Welche Konsequenzen sind möglich, wenn ich wegen Bahnstreiks zu spät am Einsatzort bin? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

avalanche

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Hallo zusammen,

gemäß EVG-Bundesgeschäftsführer Torsten Westphal sind für Montag Warnstreiks der EVG angekündigt, die GDL zieht eventuell nach.

Thorsten Westphal am Sa. meinte:
Reisende müssten schon zu Beginn der kommenden Woche mit erheblichen Zugausfällen rechnen. (...) Die jetzt angekündigten Warnstreiks werden aber nicht mehr zu verhindern sein, unsere Mitglieder sind hochmotiviert.

Mein Zeit-Arbeitgeber wendet den BAP-MTV an und da ist aus meiner Sicht §12 einschlägig:

§12.1 BAP-MTV meinte:
Ist der Mitarbeiter durch Krankheit oder sonstige unvorhersehbare Ereignisse an der Arbeitsleistung verhindert, so hat er dem Arbeitgeber dies unverzüglich, möglichst fernmündlich, mitzuteilen und dabei die Arbeitsunfähigkeit bzw. andere Gründe und die voraussichtliche
Dauer seiner Verhinderung anzugeben. (...)
§12.2 BAP-MTV meinte:
Der Mitarbeiter darf bei vorhersehbaren Ereignissen nur mit vorheriger
Zustimmung des Arbeitgebers der Arbeit fernbleiben.

Meine Fragen wären jetzt:

Sind Zugausfälle wegen Warnstreiks bei der Bahn für mich vorhersehbar ?

Darf der Zeitarbeitgeber meine verspätete Arbeitsaufnahme abmahnen?


Schönes Wochenende, ave
 

Salzwasser

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Wenn die Streiks mit Strecke und Notfallfahrplan vorher bekanntgegebenen werden, dann ist das vorhersehbar.

Aber kaum ein AG wird da bei Verspätung gleich eine Abmahnung schicken. Nacharbeiten kann der AG allerdings verlangen.
 

Mona Lisa

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Ich arbeite im Sekretariat meiner Firma. Bei Streiks oder anderen Gründen des Zugausfalls haben viele angerufen und Urlaub an diesem Tag genommen, natürlich keinen zusätzlichen.

LG

Mona Lisa
 

Porks

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hi
würde bei deiner ZAG anrufen und die sollen dir sagen wie du zur Einsatzstelle kommst ist ja deren Problem .Arbeitsbeginn ist die ZAG und Arbeitsende genauso also warum da sich einen Kopf drum machen .
 

Mona Lisa

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hi
würde bei deiner ZAG anrufen und die sollen dir sagen wie du zur Einsatzstelle kommst ist ja deren Problem .Arbeitsbeginn ist die ZAG und Arbeitsende genauso also warum da sich einen Kopf drum machen .
Das wäre ja eine Besserstellung gegenüber "normalen" Arbeitnehmern. Bist Du Dir da sicher?

LG

Mona Lisa
 

vidar

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Moin @avalanche,

Du musst selbst dafür sorgen, dass du bei deinem Arbeitgeber pünktlich zum Dienst erscheinst. Hier trägst du das Wegerisiko. Wenn du bei einer ZAF beschäftigt bist, gilt hier der Weg bis zu deren Firmensitz. Falls du dich verspäten solltest, könnte die ZAF dir das Gehalt entsprechend kürzen, oder von dir eine Nacharbeit der Zeit verlangen.

Weiter wäre hier zu überprüfen, ob daran anschließend dann für den Weg von der ZAF zum Einsatzort die ZAF zuständig sein könnte, und deshalb das Problem des Wegerisikos bei der ZAF liegen könnte.
 

Salzwasser

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Wenn der gewöhnliche Arbeitsort aktuell der Einsatzort ist, dann muss der TE auch dort erscheinen und nicht beim Firmensitz der ZAF (es sei denn er meldet sich sonst auch immer zuerst dort).

Mit ZAF oder nicht ZAF hat das zudem nichts zu tun. Der AN muss selbst sehen wie er zum vereinbarten, gewöhnlichen Arbeitsort kommt. Auch bei Streik oder schlechtem Wetter.
 

avalanche

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Flaschenhals hier beim HVV (= Hamburger Verkehrs-Verbunt) ist der Hauptbahnhof, über den alle S- und U-Bahnen sowie der meiste Regionalverkehr fährt.
Ob ich vom Hauptbahnhof mit der S-Bahn oder dem Metronom zur ZAF fahre, oder mit der U-Bahn zum Entleiher, bedeutet kaum einen Unterschied,
weil die Züge für einen gewöhnlichen Werktag zwischen 6 und 9h morgens eng (im 5-Min-Takt) getaktet sind.


Wenn durch Streik die Züge (durch Streikbrecher ?) nur alle 20 min fahren, erscheint es dem 54jährigen LAN nahezu unmöglich,
für eine austauschbare Zeitarbeit in einen vollbesetzten Zug zu wechseln, bzw. es braucht eben etwas Zeit dafür.


Die ZAF zahlt ohnehin nur 35h/Woche, da wird es doch wohl ausreichen,
wenn ich ohne eigenes Verschulden diese Woche zwei Stunden weniger arbeite.


Interessant wäre noch die Frage, ob ich von der DB AG als Verhandlungsführer und Betreiber der Hamburger S-Bahnen Schadenersatz für die ausgefallene Arbeitszeit verlangen darf,
weil für die DB AG der angekündigte Warnstreik nicht nur vorhersehbar, sondern auch durch sehr wenig Aufwand abwendbar ist.
Die DB AG braucht hier nämlich nur ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, um zumindest die Fortdauer des Streiks abzuwenden.


Schönen Sonntag, ave
 
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