Wer rettet die Bürger vor den Banken? (1 Betrachter)

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wolliohne

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An Lehren aus der Finanzkrise ist kein Mangel, es zirkulieren Unmengen an Ideen, um die Banken stabiler zu machen: symbolische Maßnahmen (wie der Deckel für Banker-Boni), Komplexes, auch manch Zweifelhaftes (wie die Finanztransaktionssteuer). Nun gerät ein Werkzeug in den Blick, das durch Klarheit besticht: die Schuldengrenze für die Finanzindustrie…
Worum also geht’s konkret bei der Schuldenbremse? „Leverage ratio“ heißt der Fachbegriff, der die Finanzwelt erhitzt, diese Quote gibt an, mit viel echtem Eigenkapital die Bilanz gedeckt ist. In den Banken sind diese Zahlen bislang mickrig, in der Regel zwischen ein und vier Prozent. Das muss korrigiert werden, fordern die Aufseher, nach oben versteht sich: Auf 10, 20 oder jenseits der 30 Prozent…
Die Banker sind auf Schulden zu ihrem Wohlstand geritten, die Finanzindustrie ist auf Fremdkapital gebaut…
Lange ist es den Banken gelungen, der Welt weiszumachen, sie seien etwas Besonderes: Für sie hätten andere Gesetze zu gelten als für jeden x-beliebigen anderen Unternehmer, schließlich halten sie die Volkswirtschaft am Laufen. So etwas Altmodisches wie Eigenkapital stört da nur…
Die Banken haben die Schulden ins Unerträgliche getrieben und die Haftung an andere delegiert. Sobald es kracht, muss der Steuerzahler ran. Die Rettung des Finanzsektors hat die Staatsschulden in schwindelnde Höhen gejagt. Bis zum heutigen Tag werden die Banken still schweigend subventioniert: Sie können sich günstiger Geld leihen, da jeder damit kalkuliert, dass im Notfall der Steuerzahler einspringt. Diese „implizite Staatsgarantie“ beschere der Branche Hunderte Milliarden Dollar Extra-Profit pro Jahr, hat Andrew Haldane von der „Bank of England“ berechnet.
Quelle: faz.net
 
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