Welche Voraussetzungen Erwerbsminderungsrente brauche ich um eine EM - Rente bewilligt zu bekommen?

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Ampelmaennchen

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Hallo Leute,

ich gehe mittlerweile auf die 30 zu und bin wegen einiger chronischen Krankheiten leider immernoch Student. Da ich immer alles gern im Kopf durchdacht haben möchte, möchte ich auch den schlimmsten Fall durchdenken und hinterfragen, was passiert, wenn ich dauerhaft nicht mehr erwerbsfähig bin.

In eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsvrsicherung werde ich nicht mehr aufgenommen aufgrund meiner vielen Vorerkrankungen. Ich habe noch ein bisschen Erspartes, aber sollte das irgendwann aufgebraucht sein, stellt sich die Frage nach sozialer Sicherung.

Daher habe ich mich über die Erwerbsmindeurngsrente versucht zu informieren und möchte dazu ein paar Fragen stellen. Soweit ich das richtig verstanden habe, muss man 5 Jahre pflichtversichert gewesen sein, um Ansprüche erheben zu können. Ich habe schon einige Minijobs und Praktika gemacht. Ist das eine anrechenbare Zeit? Wo kann ich das denn herausfinden wie viel mir schon angerechnet wurde?

Und wie ist die Berechnung der EM-Rente? Es sollen ja 30% des letzten Brutto-Gehalts sein. Nehmen wir an ich habe 4 Jahre über einen Minijob Pflichtversicherungszeit erbracht und nehme dann einen Vollzeitjob an. Sollte ich dann nach 1 oder zwei Jahren die EM-Rente beantragen wir dann tatsächlich nur das letzte Brutto-Gehalt betrachtet. Das erscheint mir irgendwie komisch, weil ich als Beispiel ja in den 4 Jahren Minijob nicht viel einbezahlt habe.

Vielen Dank schon mal für eure Hilfe!
 

Muzel

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Soweit ich weiß, hat man
Anspruch auf die EM sobald man einen Monat versicherungspflichtig gearbeitet hat und einen Arbeitsunfall erlitten hat und deshalb nicht mehr arbeiten kann.
Ob man davon leben kann, ist eine andere Frage.
 
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Gast
@ Muzel,
ich meine eher, dass es im Falle eine Berufserkrankung auch als Berufskrankheit anerkannt worden sein muss.
So ist es nämlich bei mir.
 

HermineL

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Schaut man hier: Erwerbsminderung

Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente

Sie sind in Folge von Krankheit oder Unfall nicht mehr in der Lage, mehr als sechs Stunden am Tag zu arbeiten, können Sie Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente haben. Dafür gibt es zwei Voraussetzungen:

Nachgewiesene medizinische Notwendigkeit

Aus ärztlichen Unterlagen oder Gutachten geht eindeutig hervor, dass Sie in Ihrem oder einem anderen Beruf nicht mehr als sechs Stunden täglich arbeiten können.

Erfüllung der Mindestversicherungszeiten

Sie sind mindestens fünf Jahre versichert und haben in den letzten fünf Jahren mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge bezahlt. Wichtig für Familien: Kindererziehungszeiten zählen als Pflichtbeitragszeiten.

Folgende Ausnahmen gibt es bei der Wartezeit: Ergibt sich die Notwendigkeit einer Erwerbsminderungsrente aus einem Arbeitsunfall, einer Berufskrankheit, einer Beschädigung aus dem Wehr- und Bundesfreiwilligendienst oder in/bei politischem Gewahrsam, reicht in der Regel schon ein gezahlter Beitrag.

So wie ich deinen bisherigen Werdegang im Eingangsposting lese dürftest du die Voraussetzungen nicht erfüllen und wärst ein Fall für die Grundsicherung.

Ganz davon abgesehen das Reha vor Rente geht. Ob du überhaupt voll erwerbsgemindert oder teilerwerbsgemindert bist würde eine medizinische Reha ermitteln. Ebenfalls kann auch eine berufliche Reha angedacht werden.
 

Doppeloma

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Hallo Ampelmaennchen, :welcome:

ich gehe mittlerweile auf die 30 zu und bin wegen einiger chronischen Krankheiten leider immernoch Student. Da ich immer alles gern im Kopf durchdacht haben möchte, möchte ich auch den schlimmsten Fall durchdenken und hinterfragen, was passiert, wenn ich dauerhaft nicht mehr erwerbsfähig bin.

Da stellt sich zunächst mal die Frage ob du immer in (möglichst fachärztlicher) Behandlung gewesen bist wegen deiner Gesundheitsprobleme und was du so unternommen hast an Behandlungen / Therapien, um wieder gesünder zu werden ?

In der Regel genügt es nicht ganz nur selbst anzunehmen, dass man nicht Erwerbstätig sein kann, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, chronische Krankheiten alleine sind dafür meist nicht ausreichend.

Es kommt darauf an worum es sich dabei handelt und ob es da medizinische Möglichkeiten der Besserung / Heilung geben könnte und was davon du schon genutzt hast.

In deinem Alter sollte man ja noch andere Interessen haben für sein weiteres Leben, als möglichst bald "in Rente zu gehen" ... :sorry:

In eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsvrsicherung werde ich nicht mehr aufgenommen aufgrund meiner vielen Vorerkrankungen.

Die zahlen meist sowieso nicht wenn es darauf ankommen würde und wenn man keinen richtigen Beruf hat / hatte bisher dann käme das ja auch eher nicht in Frage ...

Ich habe noch ein bisschen Erspartes, aber sollte das irgendwann aufgebraucht sein, stellt sich die Frage nach sozialer Sicherung.

Deine "soziale Sicherung" heißt dann aktuell wohl erst mal JobCenter und ALG II (Hartz 4), denn eine Aussicht auf eine (ausreichende) EM-Rente kann ich auch nicht wirklich erkennen.

Zumindest gilt man gesetzlich so lange als Erwerbsfähig (für mindestens 3 Stunden täglich) bis das die Rentenversicherung mal anders feststellen und bescheiden würde.

Wenn du gesundheitlich beim JC nicht vermittelbar bist, dann wird man dich sicher mal zum "JC-Amtsarzt" schicken und danach einen Antrag auf EM-Rente verlangen, denn die sollen (und wollen) dich ja auch mal wieder los werden.

Daher habe ich mich über die Erwerbsmindeurngsrente versucht zu informieren und möchte dazu ein paar Fragen stellen. Soweit ich das richtig verstanden habe, muss man 5 Jahre pflichtversichert gewesen sein, um Ansprüche erheben zu können.

Das ist grob gesehen richtig aber wenn du den Antrag stellst gelten die 5 Jahre DAVOR als vorrangiger Prüfungs-Zeitraum und die DRV wird dann entscheiden, ob und wann eine Erwerbsminderung bei dir eingetreten sein kann.

In diesen 5 Jahren VOR der Antragstellung musst du wenigstens 36 Monate Pflichtversicherungszeiten nachweisen können.
Die DRV ist sehr geschickt darin, das so zu berechnen, dass dir wahrscheinlich die erforderlichen Zeiten fehlen werden.

Zudem ist sie auch ohne weitere Gesundheits-Prüfungen (DRV-Reha/ DRV-Gutachten) nicht bereit die Feststellungen von JC-ÄD einfach so zu übernehmen und dich nun direkt für EM-zu erklären. :icon_evil:

Du schreibst, dass du aktuell (wie lange schon ?) von deinem Ersparten lebst, vermutlich zahlst du daraus gerade mal die Krankenversicherung, aber vermutlich KEINE Beiträge an die DRV ... die wären auch "freiwillig" aber immerhin würden sie den Renten-Betrag erhöhen können ...

Ich habe schon einige Minijobs und Praktika gemacht. Ist das eine anrechenbare Zeit? Wo kann ich das denn herausfinden wie viel mir schon angerechnet wurde?

Stelle mit deiner Rentenversicherungs-Nummer einen Antrag auf Renten-Auskunft bei der DRV, du kannst auch in eine Beratungsstelle (der DRV) gehen und das dort beantragen.

Dann wirst du wissen was aus deinen Mini-Jobs und Praktika (bezahlte ???) in deinem Rentenkonto gelandet ist ... viel wird es mit Sicherheit NICHT sein (können), sofern dir überhaupt ein Anspruch auf EM-Rente schon berechnet wurde.

Und wie ist die Berechnung der EM-Rente? Es sollen ja 30% des letzten Brutto-Gehalts sein.

Eine EM-Rente hat mit dem letzten Einkommen nicht wirklich viel zu tun, was du bisher an Beiträgen eingezahlt hast (insgesamt) wird mit komplizierten Berechnungen, dann "hochgerechnet" als wärst du (aktuell) bis zum 62. Lebensjahr berufstätig gewesen ...

Mal ganz vereinfacht dargestellt können sehr junge Leute auf diesem Wege eine ziemlich gute EM-Rente bekommen, aber nur wenn sie bis dahin schon einige Jahre (Vollzeit) gearbeitet haben und das Einkommen im Durchschnitt sehr gut war.

Mit ein paar Mini-Jobs und Praktika (die meist schlecht oder gar nicht bezahlt werden) ist das NICHT vergleichbar, damit KANN man keine (zum Leben) ausreichende EM-Rente erreicht haben in deinem Alter.

Nehmen wir an ich habe 4 Jahre über einen Minijob Pflichtversicherungszeit erbracht und nehme dann einen Vollzeitjob an. Sollte ich dann nach 1 oder zwei Jahren die EM-Rente beantragen wir dann tatsächlich nur das letzte Brutto-Gehalt betrachtet.

Wenn du in der Lage bist Vollzeit zu arbeiten, um dir die "EM-Rente" (vermeintlich) zu verdienen, dann wirst du ganz sicher keine benötigen und bekommen, du schreibst doch oben du wärst NICHT in der Lage richtig zu arbeiten, vermutlich Niemals ... :sorry:

Das ist doch nicht" Wünsch dir was", wenn du arbeiten KANNST, dann bekommst du keine Rente wegen Erwerbsminderung, dafür ist die nicht vorgesehen ... :icon_evil:

Das erscheint mir irgendwie komisch, weil ich als Beispiel ja in den 4 Jahren Minijob nicht viel einbezahlt habe.

Das funktioniert ja so auch nicht wie du dir das vorstellst, es gibt keinen bestimmten Prozentsatz EM-Rente vom letzten Brutto-Einkommen ... wer wenig eingezahlt hat (im erforderlichen Zeitraum / bisherigen Erwerbsleben) wird auch nur wenig EM-Rente bekommen, auch das ist eine Versicherungsleistung ... wenn auch eine Gesetzliche.

MfG Doppeloma
 
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