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Weiterbildungs Willkür: statt mit Weiterbildung aus dem Bezug mit Maßnahmen im Dauerbezug?

Lichtkrieger

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#1
Liebe Erwerbslose,

ich selbst bin ein Hartz IVler der ersten Stunde und kann euch ein Lied davon singen, wie ineffektiv die Strukturen waren und noch immer sind.

Wie schon einige vor euch geschildert haben, ist die Bewilligung einer Weiterbildung (selbst ausgesucht) auf ALG I oder II ein Glücksspiel.

In den Medien hört man, dass eine Astrologie Fortbildung für 18.000,00 € gewährt wurde. (Da hat wohl jemand den Geschenkkorb reichlich befüllt übergeben)

Ich hingegen habe kurz nach meiner Ausbildung 100 Zeitungsanzeigen mit SAP-Kenntnissen als Ausschlusskriterium gesammelt, nachdem mich mein Sachbearbeiter darum gebeten hat nachzweisen, dass SAP mich weiter bringen würde.

Diese Fortbildung hätte 3.000,00 € gekostet. Fand aber nie statt, weil mein Sachbearbeiter trotzdem nein gesagt hat.

Es zogen einige Jahre in die Lande bis meine Ausbildung nicht mehr frisch war und meine Chancen auf eine Anstellung im erlernten Beruf nicht mehr vorhanden waren.

Nach einer langen Zeit der Frustration bin ich mit meinen beruflichen Ansprüchen extrem runter gegangen und habe ein
50 km entferntes Schulungszentrum für Luftkontrollfachkräfte besucht (auf eigene Kosten).

Diese würden mich dann über einen Bildungsgutschein (5.000,00 €) ausbilden zum Einsatz am Flughafen.

Also macht ich noch mal einen Termin beim Arbeitsmarktexperten vom Jobcenter (Sachbearbeiter).
Dieser fand es toll, dass ich Eigenbemühungen zeige, könne aber nur bei einer Jobgarantie, die innerhalb von drei Tagen vorliegen muss, eine Zusage geben.

Also habe ich mich hurtig zum Ausbildungsinstitut begeben und besagte Jobgarantie für 2 Jahre bei erfolgreicher Ausbildung erhalten. - Ein Wunder! Heureka! :first:

Ratet mal was der Sachbearbeiter darauf gesagt hat?

Richtig - Abgelehnt :icon_evil:

Ich fasse zusammen:

Ich hätte garantiert einen Job für 2 Jahre erhalten.
Das macht 4.000,00 € Steuer + 15600,00 € ALG II
= 19.600,00 € - 5.000,00 € = 14.600,00 € Steuer Ersparnis

Zum Glück haben sie mir wenigstens die Fahrtkosten für die zweite Fahrt erstattet. :doh:

Im krassen Gegensatz dazu steht natürlich die massive Steuermittelverschwendung für Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung sprich: Bewerbungstraining!

Definition Bewerbungstraining:
Zwangsmaßnahme wo man in einem dafür angemieteten Computerraum die vorgegeben Zeit absitzen muss,
damit der Maßnahmeträger (3.000,00 € pro Nase) ein wenig Geld für das Nichts tun bekommt, damit der Satz "Fördern? & Fordern" gewahrt bleibt.

Ich gehe jetzt nicht weiter auf diese ein;
möchte aber klar stellen wo das Geld verbrannt wird.

Ob Geld- oder Sachleistungen an die Entscheider fließen durch die MT ist schwer nachzuweisen, aber nachvollziehbar, denn:

Der Schwache hat zu dulden was er muss,
und der Starke nimmt sich was er will.




 

Surfing

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#2
AW: Weiterbildungs Willkür

Hallo, wenn du dich selber als "Hartz IVler" bezeichnest ist das kein guter Einstieg. Selbst-Stigmatisierung hilft nur den Oberen.

Zur Sache kann ich was sagen:

Nach einer langen Zeit der Frustration bin ich mit meinen beruflichen Ansprüchen extrem runter gegangen und habe ein 50 km entferntes Schulungszentrum für Luftkontrollfachkräfte besucht (auf eigene Kosten).

Das war keine gute Idee, denn solche "Ausbildungen" haben keinen Bestandsschutz und müssen in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden. Zudem, wenn das über eine Wachfirma läuft brauchst du zusätzlich die Unterrichtung oder Sachkunde nach § 34a GewO. Letztere können nicht verfallen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Allimente

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#3
AW: Weiterbildungs Willkür

Also ich kann dazu nur sagen, dass ich (mit 53) noch ohne Probleme eine Fortbildung in Höhe von knapp 6.000.- bekommen habe.

Keine Ahnung, warum Du das nicht bekommen hast!? Warum das bei Dir so ist/war, wirst Du sicher alleine wissen.
 

Sandrin

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#4
AW: Weiterbildungs Willkür

Also ich kann dazu nur sagen, dass ich (mit 53) noch ohne Probleme eine Fortbildung in Höhe von knapp 6.000.- bekommen habe.
Dann gehörst du zu denen die Glück hatten.

Keine Ahnung, warum Du das nicht bekommen hast!? Warum das bei Dir so ist/war, wirst Du sicher alleine wissen.
Nee das weiß nur die AFA oder das Jobcenter. Ich selber habe schon mit 48 keine Weiterbildung mehr bekommen. Egal wie ich es versucht habe.
Bei der AFA, bin jetzt auch 53, haben Sie mir im Frühjahr frech ins Gesicht gesagt das sie über 50jährigen keine Weiterbildung zahlen.
In meinem Umfeld kenne ich viele die das gleiche Schicksal teilen.
Deswegen sehe ich das bei dir als Aussnahme an das du eine Weiterbildung bekommen hast. Die Regel ist eher Ablehnung.
 

Solanus

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#5
AW: Weiterbildungs Willkür

Mit 55 habe ich eine Förderung von 500 EUR beantragt für eine Fortbildung, es wurde eine EGV mit genau diesem Inhalt vereinbart. Die Forderung wurde letztendlich nicht übernommen, mit der Begründung "mein Gewerbe wäre nicht tragfähig"

Nach nunmehr zwei Jahren werden 12.000 EUR an Leistungen zurück gefordert, weil mein Gewerbe "so tragfähig war" dass ich angeblich jeden Monat 1200 EUR Gehalt erlösen konnte.

Die Fortbildung konnte ich nicht beenden, weil mir die 500 EUR gefehlt haben und nun die Zugangsvoraussetzungen nicht mehr gegeben sind. Ein Gewerbe habe ich nicht mehr und beziehe volle Leistung von monatlich 900 EUR.

Wir sparen, koste es was es wolle!
 

Texter50

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#6
AW: Weiterbildungs Willkür

...

Keine Ahnung, warum Du das nicht bekommen hast!? Warum das bei Dir so ist/war, wirst Du sicher alleine wissen.
Und es funktioniert: wälzen wir die Verantwortung für die Situation doch mit spitzen Bemerkungen auf den ELO ab! :icon_lol:

In 2007 erhiet ich statt Weiterbildung die Zusage für ein Buch, natürlich völlig veraltet.
Mir wurde 2010 auch ne Weiterbildung als Ergänzung für meinen Beruf versagt, ich sei überqualifiziert.
In 2013 verschwand das SB einen Tag vor Unterschrift. :icon_mrgreen: :icon_mrgreen:

Ich ziehe mir den Schuh sicher nicht an... :biggrin: :biggrin: :biggrin:
 

Gollum1964

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#7
AW: Weiterbildungs Willkür

Bei der AFA, bin jetzt auch 53, haben Sie mir im Frühjahr frech ins Gesicht gesagt das sie über 50jährigen keine Weiterbildung zahlen.
nabend,

exakt den Unsinn mußte ich mir bei meinem April Termin ("Intensiv betreuen und vermitteln") auch sagen lassen.
Aber es kam noch besser:
Angeblich sei ich ein Einzelfall, da es bei anderen Elo´s in meinem Alter keine so großen Probleme bei der Integration in den 1. Arbeitsmarkt gebe.
Da mich in meinem angestammten Beruf (Buchhalter) niemand mehr einstellt (pauschale Abqualifizierung seitens SB), fragte sie mich, was ich stattdessen machen wolle. Anstatt auf meine Antwort zu warten, kam gleich der geniale Vorschlag: BufDi (Bundesfreiwilligendienst). Ich dankend abgelehnt: nein danke, ich habe den Wehrdienst schon Mitte der 80er abgeleistet und eh schon 2 Ehrenämter inne.
 

Allimente

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#8
AW: Weiterbildungs Willkür

Und es funktioniert: wälzen wir die Verantwortung für die Situation doch mit spitzen Bemerkungen auf den ELO ab! :icon_lol:
Oh, jetzt wo ich es heute nochmal lese, hast Du natürlich Recht. Das war ganz sicher nicht so gemeint. Ich bitte das zu entschuldigen, tut mir leid!

Eigentlich wollte ich damit ausdrücken, dass eine Ablehnung, außer aus Behördenwillkür, sicher noch von vielen verschiedenen Faktoren abhängig ist, die ich natürlich nicht kenne. Ich habe mich natürlich furzdumm ausgedrückt. Sorry nochmal.
 

noillusions

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#9
Dieser fand es toll, dass ich Eigenbemühungen zeige, könne aber nur bei einer Jobgarantie, die innerhalb von drei Tagen vorliegen muss, eine Zusage geben.
Vielleicht sollte man mal fragen, wieso es für ein Bewerbungstraining keinerlei Jobzusage bedarf.

Die fehlende Weiterbildung und der fehlende Job werden damit zum Henne-Ei-Problem.
Hat wer gute Argumente gegen diesen "Totschläger" Nur-bei-Job-Zusage?
 

Kerstin_K

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#10
Also wenn man das mit ueber 50 und so beweisen kann, wäre das Altersdiskriminierung.
 

Lichtkrieger

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#11
Vielen Dank!

Für die vielfältigen Ansichten zu diesem Thema.

Ich möchte zum Abschluss noch mal mein Fazit formulieren:

1.
Es gibt kein Geld für sinnvolle Maßnahme, da Geld für nicht sinnvolle Zwangsmaßnahmen ausgegeben wird.
2.
Die Behördenleiter möchten sich ihre Provision sichern,
durch die Zuweisungwillkür in z. B. Bewerbungstrainings.
3.
Der Staat dient somit nicht dem Volk,
sondern das Volk dem Staat.

Der Bürger wird über Angestellte der Bürger per Zwang in Zeitarbeit gezwungen.

Was kommt als nächstes?
 

Gemcitabine

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#12
Was kommt als nächstes?
So, wie es jetzt läuft, profitieren doch große Mengen an Menschen davon.

Scheinbar sogar die Zwangsteilnehmer. Sonst würden die nicht freiwillig die Hand heben, wenn es um Teilnahmeverlängerung geht.
Der MT, bei dem ich mal war, hat inzwischen eine neue Generation von Maßnahmen aus dem Boden gestampft, die noch degradierender ist und "schlechter bezahlt" (also die Aufwandsentschädigung wurde stark eingekürzt).

Trotzdem genug freiwillige Teilnehmer, die ich noch kenne... die machen das also seit zwei Jahren.

Außerdem wissen die nicht mal, dass es Fahrtkosten zu beantragen gibt, auch bei Meldeterminen übrigens macht das keiner bzw weiß keiner davon.

Ganz ehrlich - wer so durchs Leben stiefelt, hat es am Ende wohl nicht anders verdient als immer von -irgendwem- ausgebeutet und ausgenutzt zu werden. So ist der Mensch und jedes Lebewesen nun mal gestrickt.

Ich bin immer wieder baff, wieviel die Menschen sich bieten lassen und noch nicht mal was dabei finden. Das ist zwar überall im Leben so, aber in der H4-Welt ganz besonders.

Macht einen sehr traurig, denn mit solchen devensiven, nicht zur Selbstbehauptung fähigen Leuten wird sich nie etwas ändern. die fallen einem ja auch noch regelmäßig in den Rücken, gibt man ihnen mal Tips oder mischt sich ein. Oft genug erlebt. Auch denunziert wird man von ihnen bzw auf Unterstützung und Hilfe (wenn auch nur als Zeugen) kann man nicht hoffen.
 
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