Welche Fristen muss ich bei ALG1/Nahtlosigkeit beachten und welche Probleme kann es geben?

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Anderssein

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Hallo,

mich habe eine EMR-Rente beantragt und hatte vor ein paar Monaten den Gutachtertermin. Mitte 2020 wurde der Rehaantrag (Aufforderung durch die Krankenkasse) abgelehnt, weil keine Besserung zu erwarten ist. Mitte Mai läuft mein Krankengeld aus. Ich habe gelesen, dass ich spätestens 3 Monate vor der Aussteuerung ALG1 beantragen muss. Ist das eine Pflicht, so früh zu handeln? Sind es 90 Tage oder drei Volle Monate, in meinem Fall sogar 3,5 Monate, da Mitte Mai das Krankengeld ausläuft. Welche Konsequenz hätte ein Antrag kurz vor der Aussteuerung Anfang Mai.
Ich befürchte mit dem Antrag eine weitere Rehaaufforderung oder Vermittlungsversuche auszulösen. Wahrscheinlich kommt der EMR-Bescheid vor Ende des Krankengeldes. Aber man weiß ja nicht. Kann die Agentur nach Antragseingang vor der Aussteuerung mit einer Rehaaufforderung oder mit anderen Aktivitäten aufwarten oder erst Mitte Mai aktiv werden?
Welche Auswirkungen hat das ALG1 auf das formal noch bestehende Arbeitsverhältnis?
 

Curt The Cat

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Hallo @Anderssein ... ,

Ich möchte dir Forenregel 11 in Erinnerung bringen, immer eine aussagekräftige Überschrift für neue Themen zu erstellen.
Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage, die sich auch auf den Inhalt deines Erstpostings, bzw. dein Anliegen bezieht, soviel Zeit sollte sein.
Ergänzend verlinke ich auf Forenregel #11 und den Hinweis der Administration dazu...

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Nahtlosigkeit Fristen und Probleme
 

HermineL

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Es gibt keine Pflicht sich 90 Tage/3 Monate vor Eintritt der Aussteuerung bei der AFA zu melden. Ganz im Gegenteil es ist ratsam sich so spät wie möglich dort zu melden und direkt einen Antrag auf ALG I nach § 145 SGB III zustellen.

Ich befürchte mit dem Antrag eine weitere Rehaaufforderung oder Vermittlungsversuche auszulösen.
Wenn du bis dahin keinen EMR hast passiert das mit Sicherheit denn bei einem Antrag auf ALG I nach Aussteuerung muss die AFA eine Begutachtung durch den ärztlichen Dienst durchführen lassen. Ist dieser der Meinung das du für mehr als 6 Monate unter 3 Stunden pro Tag leistungsfähig bist bekommst du ALG I Nahtlosigkeit. Allerdings ist die AFA dann ebenfalls durch § 145 SGB II gezwungen dich zur Beantragung einer Reha innerhalb von 4 Wochen aufzufordern. Folgst du dieser Aufforderung nicht wird dir die Leistung solange eingestellt bis das du mitwirkst.

Wahrscheinlich kommt der EMR-Bescheid vor Ende des Krankengeldes.
Was mach dich so sicher das die EMR überhaupt bewilligt wird?
Ich wäre das etwas skeptischer denn Erfahrungsgemäß werden rund 50% der Anträge zunächst abgelehnt.
 

Anderssein

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Es gibt keine Pflicht sich 90 Tage/3 Monate vor Eintritt der Aussteuerung bei der AFA zu melden. Ganz im Gegenteil es ist ratsam sich so spät wie möglich dort zu melden und direkt einen Antrag auf ALG I nach § 145 SGB III zustellen.
...
Was mach dich so sicher das die EMR überhaupt bewilligt wird?
Ich wäre das etwas skeptischer denn Erfahrungsgemäß werden rund 50% der Anträge zunächst abgelehnt.
Die Krankenkasse hat geschrieben, dass ich gleich nach Empfang der Mitteilung zur Aussteuerung im Mai (vor ein paar Tagen) Kontakt zur Agentur für Arbeit aufgenommen werden sollte.

Was ist, wenn der Medizinische Dienst der Agentur für Arbeit der Begutachtung durch die DRV wiederspricht?
 

HermineL

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Die Krankenkasse hat geschrieben, dass ich gleich nach Empfang der Mitteilung zur Aussteuerung im Mai (vor ein paar Tagen) Kontakt zur Agentur für Arbeit aufgenommen werden sollte.
Was die Krankenkasse da schreibt sollte dich nicht irritieren. Das ist nicht deren Fachgebiet und ein Standardschreiben. Fakt ist das man sich erst unmittelbar vor der Aussterung bei der AFA melden sollte und das es keine Pflicht gibt dies 90 Tage vorher zu machen.

Was ist, wenn der Medizinische Dienst der Agentur für Arbeit der Begutachtung durch die DRV wiederspricht?
Wenn der ärztliche Dienst der Bundesagentur für Arbeit vom Gutachten der DRV abweicht hat die AFA bei einem darauf basierenden Bescheid ein Problem. Den dieser Bescheid ist umgehend angreifbar weil ein sozial-medizinisches Gutachten des Rentenversicherungsträgers für alle Leistungsträger des Zweiten, Dritten, Fünften, Sechsten und Zwölften Sozialgesetzbuch bindend ist. Mit anderen Worten der ÄD der BA darf nicht von dem Gutachten der DRV abweichen weil ein Gutachten der DRV höherwertig ist und nur ein Gutachten im Sozialgerichtsverfahren dieses Gutachten der DRV angreifen könnte.
 

Kerstin_K

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Welche Auswirkungen hat das ALG1 auf das formal noch bestehende Arbeitsverhältnis?
Keine, dein Arbeitsverhältnis ruht weiterhin. Du solltestdich auch weiter krankschreiben lassen, die bescheinigung aber nicht bei der AfA abgeben. Du brauchst die AUB ja sowieso für deinen Arbeitgeber. Zur Krankenkasse geht die bescheinigung seit diesem Jahr automatisch.
Allerdings ist die AFA dann ebenfalls durch § 145 SGB II gezwungen dich zur Beantragung einer Reha innerhalb von 4 Wochen aufzufordern. Folgst du dieser Aufforderung nicht wird dir die Leistung solange eingestellt bis das du mitwirkst.
Grundsätzlich ja, aber die AfA fordert dazu auf, einen Reha- oder Rentenantrag zu stellen. da der Rentenantrag schon läuft, muss man dann nur noch die Antragstellung nachweisen, aber nicht noch einen Antrag stellen.
 

Dunken

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