Wenn ich einen Aufhebungsvertrag unterschreibe, was kommt dann in meinem Fall auf mich zu?

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Bommelchen

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Ich arbeite schon sein15 Jahren in einer kleinen Firma circa 5,6 Stunden täglich und bin 53 Jahre alt.
Mittlerweile hat sich bei mir Asthma und Arthrose eingeschlichen.
Mein Chef fordert immer mehr Leistungen aufgrund der Lohnerhöhungen wie zb. täglich 7 kleine Treppenhäuser reinigen + die Pflege der Außenanlagen, Keller und Boden reinigen uvm. soweit wie ich schaffe.
Ich schaffe das nicht mehr und habe schon ein Schreiben von meiner Pollmologin vorgelegt.
Mein Chef empfiehlt einen Aufhebungsvertrag. Was kann auf mich zu kommen wenn ich diesen unterschreibe?
 

vidar

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Moin @Bommelchen und :welcome:
Mein Chef fordert immer mehr Leistungen aufgrund der Lohnerhöhungen wie zb. täglich 7 kleine Treppenhäuser reinigen + die Pflege der Außenanlagen, Keller und Boden reinigen uvm. soweit wie ich schaffe.

Da die Lohnerhöhung sicherlich aufgrund eines neuen Tarifabschluss erfolgte, begründet dies noch lange keine Mehrarbeitsleistung.

Mein Chef empfiehlt einen Aufhebungsvertrag. Was kann auf mich zu kommen wenn ich diesen unterschrei

Wäre für ihn ja auch der einfachste und ggf. auch preiswerteste Weg sich von einer langjährigen Mitarbeiterin trennen zu können.
Wobei er vielleicht aber auch ein Sonderkündigungsrecht aufgrund deiner gesundheitlichen Einschränkungen haben könnte.

Hinsichtlich einer Aufhebungsvertrags empfehle ich dir hier mal intensiv nachzulesen:

>>>>>> Vor - und Nachteile eines Aufhebungsvertrags <<<<<<


Solltest du in einer Gewerkschaft Mitglied sein, kannst du dich auch dort beraten lassen.

.
 

Bommelchen

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Erstmal danke für die schnell Antwort.
Das Problem ist, das ich die Anforderungen nicht mehr schaffe, könnte ich mit einer ärztlichen Bescheinigung um eine Sperre drumherum kommen?
 

vidar

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könnte ich mit einer ärztlichen Bescheinigung um eine Sperre drumherum kommen?
Ich denke wohl eher nicht.

Anders wäre es wahrscheinlich wenn dein Arbeitgeber es sowieso geplant haben sollte, dich aufgrund deiner Krankheit kündigen zu wollen.

>>>>> Weitere Info zum Aufhebungsvertrag <<<<<

Ansonstern empfehle ich dir die Konsultation eines Fachanwalts für Arbeitsrecht

.
 

bebes

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Arbeite doch weiter mit deiner individuellen Arbeitsleistung mittlerer Art und Güte die vereinbarte Zeit und fertig. Was liegenbliebt ist ein Problem des Arbeitgebers, nicht deines.
 

Valle_91

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Arbeite doch weiter mit deiner individuellen Arbeitsleistung mittlerer Art und Güte die vereinbarte Zeit und fertig. Was liegenbliebt ist ein Problem des Arbeitgebers, nicht deines.
Bebes hat hier vollkommen recht. Als Arbeitnehmer bist du eben nur genau dazu verpflichtet. Wenn es dem Chef nicht passt, soll er (versuchen zu) kündigen. Bei mehr als 10 Vollzeitäquivalenten im Betrieb dann mit entsprechendem juristischen Nachspiel.
 

Bommelchen

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Wenn ich die fristlose Kündigung bekommen würde wenn ich die Anforderungen nicht mehr schaffe dann ist es doch auch Eigenverschulden, oder?
Unehrenhaft fristlos gekündigt oder so... 😄
 

Valle_91

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Die fristlose Kündigung ist mE fast nur bei einer Straftat oder sonstigen sehr groben Verstößen zulässig. Bei Nichterreichung eines bestimmen Arbeitspensums ist diese jedoch grundsätzlicht nicht möglich.

Für eine ordentliche Kündigung bräuchtest du zunächst eine einschlägige Abmahnung. Hier käme dann die Minderleistung in Betracht. Wenn du aber ganz normal, nach deinen Möglichkeiten, arbeitest, wäre aber sogar auch die Abmahnung hier nicht einschlägig. Das müsste dann allerdings ein Arbeitsgericht klären. Sehe hier aber sehr gute Chancen für dich. Daher bist du erst mal auf der sicheren Seite und solltest keinen Aufhebungsvertrag unterschreiben.

Wie viele Mitarbeiter hat der Betrieb?
 

vidar

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Wenn ich die fristlose Kündigung bekommen ...

So einfach geht es nun auch wieder mit einer außerordentlichen (fristlosen) Kündigung nicht. Hierfür bedarf es schon einer erheblichen Pflichtverletzung eines Beschäftigten. Diese könnten zB. eine generelle Arbeitsverweigerung, eine Straftat im Betrieb, ein geschäftsschädigendes Verhalten, Arbeitszeitbetrug, sexuelle Belästigungen … sein. »»» Info: Fristlose Kündigung

Mit Hinblick auf deine Schilderung könnte dich dein Arbeitgeber momentan höchstens dann ordentlich (fristgerecht) kündigen, falls du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sein solltest deinen Job vertragsgemäß ausüben zu können, und er (der Arbeitgeber) auch keine Möglichkeit sieht, dir einen Alternativjob innerhalb seines Betriebes anbieten zu können.

Sollte dies tatsächlich eintreffen, dann las dich unbedingt rechtlich (Gewerkschaft, Rechtsanwalt) beraten. Wichtige Themen wären dann hier u.a. »»» Kündigungsfristen, Abfindung ...

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bebes

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Eine verhaltenbedingte Kündigung wegen Schlechtleistung wäre wie von @Valle_91 schon richtig angedeutet nur möglich wenn du dir zuwenig Mühe gibst (Bummelei), nicht aber wenn aufgrund steigenden Alters oder gesundheitlicher Einschränkungen die individuelle Leistungsfähigkeit abnimmt und daher trotz gleicher Bemühungen die Arbeitsleistung schlechter wird. Das ist ja auch ein Prozess der in der Natur des Menschen liegt und von Arbeitgebern hinzunehmen ist.

Eine personenbedingte Kündigung wäre denkbar wenn du aufgrund deiner Erkrankung über einen längeren Zeitraum eine ganz erheblich schwache Leistung erbringst und auch in Zukunft mit einer schweren Störung des Vertragsgleichgewichts zu rechnen ist die der Arbeitgeber nicht hinnehmen kann. Da eine solche personenbedingte Kündigung kein Fehlverhalten deinerseits zur Bedingung hat, wäre sie nicht eigenverschuldet und es käme zu keiner Sperre des ALG I . Außerordentliche (fristlose) personenbedingte Kündigungen sind möglich, aber äußerst ungewöhnlich und im vorliegenden Fall kaum vorstellbar.

Alles unter der Prämisse dass das Kündigungsschutzgesetz Anwendung findet.
 

Katzenstube

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Ich persönlich würde in jedem Fall jetzt den Hausarzt aufsuchen mit der Bitte um ein schriftliches Attest warum diese Arbeit gesundheitsschädlich ist.

Eventuell würde dieses sogar noch ein Facharzt unterstützen, wie der Orthopäde. Eine ärztliche Bestätigung hast Du ja schon, wäre auch für mich ein Ansatz damit ein Gespräch zu führen.

Hätte ich dieses schriftlichen Bestätigungen, so würde ich um einen Termin in der Afa bitten und dort versuchen mit den Leuten zu sprechen. Auch ich habe schon erlebt dass die Afa sagt "unter solchen Umständen müssen Sie nicht arbeiten" (damals ging es allerdings um sexuelle Belästigung als Assistenzkraft, also was ganz anderes - aber reden kann manchmal GOLD sein).

Gruß von Katzenstube
 
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