Wer interessiert sich für Ralph Boes?

RobbiRob

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AW: wer interessiert sich für Ralph Boes?

Ich habe mich weder auf den Inhalt der Diskussion oder die Argumente bezogen.

Das können wir gerne separat diskutieren.
Mir ging es einzig allein darum, dass Herr Boes sich durch sein unflätiges Verhalten lächerlich macht und seiner Sache damit einen Bärendienst erweist.

Mir ist egal, ob Leute Schlips tragen oder nicht.
Ich erwarte allerdings ein gewisses Maß an Benehmen und das ist bei so einem Verhalten nicht gegeben.

Er diskreditiert sich dadurch unnötig selbst.

Ja, da bin ich halt konservativ und akzeptiere sowas nicht.
 

Vidya

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AW: wer interessiert sich für Ralph Boes?

IMir ist egal, ob Leute Schlips tragen oder nicht. Ich erwarte allerdings ein gewisses Maß an Benehmen und das ist bei so einem Verhalten nicht gegeben. Er diskreditiert sich dadurch unnötig selbst. Ja, da bin ich halt konservativ und akzeptiere sowas nicht.
Wie weltfremd ist das denn. Man kann das Leben auch mit einem Tunnelblick und ewig gestrigen Attitüden versehen -um die Wahrheit auszublenden, nämlich, dass Benehmen immer im Auge des Betrachters liegt.

Konservative Werte lassen auch schlechtes Benehmen zu. Ein Blick auf den derzeitgen amerikanischen Präsidenten bestätigt Dir das. Schlechtes Benehmen hat also nichts mit Hartz iV zu tun oder ist gar nur deshalb den Betroffenen zuzuschreiben.

Und wenn Du "solches Benehmen " nicht akzeptiest, dann ignorierst Du ganz einfach den Artikel 2 des GG, Das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, was ja Hartz iV als solches ignoriert. Sag doch gleich, dass Du ein Befürworter von Hartz iV bist.

Wie viele konservative Bürger in diesem Staat, was auch nicht weiter verwunderlich ist, denn wer konservativ,ist, der kann mit dem Begriff "freie Entfaltung der Persönlichkeit" sowieso meist wenig anfangen, weil er sein Leben lieber in einem vorgefertigen gesellschaftlichen Korsett verbringen will. Bei manchen führt sowas auf die Dauer auch zu einem gesellschaftlichen Tunnelblick und anderen Einschränkungen in Denk -und Sichtweise. Falls das nicht schon vorher vorhanden war.

Vielleicht nimmst Du mal zur Kennntnis, dass das jeder selbst enscheiden sollte, ob er sich so oder eben doch anders verwirklichen will und kann.

Ohne dafür sinnlos bestraft zu werden. Überhaupt, selbst bei Gefängnisinsassen gilt -entgegen Hartz iV - folgendes:

In § 37 Abs. 2 StVollzG heißt es: „Die Vollzugsbehörde soll dem Gefangenen wirtschaftlich ergiebige Arbeit zuweisen und dabei seine Fähigkeiten, Fertigkeiten und Neigungen berücksichtigen.“

Hartz iV hat eine gefährliche Schieflage in der Gesellschaft produziert und dann auch manipulativ der Bevölkerung schmackhaft gemacht.

Das scheint in der Gesellschaft aber zunehmend aus dem Blick zu geraten. Nicht nur in der politischen Landschaft, auch in der eigenen Wahrnehmung haben ich und andere Betroffene den Eindruck, dass die "anderen" Leute Strafe umso lauter fordern, je weniger sie die Auswirkungen auf die einzelnen Betroffenen tatsächlich begreifen (wollen).

Dies macht Herr Boes öffentlich und wehrt sich dagegen -mit dem ihm eigenen rechtlich zulässigen Mitteln.


 
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Katzenstube

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AW: wer interessiert sich für Ralph Boes?

Ob aber diese Individualität es leichter macht die Gesellschaft verstehen zu lassen, in welcher Schieflage sie sich befindet halte ich persönlich für fragwürdig.

Ich würde eher sagen, daß ein solches Auftreten ein oberflächliches "so sind sie alle" mit sich bringt und dadurch Otto-Normalverbraucher sich keine Mühe mehr gibt sich tiefer mit dem Thema Erwerbslosigkeit zu beschäftigen. Da findest Du vielleicht den Tunnelblick bei Otto-Normalverbraucher, ja, aber genau der soll doch auch die Schieflage begreifen und so wie wir dagegen angehen, oder?

In der Zeit meiner Erwerbslosigkeit habe ich für mich nichts vom "Recht auf freie Entfaltung" gespürt - was vermutlich daran lag, dass ich zu "schwach" bin mich zur Wehr zu setzen gegen eine Behörde nach der anderen, die drangsalieren und knüppeln, weil ich für alles und für jedes deren Erlaubnis benötige. Ja, um zu existieren, benötige ich ALG I oder II oder oder oder..... schon vorbei mit meinem Recht auf freie Entfaltung. Meine Verwirklichung als Erwerbsloser hat nicht nur an den Finanzen gescheitert, sondern hauptsächlich daran, dass mir durch Anträge und Anweisungen mein Recht auf mich selber eingeschränkt wurde. Einschränken lassen muss ich es aber um meine Miete zu zahlen um nicht unter der Brücke campieren zu müssen.

Ganz sicher mein Problem - aber ein Zeichen, dass meine freie Entfaltung in diesem "System" nicht funktioniert. Gerne würde ich gegen das System angehen .... aber mit nachvollziehbaren Beispielen für Otto-Normalverbraucher könnte ich mir vorstellen, wäre es leichter, oder?

Es gibt auch Behinderte, die erwerbslos sind - auf Grund der Behinderung; es gibt ältere, die ihr Leben lang im Arbeitsprozess waren und nun einfach "langsamer geworden" sind. Otto-Normalverbraucher (der sich durch ein solches Beispiel noch bestärkt fühlt) vergisst aber diese Menschen ganz schnell, weil er dadurch den Eindruck gewinnen kann, jeder Erwerbslose ist dieses sein Leben lang und fühlt sich dabei glücklich.

Jeder Mensch soll nach seiner Art und Weise leben und sich wohl fühlen - jedoch bin ich der Meinung, die Medien haben durch dieses hochgepuschte Beispiel - ein Bild gemalt, welches ich nicht von mir haben wollte wenn ich erwerbslos bin...

Solange Otto-Normalverbraucher, der der Meinung ist, die Steuern für uns zu bezahlen, nicht verstehen KANN, dass Statistiken geschönt werden und Arbeitnehmer über den Tisch gezogen werden, dass Arbeit nicht wirklich lohnt - so lange können wir nicht damit rechnen dass Reformen wie HARTZ4 zukünftig verhindert werden.

Gruß von Katzenstube
 

RobbiRob

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AW: wer interessiert sich für Ralph Boes?

Der wollte nur provozieren und das war dem Thema absolut unangemessen.

Das hat weder was mit reduzieren auf Äußerlichkeiten oder sonstwas zu tun.
Der hat mit seiner vorgeschobenen Individualität alles verbockt.

Für mich ist das ein Spinner und ich finde es sehr schade, dass es Menschen gibt, die sich vor seinen Karren spannen lassen.
Wo ist denn Herr Boes hier im Forum? Der ist doch im Kern nur in eigener Sache unterwegs.

Ich mag das Forum mit seinen durchaus unterschiedlichen Ansichten sehr, nur wenn es persönlich oder beleidigend wird, klinke ich mich eben aus.
Und das ist auch der Fall beim Herr Boes, der in dem Beitrag nur provozieren wollte durch seine Art zu sitzen.

Was soll das?
Wenn ein SB oder sonst ein Afa- Mitarbeiter das machen würde, wäre hier direkt ein Beitrag ala "Arrogant und nimmt mich nicht ernst".

Hier sind doch durchaus intelligente User, die auch differenzieren können und so einem Typen auch skeptisch gegenüber treten können.
Auch wenn sein Ansinnen evtl. mit dem eigenen übereinstimmt.

Und wenn Du "solches Benehmen " nicht akzeptiest, dann ignorierst Du ganz einfach den Artikel 2 des GG, Das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, was ja Hartz iV als solches ignoriert. Sag doch gleich, dass Du ein Befürworter von Hartz iV bist.


Vielleicht nimmst Du mal zur Kennntnis, dass das jeder selbst enscheiden sollte, ob er sich so oder eben doch anders verwirklichen will und kann.
Ich bin kein Befürworter von Alg2.

Auch Herr Boes kann sich frei entfalten.

Allerdings muss er sich auch an ein Mindestmaß an Regeln halten oder sich abmelden vom Alg2- Bezug.

Meiner Meinung nach ist der Herr Boes ein denkbar schlechtes Beispiel für die Fälle hier aus dem Forum.
Der Herr ist ein bewusster Totalverweigerer unter dem Deckmantel eines Kämpfers für die Rechte der Schwachen.
 
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DonOs

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AW: wer interessiert sich für Ralph Boes?

selbst bei Gefängnisinsassen gilt
Auch erhält der Gefängnisinsasse überspitzt gesagt ein Dach über den Kopf und Mahlzeiten, trotz seines "Verbrechens". Der gemeine Elo wird mit Hunger und Obdachlosigkeit bedroht, sofern man gegen Elemente der aufgezwungenen EGV verstößt (100% Sanktion). Würde man den Insassen die Mahlzeiten oder das Dach über den Kopf verweigern, was wäre das für ein Aufschrei, Folter sei das ja. Beim Elo schert es niemanden.

Ich selbst konnte Herrn Boes einmal anno 2013 circa bei einer Unterschriftenaktion für einen Berliner Jobcenter (Mitte) kennen lernen. Wir sammelten dort durch Aufruf von Herrn Boes Unterschriften gegen Sanktionen für den Petitionsausschuss. Mir kam Ralph weder unflätig vor, noch sonstiges, im Gegenteil. Ich schätze Herrn Boes hoch ein, besonders seine Aktionen.
 

annar

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Leider ist es so - um in solchen Runden ernst genommen zu werden und dazu noch ein breites Publikum zu erreichen, muss man sich eben ein bisschen anpassen. Eine 'Entspannt euch mal, Leute'-Attitüde verschließt bei den meisten, ob 'Upper-Classler', Hochbeißer oder Otto-Normalo, doch sofort alle Türen. So kommt die wichtige Botschaft nicht an und das nicht zu erkennen finde ich weltfremd.

Das grüne Gehabe von Hrn. Boes ist jedoch nicht meine vordergründige Kritik. Mir ist es egal, wie ein Mensch aussieht oder riecht oder ob er - in einer Yoga-Position verharrend - mit mir reden möchte. Ich höre jeden erstmal an. Ohne jedoch Boes mal gehört zu haben (kein YT möglich), reicht mir, was ich auf seiner HP in seinen Widersprüchen lesen kann, um zu sagen, dass er in der Schwurblerecke hängengeblieben ist - eben die größte Kunst der Anthroposophen.
 

Ferenz

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AW: wer interessiert sich für Ralph Boes?

Dürfte ein Novum sein, dass jemand gegen die Aufhebung einer Sanktion klagt.
Die Begründung für die Aufhebung ist übrigens nicht ganz so absurd, wie "der Boese Ralph" meint.
Der Gegenstand der Klage - Rücknahme der Sanktion/Nachzahlung der einbehaltenen Leistungen - hat sich doch nicht geändert, nur weil der Beklagte nunmehr am 21.2.2017 im nichtöffentlichen Erörterungstermin ein Anerkenntnis abgegeben hat und nach Ralph Boes' FAX an das JC Mitte vom 12.4.2017 auch 771,96 EUR am 29.3.2017 auf dessen Konto überwiesen hat. Damit ist die Klage aber gegenstandslos geworden und der Kläger nicht mehr beschwert auch wenn er mit der Aufhebung des Sanktionsbescheids vom 7.5.2015 und der Nachzahlung nicht einverstanden ist.

Deswegen eine obsolete Klage fortzuführen und damit für die anberaumte öffentliche Verhandlung unnötige Kosten zu verursachen, ist nach meiner Ansicht grotesk. Seine Ausführungen zur Verfassungswidrigkeit von Sanktionen sind doch ohnehin schon zu den Verfahrensakten eingereicht worden, dann kann R.B. mal am 7.7.2017 in Kurzform seine Rechtsauffassung darlegen.

Ein Tribunal des "Anklägers" Ralph Boes gegen das Jobcenter wird es nicht geben, nur ein Urteil und die Auferlegung einer Mißbrauchsgebühr gegen den Kläger, weil er die Klage fortgeführt hat. So what...oder will er letztendlich gegen sein eigenes obsiegendes Urteil Berufung einlegen. Dann wird der Wahnsinn zur Methode.

Hoffentlich vergißt seine Prozeßbevollmächtigte RA'in Kleideiter, die ihn ohne Bewilligung von PKH vertritt, nicht die Erstattung der notwendigen Rechtsverfolgungskosten des Klägers durch den Beklagten zu beantragen.
 

DonOs

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Das Jobcenter kann hier nicht einfach Kraft der Wassersuppe entscheiden, daß ganze zurück nehmen, um sich eine Entscheidung durch das SG zu entziehen:

16 Monate nach Beendigung des Hungerns wurde dann - unter willigster Mitwirkung des Jobcenters (!) - die Sanktion vom Gericht einfach aufgehoben. Die Gründe für diese Entscheidung waren so absurd, dass mir sofort klar war, dass man die Sanktion nur auflöste, um so die Bearbeitung der anstehenden Fragen

- z.B. der Frage, ob Sanktionen überhaupt gegeben werden DÜRFEN, wenn sie nicht zum Arbeitsmarkt sondern zum Tod führen -

umschiffen zu können. Ich habe deshalb der Entscheidung sofort entschieden widersprochen. Sicherlich ein Sonderfall im Gericht. Auch der später vom Jobcenter unternommenen Überweisung des bis dahin sanktionierten Geldes habe ich entschieden widersprochen.

Thema der Verhandlung wird sein,

dass die Sanktion in Wirklichkeit ja stattgefunden und ihre Wirkung entfaltet HAT,

- das Thema der fehlenden aufschiebenden Wirkung einer Klage bei Sanktionen habe ich in meiner Verfassungsbeschwerde mit besonderer Sorgfalt behandelt -

dass ich also trotz meines Widerspruches im Vorfeld der Sanktion

- keine Sanktionsverschonung,

- faktisch 3 Monate kein Geld für Essen, Wohnung, Krankenkasse erhalten

- und - in Verbindung mit zwei weiteren daran anknüpfenden Sanktionen - unter lebens-bedrohlichen Umständen 132 Tage gehungert habe;

dass also der entstandene faktische Schaden, die Beschwerden, die ich durch die Sanktionen hatte, durch die nachträgliche Gestattung des Geldes ja keinesfalls irgendwie ausgeglichen sind

und

- dass durch ihre nachträgliche UNGERECHTFERTIGTE Auflösung das vom Jobcenter vollzogene Unrecht nur der juristischen Behandlung entzogen werden soll.
Das sind in meinen Augen jedenfalls wichtige Punkte, die geklärt werden müssen.

Quelle: Ralph Boes: Grundrechte Brandbrief - Aktion zum aktiven Verfassungsschutz und zur Wiedereinsetzung der Grundrechte in Deutschland
 

Ferenz

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SGG § 106 [Aufklärungspflicht des Vorsitzenden]

(1) Der Vorsitzende hat darauf hinzuwirken, daß Formfehler beseitigt, unklare Anträge erläutert, sachdienliche Anträge gestellt, ungenügende Angaben tatsächlicher Art ergänzt sowie alle für die Feststellung und Beurteilung des Sachverhalts wesentlichen Erklärungen abgegeben werden.


(2) Der Vorsitzende hat bereits vor der mündlichen Verhandlung alle Maßnahmen zu treffen, die notwendig sind, um den Rechtsstreit möglichst in einer mündlichen Verhandlung zu erledigen.

Jeder Beteiligte hat im Rahmen des von Verfassungs wegen geschützten rechtlichern Gehörs das Recht auf eine Gegenäußerung zu einer Klage und auf rechtlichen Hinweis des Gerichts auch die Mitwirkungspflicht dazu.

Veranlassung dazu bestand für den Beklagten, weil >>

ZITAT aus der Niederschrift des Erörterungstermins am 21.2.2017:

"Im Termin zur Erörterung des Sachverhalts erscheinen:

der Kläger für den Beklagten Herr B unter Bezugnahme auf die bei Gericht hinterlegte Generalterminsvollmacht.

Die Vorsitzende erörtert den Sachverhalt mit den Beteiligten. Das Gericht erteilt den richterlichen Hinweis, dass die Klage nach vorläufiger Rechtsauffassung gute Aussicht auf Erfolg haben dürfte. Dies folgt daraus, dass der Beklagte nach insoweit überzeugender Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (B 14 AS 30/15 R) die Unterstützung für die vorgeschriebenen Eigenbemühungen konkret und verbindlich hätte regeln müssen. Dies bedeutet, dass in der Eingliederungsvereinbarung hätte geregelt sein müssen, dass dem Kläger verbindlich eine konkrete Summe für jede zu übersendende Bewerbung gewährt wird. Dies ist nicht geschehen.

Der Beklagtenvertreter erklärt darauf hin:

Ich gebe ein Anerkenntnis ab:

Der angefochtene Bescheid vom 07. Mai 2015 in Gestalt des Widerspruchsbescheides
vom 19. Juni 2015 wird aufgehoben.

I.v.u.g." https://grundrechte-brandbrief.de/Prozesse/10-Klage-achte-100%-Sanktion/2017-02-21-SG-Gerichtsprotokoll-anonymisiert.pdf

Wer will allen Ernstes dem Beklagten verbieten, auf Grund der Prozeßlage unter Berücksichtigung der Hinweise des SG Berlin und der jüngst veröffentlichen Ansichten des BVerfG in Bezug auf die Grundvoraussetzungen für rechtskonforme Eingliederungsvereinbarungen dementsprechend einen Sinneswandel im hiesigen Einzelfall zu vollziehen und den klägerischen Anspruch anzuerkennen?

Die Motive des JC Mitte sind unerheblich, Mutmaßungen helfen nicht weiter.

Wer sonst als die Prozeßbeteiligten sind Herr ihrer Verfahrenshandlungen? Die unzufriedene Forumsöffentlichkeit schon gar nicht...
 

Birt1959

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Vom allgemeinen Thema Menschenrechte und ALG 2 mal abgesehen: jeder JC handhabt das SGB 2 streckenweise auf seine Weise.

Da meist die meisten LB nicht mal im Wirkungskreis eines JC sich gemeinsam wehren können oder wollen, halte ich Aktionen á la Herrn Boes für maximal lokal wirksam.

Für mich scheint er eher ein Sysiphos zu sein, der sich freiwillig meldete. Wenn es ihm hilft oder gut tut, meinetwegen. Moralische oder Diskussionen über die Aktionen, finde ich nutzlos.
 

Dagegen72

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Birt1959: da stimme ich dir vollkommen zu. Viel, viel zu wenige wehren sich überhaupt mit dem, was ihnen an mageren Mitteln überhaupt zusteht!
Mir schlackern die Ohren, wenn ich höre, wie die Leute, ämtervertrauend private Sachen den SBs erzählen (und sich nicht denken, dass das alles im PC / verbis abgespeichert wird, schließlich sollen ja "Hemmnisse" abgebaut werden. Und Maßnahmeträger können das dann lesen, die können auch über die Familienangehörige lesen, wenn die in ähnlicher JC-Falle sitzen. Ich weiß es! Plötzlich hatte der Maßnahme-Fuzzi dem Teilnehmer auch eine Verwandtschaftsinfo!! Und das, obwohl einem gesagt wird, dass nur Bestimmte Zugriff auf die Daten hätten - ich meine, Verwandtschaftsdaten gehen ja nun mal erst recht dem Fuzzi nicht an, weil für den Teilnehmer der läppische Kurs gezahlt wird und nicht für den Verwandten, also ist auch der Teilnehmer "Vertragspartner".

Ich finde es nicht gut, dass Boes negativ kritisiert wird. Er tat und tut was, das sollte nicht kritisiert werden.

und weil hier das Strafvollzugsgesetz erwähnt wurde: Realiät und Praxis sollen da auch weit klaffen. Bei der Dlf-Radio-Doku über die Gefängniszeitung "Lichtblick" hieß es, dass für die Zeitungserarbeitung lediglich 16 Euro am Tag gezahlt werden und nicht pro Stunde! Die sind also unterbezahlt. Außerdem sollen Telefonkosten so krass hoch sein, so dass ein Insasse die Telekommunikationseinrichtungen noch mit dem mickrigen Geld subventioniert gefühlt.
Und - mal gegooglet - wirtschaftlicher Nachteil soll Gefängnisarbeit nicht sein (zu Gefängnisarbeit soll laut Grundgesetz gezwungen werden dürfen meine ich) - aber bei dem mickrigen Lohn und glaube, keine Renteneinzahlung, ist die Versorgung eines Kindes bspw. schon mal nicht möglich. Ja, da gibt es also auch viel Kritik.

Aber: Vorladungen der Polizei, wenn sie nicht von der Staatsanwaltschaft kommen, braucht man entgegen vieler Meinungen nicht folge leisten, der pseudo-Einladung (Einladung ist ein Euphemismus, also Schöngerede, denn Ein-Ladungen könnte man absagen, ohne den bürokratischen Anhörungszirkus) muss man Folge leisten.

Und sowas wie das Wort "Einladung" kritisierte Boes doch auch. Es fühlt sich für mich so an, dass es derart ungewohnt wird, dass an dieser starren, harten Alg2 - Praxis was zum menschlicheren geändert wird und man dies schon so gewohnt ist, dass man jeden, der versucht es zu verändern, schon gescholten wird. Das sollte nicht mehr so sein.
 

wolf77

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der pseudo-Einladung (Einladung ist ein Euphemismus

Der KUNDE* erhält eine EINLADUNG, um dann die per Verwaltungakt festgelegte EINGLIEDERUNGSVEREINBARUNG entgegenzunehmen die regelt, wie schnell er sich auf VERMITTLUNGSVORSCHLÄGE zu bewerben hat

*Traurigerweise in der Realität auch ein Euphemismus...
:peace:

(Könnte man fast ein Spiel draus machen)
 
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Dagegen72

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@wolf77. ja, so ist es. schon allein das Wort "VermittlungsVORSCHLAG" würg ....

jede,r der / die Kraft hat, sich dagegen aufzulehen, sollte dies tun (möglichst ohne sich selbst dabei zu schaden) und sollte solidarisch dabei UNTERSTÜTZUNG dabei erfahren und nicht das Gegenteil!! Wir müssen solidarisch untereinander sein, nicht das Gegenteil. Und zwar kompromisslos solidarisch!!

Kampf gegen Alg2 muss ohne Hinterfragung kompromisslos solidarisch unterstützt werden! Und wenn man zu zehnt im SB-Zimmer auftaucht! :bigsmile:
 
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