... wenn der (Mieten)Deckel nun aber ein Loch hat ...

Atze Knorke

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An die Forumsrunde,

heiße und hitzige (Berliner) Zeiten bis hin zum "Ausmerkeln" (Aussitzen).

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel auf dem Deutschen Mietertag in Köln:

Bei der Wohnungsnot darf sich die Kanzlerin nicht „durchmerkeln“

Die Bundeskanzlerin, Frau Angela Merkel, sollte sich vor Augen führen, denn die Zeit ist knapp bemessen, dass viele Menschen nach dem Bundesmietrecht schlecht geschützt sind. Dahinter verzeichnen sich seit Jahren viele individuelle, wohnungssuchende Schicksale. Diese Nachfragekrise von preiswerten Wohnraum ist nicht mehr zu verschleiern und mit schönen Worten zu umgarnen.

Bundesländer können eigene Mietpreisbegrenzungen festlegen

Linke will Mietendeckel für ganz Deutschland

Die Initiative "Deutsche Wohnen & Co enteignen" hat nunmehr 77.001 Unterschriften an den Senat übergeben:
Aktuelles

Die Mietsache hat nur einen von vielen Haken, die soziale Spaltung ist in vollem Gange, die ungleiche Verteilung, viele Städte verarmen, das Land entmischt sich.
Die soziale Spaltung nimmt in vielen Städten weiter zu. Von der brüchiger werdenden sozialen Architektur bis hin zu armen Stadtteilen als „Gewinner“ der Zuwanderung – Aktuelle Sozialpolitik
 

Allimente

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Die Stadt Essen hat kürzlich noch die Heizkosten gedeckelt.

Zitat:"Essen übernimmt Heizkosten für Hartz-IV-Empfänger nur noch bis zu einer bestimmten Höhe. Das Ziel: Verschwender sollen wirtschaftlich heizen. " - ja ne, is klar.
 

Atze Knorke

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Sozialwohnungen bauen, bauen und nochmals bauen.
ja klar, so wie die Herrschaften hier:
Christoph Gröner, Vorstandsvorsitzender der CG Gruppe und Vorstand von Laughing Hearts.
Mit Charity - Wohltätigkeit - das Gewissen der Welt - das soziale Gewissen beruhigen und dann von
der Steuer bevorzugt.
Hohes Tempo für den guten Zweck: Spendenrekord beim Laughing Hearts Race für Berliner Heimkinder

„Hart aber fair“: Diskussion über Superreiche – „Der Staat, das sind wir“ - WELT
 

erwerbsuchend

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Wenn man ehrlich ist, gibt es keinen wirklichen Wohnungsmangel in Deutschland. Das Problem ist nur, dass alle meinen, unbedingt in den Metropolen wohnen zu müssen, statt auf dem Land oder in kleineren Städten. Zum Teil tun sie das, weil sie die teilweise unerfüllbare Hoffnung haben, in einer Metropole schneller einen Job zu bekommen. Warum kann die Mehrheit der Bundesbürger und auch der Zugereisten aus aller Herren Länder nicht einfach mal realistisch sein, dass es in Deutschland nicht für jeden einen Job geben kann und man daher durchaus auch in sogenannten "unattraktiven" Gegenden wohnen kann, wo die Wohnungen und Häuser leerstehen oder es zumindest Bauland gibt. Irgendwie kommt es mir so vor, dass genau dieser Aspekt bei dem Wohnungsproblem kaum bis gar nicht angesprochen wird.
 

Caye

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Wirklich "unattraktiv" sind nur die Gebiete, die keine Infrastruktur haben und nicht im Speckgürtel einer Großstadt liegen. Orte ohne Einkaufsmöglichkeit, mit schlechten Öffi-Anbindungen oder sogar ganz ohne ÖPNV.

Du darfst natürlich gern anfangen, an den Allerwertesten der Welt zu ziehen, aber wie du das von ALG II finanzieren willst, wenn du entweder auf ein Auto angewiesen bist oder für den ÖPNV mal eben 10+€ für eine Tagestour zum nächsten Supermarkt bezahlen musst, kannste uns dann auch gleich erklären.

Die Wohnungsnot betrifft lange nicht nur ALG II-Empfänger, sondern insbesondere Geringverdiener, aber selbst die Leute, die man ohne Berücksichtigung der Mietkosten vielleicht in die untere Mittelschicht sortieren würde, sind davon betroffen.

Da bringen dann auch Sozialwohnungen nicht, weil auf diese kein Anspruch besteht.

Wir wohnen in einer Großstadt. Ich bin hier aufgewachsen, mein Mann hat hier eine unbefristete Stelle. Finanziell ist es bei uns nur okay, weil wir diese Wohnung "schon" seit acht Jahren haben.
Zum damaligen Zeitpunkt war die Kaltmiete im Vergleich zu ähnlichen Wohnungen relativ hoch. Heute, nach nur acht Jahren, würden wir bei der Neuanmietung einer vergleichbaren Wohnung die doppelte KM zahlen.
Dennoch wäre schon unsere jetzige Wohnung beim JC für zwei Personen unangemessen!

Da wir Schimmel und einen nicht erreichbaren Vermieter haben, schauen wir nach anderen Wohnungen. Selbst im Speckgürtel ist der Wohnungsmarkt aber nicht besser, solange man einen vernünftigen ÖPNV-Anschluss und tolerierbare Nähe zu Supermärkten haben muss.
Wenn wir wirklich günstiger wohnen wollten, dann würde diese Ersparnis durch die immensen Spritkosten aufgefressen, mal abgesehen dass mein Mann nicht jeden Tag stundenlang zur Arbeit pendeln will. Bringt also nix.

Und dabei sind wir nicht aufs JC angewiesen. Ich bin nicht an einen Arbeitsplatz gebunden. Und wir wohnen in der Stadt der Mittelmäßigkeit, nichtmal in einem der Hot Spots des Mietenwahnsinns.
Leute auf irgendwelche Bruchbuden im Nirgendwo verweisen bringt da gar nichts.
 

erwerbsuchend

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Wenn es nur an der Infrastruktur liegen sollte, könnte der Staat hier einfach mal etwas dafür tun. Es gibt aber auch genügend ländliche Städte und Dörfer, die leider nicht im Speckgürtel einer Metropole liegen, aber dennoch die Grundbedürfnisse des Lebens durchaus befriedigen, z.B. Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel und Dinge des Alltages. Viele bestellen doch sowieso meist alles Andere im Internet und geliefert wird auch aufs abgelegene Dorf. Aber ich rede hier nicht von einer Kuhklitsche, wo es nur 2-3 Häuser und sonst nichts gibt, sondern eher von ländlich liegenden Städten.

Wozu braucht man unbedingt eine Metropole direkt vor Ort? Wenn es um das Thema Arbeitssuche geht, sollte man sich vielleicht etwas entspannen, gerade, wenn man bisher eher ländlich wohnt. Schließlich kann das JC niemanden zu einem Umzug in eine Metropole zwingen. Wenn es keine Arbeit vor Ort gibt, für deren Erreichbarkeit kein Auto notwendig oder der vorhandene ÖPNV nicht ausreichend ist, kann das JC auch nichts machen. Die Zumutbarkeitskriterien gelten auch hier.

Warum muss es also immer unbedingt eine Metropole sein, in der man leben muss? Es gibt genügend kleinere Städte, die durchaus lebenswert sind und man ggfs. entspannter sein kann.

Davon abgesehen, woher soll denn der immer mehr benötigte Platz in den Metropolen herkommen? Will man chinesische Verhältnisse haben, wo ein Wolkenkratzer neben dem anderen steht oder gar Verhältnisse wie in Chongqing oder Hongkong? Irgendwann ist der Platz einfach nicht mehr da, weil dieser bebaut ist. Spätestens dann wird man aus den Metropolen herauskommen müssen.
 

Ronald BW

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Das Wohnungsproblem ist aus meiner Sicht leicht zu lösen
als erster Schritt müsste es Erlaubt sein Immobilien im Lotterieverfahren zu veräußern
Beispiel ein Eigentümer möchte 500 000 wenn er jetzt Tausend Lose zu 500 ausgibt
gewinnt eine Person die Immobilie im Idealfall jemand der sich das anders nicht leisten kann
Außerdem wäre es dadurch auch möglich falls diese Immobilie als Alterssicherung gedacht war etwas höhere Preise zu erzielen

Was Sozial oder Preisgünstigen Wohnraum angeht ist auch das relativ einfach zu finanzieren
Dafür muss lediglich auf Bundes oder Landesebene eine Genossenschaftsbank gegründet werden die diese Aufgaben übernimmt
oder bestehende Kreis, Landes oder Bundes-Banken in die Pflicht genommen werden
Das kombiniert mit gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaften ist die einzige Lösung

Bei einer Neugründung auf Bundesebene oder Landesebene was die Beste Lösung wäre sieht die Rechnung so aus
Startkapital was realistisch ist 500 Millionen also 500 000 000
Macht dann eine mögliche Kreditvergabe im Mittelwert von 6 250 000 000
Minimal 4 000 000 000 Maximal 9 000 000 000 je nach Kredithöhe darf mehr oder weniger gezogen werden
Auf Deutsch so funktioniert das schon länger bei Bankers, es wird was verliehen das es nicht gibt
Damit könnten schon mal Problemlos im Mittelwert 42 000 Wohnungen oder kleine Häuser zu 150 000 gebaut werden
Der Zinssatz bei so einem Projekt wäre mit maximal 3% anzusetzen was bezogen auf die eingesetzte Summe
Einen Gewinn von 187 500 000 ergibt oder 37,50% Gewinn per anno auf die 500 Millionen
Wir könnten den Zinssatz also noch etwas senken
Mit Gewinn zu vermieten wäre so eine Wohnung/Haus zwischen 3000 bis 5000 € per anno
also zwischen 250 bis 420 im Monat kalt

Es ist also nicht so das es nicht zu lösen wäre nur wollen das müsste man schon
Hoffe mal das ich mich nicht verrechnet habe, einfach mal prüfen von geneigten LeserInnen
 

Engelsflügel

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Viele Städte haben leider anfang der 80er Ihre Wohnvereine aufgelöst und die Wohnungen verkauft ... weil es wichtiger war die Alten Schulden zu tilgen und die "Sparen ist Geil" mentalität auch mit druck aus Europa kam ......
 

Kerstin_K

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Bauen dauert in Deutschland einfach zu lange.
 

Caye

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Ich wohne gerne in meiner mittelmäßigen Heimatmetropole.
Ich hab meine Eltern um die Ecke, wir haben hier einen tollen Freundeskreis, mein Mann hat seinen Job. Da ziehen wir sicher nicht weg, würde kein vernünftiger Mensch tun.

Sobald die Städte Infrastruktur haben, bringt das eh nix, weil die auch unverschämte Mieten nehmen.

Wir haben um die 500.000 Einwohner. Davon sind maximal 50.000 arbeitslos (10% haben wir offiziell nicht ganz, plus Leute in Maßnahmen, aber U18 wurde noch nicht abgezogen, die Zahl ist also wahnsinnig hoch gegriffen).
Davon hat locker die Hälfte ihren Job gerade erst verloren oder ein Familienmitglied mit Job. Sind wir noch bei 25.000.
Wie viele davon sind wohl gebürtige Großstädter, haben einen festen Freundeskreis oder Kinder, denen der Umzug nicht zuzumuten wäre?
Selbst wenn ich da nur die Hälfte ansetze, sind wir schon nur noch bei 12.500.
Das sind dann ja nicht nur Einzelhaushalte, sondern auch Paare und Familien, blieben vielleicht 7.000.

Klar, 7.000 frei werdende Wohnungen, weil man Langzeit-Elos, hoffnungslose Fälle, in die Provinz deportiert, hört sich nett an.
Die Hälfte davon sind bestimmt Einzimmerappartments, die sind eh immer teurer und die kriegt man gut an Studenten los. Bleiben noch 3.500 größere Wohnungen in verschiedenen Stadtteilen, verschiedener Größe und verschiedenen Zuständen. Das dürfte nicht reichen, um den Markt effektiv zu verändern.
Mal davon abgesehen, dass da kaum Wohnungen für Familien mit Kindern bei sein dürften, da die nicht wegziehen.
 

pinguin

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Das Problem ist nur, dass alle meinen, unbedingt in den Metropolen wohnen zu müssen, statt auf dem Land oder in kleineren Städten.
Willst Du das Leben auf dem Land attraktiver machen, brauchst auch am WE regelmäßigen Anschluß des öffentlichen Nahverkehrs; und gerade einen großen Teil der eher jüngeren Leute wirst Du auch damit vermutlich nicht für's Land begeistern können.
 

IronFist

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Vielleicht sollte man mal irgendwie ein Modell entwickeln, daß diejenigen die bereit sind eine Wohnung in einem Ballungsgebiet frei zu machen, dabei unterstützt werden.

Beispiel: Ich wohne in München. In München sind die Wohnungen knapp und teuer. Letztens habe ich gelesen, daß es z. B. in Chemnitz massenweise freie Wohnungen gibt. Also, wenn das für mich kostenneutral abgewickelt wird, mach ich meine Wohnung hier in München sofort frei und zieh dahin.

Mir ist/wäre im Prinzip wurscht wo ich wohne. Hauptsache sehr guter ÖPNV und gesicherte medizinische Versorgung (Ärzte/Krankenhäuser) in der Nähe.

Beispiel: Rentner hier im Haus. 90qm Wohnung 4 Zimmer, wohnt seit knapp 40 Jahren da, mittlerweile alleine weil die Frau gestorben ist. Vor einiger Zeit ist hier im Haus ne 50qm Wohnung frei geworden. Da hatte er vor, seine vier Zimmer Wohnung gegen die zwei Zimmer Wohnung zu tauschen.

Klar sagt die Hausverwaltung, für 980 Euro warm kannste die 2 Zimmer Wohnung haben. Wie sagt der Rentner, 980 Euro warm für 50qm 2 Zimmer und aktuell zahle ich für 90qm und 4 Zimmer 720 Euro warm? Da behaltet mal eure 2 Zimmer, da bleib ich doch lieber in meinen 4.

In der zwei Zimmer Wohnung wohnt jetzt ein Päärchen mit 2 kleinen Kindern auf 50qm.
 

humble

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Das ist tatsächlich ein großes Problem. Von Seiten der Wohnungsgenossenschaften kenne ich da aber gute Lösungen. Z.B. haben sich in Hamburg einige große zu einem Verbund geschlossen und lassen auch untereinander Wechseln/Tauschen. Bauen auch gemeinschaftlich.
Und aus meiner Sicht sind gerade die Wohnungsgenossenschaften eine wichtige und deutlich ausbaubare Lösung des Problems. Wenn, ja, wenn die Städte und Kommunen mitmachen, insbesondere bei Bauformalien nicht Jahre brauchen.

Das große Problem gerade im Immobilienbereich ist das Fiatgeld, dessen riesige Verfügbarkeit in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat und der Drang der menschlichen Natur einen reellen Gegenwert dafür zu halten. Dazu die rein auf Spekulation gehaltenen Grundstücke und verfallende Häuser. Hier eine regulatorische Steuer einzuführen damit sich die Spekulation gar nicht loht, dazu staatlich unterstützte Sozialwohnungsbauvorhaben, würde sogar diese Kampagne zur Vergemeinschaftung von großen Immobilienbeständen obsolet machen.

Ideen gibt es genug, einzig bewegt sich die Politik praktisch gar nicht.

ja klar, so wie die Herrschaften hier:
Christoph Gröner, Vorstandsvorsitzender der CG Gruppe
Wie, der ist immer noch so fleißig im Geschäft? Der Spacken tönt schon seit langer Zeit, er wird eine eigene, wirtschaftsfreundliche Partei gründen und für Ordnung in Deutschland sorgen. Hat dabei übersehen, dass es die FDP und AfD schon längst gibt :icon_neutral:
 

erwerbsuchend

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Willst Du das Leben auf dem Land attraktiver machen, brauchst auch am WE regelmäßigen Anschluß des öffentlichen Nahverkehrs; und gerade einen großen Teil der eher jüngeren Leute wirst Du auch damit vermutlich nicht für's Land begeistern können.
Man sollte dabei die Landjugend nicht unterschätzen. Da wird eben ausgewürfelt, wer den Fahrer gibt und daher nicht trinken wird. Zudem gehen die meisten und besten Partys deutlich bis in den kommenden Morgen, so dass spätestens dann auch wieder eine Verbindung mit dem ÖPNV möglich ist. Unabhängig davon gibt es selbst in Großstädten und Metropolen nicht immer und unbedingt ein allumfassendes Nachtliniennetz mit möglichst hoher Taktfolge. Je nach Stadt fährt dort auch nur jede Stunde eine Bahn oder Bus, und das auch nicht unbedingt über das komplette Netz, was tagsüber befahren wird.

Ich sehe daher diesen Punkt nicht wirklich als Problem an. Die Landbevölkerung ist da in jeder Altersgruppe deutlich kreativer und lösungsorientierter als die Stadtbevölkerung.
 

lino

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In der ARD-Dokumentation gibt es eine Szene, in der Christoph Gröner bei einer Charity-Veranstaltung spricht. „Wir, die wir Zeit und Geld haben, sind der Staat“, sagt er dort. Ist das die Arroganz, vor der Kühnert warnt? Zeigt sich hier das Selbstverständnis, als Reicher mehr Einfluss als der Durchschnittsverdiener zu haben?
Das hat Kühnert falsch verstanden, das ist keine Arroganz, sondern die Wahrheit. Grönert hat sich nur verplappert. Er ist ein Selfmade-Millionär, Leute, die aus Familien kommen, die immer schon reich waren, meiden ja auch die Öffentlichkeit nicht ohne Grund.
Nur Reichtum fängt viel weiter unten an, dazu muss man kein Friedrich Merz sein, das fängt schon beim Lehrer/Beamten an. Die haben auch Geld, und nicht zu knapp.
Als das Internet noch Neuland für uns alle war, gabs bei der Verwaltung des Bundestages einige Seiten mit Tabellen, wo die Abgeordneten nach Beruf, Bildungsabschluss, Berufsfeld und Tätigkeit gelistet waren, parteiübergreifend also.
Arbeiter und Hauptschüler kamen da so gut wie gar nicht vor, niedrigster Schulabschluss bei den Grünen war Fachabitur, die meisten Abgeordneten kanmen aus Dientsleistungsberufen.
Grösste Fraktion nach Beruf waren die Juristen mit 25%. Osnabrück hat etwa 100.000 Einwohner, kann ja mal jeder im Telefonbuch nachsehen, ob es da auch 25.000 Anwälte gibt.
Ob ich als Arbeiter oder als Niedrigverdiener die Linkspartei oder die CSU wähle, macht keinen Unterschied, weil es in keiner Partei eine Mehrheit dafür gibt.
Beim Statistischen Bundesamt kann man aber erfahren, das ca 73% der Bevölkerung nur einen Realschulabschluss oder niedriger haben.
17% besitzen ein Hochschuldiplom, von den 17% sitzt ein kleiner Teil in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, der sehr gut über Stiftungen, Institute und ähnliche Einrichtungen vernetzt ist und deswegen den grössten Einfluss auf die Gesellschaft hat und die Geldströme in die eigenen Taschen lenken kann.
Natürlich hat diese Schicht ihr Vermögen auch in Wohnungen und Häusern angelegt und profitiert von der Verknappung von Wohnraum und damit steigenden Preisen.
Die Aufgabe ist also, Wohnungen zu bauen, gleichzeitig aber dafür sorgen, das der eigene Besitz nicht an Wert verliert!
 

Einfachicke

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Beispiel: Ich wohne in München. In München sind die Wohnungen knapp und teuer. Letztens habe ich gelesen, daß es z. B. in Chemnitz massenweise freie Wohnungen gibt. Also, wenn das für mich kostenneutral abgewickelt wird, mach ich meine Wohnung hier in München sofort frei und zieh dahin.
Allerdings nimmst Du dann ja Deine Arbeitskraft mit. Nur eine Krankenschwester oder ein Verkäufer oder sonst jemand, der ein ganz normales Gehalt hat kann ja schlecht jeden Tag von Chemnitz nach München pendeln.
Wenn der Staat möchte, dass die von mir zitierte Krankenschwester jeden Tag ihrem anspruchsvollem Beruf in München nachgeht, dann hat er gefälligst dafür zu sorgen, dass sie sich eine Wohnung in München leisten kann. Das gilt für jeden anderen Beruf auch.
 

IronFist

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Allerdings nimmst Du dann ja Deine Arbeitskraft mit. Nur eine Krankenschwester oder ein Verkäufer oder sonst jemand, der ein ganz normales Gehalt hat kann ja schlecht jeden Tag von Chemnitz nach München pendeln.
Wenn der Staat möchte, dass die von mir zitierte Krankenschwester jeden Tag ihrem anspruchsvollem Beruf in München nachgeht, dann hat er gefälligst dafür zu sorgen, dass sie sich eine Wohnung in München leisten kann. Das gilt für jeden anderen Beruf auch.

Nee, ich arbeite ja nicht mehr, beziehe EMR. Ich würde also ne Wohnung für die Krankenschwester frei machen.
 

Zeitkind

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Mit Gewinn zu vermieten wäre so eine Wohnung/Haus zwischen 3000 bis 5000 € per anno
also zwischen 250 bis 420 im Monat kalt
Du beschreibst die eigentliche Ursachen von Wohnungsnot; Besitz und Spekulation.
Denke mal nicht an Stelle des Kapitals, sondern aus Sicht der Gemeinschaft.
Für lebensnotwendige Infrastruktur wäre Nutzungsrecht angemessener, als Besitzrecht.
Erst dann wird die Gesellschaft entlastet. Also wieder eine Systemfrage.
Eine befristete Deckelung ist nur Flickwerk und auch hier wird Deutschland den USA folgen.
 
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