Welche Argumente sprechen für eine Umschulung oder Weiterbildung obwohl man ein abgeschlossenes Studium hat? (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

G

Gelöschtes Mitglied 68852

Gast
Hallo liebe Forenmitglieder,

ich habe mich registriert, weil ich einen sehr interessanten Beitrag aus dem Jahr 2016 zum Thema Umschulung gelesen habe. Damals hat "Markus1986ha" ein paar sehr gut formulierte Widerspruchstexte von "ExitUser" erhalten. Vielleicht gibt es in meinem Fall auch Argumente für eine Umschulung von denen ich bisher noch nichts ahne.
Ich bin 34 Jahre alt und studierte MSc. Umweltingenieurin. 2014 habe ich mein Studium absolviert und arbeitete insgesamt 4 Jahre in zwei verschiedenen Firmen. Ende 2018 habe ich dann ein Zweitstudium begonnen, welches ich nun aus diversen Gründen abgebrochen habe. Meine berufliche Situation ist prekär. Ich bin zwar studierte Umweltingenieurin, finde aber dennoch keinen Job, weil Unternehmen lieber auf handfeste Ingenieure wie Maschinenbauer, Verfahrenstechniker oder Elektrotechniker zurückgreifen. Seit 2013 bis heute habe ich deutschlandweit 109 Bewerbungen versendet und nur insgesamt 5 Jobangebote erhalten...innerhalb von 6 bis 7 Jahren! Nun bin ich arbeitslos und sehe nur einen Ausweg aus meiner Lage: Umschulung. Ich habe mich fachfremd, auch für Bürotätigkeiten, beworben. Aber ohne kaufmännische Ausbildung kann ich mit meinem Studium auch nichts anrichten.
Es gibt im Umkreis von 50 km nur eine Stelle und diese trifft nichtmal ganz meine Qualifikation.

Diese Woche hatte ich einen Termin bei einer blutjungen Fachkraft bei der ARGE. Sie gab mir sofort zu verstehen, dass ich aufgrund meiner "Ausbildung" und meiner kurzen Arbeitslosigkeit keinen Anspruch auf eine Umschulung habe. Sie wollte mich mit Maßnahmen wie "Bewerbungstraining" bei Schach halten. Allerdings habe ich bereits in meinem ersten Studium alle möglichen Kurse in der Richtung besucht. An meiner Bewerbung liegt es nicht.
Kommende Woche Dienstag habe ich einen weiteren Termin bei einer anderen Fachkraft. Es geht um das Thema Weiterbildung. Ich hatte mir als Alternative eine Weiterbildung, aufbauend auf mein Studium, überlegt. Hier gibt es im Umkreis von 50 km zumindest schonmal 10 Stellen. Berauschend ist der Stellenmarkt aber auch nicht. Muss man denn erst lange arbeitslos sein, bis mal etwas bewilligt wird? *Kopfschüttel*

Wie könnte ich die Fachraft bei der ARGE von einer Umschulung oder Weiterbildung überzeugen?
Am liebsten würde ich den schriftlichen und offiziellen Weg gehen, allerdings habe ich noch keine sicheren Argumente, außer, dass keine Umweltingenieure im 50 km Umreis gesucht werden (50 km sind schon sehr weit).

Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand helfen könnte :)
 

HermineL

Super-Moderation
Mitglied seit
4 September 2017
Beiträge
4.289
Bewertungen
13.956
Hallo @Jule1985 und Willkommen im Forum

Bitte überlege dir noch eine aussagekräftige Überschrift, am besten verbunden mit einer Frage. Du kannst deinen Beitrag insgesamt eine Stunde lang nach Erstellung bearbeiten.

Ein ganzer Satz oder eine vollständige Frage ist immer freundlich und soviel Zeit sollte sein - ergänzend verweise ich auch auf die Forenregel 11.

Im Editor der Überschrift findest du zudem auch den Hinweis:
Themen-Überschrift, bitte den Themeninhalt (nicht zu) kurz beschreiben
Schau bitte in diesen Link, hier hat unser @Admin2 genau erklärt warum eine aussagekräftige Überschrift so wichtig ist:

Ich wünsche dir noch einen angenehmen Aufenthalt im Forum.
 

Antihartzer19

Elo-User*in
Mitglied seit
28 November 2019
Beiträge
326
Bewertungen
260
In der jobsuche bundesweit der Agentur finde ich eine Stelle in Augsburg beim Bauamt.
 

Mona Lisa

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
15 Januar 2008
Beiträge
979
Bewertungen
1.022
Wie sieht denn der Stellenmarkt für Umweltingenieure bundesweit aus? Viele junge Akademiker müssen auch umziehen. Wäre das eine Alternative für Dich?

LG Mona Lisa
 
G

Gelöschtes Mitglied 68852

Gast
Hallo,
ich glaube es gibt bundesweit um die 200 Stellen, wovon mindestens die Hälfte nicht auf meine Qualifikationen zutreffen. Ich bin bereits mehrfach umgezogen und gependelt bin ich auch schon. Da wir uns mittlerweile ein Haus gekauft haben möchte ich nicht mehr umziehen.

Obwohl, wenn ich in der Jobsuche "Nur Stellen mit den folgenden Begriff: Umweltingenieur" eingebe, erscheinen ganze 21 Stellen bundesweit.

Liebe Grüße
 

PhilippNixdorf

Neu hier...
Mitglied seit
2 Februar 2020
Beiträge
19
Bewertungen
46
Hallo Jule,

ich habe über 5 Jahre als Berater im Jobcenter gearbeitet und kann aus meiner Erfahrung folgendes zu deinem Problem sagen:

Die Strategie, bei hochqualifizierten Menschen - sowohl mit Berufserfahrung wie auch Berufseinsteigern - erst einmal nicht auf Weiterbildung zu setzen, sondern auf Bewerbungstraining, ist so verkehrt oft nicht. Denn es schadet in den seltensten Fällen, einmal andere über die Bewerbungsunterlagen schauen zu lassen und sich etwaige Ideen zu holen, was man ggfs. umstellen, besonders hervorheben, weglassen oder anders formulieren könnte. Ich selbst hatte nach dem Studium ein zweistündiges Coaching in Anspruch genommen (vom JC finanziert), um eine Rückmeldung dazu zu erhalten, wie mein Auftreten wirkt, zumal es ja manchmal Differenzen zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung gibt, derer man sich gar nicht bewusst ist, bis man auf sie aufmerksam gemacht wird. Mir hat das durchaus was gebracht. Viele Akademiker meinen, dass sie in Sachen Bewerbung bestens Bescheid wüssten. Meiner Erfahrung ist eine andere. Das aber nur vorab als Hinweis. Nun konkret zu deinem Anliegen:

Wer arbeitslos ist, hat zwei Möglichkeiten, wenn es um Weiterbildung geht. Man kann sich zum einen spezialisieren, also um Fortbildungen bemühen, die auf einen Teil dessen aufbauen, was man schon beherrscht, und sich so eine Expertise aufbauen. So ein Spezialistentum birgt Vorteile, wenn man eine Stellenausschreibung findet, in der genau die Spezialisierung gefordert wird, die man hat. Es birgt aber den Nachteil, dass man sich „falsch“ spezialisieren kann, also in einer Nische, die wenig gefragt ist. Die zweite mögliche Strategie ist daher, sich breiter aufzustellen, sich also um Weiterbildungen zu bemühen, die jene Kompetenzen erweitern, die in vielen Berufsfeldern gefragt sich und sich nicht auf das studierte Fach (in deinem Fall Umweltingenieurswesen) beschränken.

Das wären z. B. Kurse in Projekt- und Qualitätsmanagement sowie in interkultureller Kommunikation (ist in diversen Arbeitsfeldern gefragt), im Bereich Didaktik (um z. B. Kurse in Umweltmanagement an VHS etc. leiten zu können) oder Hochschul-Zertifikatsprogramme in Business Administration (was für Verwaltungs/Organisationsaufgaben nützlich ist). Auch Aufstiegsfortbildungskurse der IHK und die Kenntniss/Zertifizierung in spezifischen Verfahrenstechniken könnten dir ggfs. etwas bringen. Ohne dich zu kennen und deine Wünsche/Neigungen/Ideen durchzusprechen, kann ich dir hier aber keine konkreteren Tipps geben, zumal Umweltmanagement ja weit gefächert ist. Nur soviel vielleicht auf Basis dessen, was ich bisher weiß:

Da du sagst, dass du örtlich gebunden bist, glaube ich, dass du mit der zweiten Strategie (sich breiter aufstellen) besser fährst, weil du dann auch die Chance hast, Referenten- oder ggfs. Sachbearbeiter-Stellen in artverwandten Bereichen zu besetzen. Wenn es in der Industrie nicht klappt, kann ggfs. der öffentliche Dienst für dich eine Einstiegsmöglichkeit bieten. Für Sachbearbeiter-Stellen in öffentlichen Einrichtungen braucht man meist zwar den Angestelltenlehrgang II (aber nicht immer), bei Referentenstellen hingegen ist oft ein wissenschaftlicher Hochschulabschluss gefordert, den du ja mitbringst. Auch manche Verbände und NGO stellen Umweltmanager ein. Das sind oft (Umwelt)Ingenieure, aber auch Sozialwissenschaftler und viele weitere Berufshintergründe gibt es hier, wenngleich die Bezahlung hier oft eher unterdurchschnittlich ist. Des Weiteren rate ich dir dazu, bei der Suche nach Stellen als Suchworte nicht nur Umweltingenieurin einzugeben, sondern z. B. auch Suchworte wie Umweltmanagement, Klimaberaterin, Nachhaltigkeit, Sustainability Management etc.

Meine Strategie wäre, Fördern und Fordern in einen echten Ausgleich zu bringen. Du gibst der Arbeitsvermittlerin zu verstehen, dass du bereit bist, dich auf ein gezieltes Einzelcoaching einzulassen (z. B. 10 Stunden), bei dem deine Bewerbungsunterlagen professionelle durchgecheckt werden und du eine Rückmeldung zu deinem Auftreten erhältst. Du bittest aber gleichzeitig darum, in die Eingliederungsvereinbarung mit aufzunehmen (oder schriftlich in VerBIS zu fixieren), dass du einen Bildungsgutschein erhältst, sofern du in den kommenden 4 Monaten kein Arbeitsangebot erhältst. So ist euch beiden gedient. Der Vermittlerin signalisierst du, dass du bereit bist, deren Idee umzusetzen bzw. ihrem Wunsch zu folgen. Du kombinierst das aber mit deinem Wunsch, dafür eine - in deinen Augen zielgerichtetere - Förderung zu erhalten, wenn trotz des Bewerbungstrainings keine Arbeitsstelle bei rausspringt. Das zeigt auch: Du schaust schon weiter und bist proaktiv. Sowas habe ich als Arbeitsvermittler immer gerne gesehen.

Ein mehrwöchiges Bewerbungstraining, wie es vom Jobcenter weit häufiger angeboten wird, wäre in deinem Fall vermutlich kontraproduktiv, weil du dort auch mit Leuten zusammen säßest, die eine völlig andere Vita haben, so dass die Qualität des „Unterrichts“ dich mit großer Wahrscheinlichkeit unterfordern und dir nichts Neues bieten würde. Wenn die Arbeitsvermittlerin für eine mehrwöchige Maßnahme plädiert (das tun die Mitarbeitenden oftmals, da die Kurse häufig vorab eingekauft werden und dann eben besetzt werden müssen), würde ich sie gezielt nach einem Einzelcoaching fragen und darlegen, dass darin viel individueller auf dich eingegangen werden kann. Das läuft über einen sogenannten Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS), mit dem du dir selbst einen nach AZAV zertifizierten Bewerbungscoach aussuchen kannst.

Gleichzeitig kannst du, wenn die Vermittlerin sich auf den Deal einlässt (was ich in meiner Zeit als Vermittler getan hätte), schon aktiv werden und dich im Internet gezielt nach Weiterbildungen umschauen, die dir weiterhelfen würden. Du kannst nach solchen in Kursnet schauen, aber auch über Google wirst du fündig, wenn du den jeweiligen Suchbegriff, den du eingibst, um das Wort „Bildungsgutschein“ ergänzt also du z. B. bei Google nach „Projektmanagement Bildungsgutschein [Stadtname])“ suchst.

Wenn sich das alles im Face-to-Face-Gespräch so regeln und in der EinV vereinbaren lässt, musst du gar keinen schriftlichen Antrag stellen. Erst in dem Fall, dass die Arbeitsvermittlerin im Gespräch zu verstehen gibt, dass sie dir keine Weiterbildung finanzieren würde, würde ich einen schriftlichen Antrag auf Weiterbildungsförderung im Jobcenter einreichen. Bei der Formulierung kann ich dir dann helfen, wenn es soweit ist.

In jedem Fall solltest du dich auf dein nächstes Gespräch gut vorbereiten und der Vermittlerin (nochmal) dazu berichten können, wie wenige Stellen es in deinem Spezialbereich gibt und welche Schlagworte in Stellenausschreibungen oft genannt sind, für die du dich interessierst. Du brauchst Arbeitsmarktdaten (findest du in der Statistik auf der BA-Homepage sowie auf den Seiten des IAB und IAQ).

Je mehr Fakten du auf den Tisch legst und deutlich machst, dass du dich wirklich für eine bestimmte Fort- oder Weiterbildung interessierst, desto wahrscheinlicher ist es, dass es damit dann doch klappt, sofern grundsätzlich eine Finanzierungsmöglichkeit besteht (d. h. eine Finanzierung über Bildungsgutschein möglich ist). Viele Arbeitsvermittler/innen machen die Erfahrung, dass Kunden oft nur halbgare Vorstellungen von einer Fortbildung haben und die dann abbrechen, weil sie sich was anderes erwartet haben. Daher ist bei vielen Vermittlern erst einmal Skepsis angesagt. Die kann man ausräumen, wenn man belegt, wie sehr man sich mit der gewünschten Fort- oder Weiterbildung beschäftigt hat.

Das Thema Umschulung würde ich übrigens ad acta legen. Natürlich ist nicht jeder Ingenieursabschluss gleichbedeutend mit einem Mangelberuf (auch wenn das in der Öffentlichkeit fälschlicherweise häufig so suggeriert wird), aber im Jobcenter bedeutet MINT-Abschluss in der Vorstellung vieler Mitarbeitender per se Mangelberuf. Folge: Ganz sicher keine Umschulung. Meine Erfahrung ist, dass eine 34-jährige M. Sc.-Absolventin mit Ingenieursstudium zu 99,9%-Wahrscheinlichkeit keine Umschulung erhalten wird. Jedenfalls nicht binnen der nächsten 6 Jahre. Die eigene Energie in die Recherche und Beantragung von passender Fort- oder Weiterbildung zu investieren, bringt mehr!

Mit einem M. Sc. gilts du als hochqualifiziert und dem Grunde nach vermittelbar. Da kannst du in Widerspruch gehen und Klage vorm Sozialgericht einreichen, das würde nix bringen. Anders wäre es ggfs., wenn du eine Behinderung hättest, die es dir verunmöglichte, deinen studierten Beruf auszuüben (aber auch das ist keinesfalls garantiert) oder wenn du schon über 10 Jahre arbeitslos wärest. Dann ließe sich durchaus glaubhaft begründen, dass du keinen Anschluss mehr in deinem studierten Beruf finden kannst. Momentan aber lässt sich so kaum überzeugend argumentieren. Mit dem Argument, dass es in deinem Umkreis kaum deiner Qualifikation entsprechende Stellen gäbe, wirst du derzeit weder in der Widerspruchsstelle der BA noch vor Gericht erfolgreich punkten. Da wird dir dann nämlich mit dem Argument begegnet, dass du eben nicht qualifikationsadäquate Stellen anzunehmen hättest oder mobiler sein müsstest.

Mein Tipp kurzum: Konzentriere dich darauf, deine schon vorhandene hohe Qualifikation als Grundlage für darauf aufbauende Kenntnisse durch kompetenzerweiternde, das Profil breiter machende Fort- und Weiterbildungsabschlüsse/Zertifikate zu nutzen, die dir neue Berufsfelder erschließen können.

Viel Erfolg dabei!
 
G

Gelöschtes Mitglied 68852

Gast
Hallo Philipp,

ich bin wirklich sehr erstaunt und auch dankbar, dass du dir an einem Sonntag soviel Zeit genommen hast, dich mit meiner Materie so intensiv zu befassen!

In der Jobbörse gibt es im Umkreis von 50 km leider nur zwei Stellen, die ich mit den Stichworten "Umweltmanagement", "Umweltwissenschaft" und "Umweltingenieur" finde. Ich habe mir bereits eine Fortbildung, aufbauend auf mein bisheriges Studium, gesucht. Da ich in Sachen Ingenieurswesen ohnehin eine leichte Richtungsänderung anstrebe wäre die Fortbildung perfekt. Im Berufsleben habe ich festgestellt, dass mir der Ingenieursbereich gar nicht liegt. Auch meine bisherhigen Chefs haben mir das direkt gesagt. Das ist natürlich sehr niederschmetternd, aber eben auch die Wahrheit. Ich bin zwar gut qualifiziert, zumindest auf dem Papier, aber nicht gut in dem was ich mache. Deswegen strebe ich eine Richtungsänderung an.
Die Fortbildung "Fachkraft für Arbeitssicherheit" baut auf meinem bisherigen Ingenieursstudium auf und dieses ist auch Voraussetzung für die Zulassung zur Fortbildung. In einem Umkreis von 50 km sind, im Gegensatz zum Umwelt-Bereich 10 Stellen ausgeschrieben. Der große Haken ist, dass diese Fortbildung 4-5 Monate dauert, ca. 7000 € kostet und der nächste Standort nach Kursnet 200 km von mir entfernt ist. Die Fortbildung wäre zwar eine Spezialisierung, ist aber dennoch weitaus gefragter, als der Umwelt- oder Ingenieursbereich. Deswegen bin ich mir sehr unsicher, ob das Amt hierfür aufkommen würde. Fahrtkosten und evtl. Unterkunft könnte ich privat vielleicht noch stemmen.
Wenn mir diese Fortbildung nicht finanziert wird, denke ich ernsthaft über eine Ausbildung im Verwaltungsbereich nach.

Deine Idee mit dem Einzelcoaching ist super! Natürlich würde ich dieses machen. Vor 5 Jahren habe ich bereits Coachings über das Career Center besucht. Bewerbungsmappencheck, Interviewcoachings, Rhetorikkurse mit Videosaufzeichnung und Konfrontation...

Wie beurteilst du meine Idee der Fortbildung?

Vielen Dank nochmal und liebe Grüße!

PS: Ich habe noch vergessen zu sagen, dass einder der zwei aufgeführten Jobs von oben, eine Zertifizierung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit fordert ;)
 

BerndB

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
19 August 2016
Beiträge
890
Bewertungen
503
Da wir uns mittlerweile ein Haus gekauft haben möchte ich nicht mehr umziehen.
Ich kenne mich nur im SGB III etwas aus.
Du schreibst von "wir". Bedeutet das Ehegatte? Evtl. Kinder?
Im SGB III kann grunsätzlich nicht erwartet werden, dass der/die Ehmann/-frau mit umzieht. Es geht darum, ob dem Arbeislosen eine doppelte Haushaltsführung zumutbar ist. Es spielen also Bindungen mit. Nur falls das im SGB II ähnlich/gleich ist, könnte man ggf. damit argumentieren. Sonst .... vergessen.
 

PhilippNixdorf

Neu hier...
Mitglied seit
2 Februar 2020
Beiträge
19
Bewertungen
46
Hallo Philipp,

ich bin wirklich sehr erstaunt und auch dankbar, dass du dir an einem Sonntag soviel Zeit genommen hast, dich mit meiner Materie so intensiv zu befassen!
Ist kein Problem. Ich mache das gerne und muss heute ohnehin arbeiten.

In der Jobbörse gibt es im Umkreis von 50 km leider nur zwei Stellen, die ich mit den Stichworten "Umweltmanagement", "Umweltwissenschaft" und "Umweltingenieur" finde.
Was hast du denn abgesehen von Fachkraft für Arbeitssicherheit, was schonmal eine vielversprechende Ausrichtung wäre, noch für Interessen? Das herauszufinden ist die Grundlage, um dann zu schauen, welche Berufsfelder (ggfs. auch Nischen) es gäbe, in denen du deine Interessen mit einer passenden Fortbildung auf Grundlage der vorhandenen Qualifikation verknüpfen kannst. Es gibt ja diverse Menschen, die etwas völlig anderes beruflich machen als das, was sie mal studiert haben. In der Unternehmensberatung zum Beispiel ist es völlig egal, was man studiert hat. Nur irgendwas muss man studiert haben.

Gleiches gilt für diverse Referentenstellen nicht nur im ÖD, sondern auch bei Parteien. Recht ähnlich ist es übrigens sogar im Jobcenter. Um dort zu arbeiten braucht man in aller Regel einen Hochschulabschluss. Meistens arbeiten dort BWLer, Sozialwissenschaftler, Pädagogen, Juristen und Verwaltungswirte, aber durchaus auch Ingenieure, Historiker, Mathematiker und sogar Theologen. Der Ex-Vorstand der BA, Heinrich Alt, ist Pädagoge. Unsere Ex-Verteidigungsministerin ist Ärztin. Das sind nun natürlich Beispiele von extrem erfolgreichen Personen, die im Job etwas ganz anderes tun als das, was sie mal gelernt/studiert haben. Sowas gibt es wirklich überall.

Ich habe mir bereits eine Fortbildung, aufbauend auf mein bisheriges Studium, gesucht. Da ich in Sachen Ingenieurswesen ohnehin eine leichte Richtungsänderung anstrebe wäre die Fortbildung perfekt. Im Berufsleben habe ich festgestellt, dass mir der Ingenieursbereich gar nicht liegt. Auch meine bisherhigen Chefs haben mir das direkt gesagt. Das ist natürlich sehr niederschmetternd, aber eben auch die Wahrheit. Ich bin zwar gut qualifiziert, zumindest auf dem Papier, aber nicht gut in dem was ich mache. Deswegen strebe ich eine Richtungsänderung an.
Es ist natürlich erst mal eine unschöne Erfahrung, sich einzugehen, dass man „fehlqualifiziert“ ist und mehrere Jahre intensiven Lernens im Studium somit nicht wirklich nutzbar machen kann im Rahmen einer Arbeit, die einem liegt und die ein auskömmliches Gehalt verspricht. Dein Glück im Unglück ist aber, dass du das reflektiert hast, dass du es anerkannt hast und dass du nun aktiv schaust, wie du das beste aus einer suboptimalen Situation machen kannst.

Und auch wenn sie suboptimal ist, ist sie nicht ansatzweise so verfahren wie bei manch anderen Leuten, die – aus welchen Gründen auch immer – gar keine verwertbare Qualifikation haben.Du hast eine sehr gute – und auf der baust du nun weiter auf. Ich habe das selbst übrigens auch so gemacht und nach meinem Diplomstudium im Master dann eine andere Schwerpunktlegung eingeschlagen sowie mich nach dem Studium dann in IHK-Kursen noch weiterqualifiziert.

Die Fortbildung "Fachkraft für Arbeitssicherheit" baut auf meinem bisherigen Ingenieursstudium auf und dieses ist auch Voraussetzung für die Zulassung zur Fortbildung. In einem Umkreis von 50 km sind, im Gegensatz zum Umwelt-Bereich 10 Stellen ausgeschrieben. Der große Haken ist, dass diese Fortbildung 4-5 Monate dauert, ca. 7000 € kostet und der nächste Standort nach Kursnet 200 km von mir entfernt ist.
Es gibt in Deutschland manche Anbieter, die solche Kurse auch in kürzerer Zeit anbieten, wo man dann wirklich Montag bis Samstag über mehrere Wochen Unterricht hat. Ich selbst habe mit Forenregel 13 gute Erfahrungen gemacht, weiß aber nicht, ob die etwas anbieten, was für dich in Frage käme. Jedenfalls weiß ich aber, dass sie Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit und des Jobcenters akzeptieren. Dort habe ich mehrere Leute getroffen, die ihren Meister-Abschluss in wenigen Monaten erlangt haben, was sonst ein Jahr dauert. Diese Art des Viel-in-kurzer-Zeit-Lernens ist aber ziemlich hart und sicher nicht für jeden etwas, gerade wenn man eine Familie hat.

Die Fortbildung wäre zwar eine Spezialisierung, ist aber dennoch weitaus gefragter, als der Umwelt- oder Ingenieursbereich.
Wie sieht es denn z. B. mit pädagogischen Fortbildungen aus, die dich befähigen würden, andere zum Thema Umweltsensibilität, Nachhaltigkeit, Auswirkung technischer Prozesse auf die Umwelt etc. zu schulen? Ich selbst absolviere demnächst zum Beispiel Forenregel 13 . Ich könnte mir gut vorstellen, dass man mit deinem Studium (und einer didaktischen Qualifikation wie Forenregel 13 ) durchaus auch sowas machen und als Bildungsreferentin arbeiten könnte.

Deswegen bin ich mir sehr unsicher, ob das Amt hierfür aufkommen würde. Fahrtkosten und evtl. Unterkunft könnte ich privat vielleicht noch stemmen.
Grundsätzlich ist es möglich, einer Kundin auch eine Fortbildung (FbW) zu finanzieren, die in einem anderen Bundesland stattfindet. Wenn die Notwendigkeit dafür anerkannt wird, würden die Kosten für deine separate Unterbringung sowie eine oder zwei Nachhause-Fahrten pro Woche auch vom Jobcenter gezahlt. Rechtsgrundlage dessen ist § 16 SGB II i. V. m. § 81 SGB III.

Du musst in jedem Fall nachweisen, dass keine vergleichbare Fortbildung wohnortnäher stattfindet und du musst gut begründen, dass du mit der FbW sehr wahrscheinlich sehr schnell in einen Job kommen wirst. Wie gesagt: Unmöglich ist es nicht. Es ist aber auch wahrlich nicht die Regel, dass einem eine FbW finanziert wird, die 200 km entfernt ist. In 5 ½ Jahren, die ich im Jobcenter tätig war, hatte ich ganze 2 Personen, denen ich (bzw. die Bundesagentur für Arbeit) eine solche Fortbildung in einem anderen Bundesland finanzieren konnte.

Wenn mir diese Fortbildung nicht finanziert wird, denke ich ernsthaft über eine Ausbildung im Verwaltungsbereich nach.
Kann ich verstehen. Eine Option ist das allemal. Du wärest dann 37, wenn du damit fertig bist. Das ist nicht zu alt. In Niedersachsen zum Beispiel würdest du sogar noch verbeamtet (bei 45 liegt hier die Verbeamtungsgrenze). Dann solltest du dich mal erkundigen, inwieweit mit deinem Studium eine Möglichkeit besteht, die Ausbildung oder das Studium der Verwaltungswissenschaft zu verkürzen und dir Ausbildungs-/Studieninhalte anrechnen zu lassen. Auf den Seiten diverser Ministerien wirst du fündig. In Niedersachsen zum Beispiel kann das Forenregel 13 da sicher weiterhelfen.

Wenn du ca. 12.000 € übrig hast und es dir leisten kannst 2 Jahre lang kein Arbeitslosengeld II zu erhalten (weil z. B. dein Partner einer Erwerbsarbeit nachgeht, wovon ich mal ausgehe, wenn ihr ein Haus gekauft habt), wäre eine überlegenswerte Option alternativ ein MBA-Studium. Das kann man auch an Fernhochschulen absolvieren. Es bereitet Nicht-Wirtschaftswissenschaftler ganz gezielt auf Management-Stellen vor. In der Wirtschaft wären deine Chancen mit MBA viel höher als mit Verwaltungsausbildung/-studium.

Im öffentlichen Dienst würdest du mit einem Studium der Verwaltungswissenschaften indes mehr Chancen (im gehobenen Dienst) haben, wenngleich die Bezahlung hier schlechter wäre als in Betrieben, die etwa nach IGBC oder IGM-Tarif zahlen. Im höheren Dienst hättest du dagegen mit M. Sc. und MBA super Chancen auf eine lukrative Stelle – allerdings gibt es viel weniger Stellen im höheren Dienst als im gehobenen Dienst.

Deine Idee mit dem Einzelcoaching ist super! Natürlich würde ich dieses machen. Vor 5 Jahren habe ich bereits Coachings über das Career Center besucht. Bewerbungsmappencheck, Interviewcoachings, Rhetorikkurse mit Videosaufzeichnung und Konfrontation...
Ja, so ein Coaching kann sicher nicht schaden. Ich hatte sowas im Studium auch, habe es dann seitens des JC aber dennoch in Anspruch genommen. Die Qualität war nicht schlecht und mir hat es etwas gebracht.

Wie beurteilst du meine Idee der Fortbildung?
Siehe oben 😊

PS: Ich habe noch vergessen zu sagen, dass einder der zwei aufgeführten Jobs von oben, eine Zertifizierung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit fordert ;)
Das ist schon mal ein gutes Argument, welches du deiner Arbeitsvermittlerin gegenüber nennen kannst. Also nimm die Stellenanzeige mit zum Gespräch.
 
G

Gelöschtes Mitglied 68852

Gast
Hallo :)
vielen Dank für eure Rückmeldungen! Wir sind nicht liiert und haben auch keine Kinder (noch nicht). Dennoch möchte ich nicht umziehen. Nachdem ich bereits 12 Mal umgezogen bin und rastlos war, bin ich froh mich endlich niedergelassen zu haben.

Was hast du denn abgesehen von Fachkraft für Arbeitssicherheit, was schonmal eine vielversprechende Ausrichtung wäre, noch für Interessen?
Meine wirklichen Interessen liegen im "Grüner Daumen - Bereich". Garten, Pflanzen, Bäume...damit beschäftige ich mich stundenlang. Auch über Umweltpädagogik habe ich schon nachgedacht. Diese Möglichkeit aber habe ich ad acta gelegt, da es in diesem Bereich keinen Bedarf gibt. Bekannte Umweltpädagogen machen diese Arbeit eher nebenberuflich.
Im Zweitstudium habe ich 3 Semester auf Lehramt studiert. Insofern habe ich ein paar Berührungspunkte mit dem Thema "Pädagogik" gehabt. Allerdings schaue ich täglich seit Monaten in diverse Jobbörsen und muss leider feststellen, dass diese Berufe (Referentenstellen, Anwärter im ÖD usw.) nicht gesucht werden.
Mir ist bewusst, dass die Bezahlung im ÖD nicht der, in der Wirtschaft entspricht. Aber nach meinen bisherigen Erfahrungen in der Wirtschaft würde ich dies in Kauf nehmen. Mir geht es nicht um das große Geld oder um meine Karriere. Meine Prioritäten liegen wo anders.

Jedenfalls weiß ich aber, dass sie Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit und des Jobcenters akzeptieren
Bisher ging ich davon aus, dass das Amt nur Weiterbildungen fördert, die auch explizit im Kursnet gelistet sind. Nach deinen Beschreibungen könnte ich wahrscheinlich auch nähere Anbieter wählen, solang sie den Bildungsgutschein akzeptieren würden? Ich bin also nicht auf die Kurs-Liste der ARGE angewiesen?

Ich könnte mir gut vorstellen, dass man mit deinem Studium (und einer didaktischen Qualifikation wie Forenregel #13 )durchaus auch sowas machen und als Bildungsreferentin arbeiten könnte.
Das hört sich alles gut an, aber solche Stellen gibt es hier leider nicht.

Eine Option ist das allemal. Du wärest dann 37, wenn du damit fertig bist. Das ist nicht zu alt.
Der Verwaltungsbereich würde prima zu meinen Vorstellungen passen. Mit einer eventuell verkürzten Ausbildungsdauer von 2 Jahren wäre ich vollkommen zufrieden. Während der Ausbildung gibt es auch eine gute Bezahlung. Da Umschulung nicht in Frage kommt, müsste ich mich traditionell auf Ausbildungsplätze bewerben. Im Moment habe ich noch keine Ausbildungsstellen im ÖD finden können. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob jährlich Ausbildungsstellen ausgeschrieben werden.

12.000 € übrig hast
Das kommt leider aus diversen Gründen überhaupt nicht in Frage.

Liebe Grüße und Danke!
 

Thani

Elo-User*in
Mitglied seit
29 Februar 2016
Beiträge
140
Bewertungen
84
Die Strategie, bei hochqualifizierten Menschen - sowohl mit Berufserfahrung wie auch Berufseinsteigern - erst einmal nicht auf Weiterbildung zu setzen, sondern auf Bewerbungstraining, ist so verkehrt oft nicht.
Vom Grundsatz her ist das auch sehr vernünftig. Allerdings ist das halbe Forum hier voll von Nutzern, die zeigen, dass es in der Praxis sehr oft wenig nutzbringend gehandhabt wird. Und ich selbst kann das aus eigener Erfahrung bestätigen.

Wenn es "nur" um ein Bewerbungscoaching geht, bei dem sich qualifizierte Personen mit Kenntnis der relevanten Sektoren die Unterlagen ansehen, MIT dem Erwerbslosen eine Strategie entwickeln und die Unterlagen etc. darauf hin optimieren, spricht sicher nicht dagegen und ich selbst hätte auch keine Vorbehalte dort mal vorbei zu schauen. Aber was wird denn angeboten?

Zwei oder drei Monate jeden Tag in Vollzeit mit 20 anderen Teilnehmern zusammensitzen und wie im Kindergarten bunte Bildchen beschriften. Oder ein "Coach" der selbst keinen geraden, deutschen Satz zu Papier bringt, von den relevanten Fähigkeiten in deinem Bereich keine Ahnung hat, ständig Begriffe durcheinanderbringt, aber dir trotzdem erzählen will, was für den Arbeitgeber relevant ist und was nicht. Der dir sagt "Wenn du ein Jahr lang jeden Tag mit Windows 10 gearbeitet hast, kannst du da ruhig EXPERTENWISSEN" hinschreibe. Oder der Klassiker: Der dir an einem Tag die Bewerbung zusammenstreicht und korrigiert und beim nächsten Termin seine eigenen Korrekturen kritisiert.

Am Ende winkt dann ein Praktikum bei einer Firma, die einem die oft fehlenden Kenntnisse aber auch nicht vermitteln kann und auch nicht will, denn die Firma sucht eigentlich oft nur nach einer billige (oder mit Hilfe der Arbeitsagentur sogar unbezahlten) Arbeitskraft für kürzere Auftragsspitzen.

Das alles kostet sicher auch nicht wenig Geld, nur hilft es eben niemandem, außer evtl dem Maßnahmenträger.

Und was bei der ganzen Thematik ja auch gern übersehen wird: Meistens haben Studenten eben erst mal "nur" den Abschluss. Der ist aber nur einer von vielen Punkten, den Arbeitgeber in Stellenausschreibungen fordern. Da kommt oft noch eine ganze Stange von Kenntnissen auf hohem Niveau (Sprich mal ein Kurs in der Uni reicht auch nicht) hinzu, die man in der Uni nicht vermittelt bekommt, die aber eben auch von Berufseinsteigern bereits erwartet werden.

Dazu kommt noch, dass gerade in hochqualifizierten Bereichen auch immer mehr hochqualifizierte Technologien, zum Beispiels spezielle Software notwendig ist. Das sind dann eben auch oft Themen, die man sich nicht selbst beibringen kann, weil man dieses Systeme zu Hause garnicht installieren kann oder die Lizenzen extrem teuer sind. Hier ist man immer mehr auf ein teures Training angewiesen, was man als ELO natürlich nicht finanzieren kann.

Gemessen daran hat man auch nach einem hochqualifizierten Studium heute LEIDER immer noch mehr als genug Weiterbildungsbedarf, selbst für klassische Eingangspositionen.
 

Gollum1964

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
12 März 2015
Beiträge
1.315
Bewertungen
2.304
moin,

der Meinung von Thani kann ich mich vollumfänglich anschließen.

Wäre es ein individuelles Coaching, dass einmal die Woche über wenige Stunden über einen begrenzten Zeitraum geht, könnte man das vielleicht noch machen. da man davon ausgehen kann, dass Akademiker hier eher begrenzte Lücken aufweisen. Ich selber habe auch so eines durchgezogen und es ging über 8*2 Stunden verteilt über 2 Monate. Gebracht hat es mir nichts, da einerseites kaum Änderungsbedarf bei meinen Bewerbungsunterlagen bestand und bei mir eher das Problem fortgeschrittenes Alter zu tragen kam, was man durch ein Coaching nicht wegdiskutieren kann.

Meist läuft es aber bei JC darauf hinaus, dass mehrwöchige bis mehrmonatige Bewerbungstrainings eingeplant werden, die - weil günstiger - in großen Gruppen durchgeführt werden, worin von sprachlich eingeschränkten Migranten und Schulabbrechern über Alkoholiker bis hin zu Akademikern alles vertreten ist. Der Nutzen ginge hier für den TE wohl gegen Null und würde ihn eher an der Jobsuche hindern als zu unterstützen. Und falls da noch ein Praktikum dranhängt, dürfte das wohl eher kaum in den Bereichen stattfinden, auf die TE abzielt.
 

PhilippNixdorf

Neu hier...
Mitglied seit
2 Februar 2020
Beiträge
19
Bewertungen
46
Vom Grundsatz her ist das auch sehr vernünftig. Allerdings ist das halbe Forum hier voll von Nutzern, die zeigen, dass es in der Praxis sehr oft wenig nutzbringend gehandhabt wird. Und ich selbst kann das aus eigener Erfahrung bestätigen.
Dem will ich nicht widersprechen. Ich möchte allerdings hervorheben, dass ich anzweifle, dass dieses Forum ein repräsentativer Schnitt der Erwerbslosen in Deutschland ist. Foren (gerade Hilfe-Foren wie dieses, das ich echt toll finde) haben es so an sich, dass dort in erster Linie negative Erfahrungen und Probleme gepostet werden, bei denen man Hilfe sucht. Das liegt ja in der Natur der Sache!

Dadurch kann aber schnell der - in meinen Augen etwas verzerrte - Eindruck entstehen, dass es nur solche Erfahrungen des Negativen gäbe. Das liegt aber nicht notwendigerweise daran, dass es keine Leute mit guten Erfahrungen gibt, sondern eher daran, dass die mit guten Erfahrungen es gar nicht als nötig ansehen, sich hier Hilfe zu holen oder etwas zu beklagen.

Ich will nicht abstreiten, dass es viele Maßnahmen gibt, die auf gut deutsch Schrott sind, salopp gesagt reine Beschäftigungs-"Therapie", die hilft, die Arbeitslosenstatistik zu bereinigen, weil die Teilnehmenden statistisch gesehen als arbeitsuchen statt arbeitslos gelten. Ich finde aber, dass man nicht alles so pauschal als "Bringt alles nix" über einen Negativ-Kamm scheren kann.

Ich habe in der Arbeitsverwaltung gerarbeitet und kenne beide Erfahrungen. Ich habe vom Jobcenter damals, als ich arbeitslos war, selbst ein Coaching finanziert bekommen (ich hatte explizit darum gebeten), welches tatsächlich nur einmalig 2 Stunden ging. Es war ausschließlich dazu da, mit mir ein "Fake"-Bewerbungsgespräch zu führen und mir dann eine Rückmeldung zu geben. An dem Gespräch nahmen drei Personen teil, die mir dann ihre Rückmeldungen gaben.

Ich weiß natürlich auch, dass es seitens des JC ebenso Maßnahmen gibt, die zwar Coaching genannt werden, aber nur stumpfe "Wir malen Bilder aus"-Beschäftigung auf sehr niedrigem Niveau sind. Die meine ich nicht mit dem, was ich empfehle. Ich habe vorletztes Jahr dann sogar nochmal ein 1,5 stündiges Coaching für 190 € selbst bezahlt, wo es um eine andere Frage ging, die ich für mich klären wollte. Solche Coachings sind es, von denen ich profitiert habe. Und ja: Es gibt wirklich hochqualifizierte Coaches mit Dvct-, DGSF-, DGSv-Zertifika o. ä., die AVGS des JC annehmen.

Zur Frage, was wo von wem angeboten wird, habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sehr unterschiedliche Angebote am Markt gibt. Die Flyer, die in vielen JC ausliegen, beziehen sich zumeist auf Maßnahmen, die sich an ein eher geringqualifiziertes Klientel richten. Wenn man aber selbst etwas recherchiert, wird man feststellen, dass es sehr wohl auch Coaches gibt, die ein professionelles Angebot parat haben, das eher dem entspricht, was Coaching klassischerweise sein soll. Eine Konstante bei fast allen Definitionen von Coaching-Verbänden ist, dass im Gros der Definitionen festgehalten ist, dass Coaching eine Interaktionsform ist,…

…die auf gleicher Augenhöhe zwischen Coach und Coachee abläuft,
…die der Verhaltensreflexion dienen und keine Fachberatung beinhaltet,
…in der berufliche Anliegen und Herausforderungen thematisiert werden,
…die sich primär an Hochqualifizierte richtet.

Geringqualifizierte und Langzeitarbeitslose werden zumeist lediglich von Maßnahmeträgern, die "Coachings" im Auftrag des Jobcenters anbieten, als Zielgruppe genannt. Bei der Art des Coachings, wie es von Maßnahmeträgern durchgeführt wird, handelt es sich daher nicht um das, was ich unter Coaching verstehe. Das schließt aber nicht aus, dass man mit einem AVGS des JC auch zu einem professionellen Coach gehen kann, wenn der AVGS akzeptiert, also AZAV-zertifiziert ist. Es gibt tatsächlich Coaches, die das sind. Zugegeben: Es sind wenige. Aber es gibt sie. Die coachen vornehmlich beruflich erfolgreiche Leute, aber nebenbei auch Arbeitslose. An so eine Person bin ich geraten. Sicher kommt es aber auf den Ort an. In Großstädten im Westen der Republik ist das Angebot größer als irgendwo auf dem Land.

Dazu kommt noch, dass gerade in hochqualifizierten Bereichen auch immer mehr hochqualifizierte Technologien, zum Beispiels spezielle Software notwendig ist. Das sind dann eben auch oft Themen, die man sich nicht selbst beibringen kann, weil man dieses Systeme zu Hause garnicht installieren kann oder die Lizenzen extrem teuer sind. Hier ist man immer mehr auf ein teures Training angewiesen, was man als ELO natürlich nicht finanzieren kann. Gemessen daran hat man auch nach einem hochqualifizierten Studium heute LEIDER immer noch mehr als genug Weiterbildungsbedarf, selbst für klassische Eingangspositionen.
Das ist sicher richtig. Ich kann nur auf meine Erfahrung Bezug nehmen. Und die ist, dass mir seitens des JC ein Kurs für mehrere Tausend Euro finanziert wurde, den ich beantragt hatte, der am Arbeitsmarkt hoch anerkannt ist. Es ist nicht meine Erfahrung, dass man nur Mist erhält. Meine Erfahrung ist vielmehr: Wenn man sich selbst bemüht, kann es sehr wohl gelingen, eine passende Förderung des JC zu erhalten. Eine Sicherheit gibt es freilich nie. Denn natürlich kommt es dabei immer auch darauf an, wie beruflich informiert und engagiert das Gegenüber auf der anderen Schreibtischseite ist. Und auch da ist meine Erfahrung:

Es gibt engagierte Arbeitsberater/Vermittler und es gibt weniger engagierte. Wie überall im Leben.
 
Zuletzt bearbeitet:

grün_fink

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
3 Juli 2019
Beiträge
1.748
Bewertungen
4.837
Im Zusammenhang mit erwerbslosen Akademikern ist sicher auch der Verein nea (Netzwerk erwerbslose Akademiker) von Nutzen. In Großstädten treffen die sich auch.
 

Thani

Elo-User*in
Mitglied seit
29 Februar 2016
Beiträge
140
Bewertungen
84
Das ist sicher richtig. Ich kann nur auf meine Erfahrung Bezug nehmen. Und die ist, dass mir seitens des JC ein Kurs für mehrere Tausend Euro finanziert wurde, den ich beantragt hatte, der am Arbeitsmarkt hoch anerkannt ist. Es ist nicht meine Erfahrung, dass man nur Mist erhält. Meine Erfahrung ist vielmehr: Wenn man sich selbst bemüht, kann es sehr wohl gelingen, eine passende Förderung des JC zu erhalten. Eine Sicherheit gibt es freilich nie. Denn natürlich kommt es dabei immer auch darauf an, wie beruflich informiert und engagiert das Gegenüber auf der anderen Schreibtischseite ist. Und auch da ist meine Erfahrung:

Es gibt engagierte Arbeitsberater/Vermittler und es gibt weniger engagierte. Wie überall im Leben.
Ich nehme an ein "weniger engagierter" Mitarbeiter ist der Hauptgrund für Erwerbslose im Internet zu suchen und sich anschließen hier anzumelden um um Hilfe zu bitten. Wenn man beim Amt auf einen Mitarbeiter trifft, der einen nach Kräften berät und mit dir realistische Ziele festlegt und passende Maßnahmen umsetzt, dann gibt es keinerlei Grund später hier in die Tasten zu hauen.

Die Frage für sehr viele Mitglieder (und ich denke auch für @Jule1985 ) ist also meistens: Wie kann man eine Weiterbildung gegen einen "unengagierten" Arbeitsvermittler durchsetzen und gleichzeitig eine dieser schlechten Maßnahmen vermeiden?
Gibt es Argumente, die unabhängig vom Mitarbeiter in diesem "Prozess" einfach Gewicht haben? Ich war im vergangenen Jahr als Beistand in Nürnberg mit in der Arbeitsagentur und es ging auch dort um eine Weiterbildung, die dem Vermittler vorgelegt wurde. Er besah sich kurz den Ausdruck und gab ihn dann zurück und meinte das wäre einfach nicht passend. Ich war skeptisch und fragt ganz höflich ob ich eine Frage stellen darf (Oberste Regel ist als Beistand ja eigentlich nur ruhig zu sein und Protokoll zu führen). Ich fragte ob der Vermittler genauer ausführen kann, auch im Bezug auf die Qualifikation des ELOs und den aktuellen Arbeitsmarkt, warum die Weiterbildung nicht passte. Er hat dann ganz oberflächlich den Titel der Weiterbildung auseinander genommen, es stellte sich aber schnell heraus, dass er weder die QUalifikation des ELOS, noch die Situation am Markt und nicht mal den Inhalt der Weiterbildung irgendwie kannte. Die Entscheidung war also vollkommen willkürlich getroffen, allerdings weiß ich bis heute nicht, was man dagegen hätte tun können..
 

PhilippNixdorf

Neu hier...
Mitglied seit
2 Februar 2020
Beiträge
19
Bewertungen
46
Bisher ging ich davon aus, dass das Amt nur Weiterbildungen fördert, die auch explizit im Kursnet gelistet sind. Nach deinen Beschreibungen könnte ich wahrscheinlich auch nähere Anbieter wählen, solang sie den Bildungsgutschein akzeptieren würden? Ich bin also nicht auf die Kurs-Liste der ARGE angewiesen?
Korrekt. Du bist nicht auf die Kurs-Liste des JC bzw. der BA angewiesen. (Nebenbei bemerkt: Die ARGE gibt es - im Grundsicherungskontext - schon seit 10 Jahren nicht mehr. Das sind seit 2010 Jobcenter in gemeinsamer Trägerschaft von Kommune und BA oder Jobcenter in rein kommunaler Trägerschaft).

Der Irrglaube, dass nur Fort- und Weiterbildungen gefördert werden können, die in Kursnet gelistet sind, rührt vermutlich daher, dass viele Arbeitsvermittler im Jobcenter das selbst glauben bzw. diesbezüglich kaum informiert sind. Fakt ist aber, dass die Grundlage für die Fördermöglichkeit nicht die Kursnet-Listung ist, sondern das Vorhandensein einer sogenannten Maßnahme-Nummer. Die wird für alle Bildungsmaßnahmen vergeben, die nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) zugelassen sind. (In wenigen Fällen kann sie im Rahmen einer Einzelfallprüfung auch gesondert vergeben werden ohne AZAV-Zulassung, aber das führte hier zu weit).

Ob Bildungsträger ihre Maßnahmen an die BA melden bzw. selbst in Kursnet einstellen, ist deren Sache. Gerade solche Bildungsanbieter, die nicht primär auf die Zielgruppe der Erwerbslosen setzen, sondern deren Kunden zumeist Angestellte sind, welche die Fortbildung von ihrem Arbeitgeber finanziert bekommen oder selbst zahlen, stellen ihre Angebote oft nicht bei Kursnet ein. Denn deren Kunden schauen nicht dort. Dennoch haben diese Bildungsanbieter sehr wohl oft eine Maßnahme-Nummer für ihre Kurse.

Ich darf hier jetzt keine Anbieter nennen, weil das gegen die Forenregeln verstieße. Ich empfehle wie erwähnt einfach eine Google-Recherche, bei der die Wunsch-Fortbildung mit dem Wort "AZAV" oder "Bildungutschein" ergänzt wird. Da findet man diverse Kurse, die nicht in Kursnet auftauchen. Eine DIN-ISO 2000:2001-QM-Fortbildungen, die ich absolviert habe, war auch nicht in Kursnet gelistet, wurde aber dennoch ohne Probleme vom JC finanziert.
 

PhilippNixdorf

Neu hier...
Mitglied seit
2 Februar 2020
Beiträge
19
Bewertungen
46
Wie kann man eine Weiterbildung gegen einen "unengagierten" Arbeitsvermittler durchsetzen und gleichzeitig eine dieser schlechten Maßnahmen vermeiden? Gibt es Argumente, die unabhängig vom Mitarbeiter in diesem "Prozess" einfach Gewicht haben?
Das Thema ist enorm vielschichtig. Es gibt natürlich immer eine ganze Menge an potenziellen Argumenten, die man bringen kann. Das können Arbeitsmarktdaten sind, die eigene Vita, eine überzeugende Begründung für den Sinn einer Fortbildung und den Un-Sinn einer aufgezwungenen Maßnahme sowie vieles mehr.

Fakt ist aber auch: Wenn das Gegenüber im Jobcenter ignorant (oder gestresst oder genervt) ist, die eigenen Argumente nicht gelten lässt und sich mit ihnen nicht auseinandersetzen will, hat man nur geringe Chancen, eine gewünschte Fortbildung durchzusetzen. Hinzu kommt der JC-interne Druck, eher bereits eingekaufte MAbE zu besetzen, statt eine teurere FbW zu finanzieren. Dieser Druck ist allerdings, auch das muss ich sagen, längst nicht so handlungsbestimmend, wie es manche Leute vermuten.

Es gibt keinen Rechtsanspruch auf einen Bildungsgutschein. Einen Anspruch hat man lediglich auf eine ermessensfehlerfreie Entscheidung. Und was das ist, ist interpretationsoffen, mithin ein unbestimmter Rechtsbegriff. Im Nachhinein kann jeder durchschnittlich intelligente Arbeitsvermittler sich ein paar Argumente zusammenreimen, die gegen eine Förderung sprechen, wenn ein Kunde wirklich mal in Widerspruch geht oder gar Klage einreicht (was nur selten passiert).

Dass es Arbeitsvermittler gibt, die sich in Arbeitsmarktbelangen wenig auskennen und nur wenig Ahnung von Berufsbildern haben, will ich nicht bestreiten. Ich habe selbst solche Personen kennengelernt. Ich habe aber eben auch die anderen, die engagierten und informierten, kennengelernt. Man muss auch folgendes wissen: Selbst engagierte Arbeitsvermittler, die einem Kunden etwas fördern wollen, können das nicht immer tun. Es gibt ein fixes Budget im JC.

Es gibt im JC meist Excel-Listen, in denen man als Mitarbeiter genau sehen kann, wie viele Bildungsgutscheine in einem bestimmten Bildungsbereich noch "frei" sind, ob also noch genug Fördergeld da ist. Wenn das Geld aufgebraucht ist, kann man keinen Bildungsgutschein ausgeben, selbst wenn man will. Es führte aber zu weit, hier jetzt in die Tiefe der Förderentscheidungen einzusteigen, zumal wir uns ja ohnehin schon vom Kern-Thema der Threadstarterin etwas entfernen.

Mein Fazit ist kurzum leider: Wenn man eine wenig interessierte, wenig informierte Person als Arbeitsvermittler hat, ist die Chance, eine passende Förderung zu erhalten, gering. Sie ist aber nicht ausgeschlossen, wenn man gute Argumente bringt und es dem Arbeitsvermittler so leicht wie möglich macht. Das beinhaltet: Schon die passende Fortbildung (idealer Weise sogar schon mit Maßnahme-Nummer) raussuchen und dem Arbeitsvermittler die vorlegen. Dabei mittels Bezug auf Arbeitsmarktdaten und Stellenanzeigen begründen, warum diese Fortbildung einen weiter bringt. Wenn dann noch Fördergeld da ist und die eigene Vita dem Förderersuchen nicht völlig entgegen steht, hat man eine Chance auf Förderung. Wie hoch die jeweils ist, kann ich nicht an einem klaren Prozentwert festmachen.

Paradoxerweise gilt dabei übrigens (so jedenfalls meine Erfahrung), dass ohnehin schon gut qualifizierte Personen eine höhere (!) Chance haben, eine passende Förderung zu erhalten. Eigentlich müssten ja die, die erst wenig haben, intensiver gefördert werden. Die Realität ist aber eine anderen. Dies einfach, weil die qualifizierten, gebildeten Kunden ihre Wünsche oftmals besser artikulieren und überzeugender formulieren können. Außerdem sind gut gebildete Menschen oft auch weniger "amtshörig" und bereit, auch mal in einen Diskurs mit dem Vermittler zu treten. Wenn man das sachlich und freundlich tut, ist meine Erfahrung, dass es einem nicht zum Nachteil wird. Ganz im Gegenteil!
 
Zuletzt bearbeitet:

Kerstin_K

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
11 Juni 2006
Beiträge
20.868
Bewertungen
21.322
Die Entscheidung war also vollkommen willkürlich getroffen, allerdings weiß ich bis heute nicht, was man dagegen hätte tun können..
Als erstes würde ich mal sagen Antrag schriftlich stellen und auf einen schriftlichen Bescheid bestehen. Mal sehen,o b SB dann den Unsinn auch noch zu Papier bringt.
 
G

Gelöschtes Mitglied 68852

Gast
Hallo liebe Forenmitglieder,

letzte Woche hatte ich ja einen zweiten Termin im Jobcenter. Aufgrund des Termins hatte ich euch um Hilfe bezüglich der Argumentationsstrategie gebeten. Davon möchte ich euch nun berichten.
Ich habe mich sehr gut auf den Termin vorbereitet, denn ich hatte die Absicht den Berater davon zu überzeugen, dass die Weiterbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit für mich das Sinnvollste ist.
  • So erstellte ich eine Excel-Liste, aus der hervorging wieviele Bewerbungen ich seit Abschluss meines Studiums an welche Firmen versendet hatte; wieviele Absagen ich erhalten habe und wieviele Jobzusagen ich seit Abschluss meines Studiums bekommen habe. 110 versendete Bewerbungen innerhalb von 5 Jahren und davon 5 Jobzusagen.
  • Weiterhin suchte ich im Umkreis von 50-70 km alle Stellen die was mit Umweltingenieurwesen zu tun haben raus. Es war nur eine Stelle, die aber auf mich nicht zutraf.
  • Zugleich suchte ich Stellen für eine Fachkraft für Arbeitssicherheit heraus. Es waren 10 Stellen.
  • Ich habe die Weiterbildung im Kursnet herausgesucht.
  • Habe schriftliche Argumente vorgelegt (Gesetzestexte), die für den Bedarf an Fachkräften für ASi sprachen.
Leider wurde mein Monolog bereits nach kurzer Zeit unterbrochen. Die Bearbeiterin habe bereits im Vorraus mit ihrer Chefin über meinen Fall gesprochen. Die Möglichkeit zur Förderung einer Aufstiegsweiterbildung bestehe nicht, da diese Art der Förderung generell nicht vorgenommen wird. Auf meine Frage, warum dann die Förderung im Kursnet gelistet sei, antwortete mir die Beraterin, dass diese zwar aufgeführt sind, aber generell nicht gefördert werden.🤣 Es sei damit zuvergleichen, wenn das Amt die Weiterbildung zum Meister bezahlen würde.

Die Beraterin war dennoch sehr kompetent, hilfsbereit und engagiert...ganz im Gegenteil zur ersten Beraterin. Sie wollte, dass wir zusammen eine Lösung finden. Allerdings sind ihr die Hände gebunden. Normale Weiterbildungen könnte ich, mit Bezug auf meinen Bereich, machen. Allerdings ist ihr selbst aufgefallen, und das hat sie selbst auch gesagt, dass der Arbeitsmarkt in meinem Bereich ungünstig aussieht. Sie hatte vor unserem Gespräch zwei Stellen rausgesucht. Als ich die zwei Zettel auf ihrem Schreibtisch sah, habe ich ihr gleich gesagt, dass ich mich dort bereits beworben hatte, aber noch keine Rückmeldung habe. Somit zeriss sie die Zettel... und ab in den Müll.

Ich habe also nicht die Möglichkeit nach Stellen zu suchen und darin erwähnte Qualifikationen durch Weiterbildungen zu erwerben, da es ja keine Stellen gibt. Also müsste ich auf gut Glück irgendeine Weiterbildung auswählen und hoffen, dass irgendwann mal eine entsprechende Stelle ausgeschrieben wird. So richtig Sinn macht das alles nicht.

Umschulung geht nicht, Aufstiegsweiterbildung geht nicht. Normale Weiterbildung geht, allerdings gibt es keine oder potenziell zukünftig nur sehr wenige Stellen. Das bedeutet auf irgendwelche Stellen bewerben um Geld zu verdienen oder/und Ausbildung machen. Zu Letzterem hat sie mich ermuntert.

Schönen sturmfreien Sonntag noch euch Allen!
 
G

Gelöschtes Mitglied 49359

Gast
So richtig Sinn macht das alles nicht.
Sinn würde machen, das du einen rechtsmittelfähigen Bescheid von deiner Vermittlerin forderst, da muß sie nämlich begründen, warum sie die Weiterbildung ablehnt.
Und meine Erfahrung ist, das dann möglicherweise die Zusage kommt. War bei mir nämlich so!!

Dann - wo soll das eine Aufstiegsweiterbildung sein Fachkraft für Arbeitssicherheit. Es handelt sich um eine zusätzliche Qualifikation in Verbindung mit deinem Studienabschluss.
Ich hatte bei meiner Weiterbildung zwei Biologen - einen sogar mit Dr. Titel - im Raum sitzen, die beiden haben die Ausbildung zum Qualitäsmanagement (TÜV) gemacht.

Ich würde an deiner Stelle beharrlich bleiben und schriftlich den Antrag stellen (schön begründet) und einen rechtsmittelfähigen Bescheid fordern.
 
G

Gelöschtes Mitglied 68852

Gast
Hallo,

naja, im Kursnet ist die Weiterbildung als "aufstiegsorientiert" betitelt. Aufstiegsweiterbildung meint wohl, dass man entweder eine größere Verantwortung (Führungsposition) oder eine höhere Bezahlung erhalten kann.

Stellt man solch einen Antrag formlos?

LG
 

samuraji

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
8 Februar 2013
Beiträge
709
Bewertungen
766
Denn es schadet in den seltensten Fällen, einmal andere über die Bewerbungsunterlagen schauen zu lassen und sich etwaige Ideen zu holen, was man ggfs. umstellen, besonders hervorheben, weglassen oder anders formulieren könnte
Das lernt man in der Regel schon in der Schule, wenn man sich da nicht ganz deppert angestellt hatte, sollte man ohne Weiteres Bewerbungsunterlagen erstellen können. Ebenso gibt es zahlreiche Vordrucke im Netz, die man rein vom Design her bzw. dem Aufbau an sich mal durchgehen könnte.

Wir sind hier schließlich keine 14 jährigen Kinder mehr, sondern Erwachsene.

Umschulung geht nicht, Aufstiegsweiterbildung geht nicht. Normale Weiterbildung geht, allerdings gibt es keine oder potenziell zukünftig nur sehr wenige Stellen. Das bedeutet auf irgendwelche Stellen bewerben um Geld zu verdienen oder/und Ausbildung machen. Zu Letzterem hat sie mich ermuntert.
Ja, momentan werden händeringend Azubis im Handwerk und in der Pflege gesucht, da vermittelt dich deine nette Beraterin sicher rasant in entsprechende Ausbildungsbetriebe/Schulungen. Alles andere wird sicherlich schwerer, ich weis ja nicht, ob es da diverse Vorgaben gibt, damit man alle in diese Richtungen zwängt...
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöschtes Mitglied 49359

Gast
naja, im Kursnet ist die Weiterbildung als "aufstiegsorientiert" betitelt. Aufstiegsweiterbildung meint wohl, dass man entweder eine größere Verantwortung (Führungsposition) oder eine höhere Bezahlung erhalten kann.
Aufstiegsweiterbildung: Abschluss Beruf z.b. Industriekaufmann u. Aufstiegsweiterbildung Fachwirt Industrie.
Höhere Bezahlung ist sicher aber eine Führungsposition muß man nicht unbedingt anstreben.

Und nochmal du hast einen Studienabschluss, der ist doch nicht mit einer Weiterbildung zur Fachkraft Arbeitssicherheit zu toppen sondern einfach nur zu ergänzen.

Stellt man solch einen Antrag formlos?
Ja!!
Formlos schriftlich mit Begründung warum und wieso das für dich die richtige Weiterbildung ist und leg einige Stellenausschreibungen dazu.
Und das über die Entscheidung ein rechtsmittelfähiger Bescheid erwartet wird.
Wenn die keinen Bescheid erstellen, kann man Untätigkeitsklage beim SG einreichen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 68852

Gast
Dann werde ich mal einen Text verfassen und ihn euch dann hierein stellen. Das kann ja lustig werden. Ich werde nun offiziell als "Arbeitssuchende ohne Leistungen" genannt. Wenn ich sowieso keine Leistungen beziehe, dann hat das Amt bestimmt weniger Bestreben mich zu fördern/vermitteln...
 
Oben Unten