Welche Schritte nach medizinischem Gutachten unternehmen?

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Steinschleuder

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Hallo Leute,:smile:

ich möchte Euch mal wieder um Euren geballten Rat bitten...


Ich hatte neulich eine Untersuchung zur "Feststellung meiner Erwerbsfähigkeit".

Das JC schickte mich zum Gesundheitsamt meiner Stadt, dort wartete eine Amtsärztin auf mich.

Eine Schweigepflichtentbindung zur Unterzeichnung bekam ich vom JC NICHT vorgelegt.

Ich machte mich also vorher hier im Forum einigermaßen schlau, holte mir sämtliche Unterlagen die mir relevant erschienen von meinen Ärzten und legte sie beim Termin der Amtsärztin vor.

Ich musste ihr dann meine Beschwerden mit eigenen Worten schildern, den mir vorher zugeschickten Fragebogen, wo sämtliche Einschränkungen aufgeführt werden sollten, wollte sie nicht sehen.

Nachdem sie die ärztlichen Unterlagen begutachtet hatte wurde ich abgeklopft und abgehorcht, in die Knie und Arm strecken, Zunge raus und AAAA sagen.


Kurz vor Ende der Untersuchung schob sie mir dann ganz dezent eine Schweigepflichtentbindung über den Tisch. Der Zettel war zweigeteilt. Einmal eine Schweigepflichtentbindung gegenüber meinen Ärzten und dann noch eine für die Amtsärztin gegenüber dem JC.

Als ich ihr dann sagte, dass ich nichts unterzeichne, weil ich ihr ja alle wichtigen Unterlagen mitgebracht habe, sprang sie sofort auf und meinte:
"Dann brechen wir die Untersuchung jetzt sofort ab und sie können sich mit dem JC auseinandersetzen und gelten NATÜRLICH als voll erwerbsfähig."


Ich fragte dann erstmal, wie das Gutachten denn aussehen würde, denn ich hätte irgendwo gehört das es da einen Teil A und einen Teil B geben würde.

"Hier gibt's nur EINEN Teil, da stehen nur die Sachen drin, die das JC wissen muss, aber ohne Ihre Schweigepflichtentbindung gegenüber dem JC kann ich keinen Bericht schreiben", sagte sie und packte demonstrativ ihre ganzen Unterlagen in ihren Schreibtisch.

Okay, dank dieses Forums wusste ich, dass ich schon durch mein pures Erscheinen zu der Untersuchung meiner Mitwirkungspflicht nachgekommen war, aber ich war ja eigentlich auch da um etwas zu erreichen.

Darum handelte ich mit ihr aus, dass sie den Zettel nochmal ausdruckt, ohne die Entbindungsklausel für meine Ärzte.

"Das können wir doch einfach durchstreichen...", meinte sie.

"Darauf möchte ich mich nicht verlassen", antwortete ich.

Ich unterzeichnete dann die Schweigepflichtentbindung für die Amtsärztin gegenüber dem JC.



Jetzt komme ich gerade vom JC, da ich eine nette Einladung meiner SB bekam: "Eröffnung des medizinischen Gutachtens".

Gleich auf der ersten Seite gibt es einen Abschnitt: "Folgende Fremdbefunde wurden berücksichtigt".
Dort steht alles drin was ich der Ärztin an Befunden vorgelegt habe, mit Namen und Fachgebiet der jeweiligen Ärzte.:mad:

Darunter kommt dann der Abschnitt: "Darstellung der vermittlungs- und beratungsrelevanten Gesundheitsstörungen".
Da sind sämtliche Beschwerden aufgelistet die festgestellt wurden, mit Fachbegriffen und wo die Wehwechen genau sind.:eek:

Dann folgen Abschnitte in denen aufgeführt ist, was ich arbeitsmäßig darf und was nicht, bis zur Rubrik: "Ergänzendes Leistungsbild".
Dort steht dann haargenau, diesmal in ganzen Sätzen, was ich wo habe.:icon_dampf:

Und schließlich gibt's da noch den Abschnitt: "Welche konkreten Maßnahmen sind notwendig und geeignet zur Wiederherstellung und/oder Erhaltung der Erwerbsfähigkeit".
Da hat die Ärztin dann aufgeführt, auch in medizinischen Begriffen, was ein Doc alles mit mir anstellen könnte.:icon_kotz:



Ich habe die Kopie des Gutachtens von meiner SB erstmal relativ kommentarlos mitgenommen, möchte aber jetzt weitere Schritte einleiten.

Was haltet Ihr von folgendem Vorgehen?


1. Beim Gesundheitsamt sofortiger schriftlicher Widerruf der Schweigepflichtentbindung der Amtsärztin gegenüber dem JC.

Das hilft jetzt zwar im aktuellen Fall nichts mehr, aber da die Entbindung nicht ihre Gültigkeit verliert und man nicht weiß was noch kommt, ist es halt für die Zukunft.


2. Beim JC die schriftliche Untersagung der Weitergabe meiner personenbezogenen Daten an Dritte (Maßnahmeträger, potentielle AG, Sklavenbuden und -treiber).


Kann man das so machen oder fällt Euch noch was anderes ein?


Schonmal vielen Dank das Ihr diesen dicken Wälzer gelesen habt!:popcorn:
 
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