Weiss jemand wie es abläuft,wenn man rückwirkend einen größeren Geldbetrag ausbezahlt bekommt? Wird die Summe mit dem Regelsatz verrechnet, oder fällt man für eine gewisse Zeit komplett aus dem ALG II Bezug?

Fusselsieb

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Ich bekomme von einer ausländischen Versicherung rückwirkend einen grösseren Betrag ausgezahlt.
Melden muss ich es, das ist mir klar.
Nur würde mich interssieren, wie die JC in so einem Fall verfahren.
Fällt man komplett aus dem Bezug, so dass man sich sebst krankenversichern muss?
Oder wird die Summe nur mit dem Regelsatz verrechnet, so dass die Krankenversicherung und die Kosten der Unterkunft weiter vom JC gezahlt werden?
Und wie ist es bei einer Bedarfsgemeinschaft, die ich mit meiner Frau ja bilde?

Icc möchte nur schon vorher Bescheid wissen, bevor ich die Berechnung der genauen Summe bekomme, und bevor es überwiesen wird.
Es handelt sich um einen mittleren 4-stelligen Betrag.
 

HermineL

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Die Antwort gibt § 11 Abs.3 Satz 4 SGB II

(3) 1Einmalige Einnahmen sind in dem Monat, in dem sie zufließen, zu berücksichtigen. 2Zu den einmaligen Einnahmen gehören auch als Nachzahlung zufließende Einnahmen, die nicht für den Monat des Zuflusses erbracht werden. 3Sofern für den Monat des Zuflusses bereits Leistungen ohne Berücksichtigung der einmaligen Einnahme erbracht worden sind, werden sie im Folgemonat berücksichtigt. 4Entfiele der Leistungsanspruch durch die Berücksichtigung in einem Monat, ist die einmalige Einnahme auf einen Zeitraum von sechs Monaten gleichmäßig aufzuteilen und monatlich mit einem entsprechenden Teilbetrag zu berücksichtigen.

In Klartext bedeutet dies das, wenn der Betrag den monatlichen Leistungsanspruch übersteigt, dann wird dieser auf 6 Monate verteilt. Ist der Betrag so hoch das kein Anspruch mehr besteht musst du auch deine Krankenkasse selber zahlen.
 

daskleinegelb

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Am besten ist es, wenn Du den "Zufluss" zeitlich steuern kannst.
Du kannst z.B. beim ALG1 den Leistungsbezug unterbrechen. Das sollte man max 1 Monat machen, wegen der Krankenversicherung §19 "Nachgehender Leistungsanspruch".
Und wenn Du keine Leistungen beziehst, kann man Dir auch nichts anrechnen. Das Geld, was kommt, kannst Du sicher auch verbrauchen, z.B. Deine Schulden bei wem auch Immer bezahlen, und dann wieder die Leistungen beziehen. Wenn viel übrig bleibt hast Du "Vermögen" das Du aufbrauchen müsstest, wenn es wenig ist, dann juckt es nicht, und wird nicht vom Leistungsbezug abgezogen. Kleiner Denkfehler meinerseits: Bei ALG1 verlängert sich Diene Anspruchsdauer für die pausierte Zeit, bei ALG2 gibts das nicht, also brauchst Du auch nichts "unterbrechen" weil es nichts bringt :)
So wird nichts angerechnet bei ALG1 wegen ALG2 prüf das mal und frage aber besser einen Fachanwalt für Sozialrecht.
Bei ALG2 wird das billig für Dich sein, einen Anwalt zu fragen "Beratungshilfeschein" beantragen, vielleicht fällt dem noch was ein. Aber seine Gas-Rechnung zu bezahlen von dem Geld, oder Schulden bei Freunden abzuzahlen ist sicher eine gute Sache.
.
Und überhaupt, Du kannst die Versicherung bitten, direkt an Deinen Gläubiger zu zahlen, so fließt Dir das Geld nicht zu, und Du bist Deine Schulden los, wenn der Gläubiger Deiner Schulden mitmacht (z.B. Dein Vermieter bei Mietschulden).
 
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TazD

Super-Moderation
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Du kannst z.B. beim ALG1 den Leistungsbezug unterbrechen.
Es geht um ALG II. Wer lesen kann, ....

Und wenn Du keine Leistungen beziehst, kann man Dir auch nichts anrechnen.
Ein Leistungsverzicht um gesetzliche Regelungen zu umgehen, ist unwirksam.

Frage aber besser einen Fachanwalt für Sozialrecht, denn bei ALG2 wird das billig für Dich sein, einen Anwalt zu fragen "Beratungshilfeschein" beantragen.
Für Beratungen ins Blaue hinein oder für "Was-wäre-wenn"-Angelegenheiten gibts keine Beratungshilfe.
 
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