Wegen meines ruhestörenden Nachbarn will ich umziehen. Kann ich ihm als Verursacher die Kosten teilweise aufdrücken? Oder erstmal anzeigen und zum Verwalter?

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Shervane

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Hallo,
da ich schwerbehindert bin, und dies ein Haus für Schwerbehinderte ist, wo eigentlich Ruhe herrschen sollte, schreibe ich das hier rein. Ich wohne in einem Haus, in dem nur Schwerbehinderte wohnen sollen-können-dürfen.

Mein Nachbar, Italiener, entsprechendes klischeehaftes Temeprament, ist extrem rücksichtslos.
Er "wohnt" gerne auf dem Flur = er lebt sein Leben gerne außerhalb seiner Wohnung. So führt er Telefonate auf dem Flur (er hat eine laute und schneidend-quätschige Stimme), es geht rein und raus, was zu 50% von Türknallen begleitet wird, was auch mit seinen ihn permanent besuchenden Kindern zusammenhängt, die auch auf dem Flur rumlaufen und lärmen. Er lässt sie gewähren und macht noch mit.

Im 1. Streit eskalierte es völlig. Ich wurde niedergeschrien (ich = geh- und sprachbehindert), ich müsse raus, wurde beleidigt und als Kinderficker tituliert, ja, ich wurde auch bedroht.
Dann folgte eine Aussprache mit dem Vermieter, und 3 Wochen lief es. Dann aber stellte sich der alte Zustand wieder ein.
Im 2. Streit ging es ähnlich zu Sache. Wieder niederschreien, Bedrohungen usw..
Polizei und OA kamen - nicht. Daraufhin beschwerte ich mich, worauf die Polizei reagierte und sich alles beschreiben ließ.
Die Bedrohung bestand für mich aus 2 Sätzen.
1. Er würde mir das Leben zur Hölle machen (was er jetzt schon tut).
2. Würde ich dem Verwalter was sagen, dann könne ich richtig was erleben.
Daraufhin erklärte mir der Beamte: Satz 1 wäre keine Bedrohung, Satz 2 wäre aber klar eine Nötigung.

Zwei Mal war heute Palaver draußen, wo ich dachte, aha, Verwalter war da; aber: anscheinend doch nicht.

Frage: ich fühlte mich hier nie sehr wohl, aber nach diesen Ereignissen schlafe ich schlecht, und ich habe nur noch den Drang für raus. Kann ich die Umzugskosten dem Nachbarn aufdrücken, zumindest zum Teil?
Denn er hat mit seinem Verhalten den Kontakt von mir zu anderen regelrecht versaut, sodaß ich alleine da stehe; die anderen Nachbarn sind wie die 3 Affen ...

Anzeige: soll ich, oder nicht.
Zeige ich ihn an, gibt es nur wieder Streß.
Zeige ich ihn nicht an, wird sich nichts ändern, die Erfahrung zeigte es ebenso wie Sprüche von ihm, aus denen hervorgeht, daß er den Verwalter NULL respektiert und nicht auf ihn hören wird.

Oder anders gefragt: was würdet IHR tun?

Danke schon mal.
 

AsbachUralt

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So einfach geht das leider nicht mit den Kosten, das kannst Du vergessen. Dazu müsste ein Gericht erst einmal feststellen, dass die Zustände für Dich unerträglich sind und dann müsste eigentlich der Vermieter den Ruhestörer kündigen.
Bleibt die Frage, fühlen sich die anderen Bewohner des Hauses ebenfalls gestört, dann müsstet ihr euch alle gemeinsam beim Verwalter/Vermieter beschweren. Wenn nur Du Dich betroffen fühlst, wird wohl nichts weiter passieren. Ein Umzug käme für Dich dann nur auf eigene Kosten infrage.
 

Rapunzeline

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Hallo @Shervane,

gibt es noch mehr Mieter, die sich gestört fühlen? Ich würde dann über eine Mietminderung nachdenken.

Lärm: So wehrt man sich gegen laute Nachbarn
  1. Erst einmal mit den Nachbarn reden. Egal, ob Tierlärm, Türenschlagen oder sonstiges Gepolter – die Bewohner eines Mehrfamilienhauses sollten zunächst das Gespräch mit lauten Nachbarn suchen und sie um mehr Rücksicht bitten. ...
  2. Aussagekräftiges Lärmprotokoll anfertigen. ...
  3. Mieter können die Miete mindern.
 

Uhus

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Aus leidvoller eigener Erfahrung mit extrem lärmenden und unter Drogeneinfluss stehenden deutschen Nachbarn kann ich dir kurz Folgendes sagen:

(1) Lass das mit der Mietminderung. Das führt zu weiterem Stress und der Vermieter stellt sich am Ende auch noch gegen dich.

(2) Versuche, die anderen Mitbewohner auf deine Seite zu ziehen und lass sie zu den entsprechenden Daten ein detailliertes Lärmprotokoll für den Vermieter unterschreiben. Denn allein stehst du i.d.R. auf verlorenem Posten.

(3) Bei krassen Ruhestörungen in der Nacht die Polizei rufen. Super wäre es, wenn mehrere Nachbarn dies parallel tun. Das erhöht sowohl den Druck als auch die Glaubwürdigkeit. Die Polizeieinsätze (mit eigener Buchungsnummer) lassen sich bei Bedarf auch vor Gericht verwerten.

(4) Wenn du (teillweise) Leistungen vom Sozialamt beziehst, würde ich mich fortan krankschreiben lassen und nach einer Weile ein ärztliches Attest einholen, das einen Umzug wegen der dich krankmachenden Wohnumstände dringend empfielt. Dieses würde ich dem Sozialamt vorlegen, um die Umzugskosten erstatten zu lassen. Allerdings setzt das eine passende und ruhige Ersatzwohung voraus, die du real anmieten könntest.

(5) Als letzte Lösung: der juristische Weg (Anwalt, Gericht). Allerdings kann das lange dauern und der Ausgang ist völlig offen. Am Ende könnte es für dich heißen: Außer Spesen nichts gewesen.
 
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Shervane

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Wow, so schnell so viel, also, der Reihe nach:

@ZynHH
Der Verwalter ist ja aktiv, nur, siehe oben: 0 Respekt ....

@AsbachUralt
Ja, das hab ich mir fast schon so gedacht ...
Was die anderen angeht; drüber und drunter die kriegen nichts mit. Hier sind es 4 Parteien; der eine ist fast nie da und hält sich aus allem raus, die 2. Partei, ein Pärchen; bei ihm ähnlich, sie duckmäusert vor den 2 und hält sich sonst bedeckt, OBWOHL sie rein gesundheitlich ein dickeres Interesse haben müsste als ich. Partei 3 ist mit ein Teil des Problems und mit dem Lärmer befreundet = keine Chance auf nachbarschaftliche Unterstützung.

@ Rapunzeline
zu 1: ist schon gelaufen, ohne Erfolg.
zu 2: wurde angefertigt.
zu 3: überlege ich gerade aber, wie nach Dir jemand sagte, wird auch das außer Ärger nichts bringen.

@ Uhus
zu 1: siehe Rapunzeline 3.
zu 2: siehe Asbach Uralt.
zu 3: das Perfide daran ist, daß das überwiegend am Tag über stattfindet. Das zweite Perfide daran ist: so gesehen darf er das meiste. Und Polizei und OA sind hier anscheinend schwer ausrückfaul ... es ist die Masse, die so extrem stört; wenn ich telefoniere, oder TV schaue, und er wieder "Fluraction" macht, verstehe ich nichts mehr, so laut ist das, und da er der Meinung zu sein scheint, der Flur gehöre zu SEINER Wohnung ... ist das extrem oft so. Das dritte Perfide ist: es ist oft nur kurz, aber dafür sehr oft.
Tür auf, Fluraction für 10 Sekunden, Tür zuknall. Nach 10-20 Sekunden: Tür auf, usw..
zu 4: klappt das auch bei mir? Schwerbehindert, Erwerbslosenrente etc.; ist das nicht wie 100 Gramm auf die Waage legen, wo schon 100 Kilo drauf sind, um sie zusammenbrechen zu lassen?
Arzt kommt morgen, befrage ich mal, hatte ich schon auf dem Plan.
Ich war suizigefährdet, habe mich über 8 Monate mühsam da herausgearbeitet, nur, damit ein A**** mir das innerhalb von einem Tag zurücksetzt?
zu 5: Anwalt informiert, meldet sich aber nicht ... außerdem hatte ich nie eine Chance gesehen ...

Jo, das wars soweit, morgen evtl. mehr; seltsam war auch, daß ich vom Verwalter nix gehört habe. Jedenfalls bin ich schon mal am packen.
 

Elgaucho

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Hier gilt für mich die alte Weisheit als Fazit: Der Klügere gibt nach. Sprich such dir in aller Ruhe was neues, wesentlich ruhigeres.
Alle anderen Schritte sind zwar sicherlich möglich aber nicht viel erfolgversprechend und im Zweifelsfall auch noch richtig teuer für dich. Dann lieber kostengünstig und nervenschonend was langfristig ruhiges suchen. Recht haben und Recht kriegen - das sind zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe und beides unter einen Hut zu bekommen - das ist mitunter mehr als schwierig und extrem nervenaufreibend.
 

romeo1222

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Aus eigener Erfahrung kann ich auch sagen, dass es alles nichts bringt. Bin deswegen auch 4mal innerhalb von 5 Jahren umgezogen. Gespräche, Anwalt, Polizei, Anzeigen beim Ordnungsamt, nie half was. Daher blieb immer nur der Umzug. Da ich ALG 2 erhielt, kam immerhin das JC für die Kosten des Umzugs auf (Mitmach-Umzug). Den Umzugsgrund musst du natürlich nachweisen, wie oben schon geschrieben. Sei es durch Einschaltung eines Anwaltes, Lärmprotkoll was du immer dem Verwalter schickst, Protokoll wann du die Polizei gerufen hast usw.

Sollte z.B. vieles möglich / erlaubt sein, wie du es oben schreibst, würde ich mit meinem Hausarzt sprechen, dass er ein kurzes Schreiben fertig macht, indem zum Umzug geraten wird. Hatte dieses auch mehrmals und es half immer um den Umzugsgrund gegenüber dem JC nachzuweisen (bzw. einmal vor Gericht).
 

Shervane

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@all
Bin ja schon dabei; und was das frühzeitige Packen angeht; A brauche ich extrem lange und B habe ich so ein besseres Gefühl.

Bei mir liegt der Fall beim Sozialamt; ich scheitere mit der Umzugskostenübernahme wohl an der Angemessenheit; die arbeiten mit Zahlen aus dem letzten Jahr100; da drunter zu kommen, ist schlicht unmöglich, außer hier, und hier das ist das einzige Haus dieser Art.
Attest vom Doc bekomme ich. Wenn es soweit ist.

Erst mal danke an alle, ich melde mich später noch mal.
 

welle10

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Meine Meinung,

ziehe aus, alles andere hat keinen Sinn.
Nix gegen Italiener aber als Nachbar lieber jede andere Nationalität.
Ich (musste)bin schon 2x wegen liebe Italienischer Nachbarn ausgezogen.
Beim 1. Mal im Jahre 1986 beschimpfte mein Italienischer Nachbar meine damalige Frau als Hure, weil Sie um 22:15 Uhr
die Waschmaschine im Waschraum leerte. Wenn ich nicht ausgezogen wäre hätte es ein Drama gegeben.
Beim 2. Mal sind frisch aus Italien, Italiener zugezogen, deren Rhythmus war, vom Aufstehen um 14:00 Uhr bis zum Schlafen gehen um 02:00 Uhr (+2 Kleinkinder) nur schreien, und das durchweg. Auto auf dem Parkplatz parken, nö warum ist doch auch eine große Wiese vorm Haus. Leider bin ich zu früh ausgezogen, 4 Wochen nach meinem Auszug hat das SEK in geholt, seine Frau und Kinder sind 2 Wochen später über Nacht zurück nach Italien.
Und jetzt kommst, vor 6 Monaten ist über mir ein Italiener eingezogen, muss in mal fragen ob er aus Norditalien ist, weil
er der 1. Italiener ist der normal ist, trotzdem er alles A... Lang besuch aus Italien bekommt, ist es normal laut.

Also nix wie weg, oder hoffen das auch bei dir das SEK kommt.
 
E

ExUser 2606

Gast
Ich glaube, manchen Menschen ist gar nicht bewusst, was sie für eine Geräuschkulisse verursachen.

Ich habe derzeit auf der einen Seite ein Junges Paar neben mit wohnen. Sie sind sehr freundlich. Er ist wohl Musiker, jedenfalls speilt erof Gitarre, meist vormittags und sigt dazu. Und er ist gut! Ich habe am Anfang gedacht, dass das CDs oder so sind und hbe dann mal gefragt, was er da immer hört, unsd da kam dann halt raus, das er das selber ist, live. er hat sich sehr über das Kompliment gefreut. Das mal Geschirr in der Küche klappert oder man die Klingel von der Mikrowelle hört, ist normal, kein Problem.

Aber da iat eine Sache: Die beiden haben ein recht aktives Liebesleben. Und sie stöhnt da lustvoll in dn höchsen Tönen. Und wenn ich in menem Arbeitszimmer sitze, dann höre ich das schon recht deutlich. Ichhabe echt schon überlegt, wie ich den beiden mal freundlich beibringe, dass ich das genau mitbekomme...wobwi siw gwrnw auch am frühen Abend oder mitten am Tag mal koslegen.

So extrem hellhörig ist das bei uns auch erst seit der ernergetischen Sanierung.dabei hat man die Laubengänge vor den Haustüren, die ofen waren wie ein Balkon, verglast. Und seitdem hallt eben alles, was ai den Räumen auf der Seite zum Fenster rausgeht, extrem. Von den Nachbarn auf der anderen Seite, 2 ältere Herrem, kann ic zum Beispiel jeden Furz hören, wenn die ihr Bad benutzen und ich gleichzeitig meines.
 
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