Wegen einer Klage gegen die Rentenversicherungsanstalt werde ich in Hartz 4 rutschen. Welches ist nun mein bester Weg ?

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GoldenMerlin

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Hallo an alle :) ,

ich bin neu hier und jetzt auf der Suche nach dem richtigem Weg um alles einigermaßen richtig zu machen , da ich zum Sommer hin Hartz 4 beantragen muss, durch Klage gegen die Deutsche Rentenversicherung. Ich bin weiblich und 53 Jahre alt.

Zurzeit bekomme ich noch Arbeitlosengeld welches dann im Sommer ausläuft.Durch den medizinischen Dienst des Arbeitsamtes bin ich schon bei Antragstellung, als geringfügig belastbar eingestuft worden, also leichte Tätigkeiten mit Einschränkungen ( Pförtner o. Ä. ), aber für 6 Stunden.
Von meiner Arbeitvermittlerin ist nie was gekommen, sie sagte das sie mir keine Arbeit anbieten kann.

Nach 78 Wochen Krankheit bin ich ausgesteuert worden,somit Bezug von #Arbeitlosengeld. Mein Arbeitsverhälniss ruht ist noch nicht gekündigt.Bei meinem Arbeitgeber habe ich schon nur noch 6 Stunden gearbeitet,da ich mehr körperlich nicht schaffte.

Nach Aussteuerung habe ich Erwerbslosenrente beantragt , es kam eine Ablehnung , das ich noch 6 Stunden arbeiten könnte. Meine Zeiten sind lückenlos.
Mit Anwältin Wiederspruch eingelegt, die Zeit ging ins Land, irgendwann Einladung zum Gutachter , nun kam die Wiedespruchsablehnung, das ich zwar gesundheitlich eingeschränkt sei, aber leichte Tätigkeiten mit Einschränkungen mit 6 Stunden ausüben kann.

Ich habe vor ein paar Tagen beim Jobcenter angerufen ,weil ich gerne schon mal wissen möchte ,was die alles für unterlagen haben möchten usw. ich schilderte dort meine Situation. Die Dame sagte das ich zu den üblichen Unterlagen dann auch den Rentenantrag, den Wiederspruch und die Klage mit einreichen solle.
Ist das dann so rechtens und habe ich dadurch eventuell einen kleinen Bonus , das ich mit irgendwelchen Maßnahmen, Aufforderungen und Stellenangeboten verschont bleibe ?

Sollte ich mich im Vorfeld schon mal um 450 Euro Jobs oder Midijobs bemühen ( eventuell auch bei meinem noch Arbeitgeber), oder beginnen,wenn der Hartz 4 Bezug dann beginnt um dem Jobcenter was vorzuweisen ( möchte natürlich auch das weiter irgendwie Beiträge auf mein Rentenkonto kommen), oder soll ich lieber erstmal die Füße stillhalten und abwarten was das Jobcenter dann von mir möchte bzw. verlangt aufgrund der Gutachten mit meinen Einschränkungen und der Klage gegen die #DRV ?

Wie ist der richtige Weg hierbei um nicht wirklich was falsch zu machen ?

Grüße GoldenMerlin
 

Ruhrpottmensch

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Hallo und Willkommen hier

Zuerst einmal: Bitte nichts überstürzen!

Ich frag mal ganz direkt: "Ziel" soll die EMR sein?!

Dann solltest Du alles in das Verfahren legen und bis dahin zuerst einmal die "Füße still halten" was einen "Nebenjob" angeht. Du musst Dich weder gegenüber der RV noch dem JC irgendwie "beweisen".

Das ein JC die gesamten Unterlagen zum EMR-Antrag möchte, ist in Deinem Fall "normal". Würdest Du ohne diesen Antrag ins ALG2 rutschen, würde ein JC früher oder später eh auffordern einen Antrag auf EMR bzw. Reha zu stellen. Da dies alles schon geschehen ist, können die sich das natürlich sparen, brauchen aber eben Belege, dass ein Antrag schon gestellt worden ist und in welchem Status dieser Antrag momentan "in der Luft hängt". Da musst Du Dir also zuerst mal keine Sorgen drum machen.

Falls der ganze Widerspruch bei der RV durchgeht, fällst Du aus dem ALG2 wieder raus und bekommst dann eben EMR. Wenn der Widerspruch allerdings keinen Erfolg hat, wirst Du natürlich - falls Du nicht weiterhin Krankgeschrieben wirst - wieder beim alten AG "antanzen" müssen. Geht das aufgrund der AU nicht, könnte es aber durchaus passieren, dass auch ein JC nochmals die Leistungsfähigkeit überprüft um Dich ggf. Zielgerecht "vermitteln" zu können (Ja, dass ist auch deren Auftrag, wenn Du eigentlich noch eine ungekündigte Stelle hast).

Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Du solltest dem JC evtl nicht jetzt schon alles "servieren", bis "zum Sommer" kann ja noch viel passieren... 😉
 

ABSW

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Hallo,
kurz zusammengefasst:
1. Widerspruch der EM-Rente wurde abgelehnt
2. Widerspruchsbescheid liegt dir vor.
3. Klage vor dem Sozialgericht wird oder wurde bereits eingereicht?

1. Frage: hattest du eine Rehamaßnahme- Grundsatz Reha vor Rente
2. was für ein Rechtsanwalt hast du beauftragt? - Vdk , Sovd oder Fachanwalt für Sozialrecht, freier Rentenberater?

Überwiegend liegt es an den medizinischen Befundberichten, die vielleicht nicht aussagefähig sind.

Weiter würde ich dir empfehlen nicht mit den Institutionen zu telefonieren. Alles auf dem Schriftlichen Weg.
 
E

ExUser 73403

Gast
Die Dame sagte das ich zu den üblichen Unterlagen dann auch den Rentenantrag, den Wiederspruch und die Klage mit einreichen solle.
Soweit du bereits Klage gegen die Ablehnung des Rentenantrags in Gestalt des Widerspruchsbescheids beim SG erhoben hast, erübrigt es sich, ggü. dem JC den Widerspruch vorzulegen.

Alle ärztlichen Diagnosen und konkrete Angaben zu deinem Gesundheitszustand würde ich schwärzen. Das geht das JC grundsätzlich nichts an.
 

saurbier

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Also vorweg schließe ich mich meinen Vorrednern zuerst einmal an.

Hierbei wäre es schon schön, wenn du auf die Fragen von @ABSW entsprechend eingehen würdest, damit wir hier mehr Informationen an Hand haben.

Da du ja, wie geschrieben, dein ALG-I erst zum Sommer ausläuft, solltest du nicht jetzt schon großartig mit dem JC kommunizieren, da reicht es, wenn das max. 1 Monat vor Auslauf deines ALG-I geschieht.

Auch solltest du dem JC nicht unbedingt alle Unterlagen in Bezug auf dein weiteres Vorgehen mit dem Rententräger/DRV großzügig auf den Tisch legen, denn z.B. deine Klage (z.B. Schriftsatz) geht die Recht wenig an, genauso wie einen SB deine Krankheit/Krankheiten nichts angehen bzw. medizinische Befunde.

Wenn du bis zum Sommer (also dem Ende deines ALG-I) mit der DRV im Klageverfahren um deine EMR steckst, dann reicht es für das JC den ablehnenden Widerspruchsbescheid der DRV vorzulegen und darauf hinzuweisen, dass du dagegen nun eine Klage erhoben hast. Sofern es seitens des Rententrägers/DRV bereits einen aktuellen Reha-Abschlussbericht gibt, solltest du ausdrücklich darauf hinweisen, dass bei dir aus gesundheitlichen Gründen eine eingeschränkte Erwerbsfähigkeit vorliegt, welche vorab vom ärztlichen Dienst abzuklären wäre, dem du dann neben dem Gesundheitsfragebogen auch entsprechende medizinische Unterlagen persönlich zur Verfügung stellen wirst. Achtung: hier liegt die Aussage auf persönlich, was bedeutet, dass du deine medizinischen Unterlagen auf keinen Fall über den Tisch des SB (z.B. gerne von denen gefordert, in einem verschlossenen Umschlag) laufen lassen solltest, sondern dem ärztlichen Gutachter selbst per Einschreiben zuschicken wirst. Dazu soll und muss dir dann auch der SB die Postanschrift des ärztlichen Gutachters mitteilen, das ist dein Recht. Hierzu solltest du wissen, dass es sich um medizinische Unterlagen handelt, welche ausdrücklich der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen und somit nur von medizinischem Personal einzusehen sind, niemals aber von einem JC SB .

Wenn du nicht mehr als 6 Std./tägl. Arbeiten kannst, bedenke bitte, deine persönliche Meinung zu deiner Leistungsfähigkeit interessiert keine Behörde noch weniger einen JC SB , hier zählen nur medizinisch belegbare Fakten, deshalb auch eine Begutachtung durch den ärztlichen Dienst. Darüber hinaus solltest du es tunlichst vermeiden, selbst eine zeitliche Angabe zu deiner noch vorhandenen Leistungsfähigkeit zu machen. Dein jetzt noch vorhandenes Restleistungsvermögen soll alleine der ärztliche Dienst der AfA feststellen, denn an dessen Gutachten muss sich dann auch der für die Arbeitsvermittlung zuständige SB später halten.

Vorab solltest du eher, solange dein Klageverfahren mit dem Rententräger/DRV läuft tunlichst von jedem Minijob absehen, denn das könnte man dir dann auch negativ auslegen (z.B. siehe da, sie kann ja noch arbeiten), zumindest mal bis das Verfahren um deine EMR abgeschlossen ist.

Wenn du nicht Vollzeit arbeiten kannst, solltest du dir ggf. als JC Strategie überlegen, ob du nicht von deinem behandelnden Arzt/Ärzte eine fortlaufende AU erhalten kannst, denn dann wärst du dort (JC ) zumindest aus den Vermittlungsbemühungen bzw. Maßnahmen vorerst mal raus, was zudem das Sanktionsrisiko (sind eh nur noch max. 30 % erlaubt, bzw. 10 % bei Terminversäumnis) minimieren würde.

Unbedingt merken solltest du dir allerdings jetzt schon,
1.) dem JC weder eine Telefon-Nummer noch E-Mail-Adresse anzugeben,
2.) tunlichst keine Telefonanrufe vom JC entgegenzunehmen (sofern diese eine Rufnummer aus deiner ALG-I Akte erhalten sollten),
3.) alles mit dem JC nur per Post (hier am besten Einschreiben und bei eiligen Dingen vorab noch per Fax (z.B. kostengünstig simple-fax.de) zu erledigen. Merke, nur schriftliches kann man später im Streitfall auch beweisen. Auf Telefongespräche mit SB 's sollte man sich eher nicht einlassen, da viele dank ihrer rhetorischen Schulung es verstehen ein Telefonat so geschickt zu führen, dass sie eher ihre Ziele erreichen, als du deine.
 

GoldenMerlin

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Ich frag mal ganz direkt: "Ziel" soll die EMR sein?!
Ja , das soll das Ziel sein.
Was mein Arbeitgeber jetzt mit meinem Beschäftungsverhätniss weiter macht, das weiss ich nicht. Ob er es noch weiterlaufen lässt oder einen Aufhebungsvertag macht, da ich ja nun mit meinem Rentenantrag bzw. des Wiedesruches nicht weiter gekommen bin. Das wollte er erstmal abwarten. Werde nächste Woche mal telefonieren mit Ihm. Die Klage wird sich ja nun über einen nicht absehbarem Zeitraum lange hinziehen bis es dann wirklich zu einem Urteil kommen wird...

1. Frage: hattest du eine Rehamaßnahme- Grundsatz Reha vor Rente
2. was für ein Rechtsanwalt hast du beauftragt? - Vdk , Sovd oder Fachanwalt für Sozialrecht, freier Rentenberater?

die Klage wird bis zum Fristtermin von meiner Fachanwältin für Sozialrecht eingereicht, bin nicht im VDK .Erstmal Formlos,die Begründung erfolgt später nach erneuter Aktenanforderung von der RV. ich erhalte nächste Woche von der RV das Gutachterschreiben was ich angefordert habe, damit ich mir da mal einen Überblick verschaffen kann. Eine Reha wurde seitens meines Arztes der Schmerztherapie in der ich mich befinde ausgeschlossen mit Begründung diezbezüglich vom Arzt und der RV beim Antrag übermittelt. Danach erfolgte die Begutachtung der Rentenversicherung.
Da du ja, wie geschrieben, dein ALG-I erst zum Sommer ausläuft, solltest du nicht jetzt schon großartig mit dem JC kommunizieren, da reicht es, wenn das max. 1 Monat vor Auslauf deines ALG-I geschieht.
Bei diesem einem Anruf wollte ich auch nur wissen,bis wann ich meinen Antrag für Harz 4 abgegeben haben muss wegen der Bearbeitungszeit,damit das Ende vom Arbeitslosengeld zu Hartz 4 in eins dann übergeht.Dabei habe ich dann nur erwähnt aus welchem Grund ich dies beantragen muss und was sie alles an Unterlagen bräuchten. Darauf kam dann noch die Aussage das sie Antrag für die Rente usw. auch bräuchten. Die Klagebegründung werden sie nicht bekommen,dann nur das formlose schreiben meiner Anwältin mit der Klageerhebung.
Ein medizinisches Gutachten von der Arbeitagentur mit vielen gesundheitlichen Einschränkungen vom letzten Jahr im März gibt es schon und jetzt eben noch das Gutachten von der Rentenversicherung auch mit besagten Einschränkung und nur leichten Tätigkeiten ...wo auch immer man so eine Arbeit finden soll,weil es da ja ach so viele von gibt... :-(


Vielen lieben Dank an Euch für Eure ausführlichen und langen Hinweise , dann werde ich erst mal die Füße stillhalten, nichts unternehmen. Der physische Druck ist leider dann da wenn man weiß ,das man aus einem sehr guten Arbeitsverhälniss und Spass an der Arbeit aus gesundheitlichen Gründen nun in Hartz 4 rutscht und dann nicht weiß was dort alles einen erwartet und mit was man alles konfrontiert wird und aushalten muss...

Grüße GoldenMerlin
 

ABSW

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Hallo GoldenMerlin,
wenn die Rentenakte bei deiner Rechtsanwältin vorliegt,
dann mache dir Kopien von den Arztberichten und der Stellungnahmen
des ärztlichen Dienstes der Rentenversicherung.
Es wäre wichtig auch in der Zukunft alle Unterlagen zu kopieren.

Du gibst an eine Rehamaßnahme konnte nicht durchgeführt werden.

Ich bleibe bei meiner Einschätzung, wie in Post 3 beschrieben.

Schaue darauf, dass die Rechtsanwältin die Klage bald einreicht.

Alles Gute für dich
 

saurbier

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Eine Reha wurde seitens meines Arztes der Schmerztherapie in der ich mich befinde ausgeschlossen mit Begründung diezbezüglich vom Arzt und der RV beim Antrag übermittelt.
Na ja, Schmerztherapie bzw. Schmerztherapeut ist heutzutage leider immer so eine Sache, wie auch ich bereits in früheren Jahren selbst leidlich erfahren konnte. Da versuchte ich es auch mit einer Schmerztherapie um die Ecke, welche bedauerlicherweise am Ende nur aus einer absurden Medikamenten Dosierung bestand, hinsichtlich derer mich dann mein Orthopäde eindringlich warnte. Nicht viel später kam dann sogar meine KK auf die Idee (nachdem ich endlich einen sehr guten Schmerztherapeuten ungünstigerweise mehr als 100 km entfernt gefunden hatte) mir per Post doch nahezulegen, einen Schmerztherapeuten zu nehmen, mit welchem die KK zusammen arbeitet. Nichtsdestotrotz bin ich bei dem Schmerztherapeuten geblieben und wie sich inzwischen auch herausgestellt hat, war es genau die richtige Entscheidung, auch wenn ich anfänglich regelmäßig dort hin musste (ja sogar für 14 Tage stationär), verringerten sich die Besuche dann von mtl. auf halbjährlich bis zu nun nur noch sporadisch.
Ein medizinisches Gutachten von der Arbeitagentur mit vielen gesundheitlichen Einschränkungen vom letzten Jahr im März gibt es schon und jetzt eben noch das Gutachten von der Rentenversicherung auch mit besagten Einschränkung und nur leichten Tätigkeiten ...wo auch immer man so eine Arbeit finden soll,weil es da ja ach so viele von gibt...
Wenn seitens der AfA jetzt bereits ein relativ aktuelles äD -Gutachten vorliegt, kann sich das JC ja dem anschließen.

Wichtig ist wie bereits geschrieben, dass du dem SB bei Antragsabgabe allerdings unbedingt auf deine gesundheitlichen Einschränkungen hinweist, damit dies bei der Arbeitsvermittlung berücksichtigt wird. Hier gilt dann für dich, dass du dich nur auf solche Arbeitsstellen bewerben musst, die deine gesundheitlichen Einschränkungen berücksichtigen, alle anderen solltest du im eigenen Interesse unter entsprechendem Verweis zurückweisen.

Das mit den vielen/unzähligen Einschränkungen ist mir auch bekannt, denn bei mir sah es seinerzeit nicht viel anders aus. Das allerdings kümmerte mich recht wenig (ich war damals bei der AfA ), denn meine Gesundheit stand und steht für mich im Vordergrund.

Ggf. solltest du auch wissen, dass es neben einer vollen EMR bzw. Teil-EMR ja auch noch die sogenannte Arbeitsmarktrente gibt. Das bedeutet z.B. wenn du nur noch zwischen 3 - 6 Std./tägl. leistungsfähig bist, aber aufgrund der Vielzahl von gesundheitlichen Gründen dich kein Arbeitgeber einstellen will, du ggf. die Möglichkeit hättest, entsprechende Arbeitsmarktrente zu erhalten, und zwar dann, wenn die AfA es nicht schafft dich binnen 1 Jahr in eine sozialversicherungspflichtige Teilzeitarbeitsstelle zu vermitteln.

Was bei der AfA durchaus möglich ist, ist bei den JC hingegen meist mit viel Ärger verbunden, denn viele JC halten sich leider eher strikt an § 8 SGB II. Um das besser zu verstehen, hänge ich dir mal etwas an.
Der physische Druck ist leider dann da wenn man weiß ,das man aus einem sehr guten Arbeitsverhälniss und Spass an der Arbeit aus gesundheitlichen Gründen nun in Hartz 4 rutscht und dann nicht weiß was dort alles einen erwartet und mit was man alles konfrontiert wird und aushalten muss...
Ja leider, aber dieses Spiel haben hier so einige mitgemacht.

Ich z.B. kann dazu nur sagen Ende der 90er Jahre kam mein erster Absturz aus dem Arbeitsleben und knapp 10 Jahre später erfolgte dann der zweite Absturz aus meiner Teilzeitarbeit in die befristete volle EM-Arbeitsmarktrente. Dazu kam dann auch noch der Nackenschlag der DRV , als man meine Weiterzahlungsanträge 2014 und 2017 anstandslos verlängerte und 2019 dann anfing Ärger zu machen, bei welchem ich ganze 3 Monate plötzlich ohne Geld da stand, bis man dann doch nach Einschaltung des Sozialgerichtes meinem Weiterzahlungsantrag bewilligte.

Am Samstag hatte ich dann in der Post meinen nun letzten Weiterzahlungsantrag vorgefunden. Jetzt bin ich mal gespannt wie lange ich jetzt ggf. auf die letzte Bewilligung für nur noch 1 Jahr warten darf, denn danach geht es für mich endlich in die Regelaltersrente womit die ständige Zitterpartie ihr Ende hat.
 

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  • § 8 SGB II - Erläuterungen von Eicher und Spellbring .pdf
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GoldenMerlin

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Vorab solltest du eher, solange dein Klageverfahren mit dem Rententräger/DRV läuft tunlichst von jedem Minijob absehen, denn das könnte man dir dann auch negativ auslegen (z.B. siehe da, sie kann ja noch arbeiten), zumindest mal bis das Verfahren um deine EMR abgeschlossen ist.
Vom Minijob absehen wegen negativer Auslegung verstehe ich...aber wenn ich doch im Hartz 4 Bezug bin wärend des Klageverfahrens,dann stehe ich doch somit der Arbeitswelt zur Verfügung um vom Jobcenter vermittelt zu werden und gegebenfalls eine Arbeit annehmen muss,dann wäre ich doch wärhend des Klageverfahrens in einer Anstellung...das wäre ja dann auch negativ für mich seitens des Gerichts zu beurteilen...oder ???

Ggf. solltest du auch wissen, dass es neben einer vollen EMR bzw. Teil-EMR ja auch noch die sogenannte Arbeitsmarktrente gibt. Das bedeutet z.B. wenn du nur noch zwischen 3 - 6 Std./tägl. leistungsfähig bist, aber aufgrund der Vielzahl von gesundheitlichen Gründen dich kein Arbeitgeber einstellen will, du ggf. die Möglichkeit hättest, entsprechende Arbeitsmarktrente zu erhalten, und zwar dann, wenn die AfA es nicht schafft dich binnen 1 Jahr in eine sozialversicherungspflichtige Teilzeitarbeitsstelle zu vermitteln.
Ja das weiß ich, nur leider sind die Gutachten auf 6 Stunden und nicht darunter, drum kann ich diesen Weg leider nicht gehen und das möchte ich nun irgendwie durchboxen, das man mich auf unter 6 Stunden einstuft. Würde dann die nichtvermittelbare Zeit auch im Harz 4 Bezug weiterlaufen bzw. angerechnet werden, wenn das Gericht mich unter 6 Stunden einstufen würde ? 1 Jahr vom Arbeitsamt habe ich jetzt im Februar voll, aber wie gesagt, nicht unter 6 Stunden.
Was bei der AfA durchaus möglich ist, ist bei den JC hingegen meist mit viel Ärger verbunden, denn viele JC halten sich leider eher strikt an § 8 SGB II. Um das besser zu verstehen, hänge ich dir mal etwas an.
Das sind viele viele viele Pragraphen ,die alle nicht wirklich verstehe, nur so ein bischen mit der Summierung gewöhnlicher / ungewöhnlicher Leistungseinschränkung,nur da weiß ich nicht genau ob die bei mir greifen können.
 

saurbier

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aber wenn ich doch im Hartz 4 Bezug bin wärend des Klageverfahrens,dann stehe ich doch somit der Arbeitswelt zur Verfügung um vom Jobcenter vermittelt zu werden und gegebenfalls eine Arbeit annehmen muss,dann wäre ich doch wärhend des Klageverfahrens in einer Anstellung
Du stehst nur dann der Arbeitsvermittlung des JC zur Verfügung, wenn du nicht von deinen behandelnden Ärzten eine AUB erhältst.

Also gilt es hier zuerst einmal mit deinen behandelnden Ärzten abzuklären, wie die deine Leistungsfähigkeit hinsichtlich dem allgemeinen Arbeitsmarkt beurteilen. Wenn diese z.B. die Auffassung vertreten, du kannst mehr als 6 Std./tägl. arbeiten, dann dürfte eine Klage bzgl. einer vollen EMR bzw. einer Teil-EMR eh schon wenig Aussichten auf Erfolg haben. Ganz anders sähe es da hingegen aus, wenn sie dich ggf. nur noch für 3 bis 6 Std./tägl. leistungsfähig beurteilen würden.

Da wäre also im Vorfeld bevor du jetzt in Widerspruch und Klage bzgl. einer EMR gehst, das Gespräch mit den Ärzten zu suchen, wie diese deine Leistungsfähigkeit beurteilen, denn ohne entsprechenden Rückhalt bei deinen behandelnden Ärzten dürfte das kaum eine Aussicht auf Erfolg versprechen.

Sind deine behandelnden Ärzte wie gesagt der Meinung, dass du nur noch für max. 3 bis 6 Std./tägl. oder gar noch weniger leistungsfähig bist, dann lässt du dich von diesen dauerhaft AU schreiben. Damit stündest du dann der Arbeitsvermittlung nicht zur Verfügung und würdest im Klageverfahren um deine EMR gleichfalls den Nachweis erbringen, wie schlecht es um deine Gesundheit steht.
Würde dann die nichtvermittelbare Zeit auch im Harz 4 Bezug weiterlaufen bzw. angerechnet werden, wenn das Gericht mich unter 6 Stunden einstufen würde ? 1 Jahr vom Arbeitsamt habe ich jetzt im Februar voll, aber wie gesagt, nicht unter 6 Stunden.
Was bitte willst du damit sagen ??? Was bitte soll hier wo angerechnet werden ???
Das sind viele viele viele Pragraphen ,die alle nicht wirklich verstehe, nur so ein bischen mit der Summierung gewöhnlicher / ungewöhnlicher Leistungseinschränkung,nur da weiß ich nicht genau ob die bei mir greifen können.
Nun ja, das Thema ist halt kompliziert und wer um eine EMR kämpft bzw. kämpfen will wird kaum umher kommen, sich in der Materie einzulesen.
 

GoldenMerlin

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Was bitte willst du damit sagen ??? Was bitte soll hier wo angerechnet werden ???
So wie du das geschrieben hattest...das man eine Arbeitsmarktrente erhält ,bei einer Einstufung von 3 bis 6 Stunden wenn man 1 Jahr nicht vermittelt werden konnte. Ob diese Zeit im weiterlaufenden Harz 4 Bezug auch angerechnet werden kann,wenn man nicht vermittelt worden ist.
Da wäre also im Vorfeld bevor du jetzt in Widerspruch und Klage bzgl. einer EMR gehst, das Gespräch mit den Ärzten zu suchen, wie diese deine Leistungsfähigkeit beurteilen, denn ohne entsprechenden Rückhalt bei deinen behandelnden Ärzten dürfte das kaum eine Aussicht auf Erfolg versprechen.
Mein Arzt steht hinter mir, hat den von der DRV geforderten medezinischen Befundbericht ausführlich mit Begründungen erklärt,das er eine Leistung unter 3 Stunden sieht.Hat die DRV nicht wirklich akzeptiert, danach kam Einladung zum Gutachter der DRV der der Meinung ist 6 Stunden leichte Arbeit mit vielen Einschränkungen.
 

saurbier

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das man eine Arbeitsmarktrente erhält ,bei einer Einstufung von 3 bis 6 Stunden wenn man 1 Jahr nicht vermittelt werden konnte. Ob diese Zeit im weiterlaufenden Harz 4 Bezug auch angerechnet werden kann,wenn man nicht vermittelt worden ist.
Zuerst einmal sollte man hier vielleicht klarstellen, dass man eine Arbeitsmarktrente nicht deshalb bekommt, weil man nur für eine 3 bis 6 Std./tägl. Leistungsfähigkeit von wem auch immer (Reha/Gutachter etc.) eingestuft wurde.

Um eine Arbeitsmarktrente zu erhalten, bedarf es zuerst einmal einer Teil-EMR.

Im nächsten Schritt wird dann die DRV schauen, ob seitens der AfA /BA überhaupt eine Vermittlungsmöglichkeit besteht (also ausreichende offene Arbeitsplätze vorhanden sind und so die AfA /BA dies verneint prüfen, ob der Arbeitsmarkt in absehbarer Zeit Änderungen ergeben könnte). Dies bezieht sich dann a) auf deine zuletzt ausgeführte berufliche Tätigkeit bzw. b) auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wo man dich aufgrund deiner gesundheitlichen Einschränkungen noch in eine sozialversicherungspflichtige Teilzeittätigkeit vermitteln könnte.

Da spielen dann auch weitere Faktoren mit rein, wie z.B. das aktuelle Alter, GdB bzw. SchwerB, da sich diese auch auf eine Vermittlung auswirken.

Gleichfalls dürfte hier auch das neue Teilhabegesetz sich sicherlich bei dem einen oder anderen Fall in negativer Form bzgl. einer EMR auswirken, was aber abzuwarten bliebe, da es noch zu neu ist.

Den Unterschied zwischen dem ALG-I Status und ALG-II Status habe ich dir ja bereits versucht darzulegen, indem ich dir die Sichtweise des JC unter Verweis auf § 8 SGB II mit der angehängten Erläuterung zur Verfügung gestellt hatte. Manche JC lassen Arbeitsmarktrenter in Ruhe (akzeptieren die Arbeitsmarktprognose der AfA ) andere hingegen gehen ihre eigenen Wege. Hier gibt es auch kein 1 Jahr hab ich bereits rum, denn dazu steht im Gesetz schlicht, die AfA muss dir binnen (bzw. innerhalb) einem Jahr eine sozialversicherungspflichtige Teilzeitarbeitsstelle anbieten können.
Mein Arzt steht hinter mir, hat den von der DRV geforderten medezinischen Befundbericht ausführlich mit Begründungen erklärt,das er eine Leistung unter 3 Stunden sieht.
O.K., das wäre dann der erste Schritt hin zu einem Widerspruch und Klage gegen den Ablehnungsbescheid seitens der DRV . Nichts ist besser, als dass die eigenen Ärzte hinter einem stehen.
Hat die DRV nicht wirklich akzeptiert, danach kam Einladung zum Gutachter der DRV der der Meinung ist 6 Stunden leichte Arbeit mit vielen Einschränkungen.
Das ist ja absolut nichts Neues. Die DRV ist halt darum bemüht, so wenige neue EMR's zu bewilligen wie möglich, weil es denen halt immer viel Geld kostet - je jünger der Antragsteller so teurer -.

Da gilt es dann, vor allem wenn viele gesundheitliche Einschränkungen vorliegen, sich unbedingt das Gutachten anzufordern, um zu prüfen, ob überhaupt und wenn ja in welchem Umfang der Gutachter die einzelnen gesundheitlichen Einschränkungen (Krankheiten) berücksichtigt hat. Oft genug kommt bei einer Überprüfung dann heraus, dass die eine oder andere Krankheit gar nicht berücksichtigt wurde bzw. nur am Rande Erwähnung findet. Auffällig dürfte hierbei durchaus die Dauer einer solchen Begutachtung sein, denn in manch 15 - 30 min. kann kein seriöses Gutachten erstellt werden.
 
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