Wer zahlt die Sozialabgaben bei einem Midijob, der Arbeitgeber oder das Jobcenter?

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benny1976

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Hallo!
Ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen.
Ich beziehe Hartz4 und habe seit einigen Jahren einen Minijob, der vor ungefähr einem Jahr aufgestockt wurde auf 456 Euro. Damit ist er sozialversicherungspflichtig.
Meine Chefin wollte wissen, ob es für mich günstiger ist, wenn ich unter 450 Euro bleibe oder ob ich weiterhin 456 Euro verdienen möchte.
 

Pfister

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Hallo,

Sozialabgaben werden vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber gezahlt.
Du kannst auf deiner Gehalts/Lohn/Verdienstabrechnung sehen wie hoch die einzelnen Anteile sind.
Deine Cheffin weiß also sehr genau ob es für dich günstiger ist oder nicht.
Du musst dich nur entscheiden ob du lieber in bestimmte Sozialkassen einzahlen willst (Bsp.: Rente, Arbeitslosenversicherung) oder ob du lieber ein paar Euro mehr im Monat haben willst. Mit der Einzahlung in solche Kassen erwirbst du eben auch Ansprüche (Arbeitslosengeld / Rente).

Ich verstehe auch deine Aussage nicht zu 100% in der du sagst er wurde auf 456€ aufgestockt? Also hast du eine Gehaltserhöhung erhalten?
Wenn du eine Gehaltserhöhung auf 456Euro erhalten hast, dann ist es kein Minijob mehr sondern, wie du bereits geschrieben hast eine Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Dann werden aus 450€ die auf dein Konto gezahlt werden je nach Lohnsteuerklasse und Bundesland eher so 350€ die aufs Konto kommen. Du kannst es dir bei diversen "Netto-Lohn-Rechnern" im Internet genau ausrechnen lassen.

Solltest du weiterhin unter 450€ verdienen und nebenbei ALG2 bekommen, dann zahlt das Jobcenter soweit ich weiß nur Beiträge in die Rentenkasse. Da bin ich mir allerdings nicht zu 100% Sicher, falls hier Beiträge gezahlt werden, sind diese wahrscheinlich auch sehr gering.
Edit: Siehe Beitrag von Helga40, scheint in diesem Fall mehr in der Materie zu sein.

Noch ne Kleine Info zum Schluss, die Minijob-Grenze wird wohl im Oktober auf 520€ erhöht. Da in diesem Monat auch der Mindestlohn auf 12€ steigt :)
 
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Helga40

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RV Beiträge zahlt das JC nicht. KV/PV Beiträge fließen immer, da das SGB V hier eine Doppelversicherung vorsieht.

Ich würde immer dazu raten, dass man die SV-Pflicht bevorzugt. Sollte es mal Ärger mit dem JC geben, ist man wenigstens über den Job krankenversichert.
 

benny1976

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Ich verstehe auch deine Aussage nicht zu 100% in der du sagst er wurde auf 456€ aufgestockt? Also hast du eine Gehaltserhöhung erhalten?
Ich wurde vor einigen Monaten durch einen Personalengpass hochgestuft und bin dadurch von 150 Euro auf 456 Euro gekommen. Mir war bewusst, dass ich dadurch einen Midijob habe und dachte, die Abgaben werden vom JC getragen und mir abgezogen, weil der Auszahlungsbetrag brutto und netto gleich ist.
Eine Kollegin von mir hat Ärger mit der Minijobzentrale bekommen, weil der Betrag für einen Minijob zu hoch ist. Sie hat ihre Stunden dann reduziert. Nun wollte meine Chefin wissen, ob sie das bei mir auch so machen soll. Bei mir hat sich aber keiner gemeldet, dass ich damit ein Problem habe. Ich sehe auch den Vorteil in einer versicherungspflichtigen Stelle, frage mich aber, wo denn die Beiträge abgezogen werden. Hätte ich irgendwo melden müssen, dass ich über 450 Euro bin, oder warum ist bei mir brutto und netto gleich? Ich will auch nicht, dass meine Chefin Ärger bekommt, weil sie irgendwas nicht gemeldet hat. Ich war noch nie in der Situation und würde natürlich gerne in einer versicherungspflichtigen Stelle bleiben, alleine schon wegen dem Jobcenter. Ich hab lieber ein paar Euro weniger auf dem Konto dafür aber etwas mehr Sicherheit.
 
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Pfister

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Die Sache mit dem Jahresdurchschnitt habe ich in der Tat nicht bedacht. Entschuldige bitte.
Es könnte also tatsächlich so durchgehen.

Dann musst du dir nur überlegen ob du Sozialabgaben zahlen willst bis Oktober oder nicht. Das Jobcenter wird dir aller Voraussicht nach die "verlorene" Summe ja eh wieder aufstocken.

Rechne es dir einfach mal bei einem Online-Netto-Rechner durch wieiviel von deinem 456€ Brutto am Ende übrig bleibt und entscheide dann.
 
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