dich trotzdem zum Amtsarzt, der jedoch mit einem ärztlichen Attest wenig Möglichkeiten hat.

D.h. du müsstest ihr belegen, dass das was sie will Unsinn ist und dass was DU willst dich zum Erfolg führen kann.

Leider hat deine SB das letzte Wort und wenn sie nicht will, dann will sie nicht. Wenn sie dir eine Zuweisung gibt, kannst du mit erlaubten Mitteln nichts abwehren. Wenn sie dir eine EGV vorlegt, kannst du das nur etwas hinauszögern, indem du sie "zur Prüfung" mitnimmst. Das gibt dir etwas Aufschub. Wenn du das nachher per Verwaltungsakt bekommst, sind die Möglichkeiten für dich schlecht.
 
G

Gelöschtes Mitglied 67452

Gast
Leider hat deine SB das letzte Wort und wenn sie nicht will, dann will sie nicht. Wenn sie dir eine Zuweisung gibt, kannst du mit erlaubten Mitteln nichts abwehren. Wenn sie dir eine EGV vorlegt, kannst du das nur etwas hinauszögern, indem du sie "zur Prüfung" mitnimmst. Das gibt dir etwas Aufschub. Wenn du das nachher per Verwaltungsakt bekommst, sind die Möglichkeiten für dich schlecht.
Hier muss ich widersprechen.
Aus dem Leitfaden von @Zeitkind geht klar hervor, wie man sehr wohl effektiv und sanktionslos eine Zwangsmaßnahme abwehrt.
Auch gegen einen VA kann man (und sollte man in solch einem Fall) sehr wohl Widerspruch einlegen und diesen somit idR. kippen.
 

Anami

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Hier muss ich widersprechen.
Aus dem Leitfaden von @Zeitkind geht klar hervor, wie man sehr wohl effektiv und sanktionslos eine Zwangsmaßnahme abwehrt.
Auch gegen einen VA kann man (und sollte man in solch einem Fall) sehr wohl Widerspruch einlegen und diesen somit idR. kippen.
Ich hab das nicht gelesen. Trotzdem teile ich die Meinung mit der effektiven und santionslosen einfachen Abwehr nicht, denn du musst ja immer belegen, dass die vorgeschlagene Maßnahme nicht effektiv ist, damit du keine Sanktion bekommst. Das ist oft sehr schwer, denn die haben auch ihre Argumente.

Gegen einen VA sollte man durchaus Widerspruch einreichen und auch klagen. Aber es bringt dir nichts, denn die haben bis zu 3 Monate zeit um einen Widerspruchsbescheid zu erlassen und du musst die Maßnahme ja bis dahin antreten. Wenn der Widerspruchsbescheid kommt, ist die Maßnahme schon beendet.

Ansonsten kannst du auch eine Maßnahme sanktionslos abbrechen, wenn du belegen kannst, dass sie nutzlos ist. Das ist immer so eine Sache, denn das was du als überflüssig siehst, kann der Richter anders sehen.

Damit will ich niemanden den Mut nehmen, das alles zu probieren. Ich will nur darauf hinweisen, dass das alles nicht einfach ist und es kein Patentrezept gibt. Man muss dazu nicht nur Bescheid wissen, sondern auch sehr geschickt sein. So meine ich, dass es immer noch das einfachste ist, die SB zu überzeugen, dass sie mit der Zuweisung zu dieser Maßnahme auf dem Holzweg ist.
 

Onkel Tom

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Yupp, mit dem Erstbesuch ist der § 39 SGB II für den Elo erfüllt und wenn MT
wegen fehlender Unterschriften nix mit dir anfangen kann, ist das nicht des Elo
Problem.. Elo nimmt sich ja hoffentlich alles an Unterlagen mit und das reicht
m.E. auch dazu aus, glaubhaft zu machen, das man dort war..
 

Holler2008

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Wenn man den Träger kennt, half es bei mir den im Vorfeld mit unbequemen Fragen (ganz höflich) zu überfluten und eine schriftliche Antwort zu verlangen. Mit so wenig Vorlaufzeit ist das aber schwer. Vielleicht ginge es ein Infoheftchen mitzunehmen und Bedenkzeit zu erbeten oder besser, Zeit dich mit dem Träger wegen eventuell aufkommender Fragen in Verbindung zu setzen.
 

GüntherKop

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Yupp, mit dem Erstbesuch ist der § 39 SGB II für den Elo erfüllt und wenn MT
wegen fehlender Unterschriften nix mit dir anfangen kann, ist das nicht des Elo
Problem.. Elo nimmt sich ja hoffentlich alles an Unterlagen mit und das reicht
m.E. auch dazu aus, glaubhaft zu machen, das man dort war..

Das heißt die übliche Strategie von "hingehen, Fahrtkosten erstatten lassen, nix unterschreiben, Unterlagen zur heimischen Prüfung mitnehmen, nie wieder hingehen müssen" funktioniert nach wie vor?
 

Onkel Tom

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Yupp.. Deine Vertragsrechte machens möglich.. Dein "Gustav Siegfried"
ist Gold (für JC/MT) wert und wer damit nicht "selbstverantwortungsvoll"
umgeht, verschafft sich schnell Komplikationen ein Problem wieder los
zu werden..

Anhören, Unterlagen ohne was zu unterzeichnen einsacken,
Besuchsbestätigung einholen und dann nach "Feierabend" hier alles
chekken lassen.. So derzeit die beste Praxis so vor zu gehen. (y)
 

GüntherKop

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Eine Frage:
Diese Woche ist ja dann faktisch schon so gut wie zu Ende.

Morgen, Mittwoch, ist der berühmte Termin.
Donenrstag ist normaler Tag.
Freitag ist Feiertag.
dann schon Wochenende.

Dürfte, rechtlich gesehen, mich morgen die Sb zum Massnahmeantritt am Donnerstag, also direkt dem Folgetag, zwingen?
Oder müsste er da kommenden Montag als Antrittstermin wählen?
Weil der Folgetag dann doch vom Rechtlichen her zu kurzfristig wäre?
 

Onkel Tom

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Schlag dir erstmal den Begriff "Zwang" aus dem Kopf ;)

Zieh Dir dazu noch mal bitte das Frage und Antwortspiel rein, was im
Leitfaden steht.. Ein bissel Überlegungszeit bei der Kommunikation tu da gut,
auch wenn SB mit der "Flinte" reden will..

Wichtig anbei ist, als Elo nicht aus seiner Fassung gerät und dadurch Dinge
sagt oder macht, die er im Nachhinein lieber nicht gesagt oder gemacht hätte..

Hast Du zum Termin einen Beistand im sinne des § 13 Abs.4 SGB X dabei ?
 
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GüntherKop

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Ich bin da dann eher der Typ der stur gar nichts sagt und hätte vielleicht was Bestimmtes sagen müssen :)


Aber schon klar, Alles freiwillig und höchst förderlich! ;-)

Beistand leider nein,habe keine Freunde :cool:
 
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