Welche Konsequenzen drohen, wenn man nach Probearbeit die Stelle ablehnt? (1 Betrachter)

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G

Gelöschtes Mitglied 48050

Gast
Hallo Zusammen,

ich schreibe hier für meine Bekannte, die seit kurzem eine erfolgreiche Qualifizierung als Seniorenbetreuung abgeschlossen hat. Nun wurde sie von einem AG zur Probearbeit eingeladen. Für diesem AG hat sie vom JC einen VV bekommen.

Zuerst hatte sie ein VG, wo sich schon andeutete, dass der AG eher Pflegekräfte benötigt und nur weil es gesetzlich vorgegeben ist Betreuer einstellen will. Bei dem AG gibt es bis jetzt noch keine Betreuung und sie wäre mit die Erste die dort angestellt werden würde. Das heißt das sie auch Aufgaben übernehmen soll, die nicht in den Bereich einer Betreuungskraft fallen und sie auch nicht qualifiziert wurde, z.B. Toilettengänge oder auch Essen anreichen. Bis jetzt haben die Pflegekräfte die Betreuung übernommen.

Da es sich bei Stelle um ein VV handelt, muss sie nun auch zum Probearbeiten und weiß nicht wie sich jetzt verhalten soll, wenn sie dort vermehrt Tätigkeiten für die ausgebildete Pflegekräfte zuständig sind, übernehmen soll.

Wenn das Probearbeiten jetzt nicht gut läuft, muss sie dann bei einer Ablehnung der Stelle mit einer Sanktion vom JC rechnen? Sollte sie Tätigkeiten übernehmen müssen für die sich nicht qualifiziert ist und es würde etwas passieren, Person verschluckt sich oder fällt beim Toilettengang, könnte man sie rechtlich dafür haftbar machen.

Nicht das hier ein falscher Eindruck entsteht, sie will gerne in der Betreuung arbeiten und hat auch schon in den kommenden Tagen noch zwei andere VG bei anderen AG.

Die Frage ist halt, wie kann oder soll sie sich verhalten, wenn die Stelle mit der Probearbeit nun rein gar nichts für sie ist und mit welchen Konsequenzen muss sie dann von Seiten des JC rechnen. Soll sie dort erwähnen, das sie auch noch weitere VG hat? Oder soll sie dort anfangen und dann sich parallel eine andere Stelle suchen. Sie würde dort auf TZ arbeiten und müsste noch weiterhin mit ALG 2 aufstocken.

Vielleicht hat der Eine oder Andere einen Tipp für meine Bekannte. Denn das macht ihr schon etwas zu schaffen, denn sie ihr macht das Arbeiten in der Betreuung sehr viel Spaß und sie bekommt zurecht "Bauchschmerzen", wenn sie Aufgaben übernehmen soll, die nicht zu der Betreuung (gesetzlich § 53c) dazugehören.

Danke für Eure Hilfe und Meinungen!
cadmolino
 

Matt45

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Hallo Zusammen,

ich schreibe hier für meine Bekannte, die seit kurzem eine erfolgreiche Qualifizierung als Seniorenbetreuung abgeschlossen hat. Nun wurde sie von einem AG zur Probearbeit eingeladen. Für diesem AG hat sie vom JC einen VV bekommen.

Zuerst hatte sie ein VG, wo sich schon andeutete, dass der AG eher Pflegekräfte benötigt und nur weil es gesetzlich vorgegeben ist Betreuer einstellen will. Bei dem AG gibt es bis jetzt noch keine Betreuung und sie wäre mit die Erste die dort angestellt werden würde. Das heißt das sie auch Aufgaben übernehmen soll, die nicht in den Bereich einer Betreuungskraft fallen und sie auch nicht qualifiziert wurde, z.B. Toilettengänge oder auch Essen anreichen. Bis jetzt haben die Pflegekräfte die Betreuung übernommen.

Da es sich bei Stelle um ein VV handelt, muss sie nun auch zum Probearbeiten und weiß nicht wie sich jetzt verhalten soll, wenn sie dort vermehrt Tätigkeiten für die ausgebildete Pflegekräfte zuständig sind, übernehmen soll.

Danke für Eure Hilfe und Meinungen!
cadmolino
Warum muss sie Probearbeiten? Habe ich noch nie gehört, dass ein VV auch Probearbeit bedeutet. Es gibt eine Probezeit, dies ist völlig ausreichend. Bin allerdings auch kein Freund der Probearbeit.

Welche Aufgaben bewältigt werden müssen steht im AV. Notfalls müssen/sollten beide Seiten dies bei Abschluss berücksichtigen.
 

erwerbsuchend

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Welche Aufgabenbereiche sind in diesem VV benannt? Was wurde dazu konkret in dem VG besprochen? Grundsätzlich sollte man als AN nur die Tätigkeiten übernehmen, für die man auch ausgebildet wurde. Soll deine Bekannte bei diesem AG ggfs. eine Weiterbildung zur Pflegekraft erhalten, oder soll sie einfach nur Pflegetätigkeiten übernehmen, für die sie keine Qualifizierung hat?

Die Probearbeit wird bezahlt und wurde auch vom JC genehmigt?
 

Zeitkind

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Das heißt das sie auch Aufgaben übernehmen soll, die nicht in den Bereich einer Betreuungskraft fallen
und sie auch nicht qualifiziert wurde, z.B. Toilettengänge oder auch Essen anreichen.
Wenn das der AG bereits im Vorstellungsgespräch als zu erledigende Aufgaben angesprochen hat,
kommt weder eine Probezeit, noch eine Stellenbesetzung infrage.
Beides kann aus wichtigem Grund abgelehnt werden, da für diese Tätigkeiten keine Qualifikation vorliegt.
Das Berufsbild Seniorenbetreuer hat wenig mit körperlicher Pflege zu tun.
... muss sie dann bei einer Ablehnung der Stelle mit einer Sanktion vom JC rechnen?
Nein. Wichtig wäre nachzuweisen, daß o.g. Tätigkeiten abgefordert werden.
 

Badener

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Das heißt das sie auch Aufgaben übernehmen soll, die nicht in den Bereich einer Betreuungskraft fallen und sie auch nicht qualifiziert wurde, z.B. Toilettengänge oder auch Essen anreichen. Bis jetzt haben die Pflegekräfte die Betreuung übernommen.
Hallo,
die Frage ist ... möchte Sie die Stelle? Möchte Sie dort arbeiten? KANN sie die Aufgaben?
Ok, Toilettengänge sind nicht jedermanns "Ding" denke hier kann Sie dem AG auf jeden Fall sagen, das sie das NICHT machen wird. Dafür darf es auch keine Sanktion geben!!!
Essen anreichen (füttern?) denke ich, ist schon im Rahmen dessen was man (wenn man die Stelle will) auch machen kann.
Ich habe erlebt das der Haushaltshilfe, die Badehilfe erklärt wurde, wie sie die Kundin in die Wanne lassen kann. Wurde natürlich strickt abgelehnt!!!
Sie kann ja Probearbeiten, soll dann den Termin zum möglichen "Einstellungsgespräch" hinauszögern, bis sie die anderen Stellen "gecheckt" hat.
Dann kann Sie immernoch absagen.
LG
 

gila

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Mal konkret zu der Frage: Das Anforderungsprofil einer Betreuungskraft nach 53 c ist KLAR umrissen.
Meine Schwester hat ebenso diese Ausbildung gemacht und im Pflegeheim gearbeitet.
ABER: auch für sie galt: es lässt sich nicht immer "vermeiden", dass gewisse Handreichungen und Hilfen notwendig werden.

Hier: https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/pflegeversicherung/beratung_und_betreuung/betreuungskraefte/2016_11_23_Pflege_Betreuungskraefte-RL__53c_SGB_XI.pdf

Kann man dazu mehr erfahren, aber auch beachten:

Zu den Aufgaben der zusätzlichen Betreuungskräfte gehören auch die Hilfen, die bei der Durchführung ihrer Betreuungs- und Aktivierungstätigkeiten unaufschiebbar und unmittelbar erforderlich sind, wenn eine Pflegekraft nicht rechtzeitig zur Verfügung steht.
Zusätzliche Betreuungskräfte dürfen weder regelmäßig noch planmäßig in körperbezogene Pflegemaßnahmen sowie hauswirtschaftliche Tätigkeiten eingebunden werden.
Maßnahmen der Behandlungspflege bleiben ausschließlich dafür qualifizierten Pflegekräften vorbehalten.
Die Einhaltung dieser Vorgaben obliegt der verantwortlichen Pflegefachkraft nach § 71 Abs. 3 SGB XI.
Den zusätzlichen Betreuungskräften dürfen bei Hinweisen zur Einhaltung dieser Vorgaben an die Verantwortlichen keine Nachteile entstehen.
Fazit: hin und wieder mal jemand aus dem Rolli hieven, oder auch mal ein Toilettengang, Essen anreichen, nach den genannten AUSNAHMETATBESTÄNDEN war immer wieder mal erforderlich.
(Hat man diese Ausbildung vom JC bekommen, und hat z.B. nebenbei "Rücken", sei gesagt, dass dies auch ab und an mal belastend sein kann!)
Grundsätzlich ist dies auch wieder mal eine der Ausbildungen, die viele aus der Hilfe in den Markt "schwemmen" soll, auf Teufel komm raus - ob Bedarf da ist oder nicht. (Glück gehabt, wenn in der Nähe was ist!)

Um Konfrontationen zu vermeiden (denn die prof. Pflegekräfte sehen es - zu Recht - gar nicht gerne, wenn hier die Einrichtungsleitung ihre Aufgaben klammheimlich den ZUSÄTZLICHEN Betreuungskräften überlässt) wäre es ratsam, den Umfang und die Art solcher "gelegentlich erforderlichen Handreichungen" immer auch mit der Pflegeleitung zu besprechen!

Es ist ja weiter in den Statuten festgelegt, s.o.: Den zusätzlichen Betreuungskräften dürfen bei Hinweisen zur Einhaltung dieser Vorgaben an die Verantwortlichen keine Nachteile entstehen

Sprich: also DARF man getrost Kritik üben, sollte einem das zu häufig vorkommen.
GRUNDSÄTZLICH aber kann man das nicht einfach ausklammern - denn es geht auch um das Wohl der Senioren und eine lückenlose Betreuung, wenn der Bedarf dringlich da ist und nicht aufschiebbar bis eine Pflegekraft kommt.

Ich würde die Probezeit nutzen, um das gesamte Geschehen, Auslastung, Einsatz der Pflege, Präsenz etc. zu beobachten.
Dann müsste schon auffallen, ob ausreichend Kräfte zur Verfügung stehen und nur mal "gelegentlich" ein kleiner Pipi-Notstand entsteht oder ein dementer "Läufer" mal "einzufangen" ist, damit er nicht Unfug anrichtet in einer anderen STation ;-) - oder hier generell Unterbesetzung von (teureren) FACHKRÄFTEN auch noch durch billige Betreuer standardmäßig "gepflegt" wird.

Ansonsten kann das ein sehr schöner, wenn auch anstrengender (meine Schwester hatte immer gut 20 Leutchen) aber auch erfüllender Beruf sein!


Welche Konsequenzen drohen, wenn man nach Probearbeit die Stelle ablehnt?
Nun, DAS wiederum käme auf die GRÜNDE an, aus denen man nicht in den Job einsteigen möchte!

Wenn hier die gesetzlichen Vorgaben nicht beachtet werden und man merkt, dass man zur billigen Pflegekraft mutiert -
hilft wohl nur ein offizielles "Anprangern" dieser Zustände und abwarten, welcher Wind einem da entgegen weht ...
 
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