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Kate79

Elo-User/in

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29 Apr 2006
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#1
Hallo liebe User,

da unsere Fragen mehrere Themenbereiche umfassen, habe ich sie mal einfachheitshalber ins AlgII Forum gestellt. Ich hoffe sehr, daß ihr ein paar Antworten für uns habt.

Kurz ein paar Informationen zu unserer Bedarfsgemeinschaft: Mein Mann ist in einer Reha-Umschulung in einem BfW da 40 %ige Behinderung. Ich - Vertreterin der Bedarfsgemeinschaft - bin seit meinem Studienabschluß im letzten Jahr erwerbslos. Von der Arge werde ich weitgehend in Ruhe gelassen, da ich eine 30%ige Behinderung habe. Zur Zeit liegt unsere Klage wegen Senkung der KdU beim Sozialgericht, wobei sich da bearbeitungstechnisch nicht viel tut.

Nun aber zu unseren Fragen. Mein Mann beendet seine Ausbildung im Januar. Die ersten Bewerbungen sind bereits geschrieben, wobei er krankheitsbedingt nur in Teilzeit sucht und es daher mit Jobs eher mau aussieht. Darum sind wir deutschlandweit am suchen. Nun ist aber das Problem, daß - sollte er irgendwo im Bundesgebiet einen Job bekommen - wir Hals über Kopf umziehen müßten. Das ist finanziell gar nicht machbar und auch organisatorisch (kurzfristig eine Wohnung finden, Hausstand transportieren etc.) eher unmöglich. Außerdem müßten wir am neuen Wohnort ergänzend H. IV beantragen. Ob das geht, weiß ich nicht, weil ich ja momentan das Alg II beziehe (er hat Übergangsgeld)und doch nur aus wichtigen Gründen "verlustfrei" umziehen darf.
Gehört die Jobaufnahme meines Mannes dazu?
Bekämen wir Umzugshilfe von der Arge oder von der Rehabilitationsabteilung (wer ist dann für uns zuständig)?
Wie verhalten wir uns, wenn mein Mann keine Arbeit findet: Müßten wir dann einfach nur den bewilligten Antrag auf verändertes Einkommen (sobald das Übergangsgeld ausläuft) abgeben?
Kommt er dann sofort in eine Maßnahme?
Kann er mit 40% beim AAmt auf Schwerbehindertenstatus angleichen lassen und bekäme dann eine Förderung?
Was wir aus unserer Klage bzgl. der KdU?

Die Fragen türmen sich schier endlos über unseren Köpfen auf. Ich wäre froh, wenn ihr wenigstens auf einige eine Antwort wüßtet oder uns sagt, wo wir weiter nachschlagen/ nachfragen können.

Habt vielen Dank, Katharina
 

MissMarple

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#2
Hallo

ich würde gemeinsam im Amt mal einen Termin ausmachen und mit dem Sachbearbeiter über sogenannte

"Mobilitäteshilfen" sprechen. Vielleicht habt ihr die Chance auf Unterstützung, wenn er einen Job findet, der wirklich weit weg ist von eurem jetzigen Ort. Das würde ich jetzt als nächsten Schritt mal machen ( um auf deine Frage zurück zu kommen )

§ 53 SGB II
Mobilitätshilfen

(1) Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitsuchende, die eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen, können durch Mobilitätshilfen gefördert werden, soweit dies zur Aufnahme der Beschäftigung notwendig ist.

(2) Die Mobilitätshilfen bei Aufnahme einer Beschäftigung umfassen

1. Leistungen für den Lebensunterhalt bis zur ersten Arbeitsentgeltzahlung (Übergangsbeihilfen),

2. Leistungen für Arbeitskleidung und Arbeitsgerät (Ausrüstungsbeihilfe),

3. bei auswärtiger Arbeitsaufnahme die Übernahme der Kosten für

a) die Fahrt zum Antritt einer Arbeitsstelle (Reisekostenbeihilfe),

b) tägliche Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstelle (Fahrkostenbeihilfe),

c) eine getrennte Haushaltsführung (Trennungskostenbeihilfe),

d) einen Umzug (Umzugskostenbeihilfe)

(3) Leistungen nach Absatz 2 können an Bezieher von Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe auch zur Aufnahme einer Beschäftigung im Ausland erbracht werden.

(4) Leistungen nach Abs. 2 Nr. 1, 2 und 3 Buchstaben a und d können auch an Ausbildungsuchende erbracht werden, die in ein Ausbildungsverhältnis eintreten, wenn sie beim Arbeitsamt als Bewerber um eine berufliche Ausbildungsstelle gemeldet sind.
§ 54 Mobilitätshilfen bei einer Beschäftigung

(1) Als Übergangsbeihilfe kann ein zinsloses Darlehen in Höhe von bis zu 1.000 Euro erbracht werden. Dieses ist zwei Monate nach der Auszahlung und grundsätzlich in zehn gleich hohen Raten zurückzuzahlen.

(2) Als Ausrüstungsbeihilfe können Kosten bis zur Höhe von 260 Euro übernommen werden.

(3) Als Reisekostenbeihilfe können die berücksichtigungsfähigen Fahrkosten bis zu einem Betrag von 300 Euro übernommen werden. § 46 Abs. 2 Satz 2 und 3 ist entsprechend anzuwenden.

(4) Als Fahrkostenbeihilfe können für die ersten sechs Monate der Beschäftigung die berücksichtigungsfähigen Fahrkosten übernommen werden.

(5) Als monatliche Trennungskostenbeihilfe können für die ersten sechs Monate der Beschäftigung die Kosten bis zu einem Betrag von 260 Euro übernommen werden.

(6) Als Umzugskostenbeihilfe können die Kosten für das Befördern des Umzugsguts im Sinne des § 6 Abs. 3 Satz 1 des Bundesumzugskostengesetzes von der bisherigen zur neuen Wohnung übernommen werden, wenn der Umzug innerhalb von zwei Jahren nach Aufnahme der Beschäftigung stattfindet und der Umzug durch die Aufnahme einer Beschäftigung bedingt ist, die außerhalb des nach § 121 Abs. 4 zumutbaren Tagespendelbereichs liegt.
 

Kate79

Elo-User/in

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#3
Hallo Miss Marple,

hab Dank für deine Antwort. Über die Möglichkeiten der Mobilitätsbeihilfen bin ich schon mal beruhigt, denn anders wäre das für uns auch nicht machbar.

Allerdings haben wir ja auch noch das Problem, daß wir gegen den Zwangsumzug wegen erhöhter KdU klagen und diese Klage unbearbeitet beim Sozialgericht liegt. Die kommen einfach nicht in die Puschen. Um diese Klage abzuwenden, hat mir die Arge schriftlich mitgeteilt, daß sie sämtliche, anfallenden Umzugskosten und Co. übernehmen würden, um mich in eine günstigere Wohnung zu bekommen. Ob diese Zusage für das gesamte Bundesgebiet gilt?

Wir werden wohl bald einen Termin mit einem Berater ausmachen müssen, da führt kein Weg dran vorbei *seufz*.

Lg, Katharina

PS: Falls jemand Antwort auf meine anderen Fragen weiß, würd ich mich sehr freuen, Danke.
 
E

ExitUser

Gast
#4
Kate79 sagte :
Um diese Klage abzuwenden, hat mir die Arge schriftlich mitgeteilt, daß sie sämtliche, anfallenden Umzugskosten und Co. übernehmen würden, um mich in eine günstigere Wohnung zu bekommen. Ob diese Zusage für das gesamte Bundesgebiet gilt?

.
Das Amt ist verpflichtet Umzugskosten zu übernehmen, wenn es zur Kostensenkung auffordert, oder wenn man die Hilfe zur Arbeitsaufnahme braucht.
Du kannst aber vergessen, daß die dir einen Umzug ins Bundesgebiet zahlen... das betrifft nur einen Umzug innerhalb des Ortes oder näherer Umgebung.
Alles andere würde mich sehr wundern...

Den Umzug in ein anderes Bundesland müßten sie nur zahlen, wenn durch die Arbeitsaufnahme Hilfefreiheit zu erwarten wär... und das wäre bei euch ja nicht der Fall.

Gruß aus Ludwigsburg
 
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