Wer zahlt doppelte Miete bei Arbeitsantritt in anderem Bundesland (1 Betrachter)

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Internetti

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Ich lebe in Südniedersachsen und habe jetzt Arbeit in Schleswig-Holstein, Glückstadt (mehr als 3Std. Fahrt) gefunden. Das Bewerbungsgespräch verlief sehr vielversprechend und ich habe eine Woche dort hospitiert. Ich würde dort anfangen, in ein paar Tagen bekomme ich Bescheid. Bevor ich zusage: Wer zahlt denn die Kosten für drei Monate doppelte Miete? Ich kann ja erst meine Wohnung kündigen, wenn ich die Zusage erhalten habe - ein möbliertes Zimmer mit Küche und Bad für 350 Euro in Glückstadt wurde mir bereits angeboten, bis ich dort eine Wohnung gefunden habe. Aber drei Monate lang muss ich ja auch 355 Euro für mein Appartement in Niedersachsn zahlen...wer zahlt das alles? Ich würde 1.800 Euro Brutto verdienen, davon kann ich nicht zwei Mieten bezahlen, brauche aber einen zweiten Wohnsitz, um dort arbeiten zu können.
 

GGArt5

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Du!
Es sei denn, Du findest einen Nachmieter oder Du bringst das JC dazu das zu übernehmen. Naja, oder ein Vermieter erlässt die Miete.

Da aber Nachmieter nicht einfach ist, das JC sich winden wird und die Variante mit dem Vermieter eher unrealistisch ist, plädiere ich für mein erstes Wort.
Das wirds sein.

Vielleicht bietet Dir das JC einen Kredit an, den Du dann abstottern darfst :icon_evil:
 

Hartzeola

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Vermutlich soll das immer noch aktuell sein.


  • SG Frankfurt am Main
  • Datum:

    19. Januar 2006
  • Aktenzeichen:

    S 48 AS 21/06 ER
    Umzugskosten, die durch eine auswärtige Arbeitsaufnahme entstehen, sind im Sinne des § 22 Abs. 3 S. 2 SGB II "aus anderen Gründen notwendig", so dass der Träger verpflichtet ist, die Zusicherung zu erteilen, auch wenn er den Umzug nicht "veranlasst" hat. Unter den Begriff der Umzugskosten fallen alle im Zusammenhang mit und wegen des Umzugs anfallende Kosten.
    https://openjur.de/u/297388.html
 

Seepferdchen 2010

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ein möbliertes Zimmer mit Küche und Bad für 350 Euro in Glückstadt wurde mir bereits angeboten
Sprich mit deinem SB hier kannst du einen Antrag stellen aus dem Vermittlungsbugdet
doppelte Haushaltsführung für die 3 Monate.

Du kannst einen Antrag stellen aus dem Vermittlungsbudget § 44 SGB III.

Förderung aus dem Vermittlungsbudget

Bewerbungskosten pauschal
Bewerbungskosten Nachweis
Reisekosten zum Vorstellungsgespräch
Fahrkosten für Pendelfahrten
Kosten für getrennte Haushaltsführung
Kosten für den Umzug
Fahrkosten zum Antritt einer Arbeits- oder Ausbil-dungsstelle
Kosten für Arbeitsmittel
Kosten für Nachweise
Unterstützung der Persönlichkeit ( z.B. Kleidung)
Sonstige Kosten
Anforderung Unterlagen

Quelle: arbeitsagentur/Vermittlungsbudget Seite 14

ist eine Kann-Leistung.

Quelle
: arbeitsagentur/Vermittlungsbudget Seite 14

Also an deiner Stelle würde ich, die Förderung der doppelten Haushaltsführung umgehend (nach Zusage) schriftlich beantragen und ausführlich die Notwendigkeit begründen.

Und ich weise immer wieder darauf hin bitte gegen Empfangsbestättigung auf der Kopie vom Schreiben bestättigen lassen.

https://www.elo-forum.org/antraege/40698-position-bmas-thema-empfangsbestaetigung.html

Ich würde dort anfangen, in ein paar Tagen bekomme ich Bescheid.
Bitte stelle den Antrag bevor du den Arbeitsvertrag unterschreibst.

Rückwirkend wird nur in Härtefällen gezahlt, das heißt du hast dann erstmal ein Problem.

Ist der Arbeitsvertrag bereits verbindlich unterschrieben, mal angenommen, kann man behaupten, daß hier keine Notwendigkeit einer Förderung mehr vorhanden sei, da der eigentlich zu fördernde Vertragsabschluß schließlich schon zustandegekommen ist, also
aufpassen.

Nun Daumendrücken das dass mit dem Job klappt!
 

Internetti

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Allen Usern herzlichen Dank für die Antworten und guten Rat, damit kann ich was anfangen.
Wichtig auch der Hinweis, erst die Anträge auf doppelte Haushaltsführung, Umzugskosten etc. zu stellen, bevor ich den Arbeitsvertrag unterschreibe...
Die Frage ist, wie gehe ich jetzt taktisch klug mit dem Fallmanager um?
Ich kenne den ja - er hielt (natürlich) nichts von meiner Eigeninitiative, mich dort zu bewerben, eine kostenlose Hospitation vorzuschlagen, um meine Chancen zu erhöhen, hat nur widerwillig die Anträge für Fahrtkosten, Unterbringungskosten entgegengenommen und zähneknirschend bearbeitet.
Wenn man mir den Arbeitsvertrag jetzt zuschickt, wird er sagen: Und Tschüss - sie haben es ja so gewollt! Wie argumentiere ich dann: Ja, im Prinzip will ich die Stelle - aber die damit verbundenen finanziellen Belastungen kann ich nicht tragen? Wird er dann nicht sagen: Warum haben sie sich dann so weit weg beworben? Obwohl es doch immer heißt: Seien sie flexibel, für eine gute Stelle muss man eben auch mal einen Umzug in Kauf nehmen...?
 

Seepferdchen 2010

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Wenn man mir den Arbeitsvertrag jetzt zuschickt, wird er sagen: Und Tschüss - sie haben es ja so gewollt!
Solange du den Vertrag nicht unterschrieben hast, weil du eben nicht die finanziellen
Möglichkeit hast, stellst du deinen Antrag wie beschrieben.

Warum haben sie sich dann so weit weg beworben?
Den Satz kannst du vergessen, weil du hast alle Möglichkeiten zu nutzen deine
"Hilfebedürftigkeit" zu beenden, es heißt ja nicht umsonst "Fordern und Fördern"
siehe den §§.

§ 1 SGB II

Obwohl es doch immer heißt: Seien sie flexibel, für eine gute Stelle muss man eben auch mal einen Umzug in Kauf nehmen...?
Richtig und genau dafür ist auch das Vermittlungsbudget da.

Nun mach dich nicht im Vorfeld verrückt und ggf. gehe mit Beistand § 13 SGB X zum
Jobcenter.
 
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