Welche Belege sammeln nach Ablehnung ALG II (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Fresie

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Hallo zusammen,

ich bin neu hier und habe mal eine Frage. Vielleicht hat jemand Erfahrung und kann mir helfen.

Mein Anspruch auf ALG I ist im Mai abgelaufen. Daraufhin habe ich ALG II beantragt. Der Antrag wurde abgelehnt, da mein verwertbares Vermögen über dem Freibetrag lag. Das kam hauptsächlich durch eine verwertbare Lebensversicherung zustande. Ich konnte diese auch nicht umwandeln mittels Verwertungsausschluss, da ich früher bereits Teilauszahlungen aus dieser Versicherung bekommen habe und die Fälligkeit der letzten Teilauszahlung vor Rentenbeginn liegt.

Diese LV habe ich nun gekündigt (sie ruht bereits, da ich diese mit dem Arbeitslosengeld nicht mehr bezahlen konnte).

Es handelt sich um einen Rückkaufswert von etwa 16.000 €. Wenn das Geld eines Tages verbraucht ist, und ich noch immer keine Arbeit gefunden habe, werde ich wohl erneut ALG II beantragen müssen.

Vermutlich verlangt das Jobcenter dann Belege, wofür das Geld verbraucht wurde.
----> Meine Frage: Muß ich jetzt alle Belege sammeln, auch vom Kauf von Lebensmitteln, Friseurbesuch, Tanken, Kleidung, Medikamente usw.?
Oder nur über größere oder mittlere Anschaffungen, wie Kleidung, Schuhe, vielleicht alles über 100 €? Was raten Sie?

Im voraus herzlichen Dank für Antwort(en).

Liebe Grüße
Fresie
 

ela1953

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Wenn du das Geld hast, brauchst du nicht so zu leben, wie ein ALGII Empfänger. Du darfst also auch mehr als die ca 700 Euro im Monat ausgeben, die mir zustehen.

Bevor ALGII eingeführt wurde, wurde sogar dazu geraten, geplante Anschaffungen auf 2004 vorzuziehen.

Du brauchst auch nur den Betrag auszugeben, der über deinem Schonvermögen liegt.

Das darf 150 Euro pro Lebensjahr betragen plus 750 Euro Reserve.

Also schon mal weniger als die 16000 Euro. Wenn du in naher Zukunft ein neues Auto brauchst oder ein Fahrrad, Möbel usw. darfst du die von deinem Schonvermögen anschaffen. Auch darfst du an Lebensmitteln mehr als die ca. 100 Euro im Monat ausgeben, die dafür im Regelsatz vorgesehen sind.

Auch solltest du deine Vorräte an haltbaren Lebensmitteln, Klopapier und Pflegeartikel gut aufstocken. Mit ALGII muss man daran sparen.

Neulich las ich, dass man auch einen Teil fest anlegen kann. Das Jobcenter müsse dir auch ALGII zahlen, wenn du das Geld verhockt hast. Aber darüber bekommst du sicher noch Tipps, denn darüber weiß ich kaum etwas.
 

Solanus

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Hallo zusammen,

ich bin neu hier und habe mal eine Frage. Vielleicht hat jemand Erfahrung und kann mir helfen.

Mein Anspruch auf ALG I ist im Mai abgelaufen. Daraufhin habe ich ALG II beantragt. Der Antrag wurde abgelehnt, da mein verwertbares Vermögen über dem Freibetrag lag. Das kam hauptsächlich durch eine verwertbare Lebensversicherung zustande. Ich konnte diese auch nicht umwandeln mittels Verwertungsausschluss, da ich früher bereits Teilauszahlungen aus dieser Versicherung bekommen habe und die Fälligkeit der letzten Teilauszahlung vor Rentenbeginn liegt.

Diese LV habe ich nun gekündigt (sie ruht bereits, da ich diese mit dem Arbeitslosengeld nicht mehr bezahlen konnte).

Es handelt sich um einen Rückkaufswert von etwa 16.000 €. Wenn das Geld eines Tages verbraucht ist, und ich noch immer keine Arbeit gefunden habe, werde ich wohl erneut ALG II beantragen müssen.

Vermutlich verlangt das Jobcenter dann Belege, wofür das Geld verbraucht wurde.
----> Meine Frage: Muß ich jetzt alle Belege sammeln, auch vom Kauf von Lebensmitteln, Friseurbesuch, Tanken, Kleidung, Medikamente usw.?
Oder nur über größere oder mittlere Anschaffungen, wie Kleidung, Schuhe, vielleicht alles über 100 €? Was raten Sie?

Im voraus herzlichen Dank für Antwort(en).

Liebe Grüße
Fresie
Solange Du keine H4 Leistung beziehst, bist du dem JC nicht Rechenschaftsplichtig, was DU mit deinem Geld anstellst. Größere Anschaffungen können schon Fragen provozieren, so dass die auch im Nachhinein begründet sein sollten.

Die ganz normalen Lebenshaltungskosten brauchst Du nicht belegen. Du musst Dich auch nicht einschränken, so lange Du keine H4 Leistung beziehst. Lebe so wie bisher weiter und es wird keine Fragen geben. Und ob Du nun ab und zu dir zu Hause eine kleine Barreserve anlegst, was ich auf alle Fälle, für überraschende Nachnahmezahlungen:icon_twisted:, tun würde, hat keine Relevanz.

Auf alle Fälle würde ich viele Dinge von EC- auf Barzahlung umstellen. Sprich öfters und vermehrt mit Bargeld zahlen, weniger mit Karte. Kartenzahlungen sind leichter kontrollierbar und bilden leichter ein Bewegungs- und Zahlungsprofil ab.

Regelmäßige, vor allem für H4 relevante Zahlungen wie Miete, Nebenkosten, Energie, Versicherungen, Zeitungsabo etc., würde ich übers Konto laufen lassen. Lebensmittel, Kleidung, Auto, Vergnüglichkeiten vermehrt in Bar. Dafür einmal wöchentlich oder in längeren Abständen Bargeld abheben.

Versuche so wenig wie möglich Zahlungsvorgänge auf dem Konto zu haben. Was nicht auf dem Kontoauszug auftaucht, kann keine Fragen provozieren.

Auch später im H4 Bezug, bist Du nur in absoluten Ausnahmefällen Nachweispflichtig für Deine Ausgaben. Im Normalfall geht es das JC nichts an, wofür Du Dein Geld ausgibst.
 

Fresie

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Hallo Ela1953 und Solanus,

vielen Dank für Ihre Antworten. Das hilft mir doch sehr! Dann mache ich weiter wie bisher.
In der Vergangenheit habe ich mir immer 300 € vom Konto geholt, und dann wieder, wenn es verbraucht war. Die regelmäßigen Zahlungen laufen ja sowieso übers Konto.
An überraschende Nachnahmezahlungen ab und zu habe ich auch schon gedacht.
Ich bewahre dann nur Quittungen auf, für größere Anschaffungen, falls mal was kaputt gehen sollte. Eine etwas größere Anschaffung (neue Polstergarnitur, die alte war 20 Jahre alt) habe ich noch vor Antrag ALG II vorgenommen. Da wurde auch gar nicht weiter nachgefragt, als ich die Kontoauszüge und Sparbuch vorlegen mußte.

Nochmals vielen Dank, ein tolles Forum ist das, gut dass ich darauf gestossen bin.
Ein schönes Wochenende allen, viele Grüße

Fresie
 

Konstabler

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Eine wichtige Frage wäre auch, ob deine jetzige Wohnung angemessen ist.

Wenn nicht, würde ich umziehen, solange ich noch selber eine gewisse Entscheidungsfähigkeit habe.

Gibt es eigenen Haus- und Grundbesitz?
 

Fresie

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Hallo Konstabler,

Sie gaben gut mitgedacht, bezügl. der Wohnung. Ja, sie scheint angemessen zu sein. Da gab es keine Probleme oder Hinweise seitens des Jobcenters. Ich bin alleinstehend und die Wohnung ist 42 qm groß.
Eigenes Haus oder Grundbesitz gibt es nicht.

Mit meinen Vermietern verstehe ich mich sehr gut, ich wohne schon so ziemlich genau 20 Jahre dort. Ich habe zwar schon manchmal an eine etwas größere Wohnung gedacht, evtl. so um 55 qm, als ich noch gearbeitet habe, aber das gute Verhältnis war mir doch wichtiger.
Auch Ihnen ein schönes Wochenende.

Viele Grüße
Fresie
Vielen Dank für Ihre Antwort und Gedanken!
 

Konstabler

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Ja, sie scheint angemessen zu sein. Da gab es keine Probleme oder Hinweise seitens des Jobcenters.
Die Grösse ist ok, jedoch sind die Kosten der Unterkunft zu prüfen.

Es sind nicht nur die Quadratmeter auf Angemessenheit zu rpüfen, sondern vor allem die damit verbundenen Kosten.

Es kann sein, dass hier ein Informatonsdefizit besteht, denn das Jobcenter zahlt nach § 22 SGB II max. sechs Monate lang auch unangemessene Kosten der Unterkunft, es erfolgt eine Aufforderung zur Senkung der Kosten der Unterkunft.

Wäre die Wohnung zu teuer, hätte man bei ALG II ein Problem.
 

Konstabler

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Noch ein Hinweis:

Da hier sowieso Vermögen abgeschmolzen werden muss, würde ich auch Mittel für eine wie auch immer geartete berufliche Weiterbildung vorsehen, denn bei ALG I und II sind Bildungsgutscheine fast schon Bückware und eine Gewährung nicht zu erwarten.

Dann hätte man das Geld wenigstens nicht verlebt, sondern einigermassen sinnvoll ausgegeben, insbesondere dann, wenn man bereits älter ist und eigentlich eine berufliche Aktualisierung benötigt.
 

Solanus

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Noch ein Hinweis:

Da hier sowieso Vermögen abgeschmolzen werden muss, würde ich auch Mittel für eine wie auch immer geartete berufliche Weiterbildung vorsehen, denn bei ALG I und II sind Bildungsgutscheine fast schon Bückware und eine Gewährung nicht zu erwarten.

Dann hätte man das Geld wenigstens nicht verlebt, sondern einigermassen sinnvoll ausgegeben, insbesondere dann, wenn man bereits älter ist und eigentlich eine berufliche Aktualisierung benötigt.
Thema: Sprachreise, 2. Ausbildung, Abendschule, Quali-Lehrgang etc.

M. E. sehr interessante Idee von Konstabler!
 

Fresie

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Hallo zusammen,

ich finde die Idee von Konstabler auch sehr interessant.

Noch einmal bezüglich der Mietkosten. Die wurden auch nicht vom Jobcenter beanstandet.
Der Sachbearbeiter sagte wohl, dass ich dort günstig wohnen würde, und da sogar noch Spielraum bestehen würde. Ich zahle 245 € für die 42 qm, incl. Carport, incl. pauschaler Nebenkosten (Endabrechnung Heizung u. Wasser, Schornsteinfeger usw.) zum Jahresanfang). Strom zusätzlich direkt an Eon.

Letztes Jahr hatte ich vor, mich in Sachen Business-Englisch weiterzubilden, hatte schon Unterlagen von der IHK angefordert. Da hat mich die Agentur für Arbeit in Sachen Buchführung und Rechnungswesen auf eine Weiterbildung geschickt.
An diesen Englischkurs habe ich nun auch wieder gedacht. Aber es ist bei mir noch zu keinem Entschluss gekommen. Ich bin 52 Jahre alt und habe etwas Bedenken. Zum einen sind da vermutlich nur Jüngere und zum anderen fällt das Lernen nicht mehr ganz so leicht.

Ich hatte auch mehrfach die dauernd wechselnden Sachbearbeiter bei der Agentur für Arbeit auf einen Englischkurs angesprochen. Entweder wollten sie davon nichts wissen, oder eine sagte, es würde nur einen Kurs im Jahr geben, der wäre stets ausgebucht.
Und plötzlich kam die Weiterbildung Rechnungswesen, wo der Schwerpunkt auf Finanzbuchhaltung und Lohn- u. Gehaltsabrechnung mit Lexware lag. Früher habe ich im Bereich Buchhaltung gearbeitet, danach 19 Jahre lang im Einkauf. Ich hätte Weiterbildung in Englisch für wichtiger gehalten.

Ich danke noch einmal allen für die sehr guten Ratschläge!

Viele Grüße Fresie
 
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