Wehren gegen Jobcenter und Gericht (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

Fraggle

Priv. Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
3 Dezember 2012
Beiträge
956
Bewertungen
257
Wie kann ich mich gegen Jobcenter und Gericht wehren?

Es ist meine Ansicht, dass hier Jobcenter und Gericht gemeinsame Sache machen. Jobcenter dreht und wendet je nachdem wie es für sie günstiger ist und das Gericht macht da mit!
Ich bin ziemlich verzweifelt, weil ich nun nicht mehr weiß wie ich mich wehren kann.

Einiges kann ich auch belegen. Es werden z. B. Antrag auf einstweilige Verfügung einfach von Gericht fallen gelassen bzw. geändert. Brief vom Gericht ist nachweislich nicht hier angekommen (dies war zu meinem Nachteil).
Bei einer Verhandlung (zu welcher ich geladen wurde) ist nur zur Sprache gekommen was der Richter schon entschieden hatte. Ich hatte keinerlei Möglichkeit meine Seite zu äußern. Mein Wort wurde sofort abgeschnitten vom Richter.

Dem Anwalt ist dies anscheinend bekannt, er hat sich da weitgehend ausgeklinkt.

Ich möchte nicht zu sehr in Details gehen, da ja Jobcenter mitliest. Gibt es denn überhaupt eine Möglichkeit sich noch dagegen zu wehren?
 

Ausgestossener

Elo-User*in
Mitglied seit
26 November 2012
Beiträge
356
Bewertungen
85
Deine Erfahrungen mache ich momentan genauso wie Du.

Jobcenter und Gericht kungeln gemeinsam herum. Meine Argumente werden übergangen, das was das Jobcenter vorbringt wird nicht in im geringsten in Frage gestellt.
 

EyeODragon

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
16 Mai 2011
Beiträge
706
Bewertungen
149
Kann das Gleiche hier auch beobachten. Durch das Forum und den Mustern für Gegenwehr habe ich einen Bekannten geholfen ein Schreiben für das Sozialgericht anzufertigen, mit Argumenten die unumstößlich sind.

Es kamen nur zwei Schreiben vom SG, dass die Klage eingegangen ist und die Kopie vom JC und deren Stellungnahme. Das war auch eine EA und die ist schon länger als 6-7 Wochen dort.

Bisher kam kein Ergebnis, weder positiv noch negativ.

Anscheinend nimmt das Überhand, dann können wir den kleinen Anteil des noch bisher vorhandenen Rechtsstaates endgültig begraben.
 
M

Mamato

Gast
Einiges kann ich auch belegen. ...Brief vom Gericht ist nachweislich nicht hier angekommen (dies war zu meinem Nachteil).
Bei einer Verhandlung (zu welcher ich geladen wurde) ist nur zur Sprache gekommen was der Richter schon entschieden hatte. Ich hatte keinerlei Möglichkeit meine Seite zu äußern. Mein Wort wurde sofort abgeschnitten vom Richter.
In Sachen Brief hätte man die Möglichkeit über eine Anhörungsrüge wegen Verletzung des rechtlichen Gehörs, also Verletzung des Art. 103 Abs. 1 GG.

Da hat man aber immer nur 2 Wochen Zeit!
Wen wundert es. Eine Begründung kann nämlich ganz schön umfangreich sein. Man muss Urteile suchen und den Verstoß "beweisen".

Im Sozialgerichtsverfahren ist es der 178a SGG

Beim BVerfG sieht es schwieriger aus.
Das Bundesverfassungsgericht
b) Besonderheiten bei Gehörsrügen
Wird die Nichtgewährung rechtlichen Gehörs (Art. 103 Abs. 1 GG) gerügt, so ist, wenn gegen die angegriffene Entscheidung ein anderer Rechtsbehelf nicht gegeben ist, die Verfassungsbeschwerde nur zulässig, wenn zuvor versucht wurde, durch Einlegung einer Anhörungsrüge (insbesondere § 321a ZPO, § 152a VwGO, § 178a SGG, § 78a ArbGG, § 44 FamFG, § 133a FGO, §§ 33a, 356a StPO) bei dem zuständigen Fachgericht Abhilfe zu erreichen. Die Unzulässigkeit der Verfassungsbeschwerde beschränkt sich in einem solchen Fall regelmäßig nicht auf die behauptete Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör, sondern erfasst auch alle sonstigen Rügen.
Im Zivilprozess ist es der 321a ZPO

Machte ich schon, bringt aber nichts, weil dies genau der Richter entscheidet, gegen den man die Anhörungsrüge erhebt.
Ganz toll!
Das ist, als würde ein Gutachter sein eigenes Gutachen begutachten müssen und zugeben, dass es falsch war :icon_neutral:

Rechtsstaat Deutschland!

Fazit: Es bringt nichts, man ist ausgeliefert. Das bestätigt mir auch ein Bekannter von mir, der Staatsanwalt aD ist. Er riet mir damals von der Anhörungsrüge ab. Er hat recht behalten.
 

Holler2008

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
13 Dezember 2008
Beiträge
1.885
Bewertungen
1.080
@Fraggle: An deiner Stelle würde ich als erstes schauen, ob ich den Anwalt wechseln kann, da du deinem nicht mehr zu vertrauen scheinst.

Ohne Anwalt würde ich da nicht vorgehen, wär mir zu kompliziert. da machst du nur irgendwann einen formfehler und alles war umsonst.

@EyeODragon: Mach einen eigenen Thread, wenn es wichtig ist. Die Probleme bei anderen zu posten macht deren Thema nur unübersichtlich.

Kann bei dir aber auch nichts finden, das gegen das Gericht spricht. Dauert halt lange, ja und? Keinen Eilantrag geschickt? Jedenfalls schreibst du nichts davon. Vielleicht fährt dein Bekannter mit einem Anwalt besser,als mit deiner Hilfe?
 

Fraggle

Priv. Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
3 Dezember 2012
Beiträge
956
Bewertungen
257
Wie jetzt? @EyeODragon hat doch eA gestellt. Ist denn ein Eilantrag etwas anderes?

Ich habe durchweg schlechte Erfahrung mit Anwälten bis jetzt gemacht. Ich denke in dem Fall des derzeitigen Anwalts ist es so, dass erwohl da auch mit kriegt was läuft und merkt "keine Chance" weil der Richter eine vorgefasste Meinung hat.
 

Holler2008

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
13 Dezember 2008
Beiträge
1.885
Bewertungen
1.080
"einE EA" lese ich als schlichte Einstweilige Anordnung.

Sowas beantrage ich entweder schlicht an sich oder per Eilantrag. Von sich aus ist das kein automatischer Eilantrag.
 

Fraggle

Priv. Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
3 Dezember 2012
Beiträge
956
Bewertungen
257
Woher soll ein Laie das wissen?
Ich dachte immer dies wäre ein Eilantrag.

Also muß man zu der eA auch noch einen Eilantrag zusätzlich stellen?
 

Claus.

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
18 November 2010
Beiträge
2.234
Bewertungen
1.227
Sowas beantrage ich entweder schlicht an sich oder per Eilantrag. Von sich aus ist das kein automatischer Eilantrag.
Oha? Und wie mache ich dann den Eilantrag? Erst durch den Zusatz "Besondere Eilbedürftigkeit ist geboten weil..."?
 

alexander29

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
11 Mai 2011
Beiträge
1.527
Bewertungen
373
Woher soll ein Laie das wissen?
Ich dachte immer dies wäre ein Eilantrag.

Also muß man zu der eA auch noch einen Eilantrag zusätzlich stellen?
e.A. bedeutet einstweilige Anordnung.
Eilantrag ist zwar falsch, aber umgangssprachlich wird das Wort für die e.A. benutzt, ist also dasselbe.
 

Ausgestossener

Elo-User*in
Mitglied seit
26 November 2012
Beiträge
356
Bewertungen
85
Fraggle hat hier sein Problem dargelegt.
Es ist das Problem, dass JC und Gerichte mittlerweile gemeinsame Sache GEGEN die Hilfesuchenden vornehmen.
Fraggles Problem ist mir aus eigener aktueller Erfahrung ebenfalls bekannt und dürfte mittlerweile sich zu einem grundsätzlichen Problem in der Sozialgerichtsbarkeit entwickelt haben.
Da sind dann auch keine Details erforderlich, wie ich meine.
Fraggle hat auch dargelegt, dass er keine einsatzwillige Rechtsvertretung hat.
Auch diese Erfahrung musste ich nun schon gleich zweifach selber erfahren.
Auch das dürfte sich mittlerweile zu einem grundsätzlichen Problem entwickelt haben, dass es keine oder nur in sehr geringer Anzahl kompetente und einsatzfähige Rechtsbeistände vor der Sozialgerichtsbarkeit gibt.

Oder kennt hier einer aus dem Großraum Ruhrgebiet / NRW jemanden?!?
 

Holler2008

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
13 Dezember 2008
Beiträge
1.885
Bewertungen
1.080
Woher soll ein Laie das wissen?
Ich dachte immer dies wäre ein Eilantrag.

Also muß man zu der eA auch noch einen Eilantrag zusätzlich stellen?
Nicht zusätzlich. Wie Kiwi Claus geantwortet hat beantragst du nicht:
"ich beantrage, dass Sie ...anordnen"
sondern
"ich beantrage per Eilantrag, dass Sie... anordnen"

Musst halt dazuschreiben dass es eilt und warum.
 

GegenHartz4

Elo-User*in
Mitglied seit
9 Juli 2009
Beiträge
196
Bewertungen
19
kann ich nicht bestätigen, bei mir hat das SG inerhalb von 2 Wochen aufschiebende Wirkung angeordnet und das gleich 2 mal.
 

Banquo

Redaktion
Mitglied seit
17 Oktober 2008
Beiträge
3.551
Bewertungen
227
Wie kann ich mich gegen Jobcenter und Gericht wehren?

Es ist meine Ansicht, dass hier Jobcenter und Gericht gemeinsame Sache machen. Jobcenter dreht und wendet je nachdem wie es für sie günstiger ist und das Gericht macht da mit!
[...]

Dem Anwalt ist dies anscheinend bekannt, er hat sich da weitgehend ausgeklinkt.

Ich möchte nicht zu sehr in Details gehen, da ja Jobcenter mitliest. Gibt es denn überhaupt eine Möglichkeit sich noch dagegen zu wehren?
Geh mit deinen Fragen zu deinem Anwalt, wenn du uns hier gar nichts zum konkreten Problem sagen willst, oder vertraust du deinem Anwalt auch nicht? Ist der Anwalt auch einer, der nur gegen dich arbeitet?
 
Oben Unten