Welche Möglichkeit habe ich bei einer 100% Sanktion, an Zuzahlungs- und verschreibungspflichtige Medikamente zu bekommen, wer kann mir einen Hinweis geben?

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Steckrübe

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Mich würde interessieren was man hier tun kann:

- 100% Sanktion
- nur Miete wird auf das Konto überwiesen
- Lebensmittelgutscheine wurden ausgegeben

Wenn man nun rezeptfreie bzw. zuzahlungs- und verschreibungspflichtige Medikamente benötigt ist man ja erstmal in den Popo gekniffen. Gibt es hier Möglichkeiten?
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Wenn Zuzahlungsgrenze noch nicht erreicht wurde:

20 Flaschen Wasser a 19 Cent plus 25 Cent Pfand von den Gutscheinen kaufen.
Sind die wie in Deinem Fall schon verbraten, dann Flaschen sammeln.

Handy oder Sonstiges ins Pfandhaus.

Ins Krankenhaus einweisen lassen.

Zur Caritas etc. gehen und die Lage schildern.

Bei Standardmedikamenten dem Arzt die Lage schildern, sowas haben die da.
Blutdrucksenker etc.

Blöde Ideen?
Nö, blöd ist es, wenn man vorher nicht nachgedacht hat und deshalb in so eine prekäre Situation gerät.

Ich halte Deine Frage für konstruiert.
 

Seepferdchen 2010

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Hallo Steckrübe

hier in diesem Faden hat dich bereits @Curt The Cat darauf hingewiesen immer eine
aussagekräftige Überschrift zu schreiben, heute ändere ich deine Überschrift noch mal
ab, bitte lies den Hinweis!


Ich wünsche dir weiterhin einen angenehmen Aufenthalt im Forum.
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Mich würde interessieren was man hier tun kann:

- 100% Sanktion
- nur Miete wird auf das Konto überwiesen
Gegen die Sanktion vorgehen.
Im Eilantrag beim SG auch deutlich auf die Notwendigkeit der Medis hinweisen.

- Lebensmittelgutscheine wurden ausgegeben
Mit den Gutscheinen für Oma, Tante oder sonstwen einkaufen und sich den Gegenwert in bar geben lassen.
Ist zwar bestenfalls halblegal (und sollte deshalb auch nicht an die große Glocke gehängt werden), bringt aber das benötigte Bargeld für die Medis.
 
G

Gelöschtes Mitglied 30227

Gast
Das kannste mit in dem Schreiben einfliessen lassen.

Ala
Ebenso brauche ich für verschreibungspflichtige Medikamente jeweils die 5 € Gebühr.
 

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Gollo

Elo-User*in
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Ich weiß nicht, ob das noch immer so ist, aber du solltest als erstes bei deiner Krankenkasse anrufen und die auf das Problem hinweisen. Früher war es so, dass Bedürftige unter einer bestimmten Einkommensgrenze eine Karte bekommen, mit der sie zuzahlungsfrei sind. Einfach bei der Apotheke vorzeigen und man muss keine Rezeptgebühr zahlen.

So war es jedenfalls vor einigen Jahren - ich weiß nicht, ob sich daran etwas geändert hat. Aber als erstes: Krankenkasse anrufen und abklären.
 
G

Gelöschtes Mitglied 66109

Gast
Naja, wenn sonst gar nichts mehr hilft und du eine Stammapotheke hast, vielleicht bekommst du ja die Medis jetzt und darfst die Zuzahlung dann leisten, wenn du wieder Geld hast? Quasi „Anschreiben wie bei Tante Emma“.

Allerdings weiss ich ehrlich gesagt grad selbst nicht, ob ich die Idee nu gut oder schlecht finde.
 

HermineL

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Dazu muss man erst die Zuzahlungsgrenze erreicht haben.
Auch aber nicht nur. Man kann das auch im Voraus an die KK zahlen und hat dann den Rest des Jahres Ruhe. Lohnt sich natürlich nur bei jemanden der auch viel Zuzahlung im Jahr hat.

Die Zuzahlungsgrenze bezieht sich auf das Jahreseinkommen der Familie.
Wobei es für jedes Familienmitglied Freibeträge gibt die aber bei ALG II keine Rolle spielen. Bei einem ALG 2 Empfänger kann man davon ausgehen das außer dem Antragsteller auch alle anderen Familienmitglieder die in der BG sind automatisch mit befreit sind.

Als Berechnungsgrundlage bei ALG II Empfängern gilt der aktuelle Regelsatz, derzeit 424,00 Euro. 2 % davon wären die Zuzahlungsgrenze und bei chronisch Kranken 1 % für die ganze Bedarfsgemeinschaft.
Bei 2 % sind das 424,00 x 12 = 5.088 Euro und davon 2 % = 101,76 Euro. Dafür ist die ganze BG befreit. Bei chronisch Kranken ist es die Hälfte also 50,88 Euro.
 
Zuletzt bearbeitet:

HermineL

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Wenn das der Fall wäre, würde der TE wohl nicht fragen.
Ach und deswegen stimmt das nicht ?

Ich habe es nur eben mal gegoogelt, aber soweit ich das verstehe, zählt für jedes Familienmitglied die Zuzahlungsgrenze des Höchtsverdieners in der Familie. Die Einkommen der Familie werden also nicht summiert.
Die Zuzahlungsgrenze bezieht sich auf das Jahreseinkommen der Familie.
Wenn die Familie ALG II bezieht und alle in der Bedarfsgemeinschaft wird nur ein einziger Regelsatz zu Grunde gelegt und nicht jeweils ein Regelsatz je Familienmitglied.

Bei nicht ALG II Empfängern zählt jedes Einkommen und wird summiert wobei dann die Freigrenzen und Abschläge zum tragen kommen. Die Berechnung ist dann ein wenig komplizierter.
 

Nena

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Wobei ich mich gerade frage, wie sich eigentlich Sanktionen auf die Zuzahlungsbefreiung von ALGII Empfängern auswirkt.
Gar nicht. Diese 40 noch was ist das Minimum, unabhängig vom Einkommen. (Ich lebte mal mit sehr viel weniger Einkommen als ALG2 (von Erspartem) und hatte auch die "Hartz4-Mindestzuzahlung" zu zahlen jeweils im Dezember.)
 
E

ExUser 2606

Gast
Ach und deswegen stimmt das nicht ?
Das sagt doch keiner. Aber es trifft eben auf den TE nicht zu.

Gar nicht. Diese 40 noch was ist das Minimum, unabhängig vom Einkommen. (Ich lebte mal mit sehr viel weniger Einkommen als ALG2 (von Erspartem) und hatte auch die "Hartz4-Mindestzuzahlung" zu zahlen jeweils im Dezember.)
Da würde mich jetzt echt die Rechtsgrundlge interessieren.
 

Claus.

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Was ist bei vorliegen einer 100% Sperre denn 2% von 0 Euro Einkommen?
Das ist eine (wohl gewollte) Regelungslücke -> denn 2% vom Jahreseinkommen.

Zudem eher vom fiktiven Jahreseinkommen. Denn bei AlgII ist die Trickserei /Behauptung, man würde ja auch während einer Sanktion (weiterhin) das AlgII in voller Höhe erhalten. Klingt saudumm, ist aber so. Anderst hat sich wohl die Kürzung des Lebensunterhaltes nicht auch nur ansatzweise irgendwie rechtlich legitimieren lassen. Bei einer Sanktion erlischt "nur" der Auszahlungsanspruch, aber nicht das AlgII an sich.

Die Belastungsgrenze für Zuzahlungen liegt entsprechend bei 2% (weiterhin) bei 101,76€ pro Jahr.
Allerdings sollte sich mit einer regelmäßigen Verschreibung von Medikamenten der Doc m.M.n. auch dazu überreden lassen, einem eine ´Chronikerbescheinigung´ auszufüllen. Als Chroniker sinkt die Belastungsgrenze auf 1% (da ist schon mit eingerechnet daß der Chroniker ja daneben auch noch jede Menge nicht erstattungsfähige Fahrtkosten usw. selber tragen "darf"), also 50,88€

Ich würde (erstmal) versuchen, die KK dazu zu bringen, daß man bei ihr Schulden aufbauen darf.
Die maximal 100€ für die grad nicht leistbaren Zuzahlungen sind doch noch eher etwas überschaubar. Denn die Zuzahlungen gehören genaugenommen nicht dem Hilfsmittelerbringer o.ä., sondern der KK. Der Leistungserbringer / Apotheker / usw. zieht die Zuzahlungen lediglich für die KK ein.
Wobei es eh schon den Sonderfall gibt, daß wenn wegen-was-auch-immer ein Krankenwagen anrumpeln durfte, anschließend nicht vom BRK o.ä. eine Rechnung über die 10€ Zuzahlung einschwebt - sondern die kommt dann direkt von der KK.

Daneben könnte man glatt^^ noch ausprobieren, ob nicht mittlerweile auch etwas über "ergänzende geldwerte Leistungen" respektive Mehrbedarfe (§ 21 SGB II glaub ich; evtl. Abs. 5 bzw. Abs. 6) gehen könnte. Die strickte Nein-Sagerei hinsichtlich der Mehrbedarfe ist m.W.n. doch endlich mal irgendeinem Gericht tierisch sauer aufgestoßen. SG dürfte bei einer 100%-Sanktion wohl so oder so angebracht sein.
 
G

Gelöschtes Mitglied 30227

Gast
Das sollte doch mal vor Gericht geklärt werden.
Wie man mit 0 € Einkommen Zuzahlungen usw. leisten soll.
Bei Fahrtkosten zum JC kann man geldwerte Leistungen in Form von Fahrkarten bekommen.
 

HermineL

Super-Moderation
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Das sollte doch mal vor Gericht geklärt werden.
Wie man mit 0 € Einkommen Zuzahlungen usw. leisten soll.
Sicherlich wäre das interessant aber da muss man sich dann gerichtlich mit dem JC auseinandersetzen nicht mit der KK denn die hat hier dank § 62 SGB V i.V. § 20 SGB II klare Vorgaben.
 
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