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Wenn der Sozialstaat versagt

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Curt The Cat

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Bianca Monz hilft morgens noch vor der Uni bei der Essensausgabe der Wattenscheider Tafel. Rund 8.000 Menschen versorgt die Tafel jede Woche mit Lebensmitteln. Außerdem werden 64 Kindergärten und 16 Schulen mit Essen beliefert. Aus der Wattenscheider Tafel ist ein regelrechter Sozialkonzern entstanden, der dort einspringt, wo der Staat versagt.

WDR - WestPol

Grad in in der Röhre (Nein - nicht im Backofen) gesehen. Der Link führt aber noch nicht zum Erfolg. Der Beitrag ist wohl noch nicht verfügbar - also bitte noch ein wenig Geduld...


:icon_wink:

 

Curt The Cat

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Mittlerweile funktioniert der Link ...


:icon_wink:

 
E

ExitUser

Gast
...die Wattenscheider Tafel leistet mehr als nur Essen auszugeben.
Sie beschäftigt Ein-Euro-Jobber und ist gerade dabei ihr Sozialkaufhaus auszubauen.....:icon_kotz:
Es reicht nicht nur, dass Elos an die Tafeln müssen, nein, sie werden wie überall immer wieder gern als Ein-Euro-Jobber ausgebeutet.
Auch an den "sozial orientierten" Tafeln. Leider wird auch hier nicht berichtet, wieviele Jobber an der Wattenscheider Tafel, oder besser gesagt, dem Sozialkonzern ausgebeutet werden. Das gäbe tiefe Einblicke in die Finanzen dieses "wohlmeinenden Konzerns".
Ein Grund mehr, Einrichtungen dieser "Philantrophen" weiträumig zu meiden.

LG :icon_smile:
 

Clint

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Es ist wieder einmal ein bißchen komplizierter, als es zunächst aussieht. Ich kenne die Wattenscheider Tafeln, weil uns die Fahrtkosten zu den Therapien meines Sohnen auffressen, sporadisch als Kunde.Ich kenne das patriarchalisch autoritär gutmütige Gebaren ihres Chefs. Es ist demütigend.
Ich kenne viele Helfer, manche sind wirkliche Helfer,(mir hat mal jemand einen Auszug gemacht, daß mein 1-Euro-Arbeitgeber mich pro Stunde um um 30 cent bescheißt), manche sind gutwillige Jugendliche, die nicht wissen, daß Gurken grün sein sollten und daß verfaultes Obst nicht eßbar ist, weil sie sowas selbst nicht essen, manche sind gutwillige Damen, die naiverweise glauben, daß wenn sie jemanden Pünktlichkeit und Einsatzfreude bescheinigen, der morgen einen gutbezahlten Job findet. Alte Männer und Frauen macht das Umkommen von Lebensmitteln verrückt, und so gut wie alle glauben, wenn sie ihr Ehrenamt nicht ausfüllen, wird auch nichts besser und manches schlechter. Ich glaube an der Stelle haben sie recht.
Ich kenne auch die Stadt Bochum, und da hat es außer den paar Gesamtschulen keine Schule mit Schulspeisung gegeben. Da es jetzt ein Ganztagsschulprogramm NRW gibt, mußte sich was tun, und weil unsere Oberbürgermeisterin das Geld der Stadt in USA-Scheingeschäften versenkt hat, wie schön dass es die Tafeln gibt.
Ich kenne auch 1-Eurojobber, die sich nach einem Job dort gedrängt haben, weil es eine Möglichkeit ist, sich mal eine Zeit lang umsonst zu ernähren oder längst kaput gegangene Möbel oder Kleidung auf das etwas bessere zu ersetzen. Andere haben ihr bestes getan, da so schnell wie möglich zu fliegen, weil sie die "Verlogenheit" nicht ausgehalten haben.
Auch dafür gibt es gute Gründe.
Die Integrationskurse dort sind vom Niveau und vor allem von der Angepaßtheit an die Themen der Migranten besser, als was man sonst in Bochum erlebt.(Ich hatte eine Nachbarin, an der wurde das Programm für ausländische Studenten durchgezogen, dass hat sie als Mutter zweier Kinder grammatikalisch von der Geschwindigkeit her überfordert und der Wortschatz war nur sehr begrenzt zu gebrauchen)
Ich habe bei den Wattenscheider Tafeln bei Kunden und Mitarbeitern sowohl Rassismus wie Ignoranz gesehen, auch einfach Freundlichkeit und Respekt vor der Arbeit der anderen, seien es Kunden, Ehrenamtliche oder 1-Eurojobber oder Kids mit Jugendstrafe.
Ich glaube das Problem an diesem und ähnlichen Läden ist nicht der mißbräuchliche Umgang mit Geld oder Sachspenden. Das wird es auch geben, aber in sehr harmlosen Grenzen. Das Problem ist die Ausbeutbarkeit von gutem Willen, sei es durch die Stadt, die sich eigene Anstrengungen mit natürlich bezahlten Leuten spart, durch die Arge, die die Anhebung der Bedarfsätze und die Gewährung besonderer Bedarf's einspart, durch den Staat, der, weil und es ist wirklich erstaunlich, wieviel Geldspenden die Wattenscheider Tafel einsammeln kann, immer mehr Aufgaben zu immer geringeren Kosten an selbst nicht über die Runden kommende Menschen delegieren kann. Nachhilfe gefällig? die Tafel. Schuldnerberatung: die Tafel. Selbst Hartz4 Beratung können da einige durchaus kompetent und nebenbei.
Elisabeth
 

Kerstin_K

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Ich finde vor allem diese Lieferungen an Kinderghärten und Schulen bedenklich. Das gehört in einem Sozialstaat einfach anders geregelt.
 

Clint

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Kerstin K, Du hast recht. Und auch in anderen Bereichen wären klare Rechte gegen milde Gaben gerechnet viel besser.
Bloß wohin mit dem vielen guten Willen, der mir schließlich auch nicht fremd ist?
Elisabeth
 
E

ExitUser

Gast
Ich finde vor allem diese Lieferungen an Kinderghärten und Schulen bedenklich. Das gehört in einem Sozialstaat einfach anders geregelt.
Seh ich genau so.
Nicht nur angesichts der gesundheitlichen Gefahren. Wenn ich bedenke, dass man Essensgeld bezahlt monatlich, und dann bekommt das Kind Essen von der Tafel:eek:.
 
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