Wenn Sprache behindert

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Martin Behrsing

Redaktion
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[FONT=verdana,geneva]Kennen Sie das auch. Sie lesen eine Gebrauchsanweisung, einen Beipackzettel oder einen Gesetzestext und wissen nicht was diese Texte aussagen. Viele Menschen können Texte nicht verstehen, weil sie umständlich geschrieben sind. Weil zum Beispiel Fremdwörter benutzt werden die nicht jeder kennt. Die Texte erreichen den Leser nicht. Sie dienen nicht zum besseren Verständnis, sondern schließen manche Menschen von Wissen und Information aus. Interessenvertretungen fordern deshalb schon lange Texte auch in leichter Sprache anzubieten. Aber wie schreibe ich, dass mich jeder versteht. Hurraki will hier eine Möglichkeit aufzeigen, wie es auch gehen kann. Mit einem Wörterbuch in leichter Sprache, nach dem technischen Vorbild und der Idee von Wikipedia. Wissen für alle. Sprache die niemanden ausgrenzt.[/FONT]
[FONT=verdana,geneva] Im Thesaurus der exakten Wissenschaften steht: „Nach Äsop ist das beste und zugleich schlechteste Organ die Zunge, weil sie entscheidend an der Erzeugung der Sprache beteiligt ist, durch die der Mensch sich einerseits gegenüber den Tieren auszeichnet, aber andererseits auch Irrtum, Lüge und Verleumdung verbreitet. Angesichts dieser „Doppelzüngigkeit“ der Sprache...[/FONT]

weiterlesen auf: PR-SOZIAL, das Presseportal...
 

Kaleika

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Diese Idee kann ich nur begrüßen.
Wenn ich daran denke, dass mir mein Studium oft gar nichts nützt, wenn ich mal wieder über dem Antragsformular einer Behörde brüte, nicht weiß, was gemeint ist, weil mal wieder alles in der Fremdsprache Behördendeutsch geschrieben ist, frei nach dem Motto: wie verumständliche, verkompliziere ich einen Sachverhalt, bis er undurchdringlich und undurchschaubar wird?!?
Wie bloß mag es Menschen gehen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist?
Kaleika
 

Mario Nette

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"Einfache Sprache"/"Leichte Sprache" - das fällt natürlich für jeden Texterzeuger unter den Begriff Accessibility. Man sollte immer seine Zielgruppe kennen. Ich frage mich bei den Gesetzestexten regelmäßig, wer die Zielgruppe sein soll. Nach demokratischem Prinzip ja sicherlich irgendwie jeder Bürger. Nach Sinnhaftigkeit wohl eher Fachleute. Was man aber selbst tun kann, wenn man meint, dass der Leser nicht alles verstehen wird: Kurze Sätze schreiben. Macht Hurraki auch. Ein anderes Beispiel: Die Broschüre zum Persönlichen Budget.

Und dennoch gestehe ich: Ich komme auch nicht immer mit kurzen Sätzen hin - schon allein deswegen, weil lange Sätze möglich sind und weil sie die geistigen Irrungen und Wirrungen so herrlich abbilden :icon_wink:

Mario Nette

P.S.: Ich will mit dem Beitrag die Leichte Sprache nicht als behindertenspezifisches Problem verstanden wissen.
 
E

ExitUser

Gast
Kennen Sie das auch?

Sie lesen eine Gebrauchsanweisung, einen Beipackzettel oder einen Gesetzestext und wissen nicht, was diese Texte aussagen.
Soweit brauche ich nicht zu gehen.
Der tägliche Besuch in unserem elo-forum genügt völlig, um diese Erfahrung zu machen.

Hier beruht die Un- oder Mißverständlichkeit vieler Beiträge aber meist nicht auf zu langen Sätzen, komplizierten Formulierungen und/oder gar unbekannten Fremdwörtern.

Sie beruht einfach darauf, daß

a.) die (sinnvolle) Orthographie der deutschen Sprache nicht mehr beherrscht wird (unabhängig davon, auf welche Rechtschreibreform sich der Autor bezieht),

b.) die (sinnvollen) Interpunktionsregeln der deutschen Sprache nicht eingehalten werden, wodurch Satzaussagen sinnentstellt oder unverständlich werden,

c.) grammatische Vorschriften nicht eingehalten oder zu lax gehandhabt werden (es dient eben keinesfalls der besseren Verständlichkeit eines Beitrags, wenn die Pronomina das und daß nach Gefühl und nicht mit Verstand (also regelgerecht) eingesetzt werden).

Wo Sprache beherrscht wird, braucht sie keine weitere Vereinfachung, das gilt auch für die deutsche Sprache.

Wenn allerdings nachlässig (schlampig) mit der eigenen Muttersprache umgegangen wird, wird auch eine weitere Vereinfachung nicht zu deren besserer Verständlichkeit beitragen.



P.S. Ich spreche ausdrücklich nicht von Flüchtigkeitsfehlern, die jedem von uns unterlaufen können. Irren ist menschlich!
 
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