Weiterbildung Selbstfinanzierung / Bitte um Hilfe! (1 Betrachter)

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Jobsucher83

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Liebe Forum-Community,

ich wende mich mit meinem Anliegen mal an euch und erhoffe mir hilfreiche Tipps bzgl. meiner weiteren Vorgehensweise bzw. an welche Stellen ich mich mit meinem Problem wenden könnte.

Zu meiner Situation:
Ich bin Diplom-Biologe und seit März 2012 nicht mehr in Beschäftigung (ich habe meine Promotion abgebrochen). Seitdem interessierte ich mich für eine Weiterbildung im Bereich Klinische Forschung. Meiner Beraterin habe ich dies auch gleich mitgeteilt und einen Platz in Berlin ergattert (Parexel-Akademie). Diese Weiterbildung wurde mir mündlich von meiner Beraterin abgelehnt. Daraufhin bemühte ich mich um eine Alternative in Köln und trat die Weiterbildung zum 1.6. in Köln an. Ich versuchte intensiv mit meiner Beraterin Kontakt aufzunehmen um das Vorgehen abzustimmen (Telefonate, emails). Vor Beginn war ich persönlich auf dem Amt und erfuhr, dass sie in Urlaub sei. Vor Antritt schickte ich eine mail an sie, in der ich eindeutig meine Absicht die Weiterbildung anzutreten bekundete!
Es gelang mir die folgenden Wochen nicht sie ans Telefon zu bekommen. Ende Juni trudelte ein Ablehnungsbescheid für die Weiterbildung ein woraufhin ich wieder um einen Termin bat. Letzlich hat es heute mit dem Termin geklappt (1 Monat und 20 Tage später) - die Weiterbildung finanziere ich privat und habe dadurch bereits eine Jobperspektive bei einer Pharmafirma.

Meine Beraterin eröffnete mir heute, dass mir rückwirkend alle Bezüge von ALG1 gestrichen werden sollen (seit Beginn der Weiterbildung). Nur wenn ich an einer Weiterbildung, die nicht vom Amt gefördert wird teilnehme, könnte ich das Geld weiter beziehen. Ich stehe dem Arbeitsmarkt aber weiter zur Verfügung und schreibe Bewerbungen. Dies wurde so nie von ihrer Seite kommuniziert und ich machte ihr eindeutig klar, dass ich die Weiterbildung absolvieren werde. Im Gespräch zweifelte sie die Eindeutigkeit meiner Formulierung an.
Der Wortlaut meiner mail vor der Weiterbildung: "...ich möchte Sie darauf hinweisen, dass ich morgen zur Fortbildung in Köln antrete. Dem Arbeitsmarkt stehe ich weiterhin zur Verfügung und werde mich auch während der Fortbildung weiter bewerben."


Mein Widerspruchsverfahren gegen die Ablehnung läuft. Meine Beraterin wollte mich heute dazu bringen eine Veränderungsanzeige zu unterschreiben, auf der ich bestätigen würde seit dem 1.6. eine "tätigkeit" auszuführen. Ich lehnte ab und erbat mir Bedenkzeit. Nun habe ich noch bis nächste Woche Zeit. Wenn ich unterschreibe stehe ich ohne Geld da... Andererseits bin ich wahrscheinlich verpflichtet zu unterschreiben?!

Nun ist meine Frage, wie ich in der Angelegenheit weiter vorgehen sollte? An welche Stellen kann ich mich wenden? Eine 3. Person aus der Agentur kam heute zum Gespräch dazu und riet mir vor meiner Beraterin Beschwerde einzulegen!
In dem Text hier habe ich nicht alle Details nennen können aber bin für jeden Tipp dankbar! Ich habe mich dazu verpflichtet eine Veränderungsanzeige bis zum 25.7. einzureichen. Was geschieht wenn ich dies nicht tue? Was wenn ich sie einreiche? Das ALG1 seit Juni wäre hin.

Vielen Dank für die Hilfe.

Viele Grüße,
Jobsucher
 

Seepferdchen 2010

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Hallo Jobsucher und willkommen.

Auf keinen Fall unterschreiben.

Du stehst nach wie vor dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.

Lies mal diesen § 120 Abs. 3 SGB III du hast geschrieben, dass Du Deine Weiterbildung weiterhin Deinen Bemühungen um Arbeitsstellen unterordnen wirst.

Und noch ein Punkt erscheint mir sehr wichtig du brauchst eine schriftlich Bestätigung
von deinem Träger/Studium das du jederzeit die Fortbildung abrechen kannst, bei Arbeitsaufnahme, das wird bestimmt nicht die Hürde sein, weil der Bildungsmarkt
hart umkämpft ist und klar für jeden Träger eine Vertragsbedingung ist, so z.B. wenn das ganze über das Arbeitsamt läuft.

Bestimmt kommen noch andere Hinweise.

Gruß Seepferdchen:icon_pause:
 

Jobsucher83

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Danke für die Antwort, Seepferdchen. Die Veränderungsmitteilung habe ich nicht unterschrieben, damit bestätige ich ja selber, dass ich seit Anfang Juni "raus" bin und keinen Anspruch auf Geld mehr habe.
Ich habe es aber nur verschieben können und musste eine Eingliederungsvereinbarung unterschreiben, in der steht, dass ich bis 25.07. eine Veränderungsmitteilung einreichen muss...

Ich werde mich nun mit dem Teamleiter in Verbindung setzen und ihm die Angelegenheit schildern. Der Bildungsträger hat bereits mündlich bestätigt, dass ich auch in der Weiterbildung für den AM verfügbar bin, was ich meiner Beraterin auch immer wieder sagte. Ihrer Argumentation nach wäre dies nur der Fall, wenn ich als Selbstfinanzierer an einer Weiterbildung, die nicht vom Amt zertifiziert ist, teilnehme. Logish ist das nicht aber ich habe das dumpfe Gefühl, dass es gesetzlich so ist...
Um eine schriftliche Bestätigung werde ich mich kümmern.

Nochmal Vielen Dank und bin für weitere Tipps dankbar!
 

Seepferdchen 2010

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Ja mach das schriftlich beim Teamleiter und wenn möglich persönliche Abgabe
bei der AFA gegen Bestätigung!!!!!!!!!!!!!!

Hab noch Geduld da kommen noch Tipps, gruß seepferdchen
 
E

ExitUser

Gast
.... dass ich bis 25.07. eine Veränderungsmitteilung einreichen muss...
Hallo,

du musst eine Veränderungsmitteilung einreichen,
das heißt aber nicht, dass diese eingereichte Veränderungsmitteilung unterschrieben sein muss!

Oder steht in der EGV, dass Du eine unterschriebene Veränderungsmitteilung einreichen musst?

Das ist zwar jetzt Wortklauberei,
aber wenn Du das wörtlich nimmst,
kann Dir keiner einen Strick daraus drehen.

Grüße
Arbeitssuchend
 

Purzelina

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Der Bildungsträger hat bereits mündlich bestätigt, dass ich auch in der Weiterbildung für den AM verfügbar bin, was ich meiner Beraterin auch immer wieder sagte.
Ohne die Genehmigung durch die AfA für diese Weiterbildung stehst Du dem Arbeitsmarkt während dieser Weiterbildung nicht zur Verfügung. Auf dieser Schiene kommst Du leider nicht weiter.
 

Jobsucher83

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In meiner EGV steht, dass ich die Veränderungsmitteilung bis spätestens 25.07.2012 bei der Agentur für Arbeit einreichen soll. Werde den Tipp von Arbeitssuchend befolgen und den Wisch unausgefüllt zurückschicken und um einen Termin mit dem Teamleiter bitten.
Die Angelegenheit wird immer hässlicher...

Kann kaum glauben wie das abläuft. Hätte ich die letzten Monate nichts getan, hätte ich nun keine Probleme mit dem Amt und mein Geld sicher. Nun ist mein Status so als wäre ich seit 2 Monaten im Urlaub obwohl ich in Köln eine Weiterbildung mache. Ich zahle zur Zeit 2 Mieten (Köln und Mainz), zahle die Gebühr für die Weiterbildung, zahle die Fahrten und nun soll rückwirkend mein ALG1 gestrichen werden? Da stimmt doch was nicht. Und die Weiterbildung macht in meiner Situation absolut Sinn!
 

Jobsucher83

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Die Wolken ziehen sich zu...
Heute bekam ich einen Ablehnungsbescheid meines Widerspruchs. Die Begründung ist knapp ausgefallen. Als Quintessenz lässt sich herausfiltern: "Du hättest auch ohne Weiterbildung einen Job bekommen. Es gibt ausreichend Stellenangebote." Nun habe ich aber durch die Weiterbildung eine Jobperspektive in meinem Wunschunternehmen bekommen. Allerdings ist die Zusage noch nicht 100 %ig fix.
Momentan sieht es finanziell finster aus! Für die Weiterbildung habe ich 4500 Euro bezahlt (Kredit). Ich bezahle bis Ende August wegen der Weiterbildung in Köln 2 Mieten (~700 Euro im Monat). Dazu kommen Fahrtkosten. Nun soll rückwirkend mein Bezug von ALG1 seit Juni gestrichen werden.
Ich kann dies so nicht hinnehmen. Meine Kollegen in der Weiterbildung, allesamt in einer ähnlichen beruflichen Situation wie ich bekommen die Weiterbildung finanziert, Wohngeld, Pendelgeld und weiterhin ALG1.

Was kann ich nun tun? Würdet ihr mir raten einen Rechtsanwalt zu suchen? Ohne rechtliche Beratung komme ich nicht mehr weiter und werde immer weiter vom Arbeitsamt gef****!
Würdet ihr mir raten gegen die Ablehnung meines Widerspruchs zu klagen oder kämpfe ich auf verlorenem Posten?
Es kann doch nicht sein, dass ich so bestraft werde, weil ich mich aktiv um eine Weiterbildung bemühe und daran teilnehme um bald in den Job zu kommen.
Einen Brief per Einschreiben habe ich am Montag abgesendet. Darin fordere ich ein GEspräch mit dem Teamleiter und beschwere mich über die "Beratung" durch meine "Arbeitsberaterin", die mich dazu bringen wollte eine Änderungsanzeige zu unterschreiben. Eine EGV habe ich dummerweise unterschrieben und darin versichert die Veränderungsanzeige abzugeben. Dies habe ich fristgerecht getan, allerdings nicht ausgefüllt und nicht unterschrieben. :icon_neutral:

Viele Grüße,
JobSucher
 

Jobsucher83

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Wäre super, wenn jemand einen Tipp hätte! Lohnt es sich zu kämpfen? Auf die Kosten für die Weiterbildung würde ich wohl oder übel verzichten aber nicht auf mein ALG1 seit Juni. Was kann ich tun?
 

JAMESBONDY

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Jobsucher83

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Hi Leute,
möchte diesen Thread aktualisieren, da sich meine Situation leider noch nicht verbessert hat...
Zu meinem Erstaunen habe ich festgestellt, dass mir für den Juli kein Geld überwiesen wurde. Ich habe keinen schriftlichen Bescheid erhalten! Mein Brief, in dem ich um ein Gespräch mit der Teamleitung bat, wurde einfach ignoriert. Nachdem ich gesehen hatte, dass das Geld nicht überwiesen wurde, versuchte ich Kontakt mit meiner "Beraterin" aufzunehmen. Nach 2 Tagen klingelte das Telefon 3x. Nachdem ich abgehoben habe, war es bereits aufgelegt. Einen weiteren Rückruf gab es nicht mehr.
Nächsten Freitag habe ich einen Gesprächstermin mit einem Anwalt in Mainz. Davor werde ich die Klage gegen die Ablehnung der Weiterbildung einreichen. Viel wichtiger ist es im Moment aber, dass ich mein ALG1 bekomme.
Die Methoden die hier seitens der AfA angewandt werden sind respektlos und menschenunwürdig. Wenn ich mir vorstelle wie die Leute, die ALGII beziehen müssen behandelt werden, wird mir schlecht! Anstatt eine Unterstützung zu bieten möglichst schnell und geschmeidig in die Beschäftigung zurückzukehren, werden mir hier Steine in den Weg gelegt und ich renne gegen eine meterhohe Mauer an! Es ist einfach ermüdend und demütigend!!!
 
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