Weihnachtsgeld nicht für Hartz-IV-Aufstocker?

CoolNess

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Hallo zusammen,
heute habe ich meine Lohnabrechnung bekommen mit 144,- € Weihnachtsgeld dabei. Ich vermute, dass mir das Weihnachtsgeld wie jedes andere Einkommen auch angerechnet wird.

Andere, die arbeiten, können sich und ihrer Familie von ihrem Weihnachtsgeld was nettes zu Weihnachten gönnen.

Obwohl ich genauso arbeite wie diese, kann ich das nicht, weil ich einen kranken Mann habe sowie einen Sohn, der noch in der Ausbildung ist und ich alleine leider nicht genug für drei Personen verdienen kann.

Sorry, ich finde das einfach ungerecht, dass nicht mal zu Weihnachten was besonderes zu Essen drin ist.

Und die lächerliche Regelsatzerhöhung im kommenden Januar gleicht ja nichtmal die Erhöhung der Lebensmittel- und Stromkosten aus.

Eine Kollegin von mir, wohnt mit ihrem Sohn Ü25, der ALG 2 bekommt, zusammen und hat mir erzählt, dass bei Ihr das Urlaubs- und Weihnachtsgeld "herausgerechnet" wird.

Das kann ich nicht glauben! Ist da etwa was wares dran?
Das würde ja bedeuten, dass das JC nach eigenem Ermessen anrechnet oder auch nicht.
Wenn das stimmt werde ich sofort alle Hebel in Bewegung setzen.
 

ZynHH

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AW: Weihnachtsgeld nicht für Hartz VI-Aufstocker?

Eine Kollegin von mir, wohnt mit ihrem Sohn Ü25, der ALG 2 bekommt, zusammen und hat mir erzählt, dass bei Ihr das Urlaubs- und Weihnachtsgeld "herausgerechnet" wird.
Wenn der Sohn Ü25 ist, dann ist er doch eh seine eigene BG?
 

dagobert1

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Ich vermute, dass mir das Weihnachtsgeld wie jedes andere Einkommen auch angerechnet wird.
Bei lediglich 144€ wird das wahrscheinlich im Folgemonat direkt verrechnet.

Eine Kollegin von mir, wohnt mit ihrem Sohn Ü25, der ALG 2 bekommt, zusammen und hat mir erzählt, dass bei Ihr das Urlaubs- und Weihnachtsgeld "herausgerechnet" wird.
Das kann vorkommen, wenn das Weihnachtsgeld "etwas höher" ist und sie dadurch aus dem Bezug fallen würde. Das Weihnachtsgeld wird dann rechnerisch auf sechs Monate verteilt und immer teilweise angerechnet.
SGB2 § 11 Zu berücksichtigendes Einkommen
[...]
(3) Einmalige Einnahmen sind in dem Monat, in dem sie zufließen, zu berücksichtigen. Sofern für den Monat des Zuflusses bereits Leistungen ohne Berücksichtigung der einmaligen Einnahme erbracht worden sind, werden sie im Folgemonat berücksichtigt. Entfiele der Leistungsanspruch durch die Berücksichtigung in einem Monat, ist die einmalige Einnahme auf einen Zeitraum von sechs Monaten gleichmäßig aufzuteilen und monatlich mit einem entsprechenden Teilbetrag zu berücksichtigen.
 

dellir

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Hallo ich habe auch Weihnachtsgeld bekommen (bin auch Aufstocker), aber als "Sachbezug" in Form eines 44€-Gutscheines. :icon_cry:


Wenn das wirklich vom Jobcenter angerechnet wird, dann würde mich das noch schlimmer treffen als andere, denn dann würde man mir nicht nur die 44€ wegnehmen, sondern -praktisch- mein bares Geld in Gutscheine gezwungenermaßen umwandeln. Das ist doch absurd. :icon_motz:


Kennt sich da jemand aus?
 

Chilli

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Von einem Gutschein erfährt das Amt doch nur, wenn du diesen vorlegst...
Alles was auf dem Gehaltszettel oder Kontoauszug steht ist für die wirklich relevant und mindert bei Weihnachtsgeld die Leistungsbezüge. Natürlich darf man das Weihnachtsgeld behalten, man bekommt nur weniger Leistungsaufstockung. Hört sich doch gut an, oder?
Ich bin in der selben Situation und habe durch die erhöhte Lohnzahlung im November noch den Berechungsstress, ob die alles richtig anrechnen. Weihnachten ist sowieso nicht mein Ding, aber meinem Kind hätte ich von diesem Geld gerne noch ein paar Wintersachen gekauft. Es ist schon bitter, wenn man durch Arbeit mehr verdient, wird halt auch mehr angerechnet.
 

dellir

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Von einem Gutschein erfährt das Amt doch nur, wenn du diesen vorlegst...
Das ist mir schon klar. :smile:

Alles was auf dem Gehaltszettel oder Kontoauszug steht ist für die wirklich relevant und mindert bei Weihnachtsgeld die Leistungsbezüge.
Tja, das ist es ja. Diese 44€ stehen bei mir auf dem Lohnzettel (als Sachbezug) und wurden zum Bruttolohn dazu gerechnet. Netto ist aber wie gehabt. :icon_cry:

Es ist schon bitter, wenn man durch Arbeit mehr verdient, wird halt auch mehr angerechnet.
Das ist nicht bitter, das ist absurd. Man wird 1x im Jahr für seine Arbeit minimal gewürdigt -und schon ist es weg. Bei mir ist es nicht mal Geld, sondern ein Gutschein mit Verfallsdatum. Und sie nehmen einem nicht etwa den Gutschein weg, neeein, sondern das bare Geld......Schlimm ist sowas....:icon_motz:
 

Maxenmann

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Du bekommst nichts weggenommen, du bekommst das nur angerechnet wie jeder andere Geldleistung auch, so wie es bei jedem ALG II Empfänger ist, aufregen hilft nichts..

Und was sollen die sagen die überhaupt nichts bekommen, weder Weihnachts noch Urlaubsgeld

Meine Freundin arbeitet für EDEKA, Stundenlohn 6,50 Euro brutto, maximal 5 Stunden am Tag und hat noch 25km einfach bis zum Arbeitsplatz, die hat einen Grund zum jammern

Und im Gegensatz zu Mitarbeitern von REWE bekommt sie nicht mal einen Rabatt beim Einkauf im eigenen Laden, dafür darf sie am 24 noch bis Mittag an der Kasse sitzen.....
 

dellir

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Du bekommst nichts weggenommen, du bekommst das nur angerechnet wie jeder andere Geldleistung auch, so wie es bei jedem ALG II Empfänger ist, aufregen hilft nichts..
Das ist aber keine Geldleistung. Geld gegen Geld muß man nicht verstehen, kann man aber nachvollziehen. Aber Geld gegen Gutschein? Ich tausche also als Geringverdiener mein Geld gegen Gutscheine um und wer soll dann die Rechnungen bezahlen?

So traurig das auch mit deiner Freundin sein mag -das ist eine ganz andere Nummer. Denn mit den Gutscheinen wird nicht etwa arithmetisch was verrechnet, sondern ich bleibe auf den Gutschein zweckgebunden sitzen und kann nicht über dieses Geld frei verfügen. Merkst du den Unterschied?:rolleyes:
 

Maxenmann

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Du kannst den Gutschein aber einlösen und hast damit € gespart, deshalb wird es angerechnet

Verzichte in der Zukunft auf solche Leistungen, dann musst du dir auch keinen Kopf drüber machen, so traurig wie das auch ist....

Oder rede mit deinem Chef das er dir soviel bezahlen soll das du aus dem ALG II Bezug raus kommst

P.S. Meine Freundin könnte das Weihnachtsgeld behalten.......wenn sie denn welches bekäme.......glücklich ist keiner
 

dellir

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Du kannst den Gutschein aber einlösen und hast damit € gespart, deshalb wird es angerechnet

Naja, Lebensmittelgutscheine vom JC können ja auch eingelöst werden, aber werden trotzdem nicht in Geld ausgezahlt. Also eine Doppelmoral.

Verzichte in der Zukunft auf solche Leistungen, dann musst du dir auch keinen Kopf drüber machen, so traurig wie das auch ist....
Werde ich wohl machen müssen.
Oder rede mit deinem Chef das er dir soviel bezahlen soll das du aus dem ALG II Bezug raus kommst
Da bleibt er wohl lieber bei den Gutscheinen. :icon_lol:
 

CoolNess

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Dann müssen wir (alle Betroffenen) eben andere Dinge unternehmen, um unsere Situation zu verbessern, z. B. unbedingt folgende Petition mitzeichnen:

https://epetitionen.bundestag.de/pet...a.u.tab.1.html

...geht noch bis 14.01.2014

Denn wenn die Stromkosten, genauso wie Heizung und Wasser, nicht aus dem Regelsatz bezahlt werden müssten, so wäre dies schon eine große Erleichterung.

Für die Petition für die Abschaffung von Sanktionen von Fr. Hannemann sind am Ende schließlich auch genug Stimmen zusammengekommen!
 

dellir

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Denn wenn die Stromkosten, genauso wie Heizung und Wasser, nicht aus dem Regelsatz bezahlt werden müssten, so wäre dies schon eine große Erleichterung.
Ja gut, dann zieht man dir diese Kosten eben vom Regelsatz ab und packt sie dir auf die Miete drauf. Und nu? :rolleyes:


Das Problem ist doch beim Weihnachtsgeld, daß der Staat das Weihnachtsgeld bekommt und nicht der arbeitende Aufstocker. :icon_motz:
 

CoolNess

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Ja gut, dann zieht man dir diese Kosten eben vom Regelsatz ab und packt sie dir auf die Miete drauf. Und nu? :rolleyes:
Wie bitte? Kannst du mir erklären was du meinst?
Die Heiz- und Wasserkosten müssen doch auch nicht aus dem Regelsatz bezahlt werden, sind also "auf die Miete draufgepackt." Wäre es dir lieber, wenn nur die Miete als KdU anerkannt würde und Heizung, Wasser + Strom aus dem mickrigen Regelsatz zu bezahlen wären?
Natürlich wäre es, bei den extrem gestiegenen Energiekosten, eine große Hilfe, wenn der Strom als KdU anerkannt würde.

Das Problem ist doch beim Weihnachtsgeld, daß der Staat das Weihnachtsgeld bekommt und nicht der arbeitende Aufstocker. :icon_motz:
Ja, das ist das Problem!!! Dass ich und viele andere betroffene Aufstocker von der Anerkennung unserer Leistung durch unsere AG in Form von Weihnachtsgeld, nicht das kleinste Fitzelchen behalten dürfen, um sich und ihren Familien mal was zu gönnen.:icon_dampf:

Wenn das schon nicht geht, finde ich, sollten wenigsten die Stromkosten als KdU anerkannt werden - da kommt übers Jahr gesehen nämlich inzwischen ein ganz schöner Betrag zusammen. Außerdem hätten ja auch Sozialgeld- und ALG II-Bezieher was davon, die keine Arbeit haben oder gar nicht erst arbeiten können.
 

CoolNess

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@dellir:
Falls du meinst, dass dann die im Regelsatz enthaltene Strompauschale herausgerechnet wird und der sinkt, wenn dieser Betrag stattdessen zu den KdU hinzukommt, so kann ich dazu nur sagen, dass sowohl diese Strompauschale als auch der Regelsatz viel zu niedrig angesetzt sind und nicht an die tatsächlichen Preissteigerungen angepasst werden - beides sollte geändert werden.

Hier nochmal der Link zu der Petition - oben funktioniert er nicht:

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2013/_11/_26/Petition_47373.nc.html
 

gelibeh

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Eine Kollegin von mir, wohnt mit ihrem Sohn Ü25, der ALG 2 bekommt, zusammen und hat mir erzählt, dass bei Ihr das Urlaubs- und Weihnachtsgeld "herausgerechnet" wird.
In einer BG kann er mit der Mutter nicht sein, aber ich vermute mal in einer HG, wenn sie die nicht widerlegt hat. Wenn sie selber nichts vom Amt benötigt, geht das Amt auch ihr Einkommen nichts an, da Sohn Ü25.
 

dellir

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@dellir:
Falls du meinst, dass dann die im Regelsatz enthaltene Strompauschale herausgerechnet wird und der sinkt, wenn dieser Betrag stattdessen zu den KdU hinzukommt,
Ja, genau das meinte ich. Die Stromkosten sind nun mal verbrauchsabhängig und deshalb werden die wohl nie vollständig übernommen werden. Daß die aktuelle Pauschale bereits jetzt nicht ausreicht -ist jedem klar, hier muß aber deshalb um einen höheren Regelsatz diskutiert werden. Im Übrigen werden Heizung und Wasser auch nicht zu 100% übernommen, wenn sie nicht angemessen sind. Im Gegensatz zu den Stromkosten sind diese Kosten weniger manipulierbar und es gibt Richtwerte, wonach man die messen kann. Aber Stromkosten? Da macht schon ein alter Kühschrank ca. 300 KW/h mehr Verbrauch aus, dann noch ein paar ältere Geräte und schon bist du bei 600-700 KW/h "Mehrbedarf" für einen Singelhaushalt zum Beispiel. Wer soll das dann alles kontrolieren, wer welche Geräte zuhause hat um es zu beurteilen, denn -so gesehen- wäre beides angemessen, zumal ja niemand energiesparende Geräte vom JC auf Zuruf bekommt.

Aber nun zum Thema. Besonders schlimm finde ich, daß bei solchen zweckgebundenen Geschenken, insbesondere wenn es sich auch noch um Gutscheine handelt, der Staat dir alles wegnimmt. Für solche besonderen Anlässe (Weihnachten, Hochzeit usw) hätte man doch wirklich großzügiger und damit unbefangener eine Lösung z.B. mit einer Bagatellgrenze von z.B. 300€ finden können.
 

Duddel

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Du kannst den Gutschein aber einlösen und hast damit € gespart, deshalb wird es angerechnet
und was wenn der Gutschein für ein Edel-Klamottengeschäft wäre. Dann hat er 44 Euro Geld für Rechnungen/Lebensmittel weniger und muss dafür gezwungenernmaßen Designerklamotten kaufen, wofür er sein Geld sonst nicht ausgegeben hätte.
Also nur mal als Beispiel. Es könnte ja auch ein ähnlich "unnützer" Gutschein für Parfümerie o.ä. sein.

Klar, ist es ein Gutschein für Aldi macht es wohl kaum einen Unterschied.
 

dellir

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und was wenn der Gutschein für ein Edel-Klamottengeschäft wäre. Dann hat er 44 Euro Geld für Rechnungen/Lebensmittel weniger und muss dafür gezwungenernmaßen Designerklamotten kaufen, wofür er sein Geld sonst nicht ausgegeben hätte.
Also nur mal als Beispiel. Es könnte ja auch ein ähnlich "unnützer" Gutschein für Parfümerie o.ä. sein.

Klar, ist es ein Gutschein für Aldi macht es wohl kaum einen Unterschied.
Na endlich hat mich einer zu 100% verstanden! Ein Gutschein ist auch deshalb ein Gutschein, weil er zweckgebunden ist und nicht in bares Geld ausgezahlt wird. Als Geringverdiener kann ich mir es aber nicht leisten mein Geld in Gutscheinen zu bunkern...:icon_motz:
 

nightangel

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Steht denn auf der Abrechnung was drauf das die Summe als Gutschein ausgezahlt wurde?
Sonst lass dir doch vom AG einfach was schriftlich geben das diese Summe auf der Abrechnung in Form eines Gutscheins ausgezahlt wurde. Vll. wird es dann nicht angerechnet, ein Versuch ist es wert.
Kannst ja dann damit argumentieren das der eben nicht für alles frei verfügbar ist sondern nur für bestimmte Dinge halt, also Zweckgebunden.
 
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