Wege aus der zeitweisen vollen Erwerbsminderung - Bitte helft mir

Nanutschka

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Guten Abend Zusammen.

Aktuell stelle ich mir einige Fragen, und nicht alle von diesen konnte ich bei Google selber beantworten, ich habe mal meine Geschichte kurz zusammengefasst , und hoffe das mir jemand weiterhelfen kann.

2012 habe ich auf Grund von psychischen Problemen (Angst Erkrankung) eine Reha Ausbildung abbrechen müssen, vom Jobcenter wurde ich dann 2013 aufgefordert mich beim ärztlichen Dienst vorzustellen. Dieser ärztliche Dienst hat mich dann auch erstmal für zeitweise voll erwerbsgemindert erklärt. Da ich noch kein Anrecht auf Erwerbsminderungsrente habe bin ich seit Ende 2013 nun beim Sozialamt meiner Stadt.
Seit dem konnte ich erfolgreich eine Psychotherapie abschliessen, und mir geht es wieder recht gut. Leider fällt mir momentan aber sehr die Decke auf den Kopf, ich engagiere mich zwar ehrenamtlich, das ist auf Dauer auch nicht das was mich erfüllt.
Ich bin 28 und habe noch immer den starken Wunsch eine Ausbildung erfolgreich abzuschliessen, nur ist es in meinem Alter auf normalem Wege nicht immer so leicht die Chefs zu überzeugen mir eine Chance zu geben. Ich würde deswegen gerne auf Hilfen vom Arbeitsamt zurückgreifen. Im Arbeitsamt habe ich viele Aushänge gesehen über offene Stellen und Förderungsmöglichkeiten, gerade für eine Ausbildung in der Altenpflege, was auch mein Wunschberuf wäre. Leider wurde mir aber gesagt das, das Arbeitsamt nicht für mich zuständig ist, weil ich erwerbsgemindert bin.

Wie komme ich also jetzt schnell aus meiner Erwerbsminderung raus? Mit welchen Stellen muss ich als erstes reden?

Über Antworten und Tipps würde ich mich sehr freuen.

Einen Lieben Gruß.
Nanutschka
 

gelibeh

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eigentlich müsste das Sozialamt ein neues Gutachten machen, wenn Du sagst, dass Du Dich wieder erwerbsfähig fühlst. Die sind doch froh, Dich wieder los zu sein. Besprich das aber bitte mit Deinem Arzt, nicht dass es Dir wieder schlechter geht, wenn mehr Belastungen auf Dich zu kommen.
 

Wutbuerger

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Wie fängt man so was an ? Vielleicht mit einem Praktikum ?
Wenn der Gutachter sagt voll erwerbsgemindert denke ich dann wird kaum einer einen Ausbildungsvertrag in Vollzeit abschliessen ...
 
E

ExitUser

Gast
der ÄD eines JC oder eines AfA kann einen garnicht erwerbsunfähig schreiben. :icon_evil:das ist nur der DRV vorbehalten.
wenn man keinen Anspruch auf eine EM-Rente aus versicherungsrechtlicher Sicht, aber aus gesundheitlichen Gründen hat, kann die DRV das auch feststellen, dazu stellt man einen Antrag auf EM-Rente.
 

Atze Knorke

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An die Forumsrunde,

der TE ist 28 Jahre alt und hat 2012 eine Reha-Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen, sie hat noch kein Vorliegen der DRV-Anspruchvoraussetzungen. Wie lange war der Zeitraum der ÄD-Befristung (voll erwerbsgemindert)?

Ob ein ÄD-Gutachten (SGB II) dazu befähigt, den jungen TE in das SGB XII abzuschieben, dass ist hier doch die grundsätzliche Frage. @Nanutschka ist ja nicht dauerhaft erwerbsgemindert? Insofern ist zu begutachten, ob @Nanutschka mehr als 3 Stunden täglich im medizinischen Sinne arbeitsfähig sein kann. Dann gehört sie unzweifelhaft ins SGB II.

Es werden jungen Menschen noch mehr Schwierigkeiten in den Weg gelegt, um dann zur billigen Arbeitskraft herabzusteigen.

Langfristige Unterstützung (wenn die Psyche streikt) bei Eingliederungshilfen & Hilfen zur Ausbildung für junge Menschen (der Mensch steht im Mittelpunkt!) sehen für mich anders aus.

Bildung nur noch für Reiche und junge Menschen ohne Einschränkungen?
 

Nanutschka

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Danke erstmal für die schnellen Antworten, ich versuche mal noch ein wenig mehr ins Detail zu gehen, und vielleicht Fragen zu beantworten.

@gelibeh: Hatte letzte Woche einen Termin bei meinem Psychiater der mir Mut gemacht hat und mich bestärkt hat meinen Berufswunsch zu verwirklichen.

@Wutburger: Ich arbeite momentan ehrenamtlich in einem Altenheim. Und ich bin auch nur befristet voll erwerbsgemindert.

@Marion63: Ich habe mich beim ärztlichen Dienst des Arbeitsamtes vorstellen müssen, dort wurde ich untersucht und habe einen Drogentest machen müssen, naja danach wurde mir gesagt das ich erstmal voll erwerbsgemindert bin aber eben nicht auf Dauer. Ich habe noch nie mit jemandem von der DRV gesprochen

@Atze Knorke: Ich weiß leider momentan nicht genau für wielange die Befristung des ÄD gewesen ist, ich habe aber im Dezember eine Schweigepflichtsentbindung beim Sozialamt ausfüllen müssen, zwecks Rentenersuchens, habe bis heute nichts davon gehört. Mein Sachbearbeiter beim Sozialamt hier hat leider immer etwas wegen der aktuellen Flüchtlingssituation um die Ohren. Ich bin der Meinung das ich mehr als 3 Stunden täglich arbeiten kann, habe aber auch auf der anderen Seite Angst das ich wieder Seitens des Jobcenters in irgendwelche ungewollten Maßnahmen hineingezwungen werde. Durch Jobcenter wurde ich nämlich damals auch an die Rehe Ausbildung vermittelt wo ich mit anderen Auszubildenden lernen musste, die nicht mal richtig lesen oder rechnen konnten, ich habe mich damals so schlecht und am falschen Platz gefühlt. Danach kam auch der psychische Zusammenbruch
Ich habe mich überall auf offene Stellen beworben, leider mit weniger gutem Erfolg. Deswegen wollte ich versuchen meinen Berufswunsch mit Hilfe des Arbeitsamtes zu verwirklichen. Ich denke das ein Beruf in der Altenpflege sicherlich eine berufliche Zukunft hat.
 

Fabiola

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@Wutburger: Ich arbeite momentan ehrenamtlich in einem Altenheim. Und ich bin auch nur befristet voll erwerbsgemindert.

@Marion63: Ich habe mich beim ärztlichen Dienst des Arbeitsamtes vorstellen müssen, dort wurde ich untersucht und habe einen Drogentest machen müssen, naja danach wurde mir gesagt das ich erstmal voll erwerbsgemindert bin aber eben nicht auf Dauer. Ich habe noch nie mit jemandem von der DRV gesprochen
Eine volle oder teilweise Erwerbsminderung darf nur die DRV feststellen!!!
Kein ärztlicher Dienst der AfA, kein ärztlicher Dienst des JC und auch kein MDK!

Solange die DRV keine Erwerbsminderung festgestellt hat, bist Du auch nicht erwerbsgemindert. Diese Feststellung obliegt einzig der DRV!

Die ärztlichen Dienste der AfA und des JC können lediglich Deine Leistungseinschränkungen feststellen (z.B. keine Stressbelastung, keinen Zeitdruck, keinen Publikumsverkehr oder was auch immer).
Darauf hat dann ein vermittelnder SB Rücksicht zu nehmen in seinen zumutbaren VVs.

Du gehörst überhaupt nicht zum Sozialamt, sondern zum JC (oder AfA?) - es sei denn, die DRV hat irgendwann Deine EM ohne Rentenanspruch per Bescheid festgestellt.
 

Wutbuerger

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Wenn du momentan ehrenamtlich im Altenheim arbeitest , welchen zeitlichen Umfang hat das?
Streßmäßig ist das aber mit Pflegedienst nicht zu vergleichen, oder ?
Meinst du du bist dem Job psychisch gewachsen wenn drei Leute was gleichzeitig von dir wollen und körperlich beim Umlagern ,aus dem Bett helfen , etc ?
Ich kenne jemand der war gerade über 25 und hatte einen Bandscheibenvorfall als Altenpfleger.
Ob der Beruf Zukunft hat ? Ich fürchte wie so viele Jobs --die Arbeit ist da nur bezahlen will keiner.
Da kommen dann die EU Bürger aus dem Osten oder Süden evtl als Scheinselbstständige .
Oder Oma kommt gleich nach Tschechien ins Pflegeheim.
Bei den Kohle- und Stahlarbeiter hätte in den 60ern und 70ern auch keiner vermutet das die mal zumachen...
 

Atze Knorke

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Hallo Nanutschka,

erst einmal Willkommen im Forum. :icon_daumen:

Danke erstmal für die schnellen Antworten, ich versuche mal noch ein wenig mehr ins Detail zu gehen, und vielleicht Fragen zu beantworten.
Vorab muss ich gestehen, hat man dich ganz schön hinter die Fichte geführt. Das JC hat sich deiner entledigt. Tragisch, tragisch, bitte alles im SGB II/XII hinterfragen und nicht geschehen lassen. :icon_sad: Dazu gehören die §§ 13 bis 16 SGB I (Aufklärungs- und Beratungspflicht der Behörden). Es bleibt nicht aus, dass du dich umfänglich informieren solltest.

@gelibeh: Hatte letzte Woche einen Termin bei meinem Psychiater der mir Mut gemacht hat und mich bestärkt hat meinen Berufswunsch zu verwirklichen.
Das ist soweit in Ordnung, die ärztlichen Termine solltest du bitte beibehalten, weil es in diesem Zusammenhang wichtig ist.

@Wutburger: Ich arbeite momentan ehrenamtlich in einem Altenheim. Und ich bin auch nur befristet voll erwerbsgemindert.
Das verdient Respekt. Ist die Leitung dieses Altenheimes in der Lage, dich mit zu unterstützen?

@Marion63: Ich habe mich beim ärztlichen Dienst des Arbeitsamtes vorstellen müssen, dort wurde ich untersucht und habe einen Drogentest machen müssen, naja danach wurde mir gesagt das ich erstmal voll erwerbsgemindert bin aber eben nicht auf Dauer. Ich habe noch nie mit jemandem von der DRV gesprochen
Hier ist das Ansinnen des Ärztlichen Dienstes sehr offensichtlich und dabei ist vieles im Argen. Die Übergriffigkeit des Drogentestes ist mehr als dreist. :icon_evil: Deine Persönlichkeitsrechte wurden mit Füßen getreten. :icon_neutral:

Damit du Bescheid weißt:
https://www.haufe.de/sozialwesen/sgb-recht-kommunal/arbeitsagentur-keine-drogentests-von-hartz-iv-empfaengern_238_202660.html

https://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/026/1802696.pdf

Doch leider ist hier die Drohkulisse - die Mitwirkungpflicht des Leistungsberechtigten -§ 62 SGB I- und auch Zwickmühle zugleich!

@Atze Knorke: Ich weiß leider momentan nicht genau für wielange die Befristung des ÄD gewesen ist, ich habe aber im Dezember eine Schweigepflichtsentbindung beim Sozialamt ausfüllen müssen, zwecks Rentenersuchens, habe bis heute nichts davon gehört. Mein Sachbearbeiter beim Sozialamt hier hat leider immer etwas wegen der aktuellen Flüchtlingssituation um die Ohren. Ich bin der Meinung das ich mehr als 3 Stunden täglich arbeiten kann, habe aber auch auf der anderen Seite Angst das ich wieder Seitens des Jobcenters in irgendwelche ungewollten Maßnahmen hineingezwungen werde. Durch Jobcenter wurde ich nämlich damals auch an die Rehe Ausbildung vermittelt wo ich mit anderen Auszubildenden lernen musste, die nicht mal richtig lesen oder rechnen konnten, ich habe mich damals so schlecht und am falschen Platz gefühlt. Danach kam auch der psychische Zusammenbruch
Ich habe mich überall auf offene Stellen beworben, leider mit weniger gutem Erfolg. Deswegen wollte ich versuchen meinen Berufswunsch mit Hilfe des Arbeitsamtes zu verwirklichen. Ich denke das ein Beruf in der Altenpflege sicherlich eine berufliche Zukunft hat.
Die Schweigepflichtsentbindung hast du in Kopie als Nachweis und die DRV-Rentenantragstellung durch das Sozialamt ebenfalls? :confused:

Dann bitte SCHRIFTLICH in Form eines Schreibens an das Sozialamt zügig nachhaken!

Was die Arbeit deiner SA-SB betrifft, so ist es für dich nicht relevant, was sie da so um die Ohren hat. Das ist reines Ablenkungsmanöver. Konzentriere dich bitte auf deine existenziellen Problematiken und gehe, falls es erforderlich wird, immer mit Beistand zu den Behörden.

Da liegt der Hase im Pfeffer begraben, die REHA-Ausbildung als ein blanker JC/SB-Schreibtisch-Wunsch.
Welche Kriterien wurden da ins Feld geführt - Feststellung des Reha-Bedarfes, Erstellung eines Eingliederungsvorschlages -?

So sieht das JC-Aufgabenspektrum zum Förderbedarf im Nebelgewand von Berufsorientierung, Berufsberatung, Integration in eine Beschäftigung für junge Menschen aus. Zielgerichtet abgestimmt (für die BA-Statistik, sonst nichts). :icon_kinn:

@Nanuschka, da JC hat dich vermutlich als "(behinderter) erwerbsfähiger Leistungsberechtigter" entsprechend "Profiling im Beratungsgespräch" aufgrund der gesundheitlichen Einschränkungen (Einschalten des Ärztlichen Dienstes), der Grund muss ja irgendwo her, ausgegliedert.

Die Feststellung der Erwerbsfähigkeit und Hilfbedürftigkeit ist hier im -SGB II § 44a- geregelt:
https://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdatei/mdaw/mday/~edisp/l6019022dstbai378007.pdf?_ba.sid=L6019022DSTBAI378010

Wie hat hier die Prüfung der 'richtigen' Reha-Maßnahmezuweisung stattgefunden? Gibt es dazu Bescheide, Ablehnungsbescheide, hast du vom Ärztlichen Dienst die Teile A + B (Gutachten) erhalten? :icon_kratz:
Gutachterformate: siehe bitte Punkt 2.2.2. im Link:
https://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdatei/mdaw/mdkz/~edisp/l6019022dstbai667168.pdf?_ba.sid=L6019022DSTBAI667172

Der Berufswunsch "Altenpfleger" hat sicher Zukunft und ist eine würdige Herausforderung, nur leider nicht unter den inhumanen Arbeitsbedingungen, die in Deutschland mehr als fragwürdig die Arbeit am Menschen an seine Grenzen trägt.

Interessantes dazu von dieser Seite - wie es um die Pflege von Menschen bestellt ist:
ForseA - Claus Fussek: Seelische Grausamkeiten. Der alltägliche Wahnsinn - wann kippt das System Pflege?

Interview mit Claus Fussek zum Pflegetag - Morgenecho - Sendungen - WDR 5 - Radio - WDR

Bitte @Nanuschka, nichts voreilig unterschreiben, hinterfragen, mit Beistand zu den Behörden und sich über seine RECHTE und PFLICHTEN genau informieren. :icon_smile:
 
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