... wenn der (Mieten)Deckel nun aber ein Loch hat ...

Einfachicke

Elo-User*in
Mitglied seit
30 April 2019
Beiträge
60
Bewertungen
130
Nee, ich arbeite ja nicht mehr, beziehe EMR. Ich würde also ne Wohnung für die Krankenschwester frei machen.
Dann wäre das natürlich eine prima Geste. (y)

Allerdings hätte meine fiktive Krankenschwester höchstwahrscheinlich keine Chance, weil die Wohnung mit einem kräftigen, aber selbstverständlich vom Gesetzgeber abgesegneten, Mehraufschlag weiter vermietet werden würde.

In München kenne ich mich mit den dortigen Verhältnissen nicht aus, aber hier in Berlin sehr wohl. Ich habe durch Zufall mitten im dicksten Szenekiez eine nach Hartz-4-Grundsätzen angemessene Wohnung gefunden.
5. Stock ohne Fahrstuhl, die sind die einfach nicht los geworden.
Wenn ich so mit Freunden und Bekannten spreche, dann wird mir immer bewusst, dass ich ein Riesenglück hatte. Ich habe davor fast anderthalb Jahre gesucht, vergebens.
Ich habe mir geschworen, dass man mich aus dieser Wohnung nur mit den Beinen voran raus bekommt.

Naja - wird wahrscheinlich anders kommen, wenn ich die 5 Etagen nicht mehr schaffe. Egal

Ich bin jedenfalls der Meinung, dass der Staat dafür zu sorgen hat, dass ganz normale Arbeitnehmer mit ganz normalem Einkommen sich das Wohnen in jeder Stadt leisten können.

Entweder indem sie die Arbeitgeber dazu zwingen soviel zu zahlen, dass sich die AN die vollkommen überteuerten Mieten leisten können oder indem sie die Mieten gesetzlich auf einem bestimmten Level halten.
Wenn der Staat das nicht will oder kann - tja dann kann meine fiktive Krankenschwester ebenso wie der einfache Polizist oder der Verkäufer aus dem Discounter oder der Busfahrer oder der Müllmann eben leider, leider, leider nicht mehr in München, Berlin oder Hamburg oder in jeder anderen Stadt, die zu teuer ist ihrer Arbeit nachgehen. Da können ja dann die Investmentbanker / Politiker / Lobbyisten und anderes niederes Kroppzeuch diese Arbeiten erledigen und würden das erste mal in ihrem Leben die wahre Bedeutung des Wortes Arbeit am eigenen Leib erfahren.
 

IronFist

Elo-User*in
Mitglied seit
23 April 2019
Beiträge
354
Bewertungen
865
Allerdings hätte meine fiktive Krankenschwester höchstwahrscheinlich keine Chance, weil die Wohnung mit einem kräftigen, aber selbstverständlich vom Gesetzgeber abgesegneten, Mehraufschlag weiter vermietet werden würde.

In München kenne ich mich mit den dortigen Verhältnissen nicht aus,
Wenn es dich interessiert, ist allerdings schon fast 1,5 Jahre alt:

 

Einfachicke

Elo-User*in
Mitglied seit
30 April 2019
Beiträge
60
Bewertungen
130
Ich befürchte es ist nicht besser geworden.

Nach allem, was ich so mitbekommen habe, ist es in München am schlimmsten für Otto-und-Lieschen-Normalverdiener.
 

pinguin

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
22 September 2008
Beiträge
3.978
Bewertungen
475
Naja - wird wahrscheinlich anders kommen, wenn ich die 5 Etagen nicht mehr schaffe.
Was die 5. Etage ohne Fahrstuhl anbelangt; wir haben hier mehrere auch ältere Leute mit 70+, die sich Tag für Tag die Treppen hinab und wieder hinaufmühen.

Ok, ganz oben wohnt von denen keiner, aber eine etwa 80-jährige Frau ist erst Anfang des Jahres aus der 4. Etage zwangsausgezogen, weil es anders nicht mehr ging.

Also nicht so pessimistisch.
 

Einfachicke

Elo-User*in
Mitglied seit
30 April 2019
Beiträge
60
Bewertungen
130
Ok, ganz oben wohnt von denen keiner, aber eine etwa 80-jährige Frau ist erst Anfang des Jahres aus der 4. Etage zwangsausgezogen, weil es anders nicht mehr ging.
Na dann habe ich ja noch gute 30 Jahre.

Und sowieso werde ich mindestens 100 Jahre, schon um diesen Staat soviel Geld wie möglich aus der Tasche zu ziehen, für das Vergnügen mich als gehorsame Untertanin zu haben.

:icon_lol:
 

Kampfmops

Elo-User*in
Mitglied seit
24 März 2016
Beiträge
489
Bewertungen
1.120
Das Problem der kaputten Mietbremse ist mittlerweile ja nicht mehr nur in Großstädten so. Auch bei uns (ca. 100.000 Einwohner) sind viele Miethai-Konzerne grad dabei ordentlich zu sanieren. Wohnraum für untere Lohnbereiche wird somit leider auch in den "Nicht-Metropolen" vernichtet.

Mir scheint, als wären die gerade dabei, überall die Armen weg zu ekeln. Allerdings hat das natürlich auch Nachteile, wie @IronFist beschrieb: Wenn die Menschen keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden, werden komplette Berufsgruppen aus den Städten getrieben.
Was passiert, wenn es so weit kommt, das in Berlin oder München wirklich nur noch Reiche wohnen? Denke nicht, das Pfleger oder Polizisten da noch arbeiten wollen, wenn sie Stundenlang zum Arbeitsplatz pendeln müssen. Dann hocken die Reichen alle auf einem Haufen und haben nichts in der Nähe, was wichtig ist.
 

Einfachicke

Elo-User*in
Mitglied seit
30 April 2019
Beiträge
60
Bewertungen
130
Dann hocken die Reichen alle auf einem Haufen und haben nichts in der Nähe, was wichtig ist.
Leider haben die genügend Geld, um das abzupuffern. Mit privaten Sicherheitsdiensten etc. pp.

Die werden es erst begreifen, wenn ALLE, die unter diesem System leiden, kollektiv den Stift / Schaufel / Spritze / was auch immer aus der Hand legen und einfach GARNICHTS mehr machen.

Die Putzfrau putzt nicht mehr.
Der Sicherheitsmann sichert nicht mehr.
Die private Kinderfrau betreut die Kinder nicht mehr.
Der Gärtner gärtnert nicht mehr.

Ich könnte hier endlos so weiter machen, aber ich denke, jeder hat verstanden was ich meine.

Nicht falsch verstehen bitte. Alle diese Jobs sind wichtig und nützlich und müssen gemacht werden. Aber man muss damit soviel verdienen, dass man/frau/divers auch davon leben kann. Und mit leben meine ich nicht gerade mal ebenso. Ich meine damit nicht, dass sie 3 oder mehr Stunden am Tag zur Arbeit pendeln, nur um am Ende des Geldes festzustellen, dass sie noch verdammt viel Monat übrig haben.

Das sind alles Menschen, die ein ganz normales Leben leben möchten. Sie sind nicht mehr oder weniger wert als ein Politiker oder ein Wirtschaftsboss (manchmal glaube ich eher das Gegenteil)

Die Arroganz derer, die sich die "bessere" Gesellschaft nennen, kollidiert immer extremer mit meinem Gerechtigkeitsempfinden.

Manchmal kann ich gar nicht soviel fressen wie ich k....n möchte. :icon_kotz2:
 

Atze Knorke

VIP Nutzer*in
Thematiker*in
Mitglied seit
28 Februar 2009
Beiträge
1.717
Bewertungen
883
An die Forumsrunde,

zur Schaffung von sozialen Wohnraum - also "Sozialwohnungen bauen, bauen und nochmals bauen" (Beitrag #3) die bemerkenswerte Einschätzung der ehemaligen Stadtbaurätin in München:

Frühere Stadtbaurätin in München: Christiane Thalgott: "Enteignung kein Teufelszeug" | BR.de

In der Zusammenfassung zwei Studien:

aus 2016 -Wohnraumversorgungsbedarf-:
https://www.sowi.hu-berlin.de/de/lehrbereiche/stadtsoz/mitarbeiterinnen/copy_of_a-z/holm/bericht-wohnraumversorgungsbedarf-berlin-holm-2016.pdf

und wohin die/der Wohnungsmarkt-Rei(ie)se gehen kann:

-Bestandsmietenanalyse 2014 bis 2018-
Bestandsmieten steigen immer schneller

Stadt & Land neu (er)denken ... und bedenken, dass die klassischen *Mieterstädte* nicht dem Ausverkauf Preis gegeben werden, da für die jungen Mitmenschen, die die Zukunftsperspektive mit befristeten Arbeitsverträgen und unsicheren Anstellungen kaum bewältigt, eine eigene Immobilie völlig unerschwinglich geworden ist!
 

Ronald BW

Elo-User*in
Mitglied seit
8 November 2015
Beiträge
208
Bewertungen
192
Du beschreibst die eigentliche Ursachen von Wohnungsnot; Besitz und Spekulation.
Denke mal nicht an Stelle des Kapitals, sondern aus Sicht der Gemeinschaft.
Für lebensnotwendige Infrastruktur wäre Nutzungsrecht angemessener, als Besitzrecht.
Erst dann wird die Gesellschaft entlastet. Also wieder eine Systemfrage.
Eine befristete Deckelung ist nur Flickwerk und auch hier wird Deutschland
Ich rechne beim Gewinn mit 2%, davon 1% für die Instandhaltung und 1% für Finanzierung
Mehr Gemeinschaft geht nun wirklich nicht, ich halte auch nichts mehr davon Probleme Sozialistisch oder Kommunistisch zu lösen
Ohne diese Kapital Frage zu lösen ist nichts zu lösen
Besitzrecht ist auch nicht das Problem das liegt beim Mieter, die Frage ist wessen Eigentum es ist, hier wäre es Gemeineigentum
Für mich fängt Kapital bei der Arbeitskraft an, deswegen ist es sinnvoll schon hier Betriebswirtschaftlich zu denken
und sich ganz einfach nicht unter Wert zu verkaufen, schwierig wenn zu viele Akteure auf dem Markt sind, die sich unterbieten
Das schlimme ist ja das ein grundlegendes Verständnis für die Zusammenhänge fehlt
Das ich kein Heiland bin ist klar und ich bin jetzt auch nicht so die Leuchte, Ich bin aber davon überzeugt das Lösungen einfach sein müssen.
Die besten Lieder sind immer die einfachen mit einer schönen Melodie
 

dagobert1

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
26 November 2012
Beiträge
5.735
Bewertungen
4.796
Für mich fängt Kapital bei der Arbeitskraft an, deswegen ist es sinnvoll schon hier Betriebswirtschaftlich zu denken
und sich ganz einfach nicht unter Wert zu verkaufen, schwierig wenn zu viele Akteure auf dem Markt sind, die sich unterbieten
Noch schwieriger wenn einem das JC im Nacken sitzt.
 

Bananenbieger

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
9 Oktober 2012
Beiträge
2.137
Bewertungen
835
Μeine Erachtens liegt es an allem. Erwerbstätige bekommen einen Notgroschen (niedriges Gehalt - AG denken sich, dass es eine Unverschämtheit ist, dass unsere Angestellten immer noch Geld wollen - sollen doch froh sein, wenn sie umsonst für uns arbeiten dürfen ); Erwerblose bekommen Trinkgeld (mehr ist es nicht), damit sie ihren Mund halten; Infrastruktur in nicht Großstädten (Ärzte, Einkauf (damit sind keine Discounter gemeint), usw.; Nichtvorhandener oder unterirdischer und teurer Öffi; Nichtvorhandener Job (Landwirtschaft lohnt sich nicht) auf dem Land;
Wohnen ist nur zum Geldscheffeln da (u.a. weil die Vermögenden sich nicht an Aktien trauen - denn dann müßte man sich erstmal für ein paar Stunden auf seine 4 Buchstaben setzen und sich informieren; da ist es doch leichter, Geld mit Immobilien zu machen); Städte verkauften Wohnungen; Straßen gehen vor Wohnen (viel Fläche für den Verkehr - Denke da nur an ein paar Plätze - da könnten mehrere Häuser stehen); usw.

Wie wurde dies vor 300 Jahren gemacht? Arbeitete man da nicht, wo man wohnte (Ortsteil)?
 
G

Gelöschtes Mitglied 63650

Gast
Sozialwohnungen bauen, bauen und nochmals bauen.
Legebatterien ohne jede Privatsphäre?! Man müsste mal fragen, wieviele Menschen Wohnen krank macht. Aus jedem m² muss soviel herausgeholt werden wie möglich. Man müsste die Planer und Träger mal zwingen einige Jahre selbst in ihren Machwerken zu wohnen.

Das Problem ist nur, dass alle meinen, unbedingt in den Metropolen wohnen zu müssen,
Selbst München hat bei der Binnenwanderung ein negatives Saldo. Bevölkerungszuwächse in fast allen Großstäden sind nur der Migration geschuldet, was weitere Probleme wie eine zunehmenden soziale Segregation mit sich bringt. Die Kleinstädte im Speckgürtel muss man sich auch leisten können. Für viele bleiben nur lange Pendelwege.

Das Gelaber von: Zieh doch ins Umland, da sind die Mieten günstig, kann ich nicht mehr hören. Das mag vor 30 Jahren noch so gewesen sein. Teilweise sind die Mieten auf dem Land heute höher als in den Städten und das vor allem, wenn eine gute oder auch nur mäßige Anbindung an die Regionen mit Arbeitsplätzen vorhanden ist.



Lotterieverfahren
Wäre ein Ansatz, auch um ein bessere Repräsentation in Parlamenten zu gewährleisten. Ist aber nicht besonders populär.

auch hier wird Deutschland den USA folgen.
Denke ich nicht. Das würde die Deutsche Gesellschaft nicht verkraften. Es wird immer gerade soweit reformiert, dass die Macht dort bleiben kann, wo sie ist und sich das Geschäftsmodell weiter lohnt.
 

Bananenbieger

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
9 Oktober 2012
Beiträge
2.137
Bewertungen
835
Wie man viel sparen und flexibel (für die AG) sein könnte: Wir schaffen uns Wohnwägen und Zelte an. :-D

Kommt der Pessimist und sagt: Schlimmer gehts nimmer. Kommt der Optimist: Doch :-D

Was verbindet beide? Der Mist :-D
 

Tiefleger

Elo-User*in
Mitglied seit
27 Juni 2018
Beiträge
84
Bewertungen
33
Deckel deckelt, auch die Lust der Investoren in neue oder gar bestehende Immobilien zu investieren.

Wohnraum gibt es in der Republik genug, nur eben nicht an den gewünschten Orten.
Wäre es da nicht einfacher personalintensive Unternehmen dort anzusiedeln wo Platz und Wohnraum da ist?

Vielleicht kommt ja mit 5G-Standart und einer Arbeitszeitdokumentation das Arbeiten von Zuhause.
 

Bananenbieger

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
9 Oktober 2012
Beiträge
2.137
Bewertungen
835
Schön wäre es. Aber da sind eínige Minister, die gar nichts hinbekommen.
 

lino

Elo-User*in
Mitglied seit
12 Dezember 2005
Beiträge
188
Bewertungen
168
Das Problem der kaputten Mietbremse ist mittlerweile ja nicht mehr nur in Großstädten so. Auch bei uns (ca. 100.000 Einwohner) sind viele Miethai-Konzerne grad dabei ordentlich zu sanieren. Wohnraum für untere Lohnbereiche wird somit leider auch in den "Nicht-Metropolen" vernichtet.
Das macht hier in einer Kleinstadt sogar eine Genossenschaft. Offiziell werben die damit, "sozial" und "demokratisch" zu sein, was sich gefährlich nach "sozialdemokratisch" anhört, da gehen bei mir die Lauscher in habacht-Stellung. Die reissen günstige Wohnungen ab und ersetzen sie durch welche, wo die billigste schon mal perse 100Euro über dem Mietsatz liegt, den das JC hier bezahlt.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.....

Mir scheint, als wären die gerade dabei, überall die Armen weg zu ekeln. Allerdings hat das natürlich auch Nachteile, wie @IronFist beschrieb: Wenn die Menschen keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden, werden komplette Berufsgruppen aus den Städten getrieben.
Was passiert, wenn es so weit kommt, das in Berlin oder München wirklich nur noch Reiche wohnen? Denke nicht, das Pfleger oder Polizisten da noch arbeiten wollen, wenn sie Stundenlang zum Arbeitsplatz pendeln müssen. Dann hocken die Reichen alle auf einem Haufen und haben nichts in der Nähe, was wichtig ist.
Irrtum, deswegen brauchen wir ja die Flüchtlinge, die den vermeintlichen Fachkräftemangel beheben sollen. Für jemanden, der in Nigeria weniger als nix hat, ist ja sowas wie der Hartz4- Satz das Paradies auf Erden, selbst wenn er dafür arbeiten muss und vom Leben ansich nichts hat.
So jemand lebt von der Hoffnung.
Das ist eben das Schöne an der Globalisierung: Das die Eliten weltweit die Menschen gegeneinander ausspielen können.
 
Oben Unten