Werbungskosten ab dem 7. Monat wg. Zumutbarkeit wie nachweisen? Jahr oder Monat? (2 Betrachter)

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armwieinekirchenmaus

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Hallo Forum,

§ 140 (3) SGB III
Vom siebten Monat der Arbeitslosigkeit an ist einer arbeitslosen Person eine Beschäftigung nur dann nicht zumutbar, wenn das daraus erzielbare Nettoeinkommen unter Berücksichtigung der mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen niedriger ist als das Arbeitslosengeld.
Quelle steuerlichenWerbungskosten
Werbungskosten:
Die Höhe der Werbungskosten richtet sich nach dem Steuerrecht.

Wie weiße ich die Werbungskosten bei einem unzumutbaren VV mit RFB gegenüber der AfA nach?
Genau wie gegenüber dem Finanzamt?
Kann ich Daten anonymisieren?
Muss ich Belege darlegen oder genügt eine eigene Aufstellung?


Bezieht sich der § 140 (3) SGB III auf den jeweils einzelnen Monat oder auf das Jahr?
Die Frage deswegen, damit ich weiß ob ich die Werbungskosten monatlich oder jährlich rechnen muss.

Danke für eure Beiträge
Mfg Kirchenmaus
 

Doppeloma

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Hallo armwieienekirchenmaus,

Wie weiße ich die Werbungskosten bei einem unzumutbaren VV mit RFB gegenüber der AfA nach?
Was willst du da bitte nachweisen müssen, unzumutbare Kosten (für den Arbeitsweg z.B.) hat bereits die AfA auszuschließen, wenn sie dir einen VV mir RFB schickt.

Wie willst du denn was "nachweisen", was gar nicht in Frage kommt, weil du nach Zahlung z.B. der täglichen Fahrtkosten (oder einer Monatskarte für die Strecke) oder der Spritkosten (und Unterhaltskosten) für einen PKW ... ein Netto - Einkommen hättest, das deinen ALGI-Betrag unterschreitet.

Genau wie gegenüber dem Finanzamt?
Gegenüber dem Finanzamt weist du tatsächlich entstandene Kosten nach, die entstehen ja gar nicht erst wenn dir ein VV unzumutbar ist und du den deswegen ablehnen kannst.:icon_evil:

Kann ich Daten anonymisieren?
Welche Daten bitte möchtest du denn anonymisieren ???

Muss ich Belege darlegen oder genügt eine eigene Aufstellung?
Welche Belege bitte meinst du denn, du schreibst wirklich in Rätseln.

Wenn du einen VV bekommst, dann solltest du ja wissen wo dieser Arbeitsplatz sein soll, das hat ja dabei zu stehen.
Dann gibt es Möglichkeiten (im Internet z.B.) sich die Fahrtkosten / Dauer für den täglichen Arbeitsweg (hin und zurück) auszurechnen, ist bereits die Dauer unzumutbar, brauchst du den Rest gar nicht mehr ...

Bei PKW kann man das auch überschlägig ermitteln, was der tägliche Arbeitsweg etwa kosten wird, brauchst du noch bestimmte Arbeitsmittel / Berufsbekleidung kommt das noch dazu (wenn du es vielleicht selbst beschaffen musst) und was dabei rauskommt wird vom ca. Netto-Lohn (für einen Monat) abgezogen ...

Der Nettolohn ergibt sich ca. aus Brutto - 20 % (Abzüge), davon dann noch die Kosten abziehen die für die Arbeit nötig sind = Netto aus dem Job.

Beispiel

Vollzeitjob (170 Stunden im Monat) für 8,50 Mindestlohn = 1445 Euro Brutto-Einkommen Minus 20 % für die Abzüge vom Lohn = 1156 Netto-Lohn.

Die Ausgaben den Job durchzuführen betragen im Monat ca. 180 Euro (Monatskarte z.B.) = 976 Euro Netto-Einkommen nach Abzug der "Werbungskosten" gemäß § 140 SGB III

Beträgt das ALGI MEHR als diese 976 Euro im Monat, dann ist dieser VV unzumutbar ... man wird sich allerdings kaum an wenigen Euro "festbeißen können" und deswegen einen VV ablehnen dürfen ...

Bezieht sich der § 140 (3) SGB III auf den jeweils einzelnen Monat oder auf das Jahr?
Die Frage deswegen, damit ich weiß ob ich die Werbungskosten monatlich oder jährlich rechnen muss.
Erklärt sich eigentlich schon aus dem Beispiel, es geht um den Monatsbetrag ALGI also gelten auch die Kosten und der mögliche Verdienst nur als Vergleich die in einem Monat bei dieser Arbeit entstehen würden.

Mit den Werbungskosten beim Finanzamt hat das nichts zu tun und "nachweisen" kannst du da auch nichts, das kann man immer nur "überschlägig" berechnen, zumal das tatsächliche Einkommen im VV ja meist auch nicht angegeben wird ... mit dem Hinweis "wir zahlen nach Tarif" kann man ja nichts berechnen ...

MfG Doppeloma
 
G

Gast1

Gast
kirchenmaus, was steht denn in Deiner EGV über die Erstattung von Bewerbungskosten und Fahrtkosten zu Bewerbungsgesprächen?

Wenn das da drin nicht geregelt ist, dann erstellste eben eine Liste mit Excel oder Ähnlichem mit Spalten für Datum, Arbeitgeber, Adresse des Arbeitgebers, Beworben als, Art der Bewerbung (schriflich/per E-Mail/Online/telefonisch/persönlich) und dem aktuellen Ergebnis der Bewerbung (offen, Absage, Zusage). Diese Liste reichste dann bei der AfA ein. Vor der ersten Bewerbung jedoch einen Antrag auf Erstattung von Bewerbungskosten stellen. Das Gleiche gilt für Fahrtkosten zu Bewerbungsgesprächen.

Der AfA ist es egal, ob Du Dich auf einen zumutbaren oder unzumutbaren VV beworben hast, hinsichtlich der Bewerbungs- und Fahrtkosten.

Steuerrecht hat nichts mit der Erstattung von Bewerbungs- und Fahrtkosten durch die AfA zu tun.
 

armwieinekirchenmaus

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Hi Doppeloma,
Hi Schlaraffenland,

Ich formuliere mal anders:

Ich habe eine steuerliches Arbeitszimmer.
Ich benötige Fachliteratur,
ich zahle monatlich Beiträge für Weiterbildungen.
Auch setze ich monatlich Telefon, Internet und Mobilgeräte als Werbungskosten ab.
Ich habe einen Computer den ich auf drei Jahre abschreibe.
Ich treffe mich regelmäßig zu einer Lerngemeinschaft.
Ich habe somit laufende, einmalige und auch regelmäßige Aufwendungen.

Alle diese Aufwendungen mindern mein Netto.

Doppelomas Antwort entnehme ich, dass ich Die Abschreibung des Computers bspw. Auf einen Monat umrechne.

zumal das tatsächliche Einkommen im VV ja meist auch nicht angegeben wird ... mit dem Hinweis "wir zahlen nach Tarif" kann man ja nichts berechnen ...
Das ist ein anderes leidiges Thema. Bevor ich die Zumutbarkeit prüfen kann muss ich zuerst den SB um Stellungnahme des Entgeltes befragen. Außerdem entspricht es nicht den AGB der Jobbörse.
Habe das schon mal mit AnonNemo hierdurchgekaut....


Liebe Grüße
Kirchenmaus
 

AnonNemo

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Ich verstehe deine Frage nicht.

Mach, bei jedem VV welchen du prüfen willst, eine Liste mit drei Spalten:
Spalte 1: Bezeichnung (z. B. Fahrtkosten Auto / Fahrtkosten ÖPNV / Berufskleidung / usw.)
Spalte 2: monatlich
Spalte 3: jährlich

Und wenn die Liste fertig ist, nimmst du die Beträge aus Spalte drei, teilst diese durch 12 und schreibst das Ergebnis in Spalte 2.
Dann addierst du die Beträge aus Spalte 2 - Spalte 3 wird ignoriert - (fast) fertig ~>
wegen den Fahrtkosten musst du zwei Ergebnisse erhalten!!! Die darfst du nicht einfach addieren!!!

@schlaraffenland:
Bei der Frage ging es ausschließlich darum; Wie muss ich die; mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen, nachweisen, um eine finanzielle Unzumutbarkeit feststellen zu können :wink:

@armwieinekirchenmaus:
Doppelomas Antwort entnehme ich, dass ich Die Abschreibung des Computers bspw. Auf einen Monat umrechne.
... aber auch nur, wenn der Computer zu den; mit der Beschäftigung zusammenhängenden Aufwendungen, gehört.

Fallen deine aufgeführten Ausgaben im Nebenerwerb, Selbstständigkeit oder Hobby an ... haben die nichts mit dem VV-Arbeitsplatz zu tun ~> mindern dann auch nicht dein Arbeitsentgelt!

@Doppeloma:
Deine Erklärung :icon_daumen:

Nur bei ein paar einzelnen Aussagen ... muss ich ergänzen:

Die individuellen Fahrtkosten für das eigene Auto sollte man versuchen zu recherchieren, ist das nicht möglich nimmt man die km-Pauschale vom Finanzamt (0,30EUR/km), gleichzeitig prüft man die monatlichen Kosten, und die tägliche Pendelzeit, im ÖPNV ~> damit wird eine Stelle auch gerne unzumutbar.

Den Nettolohn lässt man sich von einem Brutto-Nettolohn-Rechner ausrechnen.
Deine 20% Abzug :)icon_evil:) ist zu pauschal!
Wenn ich schon ledig und kinderlos bin, d. h.; LStKl. I, dann will ich bei Abzockerfirmen wenigstens den Vorteil von ca. 38-45% Abzug ausschöpfen :wink:

Doppeloma meinte:
man wird sich allerdings kaum an wenigen Euro "festbeißen können" und deswegen
Dann überlegt man sich in die Gewerkschaft einzutreten, ggf. ist man es schon bzw. wird es machen ~> Minus zusätzliche 14,45EUR.
 

bla47

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Mir fällt noch ein, eine monatliche Berechnung ist dann eher UNzumutbar, das noch kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld im Schnitt enthalten ist.
Die zweite Möglichkeit, den ZAF Job UNzumutbar zu machen ist, einige Tage kostenlos Probe arbeiten zu müssen. Das drückt den ( ersten ) Monatslohn zum ALG1 Vergleich erheblich.
@AnonNemo Danke für die Tips. Brauche die sicher noch mal.
 
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