Wer bezahlt die Krankenkassenbeiträge bei kleiner Erwerbsminderungsrente und aufstockendem Sozialgeld? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Allimente

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
30 September 2013
Beiträge
1.565
Bewertungen
2.713
Hallo zusammen,

vielleicht kann mir da einer von euch helfen, bevor ich beim JC vorspreche.

Fakten:

Eheman + Ehefrau leben in einer BG
Ehefrau stellte Antrag auf WBA, welcher auch genemigt wurde
Ehemann bekommt genau das gleiche Geld wie immer, so weit alles ok
Ehefrau bekommt schon einige Monate kein Geld mehr vom Jobcenter
Ehefrau bekommt stattdessen eine kleine BU-Rente
Ehefrau bekommt schon eine Weile Pflegegeld
Ehefrau bekommt zusätzlich eine kleine Summe Sozialgeld
Krankenkassenbeiträge vom Ehemann sind ordnungsgemäß aufgeführt und werden an den Versicherungsträger überwiesen
Krankenkassenbeiträge von Ehefrau fehlen in der neuen WBA und werden plötzlich nicht mehr aufgeführt und an den Versicherungsträger überwiesen

Frage:

Warum zahlt das Jobcenter auf einmal, ohne Veränderungen, nicht mehr die Krankenkassenbeiträge der Ehefrau. Ist das JC eventuell gar nicht mehr dafür zuständig? Wenn nicht, wer zahlt sonst die Krankenkassenbeiträge?

Vielen Dank.

Gruß Allimente
 

verona

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Mai 2008
Beiträge
2.600
Bewertungen
879
Werden die Beiträge dann nicht von der RV übernommen? Greift doch m.E.
 

grün_fink

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
3 Juli 2019
Beiträge
2.087
Bewertungen
5.527
Das kommt darauf an, wie der Ehemann versichert ist (wohl übers JC, wie man das liest).
Und es kommt drauf an, ob die Ehefrau über die EU-Rente versichert sein kann.
Du schreibst in der Überschrift EU-Rente, im Text BU-Rente. Müsste man genauer wissen.
 

Helga40

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Dezember 2010
Beiträge
8.530
Bewertungen
8.362
Das Jobcenter zahlt nicht, weil keine Versicherungspflicht für Sozialgeldempfänger besteht. Nur für ALG2 Empfänger (§ 5 Abs. 1 Nr. 2a SGB V).

Die Frau ist entweder über die Rente versichert oder über den Mann familienversichert.
 

Allimente

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
30 September 2013
Beiträge
1.565
Bewertungen
2.713
Muss mich eben korrigieren, die Ehefrau bekommt eine kleine Erwerbsunfähigkeitsrente. Und ich habe auch eben den Rentenbescheid gesehen, dort wird von der Rente folgendes abgezogen:

- Ihr Anteil am Beitrag zur Krankenversicherung - Summe xxx
- Ihr Anteil am Zusatzbeitrag - Summe xxx
- Ihr Beitrag zur Pflegeversicherung - Summe xxx

Ich gehe dann mal davon aus, dass dann die RV die Beiträge direkt an den Versicherungsträger überweist und die Ehefrau ordnungsgemäß Krankenversichert ist.

Warum das dann aber noch über ein halbes Jahr im Bewilligungsbescheid vom JC stand, bleibt mir allerdings schleierhaft. Das JC wird sich dann sicher die gezahlten Beiträge von der KV zurückholen nehme ich an, was aber deren Problem ist.

Eine letzte Frage noch. Ist das normal, dass die KV-Beiträge vom JC fast doppelt so hoch ausgefallen sind, wie die von der RV? Verringern sich dann die Beiträge als EU-Rentner?

Alles erstmal vielen Dank für die schnelle und wie immer sehr kompetente Hilfe. (y)(y)(y)

LG Allimente
 

verona

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Mai 2008
Beiträge
2.600
Bewertungen
879
Die KV wird von der Rente berechnet.
 
Zuletzt bearbeitet:

grün_fink

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
3 Juli 2019
Beiträge
2.087
Bewertungen
5.527
Genau so ist es, wenn es im Rentenbescheid so aufgeführt ist.
Bei mir ist der Beitrag sogar noch niedriger als bei deiner Frau, vom Rentenbeitrag berechnet.
Dass beim JC "so viel" berechnet wurde, hat mit dem "Einheitsbeitrag" zu tun, den Erwerbslose bezahlen. Das haben die Politiker mal festgelegt.
Die Krankenkasse hat genauso gepennt wie das JC, und doppelten Beitrag bekommen für deine Frau. Also, wenn JC etwas zurück haben will, das von der KK verlangen, ums dem JC geben zu können. Oder wurde euch der KK-Beitrag mit aufs Konto überwiesen?
 

Allimente

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
30 September 2013
Beiträge
1.565
Bewertungen
2.713
Die Krankenkasse hat genauso gepennt wie das JC, und doppelten Beitrag bekommen für deine Frau. Also, wenn JC etwas zurück haben will, das von der KK verlangen, ums dem JC geben zu können. Oder wurde euch der KK-Beitrag mit aufs Konto überwiesen?
Das Geld haben wir nie gesehen, die Summe hat das JC ja direkt an die KK überwiesen. Forderungen an uns kann es da ja wohl kaum geben.
 

Allimente

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
30 September 2013
Beiträge
1.565
Bewertungen
2.713
Bitte löschen - Doppelbeitrag von mir.
 

Atze Knorke

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
28 Februar 2009
Beiträge
2.148
Bewertungen
2.227
Hallo Allimente, an die Forumsrunde,

Eine letzte Frage noch. Ist das normal, dass die KV-Beiträge vom JC fast doppelt so hoch ausgefallen sind, wie die von der RV? Verringern sich dann die Beiträge als EU-Rentner?
Das ist die Kernfrage aller Fragen in diesem Zusammenhang und das seit Anbeginn
der Agenda 2010 - nie so richtig durchleuchtet und beantwortet in Bezug auf die
Erstattungssummen gegenüber der DRV.

Wie hast du erfahren, dass die KV-Beiträge vom JC fast doppelt so hoch ausgefallen sind?

Im JC-Bescheid wird lediglich die Krankenkasse inkl. das man dann krankenversichert ist, genannt.
Wieviel KV-Beiträge pro Person und KK gezahlt werden, steht dort aber nicht.

Wie läuft das also genau mit den KV-Beiträgen?

Insgesamt gibt es so ca. 106/105 Krankenkassen, die sich preislich sehr unterscheiden.
 
Zuletzt bearbeitet:

Helga40

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Dezember 2010
Beiträge
8.530
Bewertungen
8.362
Wie läuft das also genau mit den KV-Beiträgen?
Schaust du in § 232a Absatz 1 Nr. 2 SGB V.

Bezugsgröße 2020:

 

Atze Knorke

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
28 Februar 2009
Beiträge
2.148
Bewertungen
2.227
Schaust du in § 232a Absatz 1 Nr. 2 SGB V.

Bezugsgröße 2020:
Und was soll man sich darunter vorstellen - "das 0,2155fache der monatlichen Bezugsgröße"?
Wo steht explizit, was die JC* an KV-Beiträgen* (*aufgegliedert) monatlich pro Person
BG-Nr. (GKV - pflichtversichert) zahlen?
 
Zuletzt bearbeitet:

Helga40

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Dezember 2010
Beiträge
8.530
Bewertungen
8.362
Auf derart freundliche Nachfrage antworte ich doch gern, obwohl eigentlich alles dasteht und man selbst nachrechnen kann.

Du nimmst die monatliche Bezugsgröße (siehe meinen Link):
3185 Euro und rechnest davon das 0,2155fache aus, was 686,37 Euro ergibt. Das ist dann das zugrunde zu legende beitragspflichtige Einkommen eines ALG2 Empfängers.

Dann nimmst du den Beitragssatz deiner Krankenkasse, z. B. den gesetzlichen Beitrag ohne Zusatzbeitrag von 14,6 % und kommst auf 100,21 Euro.
 

Atze Knorke

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
28 Februar 2009
Beiträge
2.148
Bewertungen
2.227
@Helga40 :sorry: korrigiert), mit Verlaub, schön, dass du so gut bei ALLEM bewandert bist und den rechnerischen Durchblick hast.

Vielen Dank für deine Mühe, der ich erstmals in dieser Form zuteil werden durfte.
 
Zuletzt bearbeitet:

Helga40

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Dezember 2010
Beiträge
8.530
Bewertungen
8.362
@HelgaErna, mit Verlaub, schön, dass du so gut bei ALLEM bewandert bist und den rechnerischen Durchblick hast.

Vielen Dank für deine Mühe, der ich erstmals in dieser Form zuteil werden durfte.

Mir ist neu, dass ich HelgaErna heiße. Und ansonsten macht der Ton die Musik und du wirst es nicht glauben: es war auch das erste Mal, dass ich mich damit beschäftigt hatte, da es als indirekte Leistung nicht bei Widerspruch und Klage auftaucht. Hat mich 2 Minuten googeln gekostet.

Das Nachrechnen war dann bereits mit der von mir genannten Rechtsgrundlage sowie dem Artikel, aus der die monatliche Bezugsgröße zu entnehmen war, möglich. Und zwar jedem mit einem Taschenrechner oder Zettel und Stift.
 

Atze Knorke

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
28 Februar 2009
Beiträge
2.148
Bewertungen
2.227
@Helga40 - was denn bitte für ein Ton? Ich lese kein -bitte und danke- bei dir
und ein weiteres Vorführen bedarf es nicht.
 

Helga40

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
30 Dezember 2010
Beiträge
8.530
Bewertungen
8.362
Lies dir doch einfach nochmal deine Nachfrage auf meinen Beitrag, mit dem ich Rechtsgrundlage und die Bezugsgröße genannt habe, durch. Einfach mal ganz neutral. Da hätte ein "Danke, aber wie errechnet sich der Beitrag jetzt genau?" bestimmt besser geklungen.
 
Oben Unten